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Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Das Zentrum Paul Klee in Bern richtet in einer dialogischen Schau erstmals den Fokus auf das internationale Netzwerk von Max Bill

Global aktiv für freien Geist und verbessertes Leben



in der Ausstellung „Max Bill global“

in der Ausstellung „Max Bill global“

Der Schweizer Künstler Max Bill gehört zu den führenden Vertretern Konkreter Kunst. Durch zahlreiche von ihm entworfene Designobjekte ist er bis heute in vielen Haushalten präsent. Einige gelten als Klassiker und werden immer wieder neu aufgelegt, man denke etwa an die zeitlosen Küchenuhren, den Ulmer Hocker, Leuchten oder Geschirr. Seine nahezu ungezügelte Kreativität ließ ihn auch auf den Gebieten der Architektur, der Typografie und Grafik Wegweisendes erschaffen. Dem nicht genug: Bill tat sich gleichfalls als Lehrer, Kurator, Theoretiker und Publizist hervor, war Sammler, Aktivist und gehörte als Abgeordneter zeitweise dem Züricher Gemeinderat und dem Schweizer Nationalrat an. Bereits in den 1950er Jahren bezog er Stellung gegen die Atomkraft und setzte sich für Belange des Umweltschutzes ein.


Nach großen Retrospektiven anlässlich seines 100. Geburtstags im Jahr 2008 im Museum Marta in Herford, im Bauhaus-Archiv in Berlin, im Ulmer Museum und in Winterthur rückt nun eine konzentrierte Schau im Zentrum Paul Klee in Bern erneut sein Schaffen ins Rampenlicht, wobei der Schwerpunkt auf sein interkontinentales Netzwerk zu anderen Künstler*innen und die daraus resultierenden Auswirkungen auf sein Werkschaffen gerichtet ist. Von den 140 Exponaten, die die Kuratorin Fabienne Eggelhöfer für die Ausstellung versammelt hat, stammen 87 von Bill selbst. Die restlichen verteilen sich auf prominente Zeitgenossen und führen in der sensibel und griffig gestalteten Auswahl die verwandten Charakteristika vor Augen. Chronologisch gliedert sich das Arrangement in sechs Cluster samt abschließendem Film.

Die Grundlage tragfähiger und nachhaltig bestehender Netzwerke wird meistens schon während der Ausbildung gelegt. Nach einer abgebrochenen Lehre als Silberschmied waren es für Max Bill die zwei Jahre am Dessauer Bauhaus um 1927/28. Bilder aus dieser Zeit führen im ersten Ausstellungsteil deutlich vor Augen, wie sehr ihn in Technik, Kolorit und Bildsprache vor allem die Werke Paul Klees inspirierten, aber auch Ideen von Lyonel Feininger oder Wassily Kandinsky bei linearen Figurationen interessierten. Zudem orientierte sich Bill an den russischen Konstruktivisten und Vertretern der Künstlergruppe De Stijl.

Nach der Rückkehr nach Zürich stieß Max Bill ab 1928 zur Gruppe „Abstraction-Création“, die als Gegenpol zu surrealistischen Tendenzen die konkret-konstruktive Kunst beförderte. Maßgeblich trugen die Kontakte zu anderen Mitgliedern wie Sophie Taeuber-Arp und Hans Arp, Georges Vantongerloo, Auguste Herbin, Antoine Pevsner oder Jean Hélion zur Entwicklung seiner gegenstandslosen Formsprache bei. Zwar bewältigte Bill seinen Lebensunterhalt vorwiegend mit Reklameentwürfen, daneben aber organisierte er Ausstellungen und verfasste theoretische Schriften. Auf Paris-Reisen führte ihn Sophie Taeuber-Arp in die Avantgardekreise der Franzosen ein. In den 1940er Jahren förderte und festigte Bill mit Freunden aus der Gruppe „Abstraction-Création“ und ehemaligen Bauhäuslern die konkrete Kunstbewegung in Zürich gegen viele Widerstände. 1944 übernahm er mit der Weiterentwicklung der Schreibmaschine „Patria“ erstmals Aufträge in der Produktgestaltung, die in der Folge größeren Stellenwert in seiner beruflichen Tätigkeit einnehmen sollte. Inspirieren ließ er sich von der Mathematik und Musik, ähnlich wie sein Mitstreiter Richard Paul Lohse.

Der vierte Ausstellungssektor befasst sich mit Bills Präsenz in Südamerika. Aus politischen Gründen erlangten seine Texte zur Konkreten Kunst ab 1950 in Argentinien hohe Aufmerksamkeit. Ausstellungen und Vortragsreisen folgten, auf denen er die Architektur Oscar Niemeyers als zu verspielt kritisierte. Gleichzeitig etablierte er in Ulm zusammen mit Inge Scholl und Otl Aicher die international ausgerichtete Hochschule für Gestaltung. Er entwarf auch die Baulichkeiten der 1955 eröffneten HFG, die er bis 1957 leitete.

Die verstärkt einsetzende künstlerische Arbeit und Beziehungen in die USA thematisiert das nächste Kapitel am Beispiel einschlägiger Werke. Intensiv befasste sich Max Bill mit Quadraten in der Malerei, was ihn zu mehrfachen Besuchen bei Josef Albers an der Yale University sowie bei weiteren ehemaligen Bauhaus-Kollegen wie Walter Gropius oder László Moholy-Nagy animierte. Als Zentrum des internationalen Kunstgeschehens und Drehpunkt der Minimal Art kam er in New York mit deren Vertretern, speziell Donald Judd, persönlich in Kontakt. Zudem traf er Andy Warhol, der sogleich mehrere Porträts von ihm illustrierte.

Etwas spärlich präsentierte Dokumente deuten im letzten Segment Bills Rolle als Publizist und Kurator an. Dieses Kapitel bedarf noch der genaueren Forschung. So ist beispielsweise kaum bekannt, dass Max Bill in der Kommission des deutschen Kanzlers Helmut Schmidt zur künstlerischen Ausstattung des neuen Bonner Amtssitzes mitwirkte oder dort in den 1970er Jahren auch die Stationen der neuen U-Bahn gestaltete. Bei alledem wie auch seinen rastlosen weltweiten Verbindungen verfolgte Bill stets das Ziel, künstlerische Gestaltung mit eigengesetzlichen Mitteln kraftvoll zur Entfaltung zu bringen, um das Leben der Menschen zu verbessern.

Die Ausstellung „Max Bill global“ ist noch bis zum 9. Januar 2022 zu sehen. Ab dem 11. Dezember wird sie um die Sonderpräsentation „Ästhetik des Einfachen – Max Bill und die Hochschule für Gestaltung Ulm“ ergänzt. Das Zentrum Paul Klee hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr unter Einhaltung der Zertifikats- und Maskenpflicht geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 20 Franken, ermäßigt 18 Franken, 10 Franken bzw. 7 Franken. Der Ausstellungskatalog kostet 49 Franken.

Kontakt:

Zentrum Paul Klee

Monument im Fruchtland 3

CH-3006 Bern

Telefon:+41 (031) 359 01 01

Telefax:+41 (031) 359 01 02

E-Mail: kontakt@zpk.org

Startseite: www.zpk.org



02.12.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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11.12.2021, Ästhetik des Einfachen - Max Bill und die Hochschule für Gestaltung Ulm

Veranstaltung vom:


16.09.2021, Max Bill global

Bei:


Zentrum Paul Klee

Kunstsparte:


Malerei

Kunstsparte:


Design

Stilrichtung:


Bauhaus

Stilrichtung:


Konkrete Kunst

Stilrichtung:


Abstraction-Création

Stilrichtung:


Nachkriegskunst







in der Ausstellung „Max Bill global“

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