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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Von Zurückhaltung keine Spur: Ketterer kann sich auf eine internationale Klientel verlassen und erwirtschaftete mit der Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts – nicht zuletzt angetrieben durch prominente Sammlungen – das beste Halbjahresergebnis seiner Geschichte

Documenta-Weihen



Ernst Wilhelm Nay, Doppelspindel-Rot, 1967

Ernst Wilhelm Nay, Doppelspindel-Rot, 1967

Eigentlich gehören die Spindel-Bilder aus Ernst Wilhelm Nays später Schaffensphase nicht zu den bevorzugten Objekten des deutschen Malers auf dem Kunstmarkt. Doch bei Ketterer siegte seine monumentale Komposition „Doppelspindel-Rot“ von 1967, eines der letzten Werke Nays vor seinem Tod im April 1968. Das auf die drei Farben Rot, Blau und Weiß reduzierte, flächig vereinfachte, annähernde Quadrat hatte das Münchner Auktionshaus marktgerecht auf 200.000 bis 300.000 Euro geschätzt, doch dabei einige Zutaten übersehen. Denn die Deutsche Bank hatte die in meditativer Ruhe schwebenden Spindeln noch direkt beim Künstler erworben und seither nicht aus den Händen gegeben. Das fachte vor allem den Kaufwillen eines Schweizer Sammlers an, der sich erst bei 1,8 Millionen Euro gegen die internationale Konkurrenz im Saal, an den Telefonen und im Internet durchsetzen und die „Doppelspindel-Rot“, die nun an den hauseigenen Nay-Rekord in Höhe von 1,85 Millionen Euro anschließt, mit Aufgeld bei 2,25 Millionen Euro in seine Heimat nehmen konnte.


Die Bilanz der Frühjahrsaison bei Ketterer kann sich sehen lassen. Allein der „Evening Sale“ am 18. Juni schlug mit einer hohen losbezogenen Verkaufsrate von über 85 Prozent und mit fast 29 Millionen Euro brutto zu Buche. Den Gesamterlös des ersten Halbjahrs inklusive Aufgeld bezifferte Robert Ketterer mit über 44 Millionen Euro bei einem mittleren Schätzpreisvolumen von 26,5 Millionen Euro. Da sei nicht nur das hauseigene beste Saisonergebnis, sondern sogar das beste in der Auktionsgeschichte Deutschlands, ließ der Firmenchef mitteilen und sieht sich zum wiederholten Mal in der Rolle des Marktführers. „Unser erweitertes Führungsboard sorgt für eine noch internationalere Ausrichtung, was die Vielzahl der Gebote aus Asien, Europa, den USA und aus Russland belegen“, so Robert Ketterer.

Mit Bank-Bonus

An dem Spitzenumsatz hat die Sammlung der Deutschen Bank, die sich zugunsten einer Neuausrichtung auf Papierarbeiten und Fotografien schon zum zweiten Mal über Ketterer von Malerei trennte, einen nicht geringen Anteil, etwa mit Max Liebermanns Gemälde „Der Nutzgarten in Wannsee nach Südosten“ von 1923 mit furios gemalten Blumenstauden für 540.000 Euro (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR) oder einem Werk Lesser Urys. Sein „Brandenburger Tor vom Pariser Platz aus gesehen“ mit einem Fräulein zwischen Autodroschken auf regennasser Fahrbahn von 1928 darf mit 270.000 Euro nun als teuerstes Pastell im Schaffen des Berliner Impressionisten gelten (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Das Geldinstitut verließen zudem Hans Hartungs frühes ungegenständliches Ölgemälde von 1931 mit blauer Farbfläche und feinen Lineaturen bei 270.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), Günther Ueckers fast drei Meter hoher Nagelbaum von 1983 zur oberen Schätzung von 300.000 Euro oder Rupprecht Geigers Farbfeldmalerei „OE 250a“ von 1957 im Rot-Blau-Kontrast bei 130.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Fast hätte das den Auktionsrekord für Geiger bedeutet. Doch der gebührte in der Versteigerung einer zwei Jahre jüngeren Komposition in gleicher Farbstellung: die fein modulierten roten und blauen Felder der Arbeit „OE 306/59“, die 1959 auf der Documenta II zu sehen und seither in rheinischem Privatbesitz beheimatet waren, kletterten von gleicher Basis auf 150.000 Euro. Auch Günther Uecker war mit einem weiteren Werk in München vertreten: für sein großes Querformat des dynamisch wogenden Nagelbilds „Energiefeld“ von 2008 interessierte sich vor allem eine amerikanische Kunstberaterin bei hohen 1,05 Millionen Euro (Taxe 500.000 bis 700.000 EUR). Besser schnitten nur noch Gerhard Richters kleinformatiges abstraktes Rakelbild in rot-grün-blauen Farbschlieren von 2001 mit der Werknummer 871-2 (Taxe 600.000 bis 800.000 EUR) und Ernst Ludwig Kirchners später Sommertag am „Sertigweg“ bei Davos von 1937 im charakteristischen violett-grünen Kolorit bei jeweils 1,2 Millionen Euro ab und besetzten damit Platz 2 der Ergebnisliste (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR).

Gerade die Kunst der Moderne konnte sich über satte Gewinnsprünge freuen: Alexej von Jawlenskys „Mystischer Kopf: Galka Fatum – Fate“, ein Portrait seiner Muse Emmy „Galka“ Schreyer in reduzierter Formensprache, verdreifachte seine Preisvorstellungen auf 900.000 Euro, Wassily Kandinskys nach 70 Jahren wiederentdecktes Aquarell „Gebogene Spitzen“ steuerte diesen Zuschlag gar von der Basis 250.000 Euro an. Und noch einmal unerwartete 900.000 Euro verzeichnete Gabriele Münters grüngesättigtes „Stillleben mit Madonna“ von 1911: ein norwegischer Käufer bewilligte damit den Auktionsrekord für das Gemälde aus dem Gründungsjahr des Blauen Reiters (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Nur knapp darunter positionierte Erich Heckel seine locker gemalte Farbsinfonie „Blaue Iris“ an einem Gartenweg von 1908 bei 850.000 Euro (Taxe 400.000 bis 500.000 EUR). Sein seltener, flächiger und durch schwarze Konturen intensiv strukturierter Farbholzschnitt „Zwei ruhende Frauen“ von 1909 ließ sich mit 360.000 Euro ebenfalls nicht lumpen (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Georg Kolbes verinnerlichter Bronze-Akt „Junge Frau“ von 1926 eröffnete die Versteigerung fulminant mit 220.000 Euro (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Illustre Sammlungen

Als einer der Favoriten war mit 600.000 bis 800.000 Euro Emil Noldes „Landschaft mit Mutterpferd“ auf der sattgrünen Weide der Marsch unter graugelben Wolke angetreten. Doch das marktfrische und farbintensive Ölgemälde von 1925 kam nicht über seine untere Schätzgrenze hinaus. An ihm zog Franz Marcs poetisches Aquarell „Zwei Gelbe Tiere“ von 1912/13, kaum größer als eine Postkarte, aus der ehemaligen Sammlung von Ilse und Hermann Bode bei 700.000 Euro vorbei (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Die Erben des kunstsinnigen Ehepaars aus Hannover nahmen für Otto Muellers blau-grün-gelbe Kreidezeichnung eines kauernden weiblichen Akts aus der Mitte der 1920er Jahre gute 85.000 Euro ein (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), gaben aber Paul Klees fantasievolle, fast schon surreale „Grundverhexte Landschaft“ von 1924 schon bei 95.000 Euro ab (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Weitere Arbeiten auf Papier, die Ketterer unter der Überschrift „Linie. Modell. Geste“ subsumiert hatte, stießen beim Publikum auf Anklang, etwa Egon Schieles 1918 mit schwarzer Kreide stiltypisch gezeichneter sitzender weiblicher Akt mit auf den Knien aufgestützten Armen bei 340.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Oskar Schlemmers 1932 in konstruktiv reduzierten Formen aquarellierte „Jünglingsfigur romantisch“ gesellte sich bei 200.000 Euro hinzu (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR), Pablo Picassos farbige und erotische Ölkreidezeichnung „Jeune garçon et femme assise“ von 1967 bei 570.000 Euro (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Heinrich Hoerles mit Ölfarbe, Kohle und Farbstiften auf Papier entwickelte, vom schweren Leben gekennzeichnete „Fabrikarbeiterin“ aus dem Jahr 1926, die im Dezember 2010 bei Van Ham mit dem noch gültigen Rekordwert von 172.000 Euro bedacht wurde, gab sich diesmal mit 150.000 Euro zufrieden (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Nicht ganz so gefragt: Beuys zum 100.

Geprägt war die Auktion auch von Arbeiten Joseph Beuys’. Zuviel Kauflaune entfachte der Künstler zu seinem 100. Geburtstag aber nicht. Seine elektrische Schalttafel-Installation mit dem titelgebenden angehängten Schild „Wo ist Element 3?“ von 1984 wanderte zur unteren Taxgrenze von 600.000 Euro in die Schweiz ab. Seinem Erdkegel „TA…KA-(TURM)“ von 1975 mit einer Muschel als Zeichen des Ursprungs erging es mit 70.000 Euro ebenso. Der verkohlte Keilrahmen „Ohren“, das Überbleibsel eines kurz vor Weihnachten 1984 durch eine Kerze verbrannten Bildes von Camille Pissarro, musste einen Abschlag auf 67.000 Euro hinnehmen (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), und die beschriftete und bekritzelte Lithoplatte „Minneapolis Fragment“, die Quintessenz einer Diskussionsrunde an der Universität von Minnesota aus dem Jahr 1974, blieb bei 100.000 bis 150.000 Euro liegen.

Da hatten es bei der Kunst nach 1945 Jan Schoonhovens streng seriell gerastertes, weiß pigmentiertes Relief „R 71-18“ von 1971 mit 550.000 Euro (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR) oder Sean Scullys warmtoniges quadratisches Farbbalkengemälde „Fire“ von 1984 mit 750.000 Euro deutlich besser (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Emil Schumachers späte informelle schwarz-gelbe Farbschlacht „Dibon“ von 1989 reüssierte bei 160.000 Euro, genauso wie Hermann Nitschs tiefrotes energiegeladenes Bodenschüttbild aus der 38. Malaktion von 1996 (Taxe je 60.000 bis 80.000 EUR). Als weltweit teuerste Grafikarbeit Keith Harings gilt nun seine vierteilige Farbserigrafiefolge „Andy Mouse“, eine lustige poppige Hommage an seinen Künstlerfreund Andy Warhol von 1986, die ein Bieter aus Hongkong erst bei 830.000 Euro übernehmen konnte (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR).

Besser als erwartet schnitten Jörg Immendorffs mit Symbolen sowie kunsthistorischen und gegenwartspolitischen Bezügen überfrachtete Leinwand „Cinderella“ von 1996 bei 200.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) und Karin Kneffels virtuos mit Schärfe und Unschärfe spielendes Gemälde „I need a wall behind me“ von 2013 bei 110.000 Euro ab (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Mit mehreren Ebenen agiert auch Tim Eitel in seiner „Museumslandschaft“ von 1971, zeigt weite stilisierte Getreidefelder, vor denen aber eine Frau steht und ihre Fotokamera irgendwo in den Museumsraum richtet. Was ist hier das Bild und wer generiert es? Um diesen Fragen nachgehen zu können, musste der Käufer 150.000 Euro aufwenden (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR).

Reger Zuspruch für die Neueren Meister

Schon der Auftakt der drei Auktionstage gestaltete sich am 17. Juni mit Kunst des 19. Jahrhunderts für Ketterer positiv: Die losbezogene Verkaufsrate für das sonst auf schwergängige Marktsegment lag bei hohen 92,5 Prozent, der Bruttoumsatz bei gut 2 Millionen Euro. Unangefochtener Star der Abteilung war Detlev Conrad Bluncks von den Nazarenern inspirierte religiöse „Allegorie des Sonntags“ aus dem Jahr 1841. Den subtil gemalten, auf blauem Himmelsgrund schwebenden, weiblichen Engel mit römischem Messgewand, der von drei kleinen nackten Engeln mit weiteren Attributen auf den Tag des Herrn und von sechs allegorischen Grisaillen der Wochentage auf dem originalen Rahmen begleitet wird, erwarb ein „skandinavisches Nationalmuseum“ bei 120.000 Euro und ließ damit den bisherigen Spitzenpreis für den dänischen Maler in Höhe von 52.000 Euro weit hinter sich (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Für eine weitere Überraschung sorgte der 1853 in Württemberg geborene, später in die USA ausgewanderte Joseph Decker, der sich hauptsächlich als Stilllebenmaler hervortat. Angesichts von Zuschlägen im sechsstelligen Bereich hatte Ketterer seine kleines Arrangement mit Früchten und Blättern des Birnbaums aus der Mitte der 1880er Jahre unverschämt günstig mit 2.000 bis 3.000 Euro angesetzt und damit eine internationale Käuferschaft angelockt, aus der sich schließlich ein amerikanischer Sammler mit 80.000 Euro hervortat. Ansonsten war die Offerte mit den geläufigen Neueren Meistern bestückt: Carl Spitzwegs von zwei Mädchen vor seiner Klause überraschten Einsiedler legte sich ein Sammler aus Bayern bei 90.000 Euro zu (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), Wilhelm Leibls charakteristisches „Bildnis Frau Auguste Mayr“ von 1891 ließ sich schon bei 55.000 Euro aus dem Auktionssaal locken (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), während sich alle drei hochalpinen Panoramen Edward Theodore Comptons exakt bei 48.000 Euro platzierten (Taxen je zwischen 18.000 und 30.000 EUR).

Symbolistisch wurde es mit Hans Thomas Sinnbild „Flora“ von 1882, eine Hommage des Künstlers an seine Frau, die Blumenmalerin Cella Thoma, bei einträglichen 40.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und mit Franz von Stucks neckischem „Eros mit Tamburin“ um 1920 in originalem Jugendstil-Rahmen für taxkonforme 44.000 Euro. Karl Hagemeisters kraftvolle pastose Landschaftsschilderungen, die inzwischen fest in der kunstgeschichtlichen Wahrnehmung und im Kunstmarkt verankert sind, drangen alle auf die vorderen Plätze der Zuschlagliste vor, hauptsächlich sein bewegter „Sanddornstrauß an der Meeresküste“ von 1914 mit 84.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Mit postimpressionistischen Zutaten operierten gleichfalls Paul Baum um 1896 bei seiner nun 36.000 Euro teuren, pointillistischen „Flusslandschaft mit Weiden“ an einem diesigen Tag wohl des Jahres 1896 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) und Edward Cucuel um 1920 bei seinem sonnendurchfluteten Sommer im Garten der Künstlervilla am Starnberger See, der sich bei 70.000 Euro behauptete (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Unverhoffte Rekorde

Die beiden Tagesauktionen mit Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts spülten nochmal über 11 Millionen Euro in Ketterers Kassen und generierten einige Auktionsrekorde, so für Ida Kerkovius’ pastoses, gemäßigt abstrahiertes Stillleben „Gelbe Blumen“ von 1934 bei 70.000 Euro (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR) und für Richard Oelzes surrealen, von Augen übersäten, ungegenständlich wabernden „Wald“ von 1963/64 bei 260.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Schöne Preise bei den Modernen erzielten Hermann Max Pechstein mit seiner farbleuchtenden „Stürmischen See abends“ von 1953 bei 135.000 Euro (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR), Hans Purrmann mit seinem koloristisch üppigen „Stillleben mit Früchten und Krug“ von 1950 bei 90.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und einige eindrückliche Menschenbilder. Aus Walter Gramattés 1918 schemenhaft aus dunklem Grund auftauchendem Gesicht spricht „Die große Angst“ nun für 85.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), fragend und unsicher wirkt Carlo Menses „Selbstbildnis“ von 1918 für 30.000 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR), die von den Nazis ermordete ungarische Jüdin Ilona Singer stieß mit ihrem ebenfalls neusachlichen „Kind mit Teddybär“ von 1927 bei 30.000 Euro auf späte Anerkennung, und in bester expressionistischer Manier stelle Helmuth Macke um 1913 ein blaues Paar in die aufgewühlte Landschaft und nahm dafür nun 22.000 Euro ein (Taxe je 6.000 bis 8.000 EUR).

Bei der jüngeren Kunst ging es für Arnulf Rainer hoch hinaus. Seine frühe, am französischen Tachismus orientierte „Zentralgestaltung“ von 1951, die sich aus der Köpermotorik speist, schnellte von 60.000 Euro auf 300.000 Euro. Genau 100.000 Euro erreichten Fritz Koenigs aus Kugel und Kegel gebildete Bronze „Zwei VI“ von 1973 in figürlicher Assoziation (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und Imi Knoebels minimalistische Farbfeldüberlagerung „Odyshape C 5“ von 1995 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Ketterer hatte zudem eine englische Sammlung mit knapp 60 Arbeiten von rund 40 Gegenwartskünstlern aus 15 Ländern akquiriert und sie an das Ende der Auktionstage gestellt. Hier ging es über 68.000 Euro für die mit einem Bett ausgestattete und rotes Laserlicht verströmende Installation „Reincarnation“ des im vergangenen Jahr verstorbenen Chinesen Li Hui nicht hinaus (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Ihm folgte der Inder Subodh Gupta mit einem titellosen Gemälde seiner typischen glänzenden Gefäße von 2007 und mit seiner in Holz und Messing gespiegelten Türinstallation „There Is Always Cinema“ von 2008 bei jeweils 60.000 Euro zur Untertaxe.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



18.08.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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