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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Vor allem Richard Parkes Bonington hatte es den Sammler in der Auktion mit dem Nachlass Richard Feigens angetan. Für Max Beckmann war der Zuspruch bei Sotheby’s in New York indes geteilt

Ein Brite in Italien



Richard Parkes Bonington, Richard Parkes Bonington, Venice. The Palazzi Manolesso-Ferro, Contarini-Fasan and Venier-Contarini on The Grand Canal, 1826

Richard Parkes Bonington, Richard Parkes Bonington, Venice. The Palazzi Manolesso-Ferro, Contarini-Fasan and Venier-Contarini on The Grand Canal, 1826

„Er sieht nur Paläste, Säulen, Marmor und Ziegelsteine, und ich glaube, er träumt nachts davon… Manchmal spreche ich mit ihm über unsere Abreise, und er fängt an, zu weinen….“ Das schrieb Baron Charles Rivet über die besondere Wertschätzung Richard Parkes Boningtons zu Venedig. 1826 waren beide zur Grand Tour nach Italien aufgebrochen und besuchten im Frühjahr die Serenissima, zu der sich Bonington nicht zuletzt durch die vielen literarischen Verbindungen, unter anderem in den Stücken Shakespeares, hingezogen fühlte. In sommerliches Tageslicht getaucht, hielt er die hellen Hausfassaden einiger Palazzi am Canal Grande, darunter die sogenannte „Casa di Desdemona“, in der Othellos Frau gelebt haben soll, unter pastellblauem Himmel fest. Trotz der freundlichen Farben schwingt in Boningtons Gemälde eine sanfte Melancholie, die in der Stille der menschenleeren Vedute mit der Literaturszene Venedigs Hand in Hand geht. Das gefiel auch dem Publikum in der Auktion der Sammlung Feigen bei Sotheby’s in New York: Von 2 Millionen Dollar hoben sie die feine Morbidezza auf den neuen Bonington-Rekord von 6,2 Millionen Dollar.


Der 1802 in Nottingham geborene, schon 1828 früh verstorbene Romantiker demonstriert in Technik und Motivwahl seiner Pleinairmalerei, was die Impressionisten später verfeinern sollten. Dafür konnte sich Richard Feigen begeistern, der sich mehrere Werke Richard Parkes Boningtons zulegte. Von der Italienreise des Jahres 1826 brachte der Maler zudem eine Landschaft an der Küste von Lerici mit, in die er seinen Freund Charles Rivet fast beiläufig zeichnend unter einem Baum integrierte. Auch hier übertraf der Zuschlag von 2,2 Millionen Dollar deutlich die Erwartungen von 1 bis 1,5 Millionen Dollar. Von den weiteren sechs Gemälden, Aquarellen und Studien Boningtons wurden fünf etwa zu den erwarteten Preisen versteigert, darunter seine Sicht in den belebten Corso Sant’Anastasia in Verona für 360.000 Dollar (Taxe 300.000 bis 500.000 USD) oder die Gouache der Historienszene „Henry IV praying, accompanied by two ladies (La Prière)“ für 32.000 Dollar (Taxe 30.000 bis 50.000 USD).

„Meine Figuren kommen und gehen“, schrieb Max Beckmann 1938 in einem Ausstellungskatalog, „angeregt durch Glück oder Unglück. Ich versuche, sie von ihrer scheinbar zufälligen Qualität befreit zu fixieren. Eines meiner Probleme ist es, das Ich zu finden, das nur eine Form hat und unsterblich ist – es im Tier und im Menschen zu finden, im Himmel und in der Hölle, die zusammen die Welt bilden, in der wir leben.“ Das lässt sich auch an seinem „Bildnis eines Türken“ ablesen, der frontal und rauchend vor einem neutralen braun-violetten Hintergrund den Betrachter fixiert. Mit einem Zuschlag von 2,2 Millionen Dollar kam das schlanke Hochformat aus dem Jahr von 1926 ebenfalls auf Platz 2 der Ergebnisliste (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Auch für Max Beckmann hegte der im Januar verstorbene Kunsthändler Richard Feigen eine hohe Wertschätzung und hatte sich noch seinen menschenleeren „Großen Steinbruch in Oberbayern“ von 1934 für seine private Sammlung zugelegt. Doch bei einer Schätzung von 1,8 bis 2,5 Millionen Dollar blieben die Gebote aus.

Der legendäre amerikanische Kunsthändler konnte sich für viele Strömungen und Epochen der abendländischen Kunst begeistern. Das machten die 55 Objekte der Versteigerung vom 18. Oktober deutlich, die von der Goldgrundmalerei des 14. Jahrhunderts bis zur Moderne reichten. 43 davon und damit gut 78 Prozent wechselten den Besitzer und spielten brutto knapp 13,3 Millionen Dollar ein. Über den Erwartungen platzierten sich bei der frühen italienischen Malerei die beiden heiligen Diakone Stephanus und Laurentius als Teile eines größeren Altarretabels des Sienesers Andrea di Bartolo um 1390/1400 bei 80.000 Dollar und Cenni di Francescos etwa gleichaltrige Darstellung eines heiligen Mönchs, wohl Antonius’ des Großen, bei 65.000 Dollar (Taxe je 40.000 bis 60.000 USD). Hier blieb aber auch einiges liegen, etwa Lorenzo Monacos Altartafel „Der Prophet Jeremia“ (Taxe 600.000 bis 800.000 USD) oder Niccolò di Pietro Gerinis „Martyrium des heiligen Laurentius“, dessen heiliger König Sigismund wenigstens noch 75.000 Dollar erreichte (Taxe je 100.000 bis 150.000 USD).

Auch Benozzo Gozzolis Weihnachtszene der Anbetung des Neugeborenen durch Maria mit dem heiligen Josef sowie Ochs und Esel im Hintergrund blieb unbeachtet (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Eine weitere Anbetungsszene mit Maria, dem heiligen Josef, dem Johannesknaben und einem Engel in einer exaltierten Landschaft aus der Hand des Manieristen Domenico Beccafumi, die sogar als „Feigen Adoration“ in die Literatur einging, kam wenigstens auf 270.000 Dollar (Taxe 300.000 bis 500.000 USD). Untertourig waren zudem die 90.000 Dollar für Alessandro Alloris farbleuchtend auf Kupfer gemalte Kreuztragung Christi, die 80.000 Dollar für Giovanni Lanfrancos Osterszene „Noli me tangere“ (Taxe je 100.000 bis 150.000 USD) oder die 55.000 Dollar für Girolamo Mazzola Bedolis Heilige Familie vor einem Stall in südlicher Landschaft (Taxe 60.000 bis 80.000 USD). Bartolomeo Schedonis Umsetzung dieses Motivs erreichte immerhin die untere Schätzung von 60.000 Dollar.

Mehr Glück hatte Ambrogio da Fossano, genannt Il Bergognone, mit seinen drei putzigen singenden Engeln, die nun für 110.000 Dollar ihre Stimme in neuer Umgebung erschallen lassen (Taxe 80.000 bis 120.000 USD), ebenso Domenico Zampieri, genannt Il Domenichino, mit seiner schon barocken Landschaft, in die er Tobias mit dem Erzengel Raphael an einem Fluss integriert hatte, bei 80.000 Dollar (Taxe 30.000 bis 50.000 USD). Teuerster Barockmaler sollte Annibale Carracci mit seiner dunklen Landschaft samt See und einer kleinen Rückkehr von der Flucht nach Ägypten für 400.000 bis 600.000 Dollar werden, und blieb es mit einem Zuschlag bei 385.000 Dollar auch. Aus dem niederländischen Kulturkreis machten ein Nachfolger Jan Gossaerts mit einer einsamen „Kreuzigung Christi“ vor der imaginären Stadt Jerusalem und die Werkstatt Gerard Seghers’ mit der kleinen Kupfertafel „Der reuige Petrus“ samt krähendem Hahn bei jeweils 35.000 Dollar auf sich aufmerksam (Taxe 20.000 bis 30.000 USD und 7.000 bis 10.000 USD). Erfolgreich war zudem der Deutsch-Italiener Goffredo Wals mit dem Tondo einer unspektakulären Flussgegend samt Bauernhaus bei 75.000 Dollar (Taxe 50.000 bis 70.000 USD).

In Feigens Nachlass tauchten auch mehrere Portraits auf, etwa die elegante Erscheinung Isabellas von Portugal, der Frau Kaiser Karls V., die im Reich für ihre Schönheit berühmt war, um 1530/40 von einem flämischen Meister verewigt wurde und taxkonforme 150.000 Dollar erlöste. Schon in den Klassizismus datiert Thomas Gainsboroughs nun 38.000 Dollar teures Bildnis des englischen Colonel Charles Hamilton in der Uniform der 1st Dragoon Guards von 1755/56 in einem gemalten ovalen Rahmen (Taxe 50.000 bis 70.000 USD). Mehr Interesse zeigten die Bieter an Gilbert Stuarts Portrait einer reifen Dame in braunem Kleid mit schwarzem Umhang und hoch toupierten grauen Haaren aus den 1790er Jahren bei 22.000 Dollar (Taxe 8.000 bis 12.000 USD) und vor allem an George Romneys vornehm Sitzenden, der möglicherweise William Suddel aus Lancaster in Erinnerung halten soll, für unerwartete 75.000 Dollar (Taxe 30.000 bis 50.000 USD).

Richard Wilson durfte sich über 42.000 Dollar für seine frei erfundene italienische Flusslandschaft mit dem Tempietto del Clitunno in Umbrien, Ruinen Fischern und Kühen (Taxe 40.000 bis 60.000 USD) und über 40.000 Dollar für die von Überheblichkeit und grausamer Rache geprägte Mythologie „The Destruction of Niobe’s Children“ freuen (Taxe 20.000 bis 30.000 USD). Charles Lock Eastlakes Blick vom Monte Mario auf den Petersdom in Rom, der aus dieser Richtung fast nur im Grünen zu liegen scheint, kam auf 16.000 Dollar (Taxe 8.000 bis 12.000 USD), Eugène Isabeys Karawane, die bei Sturm an der Küste zwischen steilen Klippen und aufbrausendem Meer gefangen ist, auf 40.000 Dollar (Taxe 50.000 bis 70.000 USD) und Joseph Michael Gandys imaginäre Rekonstruktion einer antiken Stadt mit dem Titel „The landing place to a Temple of Victory through the Gate of Minerva“ auf 50.000 Dollar in der Mitte der Schätzgrenzen.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07

Startseite: www.sothebys.com



11.11.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Felice Ernst

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