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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

In den Unwägbarkeiten der vierten Welle der Corona-Pandemie wagt das alte Flaggschiff Art Cologne einen Neuanfang mit zwei bekannten Beibooten: der Cologne Fine Art & Design und der Exponatec

Neustart in der Trias



Nach der Corona-Zwangspause hat die Art Cologne nun begonnen

Nach der Corona-Zwangspause hat die Art Cologne nun begonnen

Nachdem die Art Cologne dreimal und die Cologne Fine Art zweimal verschoben werden mussten, kann es nun wieder losgehen. Verschlankt auf rund 150 Galerien aus den Bereichen Klassische Moderne, Nachkriegs- und Gegenwartskunst wartet die Art Cologne mit dem größten Teilnehmerfeld auf. Sie kommen aus 28 Staaten; die meisten aus Deutschland, aber nur zwei aus den USA, was nicht zuletzt den Unsicherheiten in der aktuellen Pandemielage geschuldet ist. Schreitet man heuer durch die coronabedingt auf fünf Meter verbreiterten Gänge, vermittelt dies einen luftigen, grandiosen Auftritt der einzelnen Kojen. Am meisten kommt dies in der Halle mit den klassischen Positionen zum Tragen, bedingt durch die im Vergleich zu früher verhaltenen Besucherströme, während die Contemporary-Ebene erfreulicherweise von vielen jüngeren Gästen heute am Eröffnungstag schon recht gut besucht war. Die Zeitgenossen bilden mit über 100 Ausstellern das größte Segment weit vor den Klassiker und die Künste nach 1945. Einige namhafte Neuzugänge gibt es zu verzeichnen, darunter solch prominente Galerien wie Bastian aus Berlin und London, Monica de Cardenas aus dem schweizerischen Zuoz, Misako & Rosen aus Tokio oder Barbara Weiss aus Berlin, die aber ferngebliebene altgediente Teilnehmer nicht ersetzen können.


An einem der Zugänge in die Messehalle macht die Hannoveraner Galerie Koch den Auftakt mit mehreren originellen Arbeiten. Schon von außen lockt für 95.000 Euro ein früheres figuratives Ölbild von Lyonel Feininger mit Villenmotiven an der Seine aus dem Jahr 1907, als seine Gemälde noch nicht die typischen prismatischen Brechungen aufwiesen. Eine starke Gouache auf Papier von Sam Francis stammt aus den beginnenden 1960er Jahren. Die in kraftvollen roten organischen Farbläufen unter dem Titel „Ahab“ angebotene Arbeit wartet für 98.000 Euro auf einen neuen Liebhaber. Gegenüber lädt Mike Karstens aus Münster auf eine gebogene Sitzbank ein. Das für seine Bier- und Getränkekastenverformungen bekannte Künstlerduo Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt schuf die allerdings etwas gewöhnungsbedürftige Sitzgelegenheit aus Aluminium; wer nun immer darauf Platz nehmen möchte, muss 16.000 Euro investieren. Eher bedrohlich wirken dagegen Thomas Wredes großformatige Fotografien von dem mit Tüchern abgedeckten Rohne-Gletscher und seinem rasanten Schmelzprozess. Das in fünf Exemplaren aufgelegte Werk kostet hier 19.500 Euro.

Die Klassiker

Wieder recht heimatverbunden hat die Stuttgarter Galerie Schlichtenmaier ihr umfangreiches Programm Auswahl ausgerichtet. Figurenstudien vom Bauhausmeister Oskar Schlemmer aus dem Jahr 1924 offeriert sie für 32.000 Euro. Wer jedoch eine von Willi Baumeisters Varianten der abstrakten Formfindung „Sterbender Schwan“ von 1940 vorzieht, muss den stolzen Betrag von 300.000 Euro anlegen. Werke von musealer Qualität hat auch wieder die Münchner Galerie Thomas an den Rhein verfrachtet. Fast bis an die zwei Millionen Euro reichen die Preisvorstellungen für Emil Noldes farbstarkes Ölbild vom „Fischer und Töchterchen“ vor rot leuchtendem Himmel aus dem Jahr 1946, während Günter Haeses kinetische Skulptur „Plenum III“ von 2006 nicht nur etwas Bewegung in den Stand bringt, sondern auch mit 120.000 Euro deutlich günstiger zu erwerben ist. Art Cologne-Neuling Bastian hat einige Arbeiten von Joseph Beuys in für den Aktionskünstler typischen Vitrinen arrangiert. So kostet etwa die grüne Geige mit dem Titel „Musik als Grün“ von 1974 zum Beuys’ 100. Geburtstag 86.000 Euro, während man für die Filmrollen „Das Schweigen“ lediglich 52.000 Euro hinblättern muss. Wer nach dem teuersten Werk der Messe sucht, wird wohl am Stand der Schweizer Henze & Ketterer & Triebold fündig werden. Der Ernst Ludwig Kirchner-Experte hat das um 1923/28 in Schablonentechnik und dem charakteristischen Kolorit in Grün, Rosa und Violett ausgeführte Ölgemälde „Artisten an Ringen und Trapez“ mit 2,5 Millionen Euro ausgezeichnet.

Die Galerie Lahumière ist aus Paris mit einigen abstrakten Farbspielen des ungarnstämmigen Franzosen Victor Vasarely angereist. Die Augentäuschung „Gestalt ville“ von 1969 aus bunten Quadraten und Parallelogrammen gibt bei genauem Hinsehen längsrechteckige Quader in ineinandergeschobenen Varianten zu erkennen und lädt zum stundenlangen optischen Spazierengehen ein, für das ein Interessent 400.000 Euro auf den Tisch legen muss. Die Galerie Schwarzer aus Düsseldorf hat ihr Angebot auf einen Mix aus Lokalität und Internationalität ausgerichtet. Andy Warhols 1983 entstandener Siebdruck von Joseph Beuys kostet hier 145.000 Euro. Wer sich jedoch für zwei anmutige stolze und junge Fohlen entscheidet, die die berühmte Berliner Bildhauerin Renée Sintenis in Bronze verewigte, muss mit 26.500 Euro und 32.500 Euro rechnen.

Ernst Hilger hat es wieder aus Wien nach Köln geschafft und lockt mit einigen gestischen Ölgemälden von Hans Staudacher an seinen Stand, so einem leicht beschwingten hellfarbigen Großformat mit skripturalen Zeichen für 95.000 Euro. Noch einmal preislich hoch her geht es bei Daniel von Schacky, dem ehemaligen Mitarbeiter des Berliner Auktionshauses Grisebach, der sich 2016 selbstständig machte und in Düsseldorf Schacky Art & Advisory gründete. Für August Mackes von gerundeten Formen und Grün dominierte Parklandschaft „Mann auf Bank“ von 1913 und Pablo Picassos mit schwarzer Ölfarbe übergangene Lithografie „Femme au tablier“, ein Porträt der bald hundertjährigen Françoise Gilot von 1949, sollen es jeweils zwei Millionen Euro werden.

Contemporary Art

Reger Betrieb herrschte am ersten Tag auf der Ebene der Contemporary Art. Erfreulich, dass sich schon früh viele junge Kunstfans einfanden. Nicht nur spritzige, junge, atelierfrische Positionen, sondern auch solche etablierter und noch tätiger Künstler sorgen für eine gute Durchmischung. So bietet der Mönchengladbacher Händler Dietmar Löhrl einen auf der sizilianischen Insel Stromboli erlebten und 2021 von Stephan Balkenhol in Relief- und Tondoform in Szene gesetzten Vulkanausbruch für 42.000 Euro an. Recht hell wird es bei Sprüth Magers, wo eine unbetitelte Neonplastik von Astrid Klein aus den Jahren 1998/2012 mit sich überlagernden Schriftzügen als „memory overflow“ für 85.000 Euro zum Verkauf steht.

Der Düsseldorfer Galerist Hans Mayer gehört zu den nicht wegzudenkenden Kontinua der Art Cologne. Dieses Mal hat er die freudige weibliche Polyesterfigur „La Tempérance“ von Niki de Saint Phalle aus dem Jahr 1986 als Eyecatcher vor seine große Koje platziert, die er gerne für 850.000 Euro abgeben würde. Schon reserviert hat sich ein Interessent den gleich daneben hängenden „Bischof“ C.O. Paeffgens von 1989 von, dessen dicke schwarze Konturen das Wesentliche akzentuieren. Auch Karsten Greve gehört zu den „Dinos“ der Art Cologne und hat ein umfangreiches Spektrum prominenter Künstler vereint. Leider etwas in Vergessenheit geraten und wegen der Verwendung des Materials Keramik in Italien beliebter als in Deutschland ist Norbert Prangenberg, von dem eine seiner bienenkorbartigen, farbig glasierten Terrakottaplastiken für 60.000 Euro am Stand steht.

Sonderschauen waren seit jeher das Salz in der Suppe der Messen. Heuer feiert die Kunstsammlung der Landesbank Baden-Württemberg ihr 50jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass präsentiert sie eine kleine Auswahl aus ihrem Bestand unter dem Titel „What – If Could – Be“, der einem gleichnamigen Exponat aus nach einem Computerprogramm gestrickten Wollkunstwerk von Rosemarie Trockel entlehnt ist. Neben der Kunstförderung steht der vermittelnde Aspekt des aktuellen Kunstgeschehens an Mitarbeiter im Fokus der Ankaufspolitik. Debatten auslösen dürften aber auch die Positionen aus der queeren Szene von Budapest. Sie gilt als eine der aufregendsten in Europa. Eine Auswahl von Werken unter dem Titel „Queer Budapest“ gliedert sich in Arbeiten, die sich mit dem politischen Klima auseinandersetzen, Räume für queere Menschen erforschen und mit Begriffen wie Gemeinschaft und Identität in Zusammenhang zu bringen sind.

Cologne Fine Art & Design

Die Cologne Fine Art ermöglicht mit 60 Händlern eine Zeitreise durch sämtliche Genres von der Antike bis zur Moderne sowohl aus Europa, als auch weit darüber hinaus. Wie Daniel Hug, der jetzt auch diese Messe in Personalunion leitet, in der Pressekonferenz betonte, hat er sich für eine Verstärkung der Berücksichtigung von Designobjekten stark gemacht. Darauf verweist sogleich am Zugang eine Sonderschau mit Wiener Jugendstilinterieurs aus der Zeit um 1900. Ansonsten herrscht in der Halle recht ruhiges, von einem älteren Publikum durchsetztes Geschehen. Doch es lohnt sich, hier einmal einen Blick hineinzuwerfen. So findet man bei der Kunsthandlung Schmitz-Avila einen kapitalen, reich verzierten Spiegel für 33.000 Euro, dessen Entwurf der berühmte Rokokokünstler François Cuvilliés lieferte. Nils Viebahn hat dann einen mit Schlangen, Löwen und Sphingen verzierten Spiegel des Empire aus Schweden oder Russland mitgebracht, der aus der Kollektion des britischen Schriftstellers Graham Greene stammt. Wer sich mehr für Bauhaus-Möbel interessiert, wird bei André Kirbach fündig werden. Hier sind zwei von Marcel Breuer entworfene und den Gebrüdern Thonet ausgeführte Freischwinger für insgesamt 9.000 Euro zu haben. Der Brückenschlag zur Bildenden Kunst gelingt Kirbach mit einer Rarität: Ein frühes abstraktes Reliefgemälde des Krefelder Künstlers Herbert Zangs für 89.000 Euro.

Last but not least wird auch die Exponatec ihre Interessenten finden, die den aktuellen Wissensstand in den Sektoren Ausstellungstechnik, Konservierungsmethoden, Bildung und Vermittlung und dem allgemeinen Museumswesen in den Fokus rückt. Der deutsche Hotspot der Kunstmessen bietet nun viel auf einen Schlag. Ob die Ausdünnung der drei Veranstaltungen samt ihrer Verschmelzung aus den einstigen Riesentankern auch zu mehr Wendigkeit führen wird, muss sich erst noch zeigen. Doch zunächst ist laut Daniel Hug geplant, in den nächsten überschaubaren Jahren es bei der Zusammenführung und Herbstterminierung der Veranstaltungen belassen. Dann, so der Messechef, will man sehen, wie sich die Messelandschaft generell entwickelt, terminiert und welche Konkurrenzmessen dann noch existieren – hoffentlich ohne Corona-Eintrübungen.

Kontakt:

KölnMesse GmbH

Messeplatz 1

DE-50679 Köln

Telefax:+49 (0221) 821 2574

Telefon:+49 (0221) 8210

E-Mail: info@koelnmesse.de

Startseite: www.koelnmesse.de



17.11.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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