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Deutsches Romantik-Museum in Frankfurt eröffnet

Das Deutsche Romantik-Museum mit dem historischen Goethe-Haus in Frankfurt

Gestern Abend hat das Freie Deutsche Hochstift nach zehnjähriger Vorbereitung in Frankfurt am Main die weltweit erste Institution, die sich der Epoche der deutschsprachigen Romantik allumfassend widmet, mit einem Festakt eröffnet. Das Deutsche Romantik-Museum beherbergt nun auf rund 1.700 Quadratmetern und drei Stockwerken eine Dauerausstellung sowie Flächen für Wechselausstellungen, die Goethe-Galerie und Räume für die museale Vermittlungsarbeit. Den Besucher erwarten neben Handschriften von Clemens Brentano, Novalis, Joseph von Eichendorffs Entwurf des Gedichtes „Wünschelrute“ oder Ludwig Tiecks Novelle „Des Lebens Überfluss“ auch musikalische Werke wie Robert Schumanns Kompositionsentwürfe seiner „Szenen aus Goethes Faust“ oder Gemälde wie Caspar David Friedrichs „Abendstern“, Johann Heinrich Füsslis „Nachtmahr“ oder Grafiken von Philipp Otto Runge.

Die Epoche der Romantik nimmt ihren Anfang im ausgehenden 18. Jahrhundert und fällt in eine Zeit des Umbruchs nach der Auflösung des alten Reiches, der Säkularisation und der Befreiung von der französischen Besetzung des Landes durch die Truppen Napoleons. Daher waren die verschiedenen künstlerischen Gattungen von einem zunehmenden Nationalstolz und dem Wunsch nach politischer Unabhängigkeit geprägt. Ausgehend von der Literatur, zum Beispiel den Schriften Bettina von Arnims, fand mit der Zeit auch in der bildenden Kunst und in der Musik ein Umdenken statt.

Die Dauerausstellung basiert auf der Literatursammlung zur deutschen Romantik, die das Freie Deutsche Hochstift, ebenfalls Träger des Frankfurter Goethe-Hauses, in den vergangenen 100 Jahren aufgebaut hat. Auf zwei Stockwerken können sich die Besucher in fünfunddreißig Stationen die Romantik als Schlüsselepoche der deutschen Kulturgeschichte chronologisch erschließen oder gezielt bestimmte Thematiken auswählen. Für die schonende Präsentation der lichtempfindlichen Manuskripte wurden spezielle geschlossene Schreibpulte entworfen, die für eine Konsultation der Autografen geöffnet werden können. Die Handschriften werden durch Medienpulte ergänzt, die in Form von digitalen Visualisierungen, poetischen Lichtinstallationen, Hör- oder Videostationen virtuelle Zugangsmöglichkeiten und Hintergrundinformationen zu den Dokumenten bieten. Außerdem führt ein vierstündiger Medienguide als roter Faden durch die Ausstellung.

Während Johann Wolfgang von Goethe in Deutschland insbesondere als Vertreter des Sturms und Drangs und der Klassik gesehen wird, gilt er im übrigen Europa als bedeutender Dichter der Romantik. Daher ist ihm im neuen Frankfurter Museum eine Gemäldegalerie gewidmet, die gleichzeitig als Brücke zwischen dem benachbarten Geburtshaus Goethes und der Dauerausstellung zur Romantik fungiert. Die Goethe-Galerie beinhaltet die Kunstsammlung des Freien Deutschen Hochstiftes, deren Fokus insbesondere auf Werken der Goethe-Zeit zwischen der Mitte des 18. und des 19. Jahrhunderts liegt. So finden sich dort regionale Künstler aus dem Frankfurter Umfeld oder Arbeiten, die sich mit der Person des Dichters und seinem künstlerischen Schaffen auseinandersetzen, aber auch Gemälde des gebürtigen Schweizer Portraitmalers Anton Graff, Italienansichten Jakob Philipp Hackerts sowie Bildnisse Angelika Kauffmanns. Das Konvolut leitet zu den Werken deutscher Maler der Romantik wie Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus, Carl Blechen oder Johan Christian Dahl über, mit denen sich Goethe beschäftigte und die im Gemäldekabinett der Dauerausstellung zu sehen sind.

Das Deutsche Romantik-Museum ist wie das benachbarte Goethe-Haus Teil des Architekturkomplexes „Goethehöfe“. Das Gebäude wurde nach dem Entwurf des Frankfurter Architekten Christoph Mäckler von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding umgesetzt. Der Eingangsbereich, der die Kasse, Funktionsräume und den Museumsladen umfasst, bildet gleichzeitig den Zugang zum Geburtshaus Goethes. Das rund 18,5 Millionen teure Projekt konnte dank finanzieller Unterstützung aus öffentlicher wie privater Hand durchgeführt werden.

Das Deutsche Romantik-Museum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr und donnerstags bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt, in dem auch der Besuch des Frankfurter Goethe-Hauses enthalten ist, beträgt regulär 10 Euro, ermäßigt 5 bzw. 3 Euro.

Freies Deutsches Hochstift - Deutsches Romantik-Museum
Großer Hirschgraben 23-25
D-60311 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 – 138 800
Telefax: +49 (0)69 – 183 80 222


14.09.2021

Quelle: Kunstmarkt.com/Amanda Bischoff

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