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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bei Koller in Zürich punkteten vor allem die Granden der Schweizer Kunst. Aber auch manches Ausgefallene war gefragt

Zum abstrakten Symbolismus



Ferdinand Hodler, Ferdinand Hodler, Genfersee von Chexbres aus, 1911

Ferdinand Hodler, Ferdinand Hodler, Genfersee von Chexbres aus, 1911

Er hat alle Zutaten für ein Meisterwerk: Der „Genfersee von Chexbres aus“ gilt als Ferdinand Hodlers letzte und radikalste Schöpfung aus der Reihe der Chexbres-Bilder. 1895 ließ der Schweizer Maler erstmals seinen Blick von dem höher gelegen Dorf bei Lausanne über den See schweifen. Elf weitere Fassungen dieses Motiv sollten folgen. 1911 drängte Hodler dann die figurativen Elemente weitgehend aus seinem Gemälde, verlieh den Gelände- und Wolkenformationen einen eigenen Rhythmus und kam mit der Schwerpunktsetzung auf das Atmosphärische und Unendliche der Abstraktion schon recht nahe. Das goutierten die Sammler bei Koller in Zürich und platzierten die erhabene Landschaft mit ihrem Zug ins Symbolistische bei taxkonformen 2,2 Millionen Franken an der Spitze der Auktion „Schweizer Kunst“.


Ferdinand Hodler blieb am 2. Juli weiterhin Publikumsliebling; nur zwei seiner fünfzehn Werke fanden keinen Abnehmer. Mit 970.000 Franken ging sein Landschaftsbild „Thunersee von Breitlauenen aus“, in dem Hodler 1906 mit den Grundfarben Gelb und Blau, ihrer Mischung zu Grün und dem Komplementärkontrast Violett agierte, die Millionengrenze an (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen SFR). Das präsente Brustbildnis seiner Schülerin Clara Pasche-Battié auf orangefarbenem Grund von 1914 hielt sich mit 380.000 Franken ebenfalls an den Vorgaben, wie auch der 1909 gezeichnete, kraftvoll stehende Mäher mit Sense auf der Weide bei 11.000 Euro. Zulegen konnten zwei Figurendarstellungen, die Hodler 1912/13 aus dem Wandgemälde „Einmütigkeit“ im Ratssaal von Hannover extrahierte: Der „Schwörende“ von 130.000 Franken auf 240.000 Franken, der zentrale „Redner“ mit erhobenem Zeigegestus von 150.000 Franken auf 350.000 Franken. Auch bei den Zeichnungen gab es manche schöne Wertsteigerung, etwa beim Kopf der kranken Valentine Godé-Darel aus dem Jahr 1914 von 7.000 Franken auf 16.000 Franken.

Mit einer losbezogenen Verkaufsrate von über 82 Prozent und mit hohen Zuschlagswerten oft über den Schätzungen zeigte sich Koller von der Versteigerung mit Schweizer Kunst zurecht sehr zufrieden und sprach von einer „anhaltenden Solidität dieses Marktes“. Beim 19. Jahrhundert griff Albert Anker noch einmal in die Siebenstelligkeit aus und ließ sein Gemälde mit einem konzentriert „Strickenden Mädchen am Fenster“ von 1885 erst zur oberen Schätzung von 1,2 Millionen Franken gehen. Auch seine aquarellierten Strickerinnen und Näherinnen jugendlichen Alters waren gefragt und spielten bis zu 55.000 Franken ein (Taxen zwischen 30.000 und 45.000 SFR). Einen deutlichen Wertverfall musste indes Ankers virtuose Kohlezeichnung mit der „Älteren Schwester“ von 1889 hinnehmen: Bei Koller im Juni 2011 schon einmal für netto 120.000 Franken gehandelt, fiel der Hammer jetzt erst im Nachverkauf bei 27.000 Franken (Taxe 35.000 bis 50.000 SFR). Für zwei Kinderportraits des Realisten aus den 1880er Jahren mochte sich bei Bewertungen bis zu 200.000 Franken niemand erwärmen.

Auf der Rückgangsliste stellte sich zudem Cuno Amiets noch symbolistische Darstellung des Paradiesgartens aus dem Jahr 1900 mit Adam und Eva beim Überreichen des Apfels ein (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR). Ansonsten war der Zuspruch für den Vielmaler gemischt. Auf der Habenseite standen etwa die 60.000 Franken für sein expressives, von Rot, Violett und Blau bestimmtes Blumenbild aus dem Jahr 1909 (Taxe 35.000 bis 50.000 SFR) oder die 40.000 Franken für einen sommerlich hingetupften „Garten mit Malven“ von 1933 (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR). Nochmals 60.000 Franken erwirtschafteten Amiets bunter Rummelplatz bei der „Solothurner Chilbi“ von 1931 (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR) oder eine späte Frühlingslandschaft von 1957 (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR), 65.000 Franken dann sein sommerliches Gartenbild mit blühenden Rosen (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR).

Allen drei im Katalog verzeichneten Gemälden Félix Vallottons gelang der Absprung, dem sommerlichen Landschaftsausschnitt beim Dorf Equemauville in der Normandie mit Zweigen eines „Pommier“ von 1901 bei 110.000 Franken (Taxe 90.000 bis 150.000 SFR), der malerischen Küstenszene „Falaise à Vasouy“ bei Honfleur von 1910 für unerwartete 460.000 Franken (Taxe 280.000 bis 380.000 SFR). Erst im Nachverkauf wurde Vallottons ebenfalls neusachliche „Vue d’Avignon“ von 1920 in seinem charakteristischen Kolorit zwischen Grün, Violett und Ocker zur unteren Schätzgrenze von 150.000 Franken übernommen. Eine ähnliche Farbwahl bevorzugte Giovanni Giacometti 1927 bei seinem alpinen Vorfrühling „Wiesen bei Stampa mit Kindern und weidendem Vieh“ und konnte sich über 150.000 Franken freuen (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR). Bei seinem Vetter Augusto Giacometti und dessen flächigem Stillleben „Blaue Blumen“ sprangen sogar 160.000 Franken heraus (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR). Verbessern konnte sich zudem Wilhelm Gimmis um 1913 gemaltes kubistisches Stillleben mit Vase, Fächer und titelgebender Zeitung „Le Figaro“ auf 22.000 Franken (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR), und auch Sigismund Righinis farbkräftiges Stillleben mit roten und weißen Anemonen in blauer Vase auf blauem Tisch von 1916 blieb bei 17.000 Franken nicht unentdeckt (Taxe 2.500 bis 3.500 SFR).

Zwischen Naiver Kunst und Neuer Sachlichkeit changiert die Malerei von Adolf Dietrich. Preislicher Höhepunkt seiner sechs Werke war die Menschenansammlung vor den Löwen- und Tigerkäfigen der „Menagerie Knie“ von 1927 bei 140.000 Franken (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Ebenso klar, aber mit pointillistischen Mitteln führte Gottardo Segantini seine Ansichten der Engadiner Bergwelt aus. Sein heller Sommertag mit einigen Bauernhäusern auf einer Hochebene von 1940 überzeugte bei 90.000 Franken (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR), sein vergleichbar angelegtes Gemälde von Grevasalvas mit bäuerlichen Staffagefiguren und dem Piz Lagrev im Hintergrund von 1938 bei 210.000 Franken (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR). Den Schweizer Alpen konnte der 1900 in Zürich geborene Willy Guggenheim, alias Varlin, nichts abgewinnen. Mit ungestümem Pinsel verewigte er bevorzugt das städtische Leben, oftmals Gaststätten, in denen er verkehrte. Besonders umworben war bei Koller seine Sicht auf die Außengastronomie des Café Jorat mit einigen wuselnden Garçon bei 125.000 Franken (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR).

Mit seiner expressiven Handschrift wusste zudem Alois Carigiet die Kunden für sich zu gewinnen. Die marktfrische, in ein rotes Kleid gewandete „Brotträgerin“ vor verschneiter Bergkulisse von 1946 verdoppelte ihren Wert auf 75.000 Franken, ebenso wie der noch weiter abstrahierte „Falke“ von 1969 auf 45.000 Franken. Mit kräftigen Farben und nervös abstrahierenden Pinselstrichen entwickelte auch Max Gubler 1954 seine „Grosse Nachtlandschaft“ und kam nun mit 45.000 Franken heraus (Taxe 35.000 bis 55.000 SFR). Aber auch die naive, an der Appenzeller Bauernmalerei orientierte Kunst der 2010 verstorbenen Schweizerin Sibylle Neff entfaltete ihre Reize und wurde zu Beginn der Auktion mit 15.000 Franken für ihre ländliche Szene „Triebern mit Ebenalp und Öhrli“ von 1964 honoriert (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Für den glanzvollen Abschluss sorgte Walter Ropélé mit zwei durch das nuancenreiche Kolorit vibrierenden Landschaftsvisionen von großer Strahlkraft: Der „Gartenbrunnen“ von 2004 schnellte von 7.000 Franken auf 45.000 Franken, der ein Jahr ältere „Lichte Tag“ von gleicher Basis auf 55.000 Franken.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch

Startseite: www.kollerauktionen.com



30.07.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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02.07.2021, Schweizer Kunst - Impressionismus & Moderne

Bei:


Koller Auktionen AG

Kunstwerk:

Ferdinand Hodler, Schwörender zur „Einmütigkeit“, 1913
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Kunstwerk:

Augusto Giacometti, Blaue Blumen, 1911
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Kunstwerk:

Félix Vallotton, Vue d’Avignon, 1920
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Kunstwerk:

Ferdinand Hodler, Redner zur „Einmütigkeit“, 1913
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Kunstwerk:

Ferdinand Hodler, Kopfstudie der kranken Valentine Godé-Darel, 1914
Ferdinand Hodler, Kopfstudie der kranken Valentine Godé-Darel, 1914

Kunstwerk:

Albert Anker, Strickendes Mädchen am Fenster, 1885
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Kunstwerk:

Albert Anker, Die ältere Schwester, 1889
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Giovanni Giacometti, Giovanni Giacometti, Wiesen bei Stampa mit Kindern und weidendem Vieh, 1927

Giovanni Giacometti, Giovanni Giacometti, Wiesen bei Stampa mit Kindern und weidendem Vieh, 1927

Taxe: 120.000 - 180.000 SFR

Zuschlag: 150.000,- SFR

Losnummer: 3061

Albert Anker, Albert Anker, Die ältere Schwester, 1889

Albert Anker, Albert Anker, Die ältere Schwester, 1889

Taxe: 35.000 - 50.000 SFR

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Losnummer: 3014

Ferdinand Hodler, Ferdinand Hodler, Redner zur „Einmütigkeit“, 1913

Ferdinand Hodler, Ferdinand Hodler, Redner zur „Einmütigkeit“, 1913

Taxe: 150.000 - 200.000 SFR

Zuschlag: 350.000,- SFR

Losnummer: 3038

Ferdinand Hodler, Ferdinand Hodler, Kopfstudie der kranken Valentine Godé-Darel, 1914

Ferdinand Hodler, Ferdinand Hodler, Kopfstudie der kranken Valentine Godé-Darel, 1914

Taxe: 7.000 - 10.000 SFR

Zuschlag: 16.000,- SFR

Losnummer: 3027

Augusto Giacometti, Augusto Giacometti, Blaue Blumen, 1911

Augusto Giacometti, Augusto Giacometti, Blaue Blumen, 1911

Taxe: 80.000 - 140.000 SFR

Zuschlag: 160.000,- SFR

Losnummer: 3055

Albert Anker, Albert Anker, Nähende junge Frau

Albert Anker, Albert Anker, Nähende junge Frau

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Félix Vallotton, Félix Vallotton, Pommier. Equemauville, 1901

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Ferdinand Hodler, Ferdinand Hodler, Thunersee von Breitlauenen aus, 1906

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Taxe: 800.000 - 1.200.000 SFR

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Félix Vallotton, Félix Vallotton, Vue d’Avignon, 1920

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Félix Vallotton, Félix Vallotton, Falaise à Vasouy, 1910

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Albert Anker, Albert Anker, Strickendes Mädchen am Fenster, 1885

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Ferdinand Hodler, Ferdinand Hodler, Schwörender zur „Einmütigkeit“, 1913

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