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Das Duisburger Sammlermuseum Küppersmühle öffnet den von Herzog & de Meuron geplanten Erweiterungsbau

Vom Brot zur Kunst des Lebens



Neu- und Altbau beim MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in Duisburg

Neu- und Altbau beim MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in Duisburg

Als sich im Jahr 1860 im stadtnahen Duisburger Binnenhafen Mühlenbetriebe ansiedelten, mauserte sich der Ort rasch zum Brotkorb der gesamten Region. Im Zuge technischer Verbesserungen entstand um 1908 ein neues Mühlengebäude, der heutige Altbau des Museums Küppersmühle. Direkt angrenzend kamen in den 1930er Jahren Stahlsilos hinzu. 1972 erfolgte dann die Stilllegung des Betriebes. Auf der Grundlage des vom britischen Architekten Norman Foster entwickelten Masterplanes für das Duisburger Hafengebiet bot die internationale Bauausstellung Emscher Park zwischen 1989 und 1999 die Chance zur Aufwertung der Industriebrache zu einem multifunktionalen Dienstleistungsareal. Der heimische Sammler Hans Grothe nutzte hier die Gelegenheit zur Unterbringung seiner Kunstsammlung. Die Baseler Architekten Herzog & de Meuron bauten zwischen 1997 bis 1999 das historische Backsteingebäude durch Entkernung zu einem Museum um. Hinter den historischen Backsteinfassaden entstanden White Cubes mit einer Ausstellungsfläche von 3.600 Quadratmetern. Lediglich mit Backsteinen zugemauerte Fenster und die Einfügung schmaler Fensterbahnen offenbaren von außen auf den zweiten Blick die neue Funktion. Schon damals erregte der eher unscheinbare Treppenhausanbau aus rot gefärbten Beton mit organisch-spitzwinklig geschwungenen Stiegen großes Aufsehen.


Im Jahr 2005 ging die Sammlung Grothe an die Wella-Erben Sylvia und Ulrich Ströher aus Darmstadt über. Sie hielten Duisburg die Treue, doch der Platz für die angemessene Präsentation von nun insgesamt rund 2.000 Werken der deutschen Kunst von 1950 bis heute war nicht annähernd mehr vorhanden. Erneut wurden Jacques Herzog und Pierre de Meuron mit Erweiterungsplanungen beauftragt, die zunächst einen mehrstöckigen Stahlkubus auf den benachbarten Silos vorsahen. Eine nicht tragfähige Konstruktion und eine Firmeninsolvenz zwangen zu neuen Konzeptionen. Danach ging der Gebäudekomplex in das Eigentum der Sammlerfamilie Ströher über. In den letzten vier Jahren kam eine kongeniale Lösung zustande, die erst bei genauem Hinsehen erkennen lässt, das das Ensemble nicht immer so war, wie es zunächst den Anschein hat. Die Silos wurden belassen und die angrenzende Freifläche bis auf die 40 Meter bestehende Anbauverbotszone zur schräg verlaufenden Trasse der Autobahn A 59 mit einem bachsteinverkleideten Gebäude besetzt. Schmale hohe Fensterschlitze, Lisenen aus gebrochenen Ziegeln und als Krönung ein Sheddach als Sinnbild der Industriearchitektur des Reviers verschmelzen Alt und Neu. Selbst die Diagonale der Autobahntrasse nimmt der Neubau auf, an dessen Front speziell geformte Ziegel den Namen Küppersmühle unaufdringlich über einer baumbestandenen Freifläche kommunizieren.

Innen setzt sich das Arrangement in wohl proportionierten weißen Kuben fort. Doch wer glaubt, da käme Langeweile auf, der irrt. Da erwies es sich als Glücksfall, dass die Silos in die Mitte genommen werden konnten. Vom Altbestand führt unten der Weg durch ein Labyrinth aus mächtigen gedrungenen Betonpfeilern, auf denen die Getreidespeicher gründen. Durch eine große Aussparung in der Decke eröffnet sich ein grandioser Blick in einen 30 Meter hohen und spärlich beleuchteten Schacht, dessen düster-rostiger Impetus nicht nur zur Bespielung animiert, sondern mit Macht die Historie ins Spiel bringt. In den Obergeschossen durchziehen Brücken den durch Herausnahme von sechs inneren Silos entstandenen Großraum, der Altbau und Neubau ähnlich einer Schleuse verbindet. Zum neuen Kopfbau besteht eine breite, durch schmale Schlitze natürlich belichtete Baufuge mit Blick auf die graue äußere Stahlverkleidung der röhrenartigen Silos als weiteres entspannendes Zwischenerlebnis.

Die außen in Maßstäblichkeit und Material angeglichene Erweiterung passt sich auch in der Innendisposition an, wobei die Architekten es geschickt verstanden, den parallel zur Autobahn platzierten, spitzwinklig geschlossenen Gebäudeteil geschickt für Funktionen der Versorgung, Erschließung und des Art-Handlings zu nutzen. Ergänzend findet sich in einem Gebäudedreieck zur Straße als Pedant zur Stiege des Altbaus ein Treppenhaus, um eine kontinuierliche Besucherzirkulation zu ermöglichen. Es ist in rot gefärbten, organisch eingeschmiegten Stufen und Geländer aus grob gekörntem Beton gestaltet. „Auch Treppen wollen wir zu einem Erlebnis machen“, meinte dazu Jacques Herzog bei der Eröffnung. Eine Ausnahme in der rhythmischen Abfolge von minimalistisch weißen Sälen bildet der flexibel nutzbare große Oberlichtsaal mit dem Sheddach.

Mit weiteren 2.500 Quadratmetern bietet der Neubau genügend Raum für einen fulminanten Überblick über die deutsche Nachkriegskunst, wie sie wohl an keinem zweiten Ort in einer solchen Dichte und Intensität zu erleben ist. Ausgehend von den informellen und abstrakten Gründervätern der deutschen Nachkriegskunst wie Willi Baumeister, Karl Otto Götz oder Emil Schumacher in Verbindung mit europäischen Kollegen wie Emilio Vedova, Maria Helena Vieira da Silva oder Wols spart der Parcours durch die ständige Ausstellung noch die ZERO-Kunst aus und geht dann mit Werken von Anselm Kiefer, Georg Baselitz oder Gerhard Richter weiter. Vielen der 63 vertretenen Künstlern sind eigene Säle gewidmet. Aber auch aussagekräftige Dialoge, etwa Karl Otto Götz mit Brigitte Matschinsky-Denninghoff und Martin Matschinsky oder Norbert Kricke mit K.R.H. Sonderborg, verhelfen Empfindung und Lebendigkeit zur Geltung.

Zur Eröffnung bietet das Museum Küppersmühle eine Präsentation von 60 Fotografien Andreas Gurskys. Die Auswahl setzt ein mit frühen Arbeiten aus dem Ruhrgebiet und spannt sich über 40 Jahre hinweg bis hin zu neuen großformatigen Bildern. Distanziert wie subjektiv greift Gursky Zeichen der Alltagskultur wie Konsumerscheinungen, Umwelt, Klima, Wirtschaft oder Politik auf. Durch digitale Überarbeitung, Entfernung oder Vervielfältigung von Details verändert er ein Ausgangssujet und pendelt zwischen Realität und Trugbild, womit er ironisch-bissig auf kritische Entwicklungen der digitalen Bilderflut reagiert. Immer den Maßstab wahren, könnte sein Appell an das Publikum sein, den Herzog & de Meuron mit dem beeindruckenden Ensemble ihrer „Tate an Rhein und Ruhr“ bereits Rechnung getragen haben.

Das Museum Küppersmühle hat mittwochs von 14 bis 18 Uhr, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 12 Euro für das gesamte Haus sowie 6 Euro für die Sonderausstellungen, ermäßigt 6 Euro bzw. 3 Euro. Zur Ausstellung „Andreas Gursky“, die noch bis zum 30. Januar 2022 läuft, ist ein Künstlerbuch entschieden, das im Museum 89 Euro kostet.

Kontakt:

Museum Küppersmühle

Philosophenweg 55

DE-47051 Duisburg

Telefax:+49 (0203) 30 19 48 21

Telefon:+49 (0203) 30 19 48 11

E-Mail: office@museum-kueppersmuehle.de



27.09.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


09.09.2021, Andreas Gursky

Bei:


Museum Küppersmühle

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

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Zeitgenössische Kunst

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Die Skulptur
 von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff tritt in einen Dialog mit Gemälden von Rupprecht Geiger, Josef Albers und Adolf Fleischmann
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im Treppenhaus des Erweiterungsbaus
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Skulptur von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff trifft auf Gemälde von David Schnell

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Die Skulptur von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff tritt in einen Dialog mit Gemälden von Rupprecht Geiger, Josef Albers und Adolf Fleischmann

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Raum mit Arbeiten Peter Brünings

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Blick in die Silos

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Der neue Kopfbau des Museums Küppersmühle in Duisburg

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im Treppenhaus des Erweiterungsbaus

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