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Der Impressionismus beschränkte in Deutschland sich nicht nur auf Corinth, Liebermann und Slevogt. Das macht jetzt die Wessenberg-Galerie in Konstanz deutlich und ergründet das Werk des wenig beachteten Malers Robert Weise

Zwischen Aufbruch und Verharren



Robert Weise, Orangerie Schloss Belvedere in Weimar, 1914

Robert Weise, Orangerie Schloss Belvedere in Weimar, 1914

In den Jahren um 1900 zählte der Maler und Grafiker Robert Weise zur Avantgarde in Deutschland. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs erfreute er sich im deutschsprachigen Raum beachtlicher Erfolge. Danach und besonders nach seinem Tod in Starnberg am 5. November 1923 im Alter von nur 53 Jahren fiel sein Schaffen der Vergessenheit anheim. Vielleicht mag dies daran liegen, dass er einen gemäßigten Aufbruch zu etwas Neuem verfolgte. Dies galt speziell für die Mitglieder der Münchener Künstler- und Ausstellungsgemeinschaft „Scholle“, der Weise angehörte. Er verstand es aber geschickt, jene zwischen 1899 und 1911 bestehende Vereinigung für sein Fortkommen und die Steigerung des Bekanntheitsgrades zu nutzen.


Von 1901 bis 1906 lebte Weise im schweizerischen Ort Gottlieben am Bodensee, wo er seine künstlerisch fruchtbarste Zeit verbrachte. Auch zum Fundus der Städtischen Wessenberg-Galerie im nahen Konstanz gehören einige Arbeiten Weises. Dies bot für die Leiterin und Kuratorin Barbara Stark den Anlass, ihm eine umfassende Präsentation auszurichten. Da sich viele seiner Porträts, Landschaften und Stillleben heute in Privatbesitz befinden und nur wenige schriftliche Dokumente über Leben und Werk existieren, war dieses herausfordernde Unterfangen mit einem hohen Aufwand verbunden. Jeder, der durch die gleichgestimmt zum Werkschaffen eingerichteten historischen Salons der Galerie schreitet und in die damit korrespondierenden Bildwelten eintaucht, wird einer vergangenen Kunstepoche gewahr, die oft abschätzig als „Salonmalerei“ tituliert wird, und kommt mit neuen Einsichten heraus.

Der am 2. April 1870 in Stuttgart geborene Robert Weise studierte nach anfänglichem Privatunterricht ab 1889 an der Düsseldorfer Kunstakademie und im Anschluss ab 1892 an der Académie Julian in Paris. Ausgedehnte Reisen führten ihn dann nach Belgien, Holland, Italien und Spanien, bevor er sich 1896 in München niederließ, einer Stadt, die damals den Ruf der Kulturmetropole des Deutschen Reiches genoss. Hier konnte Weise seinen ersten Erfolg verbuchen. Auf der VIII. Internationalen Kunstausstellung im Glaspalast 1901 wurde sein großformatiges Gemälde „Die Städterin“ mit der Goldmedaille II. Klasse ausgezeichnet und sogleich erworben. Begeistern waren die Kritiker auch von der als Pendant angelegten „Dame in Herbstlandschaft“, die nach der Präsentation auf der Deutsch-Nationalen Kunstausstellung in Düsseldorf 1902 von der Berliner Nationalgalerie angekauft wurde.

Beide Damen hat Robert Weise nahsichtig und monumental geschildert, ihre Kleidung ist wie stets in seinen Gemälden edel und ausgesprochen modisch. Die direkte Erscheinung der Personen und ihre scharf begrenzten Umrisse in der Landschaft mit versatzstückartig hintereinander gestaffelten Abschnitten und hoch gezogenem Horizont zeigen sich in Verbindung mit einer schwingenden Linienführung noch dem Jugendstil verpflichtet. Auch bei den Landschaftsgemälden der Münchener Phase fällt die Reduktion und Formalisierung von Wasser-, Baum-, Wiesen- und Himmelszonen auf. Dieses Abrücken von der realistischen, als auch impressionistischen Darstellungsweise war neu. Weises Vorliebe für plakative Bildlösungen, Verzicht auf Details, lokales Kolorit, stark reduzierte illusorische Tiefenwirkungen oder summarische Flächenbehandlungen waren Charakteristika der „Scholle“-Maler. Dem von ihnen geschätzten Thema Frau näherte sich Robert Weise allerdings mit Zurückhaltung ohne erotische Posen oder intime Handlungen.

Ein eigener Salon widmet sich den Grafiken und Buchillustrationen. Angeregt von japanischen Farbholzschnitten mit elegant fließenden Linien, gestaltete Weise Einband und Farbtafeln zum Märchenbuch „Hirzepinzchen“ von Marie von Ebner-Eschenbach, einem Band, der mit floral eingefassten Illustrationen als eines der schönsten Kinderbücher des Jugendstils gilt. In den Jahren am Bodensee schuf Weise großformatige Gemälde seines Umfeldes, vor allem Ausblicke in die Natur, und entfernte sich dabei vom ornamental-dekorativen Flächenstil hin zu impressionistischen Ausdrucksformen, die seinen Sujets mehr Lebendigkeit und Atmosphäre verliehen, etwa in dem großen Werk „Die Familie des Künstlers im Garten“, das von der Königlichen Pinakothek angekauft wurde.

Weise beteiligte sich an überregional bedeutsamen Ausstellungen und konnte sich mit ganzfigurigen Porträts als Gesellschaftsmaler etablieren. Resultat für seine zunehmende Bekanntheit war 1906 ein Ruf nach Stuttgart und der im Folgejahr eingegangene Auftrag von Kaiser Wilhelm II., ihn für das neue Kurhaus in Wiesbaden zu porträtieren. Kolossal, mit kräftig breiten Strichen, vornehm und stilistisch traditionell illustrierte er den in Kunstfragen reaktionär eingestellten Monarchen, was ihm zahlreiche weitere Aufträge einbrachte. Noch heute ziert dieses Porträt das Wiesbadener Kurhaus.

Mit der Zeit lockerte Robert Weise seinen fest gefügten Farbkanon auf und griff auf eine leichtere Pinselführung und eine zunehmende Skizzenhaftigkeit zurück. 1913 wurde Weise an die Großherzoglich-Sächsische Hochschule für Bildende Kunst nach Weimar berufen, wo er bis 1918 die Naturklasse leitete. Weises Bilder wurden nun zunehmend farbiger. Mit breitem, freierem Strich modellierte er expressiver und in pastosem Auftrag seine „en plein air“ verfassten Kompositionen. Weise verstand es, Natur, Figuren und Licht stimmungsvoll in eine idyllische Gleichform zu bringen. Seine Bilder künden von der Unbeschwertheit einer vergangenen Zeit. Heute vermitteln seine entkrampfen, sinnlichen Ansichten ein tiefes Gefühl für Leichtigkeit und die Schönheit der Natur.

Die Ausstellung „Robert Weise. Natur und Salon“ ist bis zum 9. Januar 2022 zu sehen. Die Wessenberg-Galerie hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags bis 17 Uhr geöffnet. Geschlossen bliebt an Heiligabend, 1. Weihnachtstag, Silvester und Neujahr. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Kontakt:

Städtische Wessenberg-Galerie

Wessenbergstraße 43

DE-78462 Konstanz

Telefon:+49 (07531) 900 29 21



18.10.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


18.09.2021, Robert Weise. 1870-1923. Natur und Salon

Bei:


Städtische Wessenberg-Galerie

Kunstsparte:


Zeichnung

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Jugendstil

Stilrichtung:


Impressionismus

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Bericht:


Kunst auf Augenhöhe

Bericht:


Die Frau als Modell







Robert Weise, Vorzeichnung zu „Die Geschichte vom kleinen Muck“

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Robert Weise, Kaffeetafel am Waldrand

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