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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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ohne Titel / Günther Uecker

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Auktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst bei Beurret Bailly Widmer in Basel endete mit guten Resultaten. Vor allem die Franzosen notierten stark

Nackt in Blau



Pierre-Auguste Renoir, Pierre-Auguste Renoir, Baigneuse, 1876

Pierre-Auguste Renoir, Pierre-Auguste Renoir, Baigneuse, 1876

„Die sitzende Badende, die wir ausstellen, ist ohne Zweifel eine der vollendetsten dieser Serie, wo dank der schöpferischen Fantasie von Renoir die Intimität zur Zauberei wird.“ Das schrieb der Schweizer Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher François Daulte, dessen Catalogue raisonné zu Pierre-Auguste Renoir aus dem Jahr 1971 immer noch als Standardwerk gilt, über eine „Baigneuse“ des bedeutenden Impressionisten. Auf dem nicht allzu großen frühen Ölgemälde aus dem Jahr 1876 lässt Renoir den weiblichen Akt vor einem schemenhaften, nicht näher definierten blauvioletten Naturhintergrund auftauchen. Versonnen schaut die nackte Sitzende in die Ferne, während ihre helle Haut das Licht einfängt und mit ihm zart spielt. Ihren Zauber verfehlte die Schöne auch nicht bei den Käufern in der letzten Auktion von Beurret Bailly Widmer. Ein deutscher Sammler nahm den anziehenden Akt für taxgerechte 690.000 Franken mit.


Ebenfalls mit 600.000 bis 800.000 Franken war Pierre-Auguste Renoirs marktfrische Küstenansicht „La mer à Tréboul près de Douarnenez“ mit einigen weißen Segelbooten auf dem blauen Wasser angesetzt. Für die sommerlich unbeschwerte Stimmung spendierte ein englischer Kunde mit 750.000 Franken sogar noch etwas mehr. Mit fast Dreivierteln veräußerter Lose und einem Bruttoumsatz von rund 7 Millionen Franken zeigte sich der Baseler Versteigerer sehr zufrieden und verwies trotz der Corona-Krise auf die Stärken seines Hauses. Einen großen Batzen zum Ergebnis trug dann noch Le Corbusier mit seiner „Nature morte au grand livre“ bei. Das formreduzierte, konstruktiv aufgebaute Stillleben, gemalt 1928 am Endpunkt seiner puristischen Phase, legte sich ein Schweizer Sammler zur unteren Schätzgrenze von 1,2 Millionen Franken zu. Erfolgreich war Le Corbusier noch mit seiner späten, auf Umrisslinien und Farben reduzierten Tapisserie „La licorne passe sur la mer“ von 1962 bei 118.000 Franken (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR), während sein zweites Gemälde „Figure à la porte jaune“ von 1937 aus der späteren Periode „Objets à réaction poétique“ keinen Abnehmer fand. Die veranschlagten 1,2 bis 1,6 Millionen Franken hätten den Umsatz noch einmal nachhaltig gesteigert.

Moderne Kunst

Auch mit Jean-Baptiste Camille Corots flirrender Landschaft „Bord d’une rivière avec un village à l’horizon“ um 1860/70, Pablo Picassos dünner Tuschezeichnung „Pierrot au loup“ von 1918 (Taxe je 150.000 bis 200.000 SFR) oder Maurice Utrillos Vedute „Église Notre-Dame-des-Grèves“ in Saint-Malo wäre der Gewinn für Beurret Bailly Widmer noch etwas höher ausgefallen (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Auf der Habenseite standen bei der Kunst der Moderne dann die 85.000 Franken für Albert Marquets Stadtansicht von „Boulogne dans la brume“ von 1930 in gedämpftem Kolorit (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR) oder die taxkonformen 180.000 Franken für Francis Picabias gegenstandsloses Gemälde „Talamus“ von 1938/39 mit geheimnisvollen schwarzen Flächen und Zeichen auf buntem Grund. Noch etwas reger wurde die Nachfrage bei Hermann Max Pechsteins Gouache eines ruhigen „Abends am Chiemsee I“ von 1947 mit 27.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR), Bernard Buffets grauem traurigem Blumenstillleben „Les chardons“ von 1952 mit 105.000 Franken (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR) und Fernand Légers bunt in Gouache gemalter Balken- und Räderkonstruktion „La Moissonneuse“ von 1953 mit 102.000 Franken (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR).

Durchweg gut behaupten konnte sich ein Konvolut mit frühen, noch figurativen Gemälden von Antonio Calderara. Zu den zehn verhaltenen Interieurs, Landschaften und Stillleben, die Calderara wohl Ende der 1940er Jahre schuf, gehörten etwa die Rückenansicht einer rot gewandeten sitzenden Frau mit zwei Bildern in den Händen für 25.000 Franken oder eine zweite Frau in dunkelblauem Kleid und roter Frisur beim Stopfen von Socken für 21.000 Franken (Taxen zwischen 10.000 bis 15.000 SFR). Einige Bildhauer konnten sich ebenfalls freuen, etwa Ossip Zadkine mit seiner spätkubistischen „Torse de femme“ von 1935/57 über 15.000 Franken zur der oberen Schätzgrenze oder Henry Moore mit seinen runden Formen der Kleinbronze „Seated and standing Figures“ von 1983 über 29.000 Franken (Taxe 18.000 bis 24.000 SFR). Und auch Pablo Picasso griff dann doch noch erfolgreich mit drei Keramiken ins Auktionsgeschehen ein, wobei sich sein Krug „Visage au nez noir“ von 1969 bis zu 42.000 Franken vordrang (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Kunst seit 1945

Preislicher Höhepunkt in der Zeitgenossen-Abteilung war Hans Hofmanns energiegeladenes Gemälde „Birth of Taurus“ von 1945, das bei 280.000 Franken in Europa verblieb (Taxe 280.000 bis 350.000 SFR). Dann hätte eigentlich Sam Francis’ Leinwand „Untitled (SF P86-41), auf der sich die Farbflüsse und -spritzer zu einer kompakten Farbwolke mit betonter Mittelachse verbinden, reüssieren sollen. Doch bei 180.000 bis 220.000 Franken interessierte sich niemand für das Acrylgemälde von 1986. So folgte auf Hofmann sein europäischer Kollege Hans Hartung mit seinen auf blauem und schwarzem Grund eingeritzten Strichbündeln „1967-A46“ aus dem Jahr 1967, die sich ein Käufer aus Hongkong erst bei 135.000 Franken sichern konnte (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR). Ebenfalls unerwartet waren die 115.000 Franken für Carl Andres minimalistische Bodenarbeit „Levee“ von 1975 aus 33 streng aneinander gereihten rechteckigen Aluminiumplatten (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR).

Über den Erwartungen platzierten sich zudem Jean Tinguelys aus Metallteilen und Holzstücken aufgebaute, ratternde „Schaukel-Skulptur“ von 1989 bei 84.000 Franken (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR) oder Zoran Musics lautloser Fassadenausschnitt „Casa a Venezia“ von 1984 in braunen Farbtönen bei 41.000 Franken (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR). Wolfgang Laibs meditativer „Milchstein“, für den er 1978 ein dickes weißes Marmorviereck und Milch miteinander kombinierte, behagte dem Publikum bei 30.000 Franken (Taxe 30.000 bis 35.000 SFR), Bernhard Luginbühls starre Schrottplastiken „Eisenstorch IV“ von 1987 und „Ankerkopf“ von 1981/90 bei jeweils 20.000 Franken (Taxe je 20.000 bis 30.000 SFR). Zoltán Keménys vibrierende Reliefstruktur „Le séducteur“ mit bemalten Nägeln auf einer Holzfaserplatte verbesserte sich von 15.000 Franken auf 26.000 Franken, Geneviève Claisses konkret-konstruktive Quadrat- und Kreiskomposition „Quartem“ von 1973 von 8.000 Franken auf 14.500 Franken.

Abstrakt ging es auch auf einer titellosen Leinwand des im letzten Jahr verstorbenen Polen Stanislaw Fijalkowski zu, auf der sich drei Querrechtecke perspektivisch in den Farbhintergrund verabschieden und von vier schwebenden Farbtropfen begleitet werden. Für das Ölgemälde aus dem Jahr 1974 kamen 38.000 Franken zusammen (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR). Joseph Marioni untersuchte den malerischen Prozess an sich, ließ dazu 1989 gelbe Farbe ausgefranst über die Leinwand laufen und nahm nun 45.000 Franken dafür ein (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Zu den jüngsten Künstlern gehörte der 1957 in Hollywood geborene US-Amerikaner Glen Rubsamen. Seine drei fotorealistischen Silhouettengemälde von dämmrigen Abendhimmeln seiner Heimat, in die schwarze Palmen sowie Licht- und Strommasten aufragen, verabschiedeten sich zu guten Preisen bis zu 10.000 Franken für „Pigeon Key Nr2. Ominous Modesty“ von 2005 (Taxe 3.000 bis 5.000 SFR).

In der Grafik-Abteilung taten sich vor allem Positionen aus der Nachkriegszeit hervor, darunter Pierre Soulages’ noch recht freie und bewegte Balkenparade auf der „Lithografie Nr. 14“ von 1964 für 16.000 Franken (Taxe 2.000 bis 3.500 SFR) oder Antoni Tàpies’ ebenfalls braun-schwarze Radierung „Triptic“ von 1989 für 18.000 Franken (Taxe 6.000 bis 10.000 SFR). Den Abschluss der Auktion bildeten neun Kunstwerke, die zugunsten der Stiftung „Art for Tropical Forests“ aufgerufen wurden. Doch hier ließ das Interesse überraschenderweise spürbar nach: nur drei Kunstwerke wurden übernommen, mit Franz Gertschs großformatigem türkisblauem Portraitholzschnitt „Bagatelle IV Silvia“ von 2008 bei 45.000 Franken an der Spitze (Taxe 45.000 bis 65.000 SFR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Beurret Bailly Widmer Auktionen

Schwarzwaldallee 171

CH-4058 Basel

Telefon:+41 (061) 312 32 00

Startseite: www.bbw-auktionen.com



28.10.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Nicht ganz nach Eileen Grays Geschmack

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Pierre-Auguste Renoir, La mer à Tréboul près de Douarnenez, 1895
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Albert Marquet, Boulogne dans la brume, 1930
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Pierre-Auguste Renoir, Baigneuse, 1876
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Albert Marquet, Albert Marquet, Boulogne dans la brume, 1930

Albert Marquet, Albert Marquet, Boulogne dans la brume, 1930

Taxe: 80.000 - 120.000 SFR

Zuschlag: 85.000,- SFR

Losnummer: 22

Pierre-Auguste Renoir, Pierre-Auguste Renoir, La mer à Tréboul près de Douarnenez, 1895

Pierre-Auguste Renoir, Pierre-Auguste Renoir, La mer à Tréboul près de Douarnenez, 1895

Taxe: 600.000 - 800.000 SFR

Zuschlag: 750.000,- SFR

Losnummer: 3




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