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Hubert Scheibl denkt über Wahrheit, Erinnerung, Evolution, Geschichte und Natur nach und stellt seine malerischen Ergebnisse jetzt in der Wiener Albertina vor

Kristallisationen der Zeit



Hubert Scheibl, Kalben, 2020/21

Hubert Scheibl, Kalben, 2020/21

Überall auf der Welt hat die Corona-Pandemie die politischen, kulturellen und sozialen Strukturen derart in Frage gestellt, wie es vor zwei Jahren noch nicht vorstellbar schien. Die durch die existentielle Bedrohung verursachten Erfahrungen haben viele Menschen zum Innehalten gezwungen und zum Nachdenken über Leben und Tod, über die Natur und ihre stetigen Veränderungen und die Evolution auch kleinster Organismen. Das Virus beweist mit seinem unberechenbaren Potential zur Mutation, wie rasch vermeintlich sichere Vorstellungen ins Wanken geraten.


Für den österreichischen Künstler Hubert Scheibl wurden die zurückliegenden Monate der pandemiebedingten Abgeschiedenheit zu einer Phase der Selbstreflexion und neuerlichen Auseiandersetzung mit grundlegenden Themen seiner Kunst. Schon seit Jahren befindet sich Scheibl, wie er es selbst bezeichnet, auf der „Suche nach einem evolutionären Ursprung“, sei es in der Malerei, in der Zeichnung oder in der Musik. Unter dem Eindruck der Pandemie haben sich seine Überlegungen zu Fragen über den Umgang mit Lebensraum und mit Geschichte, Evolution und der Zeit verdichtet. „Die Wahrheit“, so Scheibl, „ist die, dass wir ein Teil des Ganzen sind und uns aus der Vergangenheit erklären. Malerei lebt von Erinnerung und Resten im Gedächtnis und nicht von Beschleunigung.“

„Seeds of Time“ hat Scheibl seine aktuelle Schau betitelt, die die Wiener Albertina derzeit präsentiert. Die Ausstellung spannt mit Zeichnungen, Gemälden und Plastiken einen zeitlichen Bogen von circa 30 Jahren und führt eindrücklich vor Augen, auf welch wirkungsmächtige Weise der Künstler auf Formate, Inhalte und Techniken zürückgreift, sobald „neue künstlerische Impulse auftauchen und die Rückkehr zu Bildelementen der Vergangenheit neue Optionen für aktuelle Lösungen eröffnet“, wie die Kuratorin Antonia Hoerschelmann in ihrem Katalogbeitrag schreibt. Auf der Suche nach archetypischen Urbildern verwandelt Hubert Scheibl die Leinwand in eine Projektionsfläche mannigfaltiger Versuchsanordnungen, die die komplexen Wahrnehmungsebenen der von innen wie von außen kommenden Impulse in einem vielschichtigen Überlagerungsprozess zu vereinen sucht.

Die Ausstellung präsentiert Werke seit Mitte der 1990er Jahre zusammen mit neuen Serien. Einige stammen aus den Beständen der Albertina und waren bereits in verschiedenen Sammlungspräsentationen des Museums vertreten. Eine Serie von sieben quadratischen Gemälden steht stellvertretend für die ab 1995 gefertigten Farbkörper, in denen Licht und Farbe emotionale, atmosphärische Signale transportieren. „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, schreibt Hoerschelmann, „verdichten sich zu einem flüchtig im Gemälde festgehaltenen Moment, der die lineare Kontinuität von Zeit negiert.“

Der Titel der Serie „Plants and Murders“ von 2011/12 verweist auf die Natur und ihre Urkräfte. In einer Mischung von Planung und Zufall setzt Hubert Scheibl feine fragile Linien, die sich an manchen Stellen in Korrespondenz zu scheinbar zufällig entstanden Farbflecken und pulvrig wirkenden Spuren unterschiedlicher Materialien kreuzen oder überlagern. Sie erscheinen wie beliebige Ausschnitte aus einem größeren Ganzen und lösen gerade durch ihre formale Offenheit Assoziationen aus, die die Betrachter zu naturähnlichen Interpretationen animieren. In der Serie der „Cage Paintings“ von 2012 können sich die wie Gräser, Äste und Baumstämme anmutenden Linien auch zu Gitterstäben und Käfigen verwandeln.

Die während der vergangenen Monate empfundene Einengung und die Unmöglichkeit, zu reisen, mögen Faktoren gewesen sein, dass sich Hubert Scheibl in der Zeit der Quarantäne intensiv mit Bildern von Francis Bacon beschäftigt hat. Über Werke, wie die unlängst gemalte Leinwand „My private B“, für die er die Dynamik der eigenen Körperbewegung auf einen atmosphärischen tiefblau changierenden Bildgrund überträgt, sagt er: „Es entsteht ein Spiel zwischen Intuition und Kalkül, das als Prozess malerischer Gestaltung sichtbar bleibt. Es geht mir dabei nicht um geometrische, kompositorische Elemente, sondern vielmehr um eine Erweiterung der räumlichen Vorstellung, die Flächen und abstrakte Funktionen in einen konkreten Zusammenhang stellt.“

Besonders gut funktioniert die Interaktion von Zufall, Gefühl, Erinnerung und Methode in den großen Papierarbeiten. „Itamaraca“, eine monumentale, fast zwölf Meter lange Zeichnung, ist ein besonders schönes Beispiel für den Entwurf eines ungegenständlichen Panoramas, in dem sich abstrakte Zeichen und Farbflecken zu einem lichten, bewegten Kosmos fügen. Scheibl schuf „Itamaraca“ 2004 direkt in der Landschaft während eines Aufenthalts in Brasilien. Die Arbeit zeugt neben der unmittelbaren und in abstrakte Zeichen übersetzten Naturerfahrung von dem nachhaltigen Einfluss, den sie sensitive Kraft der Gemälde von Claude Monet, Cy Twombly oder seines Lehrers Max Weiler auf Hubert Scheibl ausübte. In Zeichnungen wie dieser wird das Sehen selbst zum unmittelbarer Erlebnis: es folgt dem Prozess des Sedimentierens, des Zeigens und Verbergens und verlangt ein inneres Sehen, das die Folge der Zeichen und Spuren liest, die Sinnverweise einlöst und auflöst. Indem die assoziativen Setzungen ins Gedächtnis deuten, vermögen sie die Fläche zu einem Farb- und Formenraum zu öffnen, der die Betrachter mit dem Bild in Verbindung bringt. Nur was aus dem langsamen Absinken herausgeholt wird, kann aber auch wieder Realität, Umriss und Nähe gewinnen. Doch hat das Auge des Betrachters mit der Fülle des Sichtbaren auch das Verschwinden zu akzeptieren.

„Look into the seeds of time“ lässt William Shakespeare seinen Protagonisten Banquo drei Hexen am Beginn des ersten Aktes von „Macbeth“ fragen: „Wenn du in die Saat der Zeit blicken und sagen kannst, welches Korn wachsen wird und welches nicht, dann sprich zu mir, der ich weder um deine Gunst bitte noch deinen Hass fürchte.“ Die Gestalt der Zukunft ist vielfältig – es wird davon abhängen, was man tut und was man nicht tut, um diese Zukunft wahr werden zu lassen oder nicht. „Es wird interessanter“, meinte Scheibl unlängst, „was wohl die Essenz meines Fußabdrucks ausmacht.“

Die Ausstellung „Hubert Scheibl. Seeds of Time“ ist bis zum 5. Dezember zu sehen. Die Albertina hat täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags zusätzlich bis 21 Uhr unter den geltenden Abstands- und Hygieneregeln geöffnet. Der Eintritt beträgt 16,90 Euro, ermäßigt 12,90 Euro bzw. 11,90 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren ist er frei. Der Ausstellungskatalog kostet 29,90 Euro.

Kontakt:

Albertina

Albertinaplatz 1

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 534 83 199

Telefon:+43 (01) 53 48 30

Startseite: www.albertina.at



22.10.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Veranstaltung vom:


31.08.2021, Hubert Scheibl - Seeds of Time

Bei:


Albertina

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Abstrakte Kunst

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Variabilder:

Hubert Scheibl, Kage – RII, 1994/95
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Variabilder:

Hubert Scheibl, My private B., 2020/21
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Variabilder:

Hubert
 Scheibl, Ones, 2019/20
Hubert Scheibl, Ones, 2019/20

Variabilder:

Hubert Scheibl, Steps of Evolution, 2020/21
Hubert Scheibl, Steps of Evolution, 2020/21







Hubert Scheibl, Kage – RII, 1994/95

Hubert Scheibl, Kage – RII, 1994/95

Hubert Scheibl, My private B., 2020/21

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Hubert Scheibl, Ones, 2019/20

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Hubert Scheibl, Steps of Evolution, 2020/21

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Hubert Scheibl, Euglena, 2020/21

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Hubert Scheibl, „Dave, tu es nicht, lass’ es sein, hör auf ...“ (2001: Odyssee im Weltraum), 2003/04

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Hubert Scheibl, Captain Claviceps, 2014/15

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Hubert Scheibl, Cage Painting, 2012

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