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Prinzessin Amalia Augusta zurück in Dessau

Johann Friedrich August Tischbein, Prinzessin Amalia Augusta von Anhalt-Dessau vor einem Weihnachtsbaum, 1797

Der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau ist es gelungen, ein Porträt der Prinzessin Amalia Augusta von Anhalt-Dessau aus dem Jahr 1797 zu erwerben. Johann Friedrich August Tischbein hielt die Tochter des anhaltischen Erbprinzen Friedrich beim Schmücken eines Weihnachtsbaums fest. Das Gemälde ist ein bemerkenswertes Zeugnis der Dessauer Residenzkultur zur Zeit der Französischen Revolution und könnte zugleich die früheste malerische Darstellung eines Weihnachtsbaumes sein. Ermöglicht wurde der Ankauf durch die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, das Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt sowie die Kulturstiftung der Länder. Deren Generalsekretär Markus Hilgert freute sich über die geglückte Erwerbung: „Das Porträt der Amalia Augusta von Anhalt-Dessau gilt nicht nur als eines der schönsten Kinderbildnisse der deutschen Kunst. Es kehrt zurück an den Ort, wo es entstand, wo es einst hing und wo es künftig in der Gruppe der Gemälde von Johann Friedrich August Tischbein gezeigt wird.“ Das Porträt soll mit weiteren, von Tischbein geschaffenen Bildnissen der Herzogsfamilie im Festsaal des Schlosses Georgium ausgestellt werden.

Auf dem lebensgroßen Bildnis greift Amalia Augusta eben nach dem Schmuck am Weihnachtsbaum. Die knapp Vierjährige trägt ein weißes Chiffonkleid und ein hellblaues Seidenband. Ihre Mode ist der neuen Auffassung von Natürlichkeit und Bürgerlichkeit gegen Ende des 18. Jahrhunderts verpflichtet. Die Zimmerdekoration im Hintergrund verortet die Szene im herzoglichen Residenzschloss von Dessau. Auf der Bildvorderseite finden sich die Künstlersignatur Tischbeins und das Jahr der Fertigstellung. Auf der Rückseite gibt eine Inschrift bis auf den Tag genau das Lebensalter von Amalia Augusta an. Sie gehörte wie auch ihre Mutter Christiane Amalie zu den zeitweiligen Bewohnern des Schlosses Georgium.

Der Maler Johann Friedrich August Tischbein gilt als Erneuerer der deutschen Porträtkunst. Er portraitierte die Adeligen weniger staatstragend, häufig von einer privateren und bürgerlicheren Seite. Unter anderem in Paris ausgebildet, war Tischbein von 1795 bis 1800 als Hofmaler für Leopold Friedrich Franz Fürst von Anhalt-Dessau tätig, den Schöpfer des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches. In dieser Zeit entstand auch das Bildnis der Amalia Augusta, das im Zeichen der neuen Wertschätzung der Kindheit im Sinne Rousseaus steht. Nachdem das Gemälde zunächst im Residenzschloss Dessau aufbewahrt worden war, gelangte es nach 1937 in das Schloss Ballenstedt im Harz. 1945/46 wurde es durch die sogenannte Bodenreform konfisziert und in die Moritzburg in Halle an der Saale gebracht. 2003 konnte das Porträt an die Erbengemeinschaft von Anhalt restituiert werden. Die Anhaltische Gemäldegalerie erwarb das Werk nun von einer Münchner Kunsthandlung.


25.11.2021

Quelle: Kunstmarkt.com/Maximilian Nalbach

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 Friedrich August Tischbein, Prinzessin Amalia Augusta von Anhalt-Dessau vor einem Weihnachtsbaum, 1797
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