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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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Von allem etwas zuviel: Die Hamburger Deichtorhallen zeigen auf 3.000 Quadratmetern eine interaktive Installation des New Yorkers Tom Sachs, die mehr will, als sie leistet

Im Furor der Bedeutsamkeit



in der Ausstellung „Tom Sachs. Space Program: Rare Earths“

in der Ausstellung „Tom Sachs. Space Program: Rare Earths“

Tom Sachs’ Ausstellung „Space Program: Rare Earths (Seltene Erden)“ in den Hamburger Deichtorhallen kommt als skulpturales Gesamtkunstwerk zum Thema Raumfahrt daher. Sie besteht aus einer Reihe einzelner Stationen, die wiederum aus unzähligen Bauelementen, darunter Span- und Hartschaumplatten, Sperrholz, Stahl- und Kunststoffteilen, Propangasflaschen, Schalen- und Aluminiumkoffern oder Waschmittelkanistern, konstruiert sind. Diese hat Tom Sachs aufeinandergestapelt, verschraubt oder mit der Heißkleberpistole fixiert. Jede dieser Stationen gleicht wiederum einer kleinen Werkstatt, einem Labor, einem medizinischen Diagnosegerät, einer Überwachungszentrale oder einem Raumfahrzeug. Darüber hinaus gibt es diverse Auditorien, ein Kino und sogar einen japanischen Teepavillon.


Fast alle Stationen sind wiederum angefüllt mit kleinteiligeren Materialien, die man in jedem Supermarkt, ja in jedem durchschnittlich bestückten Tankstellenshop erhält: Softdrinks des Coca Cola-Konzerns, asiatische Instantnudeln, Whiskeyflaschen, Wattestäbchen, Baked Beans oder Klopapierrollen. Dazu ein schier unendliches Sammelsurium an Schrauben und Nägeln, Gewebeband, Etiketten, Zangen, Hämmern, Scheren, Cuttern, Lötkolben, Ohrenschützern und anderen Werkstattutensilien.

Der Bildhauer Tom Sachs, der 1966 in New York geboren wurde, wo er bis heute lebt und arbeitet, gilt als einer der Hauptvertreter der Bricolage, französisch für Bastelei. Seit Beginn seiner Karriere Mitte der 1990er Jahre baut er banale Alltagsgegenstände, Waffen aber auch hochkomplexe technologische Errungenschaften wie etwa einen Mars Rover der NASA aus preiswerten Baumarktmaterialien oder recycelten Industrieabfällen nach, um daraus neue Erkenntnisse über deren technische und gesellschaftliche Funktionsweisen zu gewinnen. Die Hamburger Ausstellung bildet das vierte und vorerst letzte Kapitel einer bereits 2007 in Kalifornien gestarteten Ausstellungsreihe mit fiktiven Weltraumexkursionen, die das Publikum bereits zum Mond, zum Mars und zum Jupiter geführt hat.

Der Plot, der die Schau zusammenhält, lautet in etwa so: Eine fiktive Raummission bricht ins Weltall auf, um auf dem erdnahen Asteroiden 4-Vesta neue Rohstoffquellen für Edelmetalle wie Gold, Platin und Palladium zu erschließen. Rohstoffe also, die für die Herstellung von Smartphones essentiell sind. Bemerkenswert angesichts der ansonsten sehr männlich konnotierten Tom Sachs-Welt, die zwischen Konsum- und Technologiekritik, (Pseudo-)Wissenschaft und Sektiererei oszilliert, ist die Tatsache, dass die vom Künstler zusammengestellte Crew rein weiblich ist. Das Publikum hat die Wahl, bis zu welchem Grad es sich auf das Projekt des Künstlers einlassen will. Entweder man streift einigermaßen staunend und neugierig durch das schier überbordende visuelle Angebot der Schau, schaut sich an, wie raffiniert dieses oder jenes Exponat gemacht ist, und wie das alles zusammenhängen könnte. Dabei stolpert man dann unwillkürlich über allerlei Versatzstücke des American Way of Life und seiner Schattenseiten: besinnungsloser Konsum, schlechte Ernährung, eine gewisse Vorliebe für Handfeuerwaffen, Pornografie, übertriebenen Nationalismus oder Alkoholmissbrauch.

Oder aber man lässt sich vollends auf das interaktiv angelegte Projekt des Künstlers ein. Dann darf man sich am Ende von seinem Mobiltelefon trennen und dessen recycelte Rohstoffe höheren Weihen zuführen. Ausgeburt alles Bösen scheint für Tom Sachs nämlich das Handy zu sein, das er übrigens für eine gefährlichere Seuche als Covid-19 hält. Teil des Tom Sachs-Teams können aber nur Besucher werden, die sich erfolgreich einem „Indoktrinationsprozess“ unterziehen. Interviewer aus dem Team des Künstlers konfrontieren kooperationswillige Besucher mit Fragen und kleinen Aufgaben. Wer den Test besteht, erhält eine ID-Karte und die Erlaubnis, sich aktiv an dem Projekt zu beteiligen. Ein wenig persifliert dieses Setting die Machenschaften der Scientology Sekte.

Trotz aller ostentativ zur Schau gestellten Sorge um unseren Planeten und der berechtigten Kritik am ausufernden Konsum, speziell dem Abbau seltener Erden, lässt einen diese spätpubertäre und pseudo-spirituelle Materialschlacht dann doch eher etwas ratlos zurück. Diesem Major Tom muss man nicht unbedingt ins Weltall folgen. Zudem stellt sich die Frage, warum Ausstellungen jetzt zu quasi-permanenten Bespielungen der Museen und Kunsthäuser mutieren. Sechs Monate Laufzeit sind gerade angesichts des nach dem Lockdown neu erwachten Appetits auf Kunst und Kultur eindeutig zu lang.

Die Ausstellung „Tom Sachs. Space Program: Rare Earths (Seltene Erden)“ ist bis zum 10. April 2022 zu sehen. Die Deichtorhallen Hamburg haben täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, jeden ersten Donnerstag in Monat von 11 bis 21 Uhr geöffnet. An Heiligabend und Silvester bleibt das Haus geschlossen. Es erscheint kein Katalog, dafür ein kostenloser Ausstellungsführer.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de

Startseite: www.deichtorhallen.de



08.11.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


19.09.2021, Tom Sachs: Space Program 4 – Rare Earths

Bei:


Deichtorhallen Hamburg

Kunstsparte:


Installationskunst

Kunstsparte:


Skulptur

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Variabilder:

Tom Sachs
Tom Sachs

Variabilder:

Tom Sachs, Sam’s Suit, 2019
Tom Sachs, Sam’s Suit, 2019

Variabilder:

Tom Sachs, Indoctrination Center (Materials Library),
 2012
Tom Sachs, Indoctrination Center (Materials Library), 2012

Variabilder:

Tom Sachs, NASA, Meatball Logo, 8’ Color, 2007
Tom Sachs, NASA, Meatball Logo, 8’ Color, 2007







Tom Sachs

Tom Sachs

Tom Sachs, Sam’s Suit, 2019

Tom Sachs, Sam’s Suit, 2019

Tom Sachs, Indoctrination Center (Materials Library), 2012

Tom Sachs, Indoctrination Center (Materials Library), 2012

Tom Sachs, NASA, Meatball Logo, 8’ Color, 2007

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Tom Sachs, Space Program: Mars – Park Avenue Armory, New York, 2012

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Tom Sachs in der Ausstellung „Space Program: Rare Earths“

Tom Sachs in der Ausstellung „Space Program: Rare Earths“

Tom Sachs, Mobile Quarantine Facility (MQF), 2011

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Tom Sachs, Mission Control Center (MCC), 2007-2016

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Tom Sachs, Mary’s Suit, 2019

Tom Sachs, Mary’s Suit, 2019

Tom Sachs, Landing Excursion Module (LEM), 2007

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in der Ausstellung „Tom Sachs. Space Program: Rare Earths“

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Tom Sachs, Vader Fridge, 2009

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