Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 05.11.2021 05.11.2021: Ostschweizer Kunst und ausgewählte Werke

© Beurret Bailly Widmer Auktionen AG

Anzeige

Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

ohne Titel / Günther Uecker

ohne Titel / Günther Uecker
© Galerie Luther


Anzeige

Madonna del Ponte II / Doris Ziegler

Madonna del Ponte II / Doris Ziegler
© Döbele Kunst Mannheim


Anzeige

Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Evelyn Richter: Chronistin der DDR gestorben

Evelyn Richter, Selbstporträt im Bulgakow Museum Moskau, 2012

Evelyn Richter ist tot. Die preisgekrönte ostdeutsche Fotografin starb am Sonntagmorgen mit 91 Jahren in Dresden. Richter gehörte zu den bedeutendsten und international beachteten Vertreterinnen einer humanistisch geprägten künstlerischen Fotografie in der DDR. Viele ihrer Werke seien im kollektiven Bildgedächtnis verankert. Durch ihr umfangreiches künstlerisches Schaffen sowie viele intensive Gespräche bleibe Evelyn Richter für uns unvergessen, teilte das Evelyn Richter Archiv der Ostdeutschen Sparkassenstiftung mit, das im Museum der bildenden Künste Leipzig bewahrt wird. „Ohne Evelyn Richter, ihren genauen Blick – der aber nie voyeuristisch war, sondern immer menschlich geblieben ist – wäre die deutsche Fotografie um eine entscheidende Stimme und Handschrift ärmer“, so Michael Ermrich, Vorsitzender des Vorstandes der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. In ihren Werken werde sie weiterleben.

Evelyn Richter kam am 31. Januar 1930 in Bautzen zur Welt, erlernte ihren Beruf zwischen 1948 und 1951 bei Pan Walther und Franz Fiedler in Dresden und nahm nach einer Tätigkeit als Laborantin 1953 ihr Fotografiestudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Johannes Widmann auf, wurde aber schon zwei Jahre später wieder exmatrikuliert. Von da an arbeitete sie freischaffend und setzte den systemkonformen, oft pathetischen offiziellen Bildern der DDR eine wahrhaftige und unprätentiöse Darstellung der ostdeutschen Lebenswirklichkeit und seiner Menschen entgegen. Damit eckte Richter bei behördlichen Stellen an. Denn gegen die utopischen Ideen des DDR-Staats zieht sich ein melancholischer Grundton durch ihre Bilder. „Das offizielle Klischee verlangte zu sehen, was sein sollte, und nicht, was real existierte“, beschrieb die Fotografin selbst die Doktrin des Staates.

So verlieren sich bei Evelyn Richter die beiden jugendlichen Fahnenträger 1976 in der städtischen Tristesse der fast menschenleeren Straßen von Leipzig. Ein Jahr zuvor entdeckte die Fotografin eine Frau im Dresdener Albertinum, wie sie mit trostloser Mimik vor Wolfgang Mattheuers Gemälde „Die Ausgezeichnete“ steht, auf dem eine alte Frau einsam vor einem Tisch sitzt und mit sinnentleertem Blick auf einen Blumenstrauß schaut. Damit gelang Richter ein doppelter Abgesang auf die propagierten sozialistischen Wunschvorstellungen der DDR. Auch ihre Studien der Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Mitmenschen konterkarierten dieses Selbstbild als eine vermeintlich menschlichere Gesellschaft. Eine weitere ikonische Darstellung von verhaltener Wehmut schuf Richter 1972 mit ihrer Fotografie „Vor der Museumsinsel“ in Berlin. Dort schippert auf der Spree ein Lastschiff langsam dahin und wird am Ufer von einem Vater mit seinem Sohn beobachtet. Auf dem Bug steht in großen Lettern sein Name „Traumland“, das für viele Bürger der DDR nicht zuletzt wegen des Reiseverbots nie zu erreichen war.

Das Medium Fotografie war für Evelyn Richter ein Mittel der Geschichtswahrnehmung und -reflexion. Ein Bild sollte ästhetisch und formal überzeugen, Inhalte vermitteln, Emotionen auslösen und verdichten. Diese Werte gab sie von 1981 bis 2001 als Dozentin an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst an junge Fotografinnen und Fotografen weiter, von 1991 an als Ehrenprofessorin. 1992 wurde Richter mit dem Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie und 2006 mit dem Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden geehrt. Im vergangenen Jahr erhielt sie zu ihrem 90. Geburtstag den erstmals vergebenen Bernd und Hilla Becher-Preis der Stadt Düsseldorf. In der Begründung hieß es: „Inspiriert von der neuen internationalen Sozialfotografie fokussiert Richter den Menschen und seine Lebenswelten so ungeschönt wie empathisch. Dabei erliegt die Fotografin nie der Versuchung, die Welt auf Eindeutigkeiten herunterzubrechen. Vielmehr legt sie Zugänge zu deren Komplexität und ermöglicht es Betrachterinnen und Betrachtern, den Dingen nahe zu kommen. In ihrer Offenheit und Unvereinnahmbarkeit liegt die große Aktualität von Evelyn Richters fotografischer Haltung.“


12.10.2021

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

Zurück

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an




Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 11

Seiten: 1  •  2

Kunstsparten (1)Stilrichtungen (3)Berichte (3)Variabilder (3)Künstler (1)

Kunstsparte:


Fotografie

Stilrichtung:


Fotokunst

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Bericht:


Wenn Mutti früh zur Arbeit geht

Bericht:


Ein differenzierter Blick

Bericht:


Kaltgestellte Avantgarde

Variabilder:

Evelyn
 Richter, Vor Wolfgang Mattheuers Gemälde „Die Ausgezeichnete“ im Dresdner Albertinum, 1975
Evelyn Richter, Vor Wolfgang Mattheuers Gemälde „Die Ausgezeichnete“ im Dresdner Albertinum, 1975

Variabilder:

Evelyn Richter, Leipzig, 1976
Evelyn Richter, Leipzig, 1976








News vom 15.10.2021

Neue Sammlungsleiterin am Jüdischen Museum Berlin

Neue Sammlungsleiterin am Jüdischen Museum Berlin

Berlin entdeckt Louise Stomps

Berlin entdeckt Louise Stomps

Museum Albstadt öffnet nach Renovierung

Museum Albstadt öffnet nach Renovierung

News vom 14.10.2021

Max-Pechstein-Förderpreis an Jumana Manna

Max-Pechstein-Förderpreis an Jumana Manna

Tina Brüderlin leitet das Ethnologische Museum in Berlin

Tina Brüderlin leitet das Ethnologische Museum in Berlin

Sung Tieu in Bonn: Zeugnisse vietnamesischer Gastarbeit in der DDR

Sung Tieu in Bonn: Zeugnisse vietnamesischer Gastarbeit in der DDR

Frauen dominieren den Kulturbereich

Frauen dominieren den Kulturbereich

News vom 13.10.2021

München restituiert Alt-Aquarell

München restituiert Alt-Aquarell

Atta Kwami verstorben

Atta Kwami verstorben

Catherine Nichols leitet kommende Manifesta

Catherine Nichols leitet kommende Manifesta

Neue Räume für die Galerie Geiger

Neue Räume für die Galerie Geiger

 zur Monatsübersicht



Anzeigen

Marktspiegel

News

Galerie Frank Fluegel - Mr. Brainwash - Balloon Girl

Balloon Girl Mr. Brainwash - Banksy Rekord
Galerie Frank Fluegel

S l e e p i n g B e a u t y – Herbstauktionen: Kunst des 19.-21. Jahrhunderts mit wegweisender Arbeit von Egon Schiele
Ketterer Kunst Auktionen

Döbele Kunst Mannheim - Hermann Glöckner: Versetzte Streifen, 1978

Ausstellung 'Die Freiheit des Denkens - The Freedom of Thought'
Döbele Kunst Mannheim





Copyright © '99-'2021
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce