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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bassenge kann von seiner Gemälde- und Zeichnungsauktion hohe Zuschlagsquoten und einzelne Spitzenwerte vorweisen. Doch nicht alles fand die gleiche Aufmerksamkeit

Symbolismus in Bestform



Gottfried von Wedig, Stillleben mit gerösteten Maronen

Gottfried von Wedig, Stillleben mit gerösteten Maronen

Dass ein Gemälde Alter Meister den Spitzenposten bei den Kunstauktionen von Bassenge belegt, ist schon etwas ungewöhnlich. Denn der Berliner Versteigerer ist eigentlich auf Zeichnungen, Druckgrafiken und Bücher, also das klassische Angebot eines Antiquariats, spezialisiert. Aber in den vergangenen Jahren hat Bassenge sich zunehmend in den Gemäldesektor vorgearbeitet und schon manch schönes Ergebnis eingefahren. Diesmal war Gottfried von Wedigs „Stillleben mit gerösteten Maronen“ der gefragteste Posten. Wohl um 1630 hat der Kölner Maler in Anlehnung an seinen eine Generation älteren Kollegen Georg Flegel in leichter Aufsicht Esskastanien auf einem Zinnteller, Brot und Butter, einen Apfel, Steingutkrug und -becher um eine brennende Kerze arrangiert und damit eines seiner typischen Mahlzeitenbilder geschaffen. Das sagte auch dem Städel zu, das sich bei einer Schätzung von 60.000 Euro erst mit 270.000 Euro gegen in- und ausländische Konkurrenz durchsetzen konnte. Das Frankfurter Museum darf sich nun mit dem Auktionsrekord für Wedig schmücken, der auch deutlich über den 2,7 Millionen Schilling, rund 196.216 Euro liegt, den ebendieses Stillleben im unrestaurierten Zustand beim Dorotheum im Oktober 2000 erzielte.


Gemälde Alter Meister

Mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von gut 70 Prozent schloss die Versteigerung der Gemälde Alter und Neuerer Meister gut ab. Allerdings erreichten etliche höher taxierte Werke nicht ihre Erwartungen, darunter eine Jan van Goyen zugeschriebene, monochrom braune Dünenlandschaft bei 20.000 Euro (Taxe 24.000 EUR), oder blieben ganz liegen, so das klassizistische Bildnis der Anna Alexandrovna, Herzogin von Serracapriola, die Ludwig Guttenbrunn 1797 nachdenklich mit Brief in eine bewaldete Flusslandschaft platziert hat (Taxe 35.000 EUR). Die Kunden suchten sich am 10. Juni gezielt heraus, wem sie ihre Gunst schenkten. So entfalteten die beiden jungen anmutigen Knaben auf einem um 1783 gemalten Doppelbildnis des Berliner Künstlers Georg Andreas Hoffmann erst bei 9.500 Euro ihre Wirkung (Taxe 6.000 EUR).

Eine kleine Entdeckung war Johann Jakob Mettenleiters Selbstbildnis mit dem Kupferstecher Johann Elias Haid im Studierzimmer beim Betrachten eines Albums. Doch auch dieses intime Zeugnis einer Künstlerfreundschaft, das bisher nur durch Haids Vervielfältigung als Schabkunstblatt von 1784 bekannt war, kam nicht über 6.000 Euro hinaus (Taxe 6.500 EUR). Durch die Bank gefragt waren die Portraitminiaturen, so eine schöne vornehme Dame in perlenbesetztem blauem Kleid mit hochgesteckten Korkenzieherlocken eines flämischen Malers aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Das Besondere daran sind die zehn bemalten Glimmerschieferplättchen, die über das ovale Portrait gelegt werden können und die junge Frau zur Armenierin, byzantinischen Prinzessin, Türkin, zur Trauernden oder in eine Balldame verwandeln. Hier verdoppelte sich der Wert auf 6.000 Euro. Für Jacques-Louis Comtes Bildnis einer Harfe spielenden verträumten jungen Frau in weißem Satinkleid von 1819 gab es 4.200 Euro (Taxe 1.500 EUR), für Carl Hummel de Bourdons romantischen jungen Mann mit Windstoßfrisur von 1814 ebenfalls einträgliche 4.800 Euro (Taxe 2.000 EUR) und für Lizinka Aimée Zoé de Mirbels 1832 gemalte Dame mit aufwendig drapierten und blumengeschmückten Haaren gute 3.400 Euro (Taxe 1.500 EUR).

Neuere Meister

Die Zuschlagsliste bei den Gemälden des 19. Jahrhunderts führt Carl Maria Nicolaus Hummel mit seinem Blick durch das enge Mühlental beim Dorf Pogerola an der Amalfiküste auf das blaue Tyrrhenische Meer bei 34.000 Euro an. Allerdings hätten es für die sommerliche Stimmung aus dem Jahr 1878 tausend Euro mehr sein sollen. Noch deutlicher war der Rückgang bei Carl Rottmanns Panorama der Bucht von Genua mit der Mündung des Polcevera: Das Gemälde aus den Jahren 1826/27 fiel von 32.000 Euro auf 28.000 Euro zurück. Doch gerade die Deutschrömer verzeichneten auch einige Zuwächse, so der Landschaftsausschnitt mit einem antiken Rundbau bei Olevano von Friedrich Preller d.Ä. auf 6.500 Euro (Taxe 4.500 EUR) oder das ebenfalls etwas zerfallene Gärtnerhaus im Park der Villa Borghese von Carl Morgenstern aus dem Jahr 1837 auf 14.000 Euro (Taxe 6.000 EUR). Auch der 1805 in Rostock geborene August Anton Tischbein hielt sich bevorzugt in Italien auf und verewigte Land und Leute. Aus seinem Nachlass kamen sechs Ölstudien zum Aufruf, die alle übernommen wurden, darunter sein Fernblick von Civitella auf die Mammellen mit den kleinen Hügeldörfern Rocca Santo Stefano und Rocca Canterano von 1837 bei 3.600 Euro (Taxe 1.500 EUR) und sein menschenleerer Straßenzug in Tivoli unweit der Porta del Colle bei 4.000 Euro (Taxe 1.200 EUR).

Südliches Flair war aber nicht immer gesucht. So mussten die beiden spanischen Motive von Wilhelm Gail aus den 1830er Jahren mit einer gotischen Klosterruine in der Campagna von Valencia bei 15.000 Euro und eine vergleichbare, noch romantischer aufgefasste Komposition bei 6.000 Euro wieder die Heimreise antreten. Mehr Engagement rief Feodor Baikoffs orientalische Marktszene von 1872 wohl in Tiflis mit 22.000 Euro hervor (Taxe 6.000 EUR). Auch Julius Sergius Klever ließ sich bei seiner typischen Waldgegend „Der goldene Herbst“ von 1912 mit einem Zuschlag von 16.000 Euro nicht lumpen (Taxe 12.000 EUR). Auf niedrigem Preisniveau waren etwa Louis Douzettes abendliche Fernsicht auf das Wellhorn mit dem Rosenlauigletscher in den Berner Alpen bei 3.600 Euro (Taxe 2.400 EUR), Olaf August Hermansens unspektakuläres Wiesenstück mit Mohn- und Glockenblumen, Margeriten und einem Schmetterling von 1875 bei 3.200 Euro oder Ludwig Elsholtz’ belebte Begegnung zwischen reitenden Soldaten und Familien beim sonntäglichen Spaziergang von 1844 bei 4.400 Euro begehrt (Taxe je 1.800 EUR).

Insbesondere bezauberte wieder ein Kinderbildnis. 1840 stand Sebastian Hensel, der Sohn von Wilhelm und Fanny Hensel, mit zehn Jahren in Rom vor der Staffelei August Kaselowskys und blickte liebenswürdig dem Schüler seines Vaters entgegen, was sich nun in 6.500 Euro niederschlug (Taxe 3.000 EUR). Schon impressionistische Züge nimmt mit den bewusst gesetzten Sonnenflecken und der lockern Malweise Evariste Carpentiers „Frühstück im Sommergarten“ ein, das sich bei 8.000 Euro verabschiedete (Taxe 7.500 EUR). Düster war dagegen Adolf Hirémy-Hirschls Vision „Die Pest zieht durch Rom“, eine Vorstudie zu seinem Polyptychon „Sic Transit“, die dann auch nur 14.000 Euro auf sich vereinen konnte (Taxe 15.000 EUR). Für ein weiteres symbolistisches Werk von Hugo Höppener, alias Fidus, der 1923 unter dem Titel „Die Brautinsel“ ein junges Paar ans Meeresufer stellte und es auf einen Tempel in der Ferne blicken ließ, blieben gar nur 15.000 Euro übrig (Taxe 25.000 EUR). Wie diffizil eine Preisgestaltung im Kunstmarkt ist, machte bei Bassenge der bekannte Farbholzschnitt „Der Polster“ von Maximilian Kurzweil deutlich. Die finale Version für die „Jahresmappe der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, Wien 1903“ rutschte von 1.200 Euro auf 800 Euro ab, ein Probedruck mit einer wohl nicht verzeichneten Farbvariante in blauen Tönen legte dagegen von 1.500 Euro auf 3.200 Euro zu.

Namenlose Zeichnungen

Auch mit den Zeichnungen und Arbeiten auf Papier fuhr Bassenge am 11. Juni eine hohe Verkaufsrate nach Losen von 71 Prozent ein. Bei der alten Kunst konnten oftmals günstig taxierte Blätter ohne konkrete Urheberschaft punkten, etwa eine italienische „Anbetung der Hirten“ aus der Mitte des 16. Jahrhunderts bei 19.000 Euro, die einer Komposition Raphaels folgt und einst dem englischen Maler Sir Joshua Reynolds gehörte (Taxe 1.200 EUR). Gleicher Herkunft und Datierung war eine braune manieristische Federzeichnung mit einer draufgängerischen „Entführung der Helena“, die sich von 3.000 Euro auf immerhin 13.000 Euro verbesserte. In den flämischen Kulturkreis des späten 16. Jahrhunderts ging es mit einem vielfigurigen „Urteil des Salomon“ auf rot grundiertem Papier für 5.500 Euro (Taxe 2.400 EUR) oder einem fein und exakt aquarellierten Silberreiher an einem Bach für 11.000 Euro (Taxe 3.500 EUR).

Schon im barocken Gestus ist der Evangelist Markus eines Künstlers aus Bologna gehalten, der erst bei 10.000 Euro mit seinem Symbol des geflügelten Löwen in den Wolken entschwebte (Taxe 2.400 EUR). Da taten sich manche für einen Künstler gesicherten Werke schwerer, so die beiden fliegenden Putti Giovanni Battista Tiepolos. Die Skizze zum großen, im Ersten Weltkrieg zerstörten Deckenfresko in der venezianischen Kirche Santa Maria di Nazareth blieb bei 18.000 Euro liegen. Ein kraftvoller sitzender männlicher Akt, den wohl Annibale Carracci zu Studienzwecken mit Rötel aufs Papier geworfen hat, musste sich mit 5.000 Euro zufriedengeben (Taxe 6.000 EUR). Mehr Erfolg war Anthonie Waterloos sehr präsenten knorrigen alten Kopfweiden an einem Flussufer mit 10.000 Euro (Taxe 6.000 EUR) und Tobias Verhaechts aus kurzen Strichen entwickelter weiter Gebirgslandschaft mit Ruinen und einer Stadt am Fluss mit 3.800 Euro vergönnt (Taxe 2.400 EUR).

Klassizismus mit Knalleffekt

Zum unerwarteten Höhepunkt bei der Alten Kunst mutierte Daniel Nikolaus Chodowieckis Rötelportrait seiner jüngsten Tochter Juliane Henriette Chodowiecka im Alter von etwa acht Jahren. Das aufmerksam beobachtete, genau geschilderte Brustbildnis im Profil nach links mit reicher Spitzenhaube schnellte von 7.500 Euro auf 28.000 Euro. Aus Klassizismus und früher Romantik gesellten sich etwa noch Jakob Philipp Hackerts Capriccio mit antiken, von Gräsern und Stauden überwucherten Friesen und Kapitellen von etwa 1770/80 bei 4.400 Euro (Taxe 2.400 EUR) oder Carl Wilhelm Kolbes d.Ä. nur teilweise vollendete, mächtige alte Eiche an einem Gewässer bei 5.000 Euro hinzu (Taxe 1.800 EUR). Peter Birmanns fein gezeichnete Waldlichtung bei Albano mit Resten einer Steinmauer, Figurenstaffage und Rundkirche auf einem Berg musste einen Abschlag von 2.400 Euro auf 1.800 Euro hinnehmen, Johann Heinrich Schröders Pastell mit dem Brustbild des Braunschweiger Hofbildhauers Johann Heinrich Oden wohl von 1786 fand diesmal bei 1.800 Euro den Absprung (Taxe 1.500 EUR), und hoch hinaus ging es bei den drei Scherenschnitten mit Bäumen und Waldstücken von Jacques-Laurent Agasse, vor allem bei seiner aus blauem Papier filigran geschnitten Kopfweide von 750 Euro auf 5.200 Euro.

Die Abteilung mit Arbeiten des 19. Jahrhunderts startete zunächst eher gemächlich: Für Wilhelm von Kobells charakteristisches Aquarell mit Reitern und einem Postillion auf dem Weg nach Weilheim an einem verhangenen Tag aus dem Jahr 1802 war schon bei 8.550 Euro Schluss (Taxe 14.000 EUR). Mehr Kauflaune verbreitete das Schlachtenaquarell mit dem recht trostlosen Rückzug von Napoleons Grand Armée aus dem winterlichen Moskau im Jahr 1812, auf den Albrecht Adam 1844 zurückblickte, bei hohen 24.000 Euro (Taxe 15.000 EUR). Die Kunden fanden zudem Gefallen an einigen Portraits. Als klassischer Freundschaftsbeweis der deutschen Romantiker ist Ernst Försters feinsinniges Konterfei des jungen Bildhauers Emil Cauer mit Oberlippenbart, in Wellen gelegtem Haar und markanter Brille um 1824 zu verstehen, das sich bei 5.000 Euro behauptete (Taxe 2.400 EUR). Eher standesgemäß und ein wenig distanziert verewigte Franz Krüger mit schwarzer und weißer Kreide die Gräfin Auguste von Harrach, die zweite, nicht unumstrittene Ehefrau König Wilhelms III. von Preußen, und nahm dafür nun 10.000 Euro ein (Taxe 7.500 EUR).

Ein ungewöhnliches Sujet im Schaffen Carl Spitzwegs ist der Akt. Der Katalog listete eine nackte stehende weibliche Rückenfigur mit dem Nachlassstempel, die bei 2.800 Euro reüssierte (Taxe 450 EUR). Der polnische Maler Józef Brandt ist meist eine sichere Partie und war bei Bassenge mit vier Genre- und Reiterdarstellungen vertreten, die sich alle über den Schätzungen platzierten, an erster Stelle ein 1858 aquarellierter Kosak auf unruhigem Pferd bei 7.500 Euro (Taxe 1.200 EUR). Während Carl Blechens Natur- und Architekturschilderung mit den „Römischen Bädern“ von Karl Friedrich Schinkel im Park von Sanssouci bei 20.000 Euro leer ausging, freute sich Heinrich Dreber über 9.500 Euro für seine Landschaftsstudie mit Felsschichtungen bei Olevano aus den späten 1840er Jahren (Taxe 6.000 EUR). Bei Albert Emil Kirchners Weitblick auf die Serpentara bei Olevano schoss der Wert von 2.400 Euro auf 3.200 Euro, bei Luigi Bianchis Aquarell einer Italienerin in Tracht beim versonnenen Spinnen auf einer Terrasse von 600 Euro gar auf 2.600 Euro.

Surrealismus avant la lettre

Fast schon eine protosurrealistische Arbeit schuf Adolf Hinze mit seiner Terrainstudie eines verwunschenen, von pittoresken Felsen eingefassten Bachlaufs, an dem Sumpfpflanzen und knorrige Bäumen wuchern. Die mit „Harzlandschaft“ bezeichnete, fast zwei Meter breite Feder- und Pinselzeichnung kletterte von 1.500 Euro auf 4.400 Euro. Eher als Realistin trat die bekannte französische Schriftstellerin George Sand mit vier in Abklatschtechnik entstandenen Aquarellen an, die sie zu Landschaftsbildern ausformulierte, etwa 1861 zu einem Abhang mit Fabriken in Montluçon für 8.500 Euro (Taxe 4.000 EUR) oder 1874 zu einer pittoresken Burg auf einem Felsen für 9.000 Euro (Taxe 6.000 EUR). Während sich Adolph von Menzels fast schon impressionistischer Blick aus dem Fester durch einen Baum auf Spaziergänger unter Sonnenschirmen wohl in der Kurhausstraße in Bad Kissingen mit 20.000 Euro untertourig schlug (Taxe 30.000 EUR), holten zwei Figurenstudien diesen Verlust wieder herein: Das Bildnis einer älteren Frau von 1899 mit schwarzem Schleier, die eine Miniatur hochhält, verdoppelte seine Preisvorstellungen auf 32.000 Euro, eine flott gezeichnete elegante Dame beim Blick durch ein Theaterglas wurde gar mit 34.000 Euro hofiert (Taxe 15.000 EUR).

Den Abschluss der Auktion bestritten noch einige Blätter des Symbolismus und der frühen Moderne, darunter Paula Röslers fast schon abstrakter kolorierter Scherenschnitt einer „Blühenden Schwarzkiefer“. Ein vergleichbares, etwas größeres Exemplar kostete bei Neumeister im Jahr 2011 noch 750 Euro; jetzt waren für den Bogen schon 5.000 Euro fällig. (Taxe 1.200 EUR). Ein Hauskünstler bei Bassenge ist inzwischen Hermann Wöhler, der wieder mit seinen dichten, stilisierten, religiös und symbolistisch inspirierten, schwarzen Federzeichnungen das Publikum überzeugte, diesmal vor allem mit dem erschreckenden „Inferno“ aus der Folge „Sieben Bilder der Schöpfung zum Gedenken am Jakob Böhme“ bei 19.000 Euro (Taxe 1.800 EUR). Mehr Glück als in der Gemälderubrik war Fidus bei den Zeichnungen vergönnt. So animierte sein farbiger Entwurf für die Altarwand eines imaginären Tempels mit einer mystischen Ausgießungsszene die Käufer zu 12.000 Euro (Taxe 6.000 EUR). Als „Schlüsselbilder des europäischen Symbolismus“ pries Bassenge Félicien Rops’ Drucke zu Jules Barbey d’Aurevillys exzentrischer und skandalträchtiger Kurzgeschichtensammlung „Les Diaboliques“ an und sollte damit Recht behalten. Denn die Zeichnung einer sich bei Kerzenschein frivol auf einem Tisch räkelnden nackten Dame mit einem toten Mann am Boden, mit der Rops’ um 1883/85 „Das Dinner der Atheisten“ vorbereitete, generierte den Tageshöchstpreis von 70.000 Euro und erzielte deutlich mehr als die 42.000 Pfund, respektive 53.260 Euro, die Sotheby’s 2014 in London für das Blatt einnahm (Taxe 50.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



14.08.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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