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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Bücher, Grafik und Kleinkunst aus alten und jungen Epochen bei Venator & Hanstein in Köln

Die Meister der Glupschaugen



David Roberts, Egypt & Nubia, from drawings made on the spot by David Roberts, London. Moon 1846-1849

David Roberts, Egypt & Nubia, from drawings made on the spot by David Roberts, London. Moon 1846-1849

David Roberts gilt als einer der wichtigsten Orientalisten seiner britischen Heimat. Das liegt vor allem einen seinen Schilderungen, die der Maler von seiner Orientexpedition in den späten 1830er Jahren mit nach Hause brachte und einige Jahre später in Buchform herausbrachte. Zunächst reiste er im August 1838 nach Ägypten, war drei Monate lang mit einem gemieteten Schiff auf dem Nil bis nach Nubien und Abu Simbel unterwegs und besuchte alle bedeutenden Städte und archäologischen Stätten. Als ausgebildeter Bühnenmaler wusste Roberts stets, den besten Blickwinkel zu wählen und die gewaltigen Monumente eindrucksvoll zu erfassen. Zwischen 1846 und 1849 erschien in London dann das dreibändige Ansichtenwerk „Egypt & Nubia“ mit 121 Farblithografien des Belgiers Louis Haghe nach Roberts’ Zeichnungen. Mit einer Schätzung von 30.000 Euro ist es nun eines der Highlights bei den Herbstauktionen von Venator & Hanstein in Köln.


Los geht es am 24. September mit rund 340 Katalognummern aus den Bereichen Bücher, Grafik, Manuskripte und Autografen. Zu den ältesten Stücken gehören mehrere illuminierte lateinische Stundenbücher des 15. Jahrhunderts. Eines von ihnen ist eine Sammelhandschrift und wurde für einen Vorbesitzer in Italien wohl in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts aus einem in Paris um 1400 gefertigten und einem rund 50 Jahre jüngeren Florentiner Teil zusammengesetzt (Taxe 5.000 EUR). Die Illuminationen des zweiten Stundenbuchs in handlich kleinem Format stammen wahrscheinlich von den sogenannten „Masters of the Beady Eyes“, einer Gruppe von Buchmalern, die um 1450/75 hauptsächlich in Gent tätig waren und vor allem für den Export arbeiteten (Taxe 20.000 EUR). Sicher zuweisen können die Experten das dritte Stundenbuch an den ab 1449 in Florenz wirkenden Ser Ricciardo di Nanni, der hier mehrere Initialminiaturen mit Figuren und Landschaftsmotiven sowie den Bordürenschmuck in leuchtenden Farben fein ausführte (Taxe 15.000 EUR).

Die Alte Kunst

Der italienische Renaissance-Architekt Andrea Palladio war schon zu Lebzeiten so berühmt, dass er 1570 in Venedig seine „Quattro libri dell’architettura“ herausgeben konnte. Das Lehrwerk zum Bau von Häusern und Villen, zur Säulenordnung, altrömischen Bauten, aber auch zur Stadtplanung liegt in einem reich illustrierten Frühdruck der ersten vollständigen Ausgabe für 24.000 Euro vor. Gut 160 Jahre später beschäftigte sich auch Antonio Visentini mit konkreten architektonischen Gegebenheiten und legte in 38 Kupfertafeln die prachtvolle venezianische Vedutenfolge „Urbis Venetiarum Prospectus“ nach den Gemälden Giovanni Antonio Canals an. Das gebundene Exemplar der ersten Ausgabe von 1742 ist mit 20.000 Euro bewertet. Als Quellenwerk der italienischen Renaissance- und Barockgartenkunst gilt Giovanni Battista Faldas Buch „Li giardini di Roma“, das um 1695 auch von Johann Jakob von Sandrart in Nürnberg herausgegeben wurde (Taxe 600 EUR). Zur Baukunst geht es dann wieder mit Karl Friedrich Schinkels Hauptwerk „Sammlung architektonischer Entwürfe“ zurück. Auf den 174 zwischen 1819 und 1840 erschienenen Tafeln nebst Beschreibung sind 70 Bauten versammelt, die das gesamte Spektrum von Schinkels Schaffen repräsentieren. Die seltene vollständige Folge der ersten Ausgabe soll 6.000 Euro einspielen.

Auch nicht allzu häufig trifft man auf den Kupferstich „Die Satyrfamilie“ von 1505 sowie der Holzschnitt „Kain tötet Abel“ von 1511 aus der Hand Albrecht Dürers (Taxe je 4.500 EUR). Höhepunkte bei der Altmeistergrafik sind dann die beiden bekannten Holzschnitte „Der Engelkampf“ und „Michaels Kampf mit dem Drachen“ aus der lateinischen Textausgabe von Dürers „Apokalypse“ (Taxe je 8.000 EUR). Rembrandt, der zweite Großmeister der alten Druckgrafik, steuert unter anderem den feinen Abzug der Radierung „Juden in der Synagoge“ von 1648 (Taxe 4.500 EUR) und die um 1652 entstandene „Anbetung der Hirten. Nachtstück“ bei, die beide von seinem gekonnten Umgang mit Licht- und Schattenpartien leben (Taxe 3.200 EUR).

Auf die Vergänglichkeit alles Irdischen verweist der Hamburger Kupferstecher Jeremias Falck mit seiner „Alten Buhlschwester“ um 1655/60: Eine alte abgetakelte Dame lässt sich eben von ihren zwei jungen Begleiterinnen vor einem Spiegel üppig herrichten, obwohl ihre Brüste schon schlaff aus dem tiefen Dekolleté ihres Kleides heraushängen (Taxe 1.800 EUR). Von Giovanni Battista Piranesi liegen unter anderem vier frühe Radierungen aus den „Carceri d’invenzione“ vor den Überarbeitungen vor, dabei das Titelblatt der Folge sowie „Der runde Turm“, „Die große Piazza“ und „Die Treppe mit Trophäen“ (Taxe je 3.000 EUR). Als Goethe-Souvenir der besonderen Art listet der Katalog bei den Autografen zwei Federkiele aus dem Gebrauch des Dichters. Goethes Schwiegertochter Ottilie fügte sie einem Schreiben an die Verehrerin Wilhelmine Taschner bei, die sich in Weimar vergeblich um einen Empfang bei Goethe bemühte (Taxe 9.000 EUR).

Kunst der Moderne und Gegenwart

Der 25. September ist dann den günstigen Grafiken, Büchern und Kleinplastiken aus dem 20. Jahrhundert vorbehalten, die mit gut 750 Positionen aufwarten. Einen ersten Höhepunkt erreicht das Angebot mit zwei frühe Zeichnungen in Farbkreide und Tusche von Hermann Max Pechstein, die dem Expressionisten als Studien zu den zwei um 1910 entstandenen Ölgemälden „Bildnis Charlotte Cuhrt“ und „Die Orangenschale“ dienten (Taxe 8.000 bzw. 6.000 EUR). Brücke-Kollege Erich Heckels schickt aus seinem gemäßigten Spätwerk das Aquarell „Helle Felsenberge“ von 1941 in die Versteigerung (Taxe 9.000 EUR). Als Druckgrafiker der deutschen Expressionisten tritt Max Beckmanns mit seiner kantigen Kaltnadelradierung „Kinder am Fenster“ von 1922 für 2.000 Euro hinzu. Einen unheimlichen diabolischen „Spiritistischen Zwischenfall“ hat Erich Schilling 1925 mit Bleistift und Tusche als Vorlage für den „Simplicissimus“ gezeichnet (Taxe 400 EUR).

Von Fritz Winters Frühwerk ist durch Kriegseinwirkungen kaum etwas erhalten. Daher kann die Papierarbeit mit drei in die schwarze Farbe geritzten Figuren von 1928 Seltenheitswert beanspruchen (Taxe 2.500 EUR). Etwa zu diesen Preisvorstellungen soll auch Herbert Böttgers neusachliches Gemälde eines unspektakulären Scheunentors mit Mistgabeln und zwei abgestellten Schlappen abwandern. Mit 19 Losnummern ist die Offerte von Rolf Cavael gut bestückt. Überwiegend handelt es sich um Zeichnungen, aber auch um Arbeiten in Öl, beispielsweise die dynamische Farbspielerei „N° 68 / D5“ auf grauem Grund (Taxe 6.000 EUR). Infomelles gibt es zudem mit Hubert Berkes gesteinsartig aufgebautem Ölgemälde „Tundra“ von 1961 (Taxe 3.000 EUR) oder zwei Pastellen Max Ackermanns von 1955 und 1973 mit freien schwebenden Formen (Taxe je 4.000 EUR). Auf Ernst Wilhelm Nays 1948 entstandener Bleistiftzeichnung „Theodora II“ aus der Zeit der Hekate-Bilder lassen sich noch Figuren erahnen (Taxe 3.000 EUR).

Protagonist bei den Skulpturen ist Lothar Fischer mit seinen figuralen Verwandlungen: Neben der zweiteiligen Eisenskulptur „Kleines gesockeltes Paar II“ von 1982 werden unter anderem die drei Tonplastiken „Im Schlafsack II“ von 1969, die „Tierträgerin II“ von 1993 (Taxe je 3.000 EUR) und die „Kleine Sphinxbüste“ von 1978/80 aufgerufen (Taxe 1.800 EUR). Gerhard Marcks gesellt sich mit seiner stillen Terrakotta-Frauengestalt „Constanze“ von 1978 für 2.500 Euro hinzu, Wilhelm Loth mit seinem Aluminiumrelief „Mit schweren Brüsten“ von 1970 für 1.500 Euro. Weniger klassisch wirken die Objektkästen der Electronic Art. Öffnet der Betrachter die Jalousie von Walter Giers’ Klangobjekt „Hommage à Hitchcock“ aus den 1990er Jahren, so ertönt leises Vogelgezwitscher aus den über Solarzellen betriebenen Miniatur-Lautsprechern. Die Membranen der Lautsprecher von Alan Raths spulenartiger Skulptur „Thumper“ von 1996 pulsieren hingegen lautlos bei niedrigen unhörbaren Frequenzen und erinnern an Atembewegungen (Taxe je 1.500 EUR).

Die Figuration und die Ungegenständlichkeit halten sich bei der jüngeren Kunst in etwa die Waage. Auf der einen Seite stehen Friedensreich Hundertwassers japanischer Farbholzschnitt „Gesang der Wale“, mit dem der Österreicher schon 1979 auf die Umweltzerstörungen aufmerksam machte, oder Andy Warhols Farbserigraphie „Committee 2000“ mit Sektglasfeierlaune von 1982 (Taxe je 5.000 EUR), auf der anderen unter anderem der amerikanische Minimalismus. 1980 gab Sol LeWitt seine „Six Geometric Forms“ als sechs Blatt Fotolithografien heraus (Taxe 3.000 EUR), im selben Jahr Donald Judd seine schwarzweiße titellose Horizontalstruktur als Aquatinta und 1974 Brice Marden seine zart rechteckig gerasterte „Painting Study“ als Serigrafie mit Wachs und Grafit (Taxe je 2.000 EUR). Jürgen Partenheimer ließ 1994 Linien frei über die Fläche wandern und rahmte damit fünf kleine blaue Quadrate und einen dickeren schwarzen Fleck, Jakob Gasteiger trug 1997 dunkles Blau dick mit einem Spachtel auf die Leinwand auf und analysierte somit den Charakter der Farbe (Taxe je 3.000 EUR).

Das Angebot umfasst auch Multiples, unter anderem Bernard Aubertins „Feu triomphant“ von 1967, eine drehbare Metallscheibe auf einer Holzplatte mit Streichhölzern zum Anzünden und Schreibmaschinengedichte von Henri Chopin (Taxe 4.500 EUR). Auch Ferdinand Kriwet hat für sein ein Jahr später entstandenes Multiple „Om mani padme hum“ zwei Scheiben, hier Kunststoff mit schwarzen Buchstaben, auf einer Aluminiumplatte montiert und durch die Drehung zu einem verwirrenden Sehtextobjekt gestaltet (Taxe 1.900 EUR). Auf optische Effekte setzt Olafur Eliasson bei seiner Arbeit „Your world machine“ von 2010, die aus einer Glaskugel vor einem konkav gewölbten Spiegel besteht. Für „Bachs Pythagoraskrone“ aus dem Jahr 2011 hat er farbige dreieckige Glasscheiben auf einem Holzstück an der Wand aufgestellt (Taxe je 4.000 EUR). Herausragend bei den Büchern ist eine Bibliothek zum Thema Bauhaus und Reformbewegungen der Moderne in Kunstgewerbe, Architektur und Typografie. Die Titel bilden einen Teil der Sammlung des ehemaligen Galeristen Frank Müsers, der sich in den 1980er Jahren mit seiner renommierten Kölner „Galerie an der Wolkenburg“ angewandter Kunst und Design des 20. Jahrhunderts widmete.

Die Auktion beginnt am 24. September um 14:30 Uhr mit den Büchern, Grafiken, Manuskripten und Autografen der alten Epochen und wird am 25. September ab 10:30 Uhr mit dem 20. Jahrhundert fortgeführt. Eine Besichtigung ist nach Terminabsprache bis zum 23. September von 10 bis 17:30 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.venator-hanstein.de.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19



22.09.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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24.09.2021, Herbstauktionen 2021

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