Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 21.05.2022 Auktion 1197: Alte Kunst und 19. Jahrhundert

© Kunsthaus Lempertz

Anzeige

Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /
© Kunstmarkt Media


Anzeige

Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack

Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Evelyn Richter: Chronistin der DDR gestorben

Evelyn Richter ist tot. Die preisgekrönte ostdeutsche Fotografin starb am Sonntagmorgen mit 91 Jahren in Dresden. Richter gehörte zu den bedeutendsten und international beachteten Vertreterinnen einer humanistisch geprägten künstlerischen Fotografie in der DDR. Viele ihrer Werke seien im kollektiven Bildgedächtnis verankert. Durch ihr umfangreiches künstlerisches Schaffen sowie viele intensive Gespräche bleibe Evelyn Richter für uns unvergessen, teilte das Evelyn Richter Archiv der Ostdeutschen Sparkassenstiftung mit, das im Museum der bildenden Künste Leipzig bewahrt wird. „Ohne Evelyn Richter, ihren genauen Blick – der aber nie voyeuristisch war, sondern immer menschlich geblieben ist – wäre die deutsche Fotografie um eine entscheidende Stimme und Handschrift ärmer“, so Michael Ermrich, Vorsitzender des Vorstandes der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. In ihren Werken werde sie weiterleben.

Evelyn Richter kam am 31. Januar 1930 in Bautzen zur Welt, erlernte ihren Beruf zwischen 1948 und 1951 bei Pan Walther und Franz Fiedler in Dresden und nahm nach einer Tätigkeit als Laborantin 1953 ihr Fotografiestudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Johannes Widmann auf, wurde aber schon zwei Jahre später wieder exmatrikuliert. Von da an arbeitete sie freischaffend und setzte den systemkonformen, oft pathetischen offiziellen Bildern der DDR eine wahrhaftige und unprätentiöse Darstellung der ostdeutschen Lebenswirklichkeit und seiner Menschen entgegen. Damit eckte Richter bei behördlichen Stellen an. Denn gegen die utopischen Ideen des DDR-Staats zieht sich ein melancholischer Grundton durch ihre Bilder. „Das offizielle Klischee verlangte zu sehen, was sein sollte, und nicht, was real existierte“, beschrieb die Fotografin selbst die Doktrin des Staates.

So verlieren sich bei Evelyn Richter die beiden jugendlichen Fahnenträger 1976 in der städtischen Tristesse der fast menschenleeren Straßen von Leipzig. Ein Jahr zuvor entdeckte die Fotografin eine Frau im Dresdener Albertinum, wie sie mit trostloser Mimik vor Wolfgang Mattheuers Gemälde „Die Ausgezeichnete“ steht, auf dem eine alte Frau einsam vor einem Tisch sitzt und mit sinnentleertem Blick auf einen Blumenstrauß schaut. Damit gelang Richter ein doppelter Abgesang auf die propagierten sozialistischen Wunschvorstellungen der DDR. Auch ihre Studien der Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Mitmenschen konterkarierten dieses Selbstbild als eine vermeintlich menschlichere Gesellschaft. Eine weitere ikonische Darstellung von verhaltener Wehmut schuf Richter 1972 mit ihrer Fotografie „Vor der Museumsinsel“ in Berlin. Dort schippert auf der Spree ein Lastschiff langsam dahin und wird am Ufer von einem Vater mit seinem Sohn beobachtet. Auf dem Bug steht in großen Lettern sein Name „Traumland“, das für viele Bürger der DDR nicht zuletzt wegen des Reiseverbots nie zu erreichen war.

Das Medium Fotografie war für Evelyn Richter ein Mittel der Geschichtswahrnehmung und -reflexion. Ein Bild sollte ästhetisch und formal überzeugen, Inhalte vermitteln, Emotionen auslösen und verdichten. Diese Werte gab sie von 1981 bis 2001 als Dozentin an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst an junge Fotografinnen und Fotografen weiter, von 1991 an als Ehrenprofessorin. 1992 wurde Richter mit dem Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie und 2006 mit dem Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden geehrt. Im vergangenen Jahr erhielt sie zu ihrem 90. Geburtstag den erstmals vergebenen Bernd und Hilla Becher-Preis der Stadt Düsseldorf. In der Begründung hieß es: „Inspiriert von der neuen internationalen Sozialfotografie fokussiert Richter den Menschen und seine Lebenswelten so ungeschönt wie empathisch. Dabei erliegt die Fotografin nie der Versuchung, die Welt auf Eindeutigkeiten herunterzubrechen. Vielmehr legt sie Zugänge zu deren Komplexität und ermöglicht es Betrachterinnen und Betrachtern, den Dingen nahe zu kommen. In ihrer Offenheit und Unvereinnahmbarkeit liegt die große Aktualität von Evelyn Richters fotografischer Haltung.“

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

Zurück

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an




Weitere Inhalte:

Kunstsparte:


Fotografie

Stilrichtung:


Fotokunst

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Bericht:


Wenn Mutti früh zur Arbeit geht

Bericht:


Ein differenzierter Blick

Bericht:


Kaltgestellte Avantgarde

Künstler:

Evelyn Richter








News vom 16.05.2022

Wuppertal entdeckt seine Sammlung

Wuppertal entdeckt seine Sammlung

Deutsche Börse Photography Prize für Deana Lawson

Deutsche Börse Photography Prize für Deana Lawson

Emmanuel Van der Auwera in Basel

Emmanuel Van der Auwera in Basel

Sammlung Gallinek für Karlsruhe erhalten

Sammlung Gallinek für Karlsruhe erhalten

News vom 13.05.2022

Antisemitismus-Vorwürfe gegen Documenta: Roth und Schuster fordern differenzierte Debatte

Antisemitismus-Vorwürfe gegen Documenta: Roth und Schuster fordern differenzierte Debatte

Herbert List im Hamburger Bucerius Kunst Forum

Herbert List im Hamburger Bucerius Kunst Forum

Stephanie Rosenthal geht nach Abu Dhabi

Stephanie Rosenthal geht nach Abu Dhabi

Oskar Zwintscher im Dresdner Albertinum

Oskar Zwintscher im Dresdner Albertinum

News vom 12.05.2022

Paper Art Award verliehen

Paper Art Award verliehen

Missing Link in Wien

Missing Link in Wien

Dix-Aquarelle der Sammlung Gurlitt bei Ketterer

Dix-Aquarelle der Sammlung Gurlitt bei Ketterer

Villa Stuck präsentiert Gustav Mesmers „Erfinderwahn“

Villa Stuck präsentiert Gustav Mesmers „Erfinderwahn“

 zur Monatsübersicht



Anzeigen

Marktspiegel

News

Ostdeutsche Kunstauktionen - Berlin - Bernhard Kretzschmar: Kanalufer

58. Versteigerung
Ostdeutsche Kunstauktionen - Berlin

Kunsthaus Lempertz - Bartolomé Esteban Murillo, Rosenkranzmadonna, um 1645/50

Hochbedeutendes Gemälde von Murillo
Kunsthaus Lempertz





Copyright © '99-'2022
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce