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Graz präsentiert Brus und Schilling in ihrer Frühzeit

in der Ausstellung „Günter Brus und Alfons Schilling um 1960. Ausstieg aus dem Bild“

Gerade noch rechtzeitig vor dem neuen landesweiten Lockdown in Österreich konnte die Neue Galerie des Universalmuseum Joanneum in Graz gestern Abend die Ausstellung „Ausstieg aus dem Bild“ zum frühen Schaffen von Günter Brus und Alfons Schilling eröffnen. Kurator Roman Grabner will vor allem die zentrale Rolle der beiden österreichischen Nachkriegskünstler für die Kunst um 1960 herausarbeiten. Unter dem Einfluss des Abstrakten Expressionismus der New York School um Jackson Pollock, Mark Rothko und Barnett Newman und des europäischen Informel entwickelten Brus und Schilling einen neuen Bildbegriff, der die traditionellen Grenzen des Kunstgattung Malerei überschritt. Schilling löste das Tafelbild von der starr an der Wand fixierten Tafel, malte fortan auf sich drehenden Scheiben und gelangte über seine Rotationsbilder zur Entmaterialisierung des Kunstobjekts in Form von zu Licht werdenden optischen Farben und Formen, während Brus das Gestische und die Bewegung des Körpers vor der Leinwand betonte. Dann machte er die Geste autonom von der Malerei und bildete seine Aktionskunst aus – zwei Ausstiege aus dem Bild eben.

Wien war in den 1950er Jahren ein „versumpftes Loch“ mit unbelehrbaren Bewohnern, so der Künstler Markus Prachensky, der für seiner Malaktion „Peinture Liquide“, bei der er literweise rote Farbe über eine riesige Leinwand fließen ließ, vom Wiener Publikum angefeindet wurde. In dieser Atmosphäre lernten sich 1958 Günter Brus und Alfons Schilling in der Klasse für Malerei an der Akademie für angewandte Kunst in Wien kennen. Beide waren unzufrieden mit der Ausbildung und suchten Anschluss an die internationalen Tendenzen der Zeit. Schon ein Jahr später verließen sie ohne Abschluss die Akademie und fuhren wenig später gemeinsam nach Mallorca, wo sie die amerikanische Künstlerin Joan Merritt kennenlernten, die sie mit den neusten Tendenzen der New Yorker Kunstszene vertraut machte. Alfons Schilling beendete in Mallorca seine expressive Malerei und arbeitete an Bildern, für die er neben Farben auch Sand, Gips, Ziegel und Metallteile verwendete. Günter Brus versuchte sich in freien Zeichnungen von den akademischen Formen zu lösen. Der Weg zur gestischen Formensprache führte bei ihm einerseits über den Kubus und seine architektonische Verschachtelung, andererseits über den menschlichen Körper und seine strukturelle Rückführung auf geometrische Formen.

Im Sommer 1960 besuchten beide Künstler unabhängig voneinander die Biennale von Venedig, wo sie Werke von Emilio Vedova, Franz Kline und Philip Guston im Original sahen. Zurück in Wien entwickelten Brus und Schilling eine gestische Malerei, die den traditionellen Bildraum völlig ignorierte. Man traf sich beinahe täglich, studierte den Katalog der Documenta II und diskutierte über die Herausforderungen der Malerei nach Pollock. Beide Künstler strebten nach einer sich in alle Richtungen gleichwertig entfaltenden expansiven Malerei. Im Frühjahr 1961 organisierten sie gemeinsam eine Ausstellung in der Galerie Junge Generation am Wiener Börsenplatz, bei der beide selbstbewusst großformatige Arbeiten präsentierten. Die Besprechungen in der Presse waren vernichtend: „Kritik über diese Malerei gibt es nicht. Man kann sich schließlich nicht über Kleckse wichtig machen“, urteilte der Express. Einzig der spätere Museumsdirektor Alfred Schmeller äußerte sich weitsichtiger: „Es ist Aktion gegen die Leinwand. Körper-Einsatz. Befreiung. Mehr ist es noch nicht.“ Wohin die Kunst von Schilling und Brus weisen sollte, war Anfang der 1960er Jahre noch schwer zu beurteilen. 60 Jahre später zeigt die Grazer Ausstellung nun, wie innovativ und radikal neu ihre Kunst war und welche Spuren sie in der Kunstgeschichte hinterlassen hat.

Die Ausstellung „Günter Brus und Alfons Schilling um 1960. Ausstieg aus dem Bild“ ist noch bis zum 21. November und nach dem Lockdown vom 14. Dezember bis zum 13. Februar 2022 zu sehen. Die Neue Galerie hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, ab dem 2. Januar bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10,50 Euro, ermäßigt 9 Euro sowie für Schüler und Studenten 4 Euro. Ein Besuch setzt die 2G-Regeln sowie das Tragen einer FFP2-Maske voraus.

Universalmuseum Joanneum – Neue Galerie Graz
Joanneumsviertel, Zugang Kalchberggasse
A-8010 Graz

Telefon: +43 (0)316 – 80 17 93 22
Telefax: +43 (0)316 – 80 17 93 70


19.11.2021

Quelle: Kunstmarkt.com/Maximilian Nalbach

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Veranstaltung vom:


19.11.2021, Günter Brus und Alfons Schilling um 1960 - Ausstieg aus dem Bild

Bei:


Universalmuseum Joanneum

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

Stilrichtung:


Abstrakte Kunst

Stilrichtung:


Informel

Bericht:


Verdrehtes Sehen

Bericht:


Die Fortschreibung des Mythos’

Variabilder:

in der Ausstellung „Günter Brus und Alfons Schilling um 1960.
 Ausstieg aus dem Bild“
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