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Interieur – Dame im Salon auf Chaiselongue sitzend / Bruno Piglhein

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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zugeschrieben, Pfauenbank / Peacock bench, Ende 19. Jahrhundert / Marcello Andrea Baccetti

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Ohne Titel, 2016 / Heinz Mack

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Max-Beckmann-Preis für Valie Export

Der Max-Beckmann-Preis 2022 geht an Valie Export

Das Kuratorium der Stadt Frankfurt hat entschieden: Der Max-Beckmann-Preis des Jahres 2022 geht an Valie Export. Die 81jährige österreichische Künstlerin wurde früher für die Radikalität ihrer Fotografien, Skulpturen, Body Performances, Videos, Großinstallationen und Texte kritisiert, heute gilt sie als Ikone des Feminismus und Pionierin der Medienkunst und wurde mit zahlreichen Auszeichnungen überhäuft. Ihr künstlerisches Tun ist im Umfeld des Wiener Aktionismus angesiedelt, wobei ihre Arbeiten sich sowohl ästhetisch, inhaltlich als auch formal von ihm abheben. „Mit den Mitteln einer performativen Avantgarde, die auf soziale Veränderungen zielt, hat sich Valie Export schon früh mit Themen wie Geschlechterrollen, Zuschreibungen von Identität und der Befreiung aus Konventionen beschäftigt. Dabei hat sie Grenzen zwischen Kunsträumen und Alltagswirklichkeit, Abbild und Realität, Theorie und Praxis überschritten, ist ein hohes persönliches Wagnis eingegangen und ebnete den Weg für zahleiche Künstlerinnen, die eine entschieden weibliche Perspektive einnehmen“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Valie Export, geboren am 17. Mai 1940 in Linz als Waltraud Lehner, studierte an der Kunstgewerbeschule in Linz, danach Design in Wien und arbeitete daraufhin zunächst in der Filmbranche als Cutterin und Script Girl. 1967 kreierte sie ihr erstes Kunstobjekt und änderte dafür ihren Namen auf Valie Export, den sie in abgewandelter Form von der Zigarettenmarke Smart Export übernahm. Drei Jahre später wurde sie wegen Verbreitung von Pornografie in Wien festgenommen und fand ihre Stimme in der Welt des künstlerischen Aktionismus. Sie brach gesellschaftliche Tabus, setzte ihren Körper als Waffe ein und suchte nach einem weiblichen Ausdruck sexueller Selbstbestimmung. Wegen dieser Haltung wurde Valie Export 1977 erstmals zur Documenta nach Kassel eingeladen, 2007 dann ein zweites Mal. Mit Maria Lassnig vertrat sie 1980 Österreich auf der Biennale in Venedig.

Eine ihrer bekanntesten Arbeiten ist das „Tapp- und Tastkino“ von 1968. Dafür schnallte sich Valie Export in den Straßen verschiedener Städte einen vorne offenen, mit einem Stoff abgedeckten Pappkarton vor die Brust. Ihr Künstlerkollege Peter Weibel rief mit einem Megafon die Passanten dazu auf, das Kino zu besuchen – sprich, mit den Händen durch den Vorhang zu greifen und Exports Brüste zu bestasten. Damit durchbrach sie bewusst und provokant die weibliche Intimsphäre und stellte gleichzeitig den männlichen Voyeurismus zur Schau. Innovativ und unerschrocken, kompromisslos und spielerisch, formal avanciert und gesellschaftspolitisch wirksam beschreibt die Jury daher ihr Werk. Ihre radikale Ästhetik habe feministische Protestaktionen und Künstlerkolleginnen wie Marina Abramovic oder Cindy Sherman inspiriert und reiche bis in die heutige Kultur- und Pop-Industrie.

Die Stadt Frankfurt am Main verleiht seit 1978 in der Regel alle drei Jahre den aktuell mit 50.000 Euro dotierten Max-Beckmann-Preis am 12. Februar zu Beckmanns Geburtstag, um an den bedeutenden Vertreter des deutschen Expressionismus zu erinnern. Der Maler hat in den Jahren von 1925 bis 1933 in Frankfurt als Künstler und Lehrer an der Städelschule gearbeitet. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Richard Oelze, Arnulf Rainer, Willem de Kooning, Erwin Heerich und Walter Pichler, Bruce Nauman, Ilya Kabakov, Jacques Herzog und Pierre de Meuron, Harald Szeemann, Maria Lassnig, Richard Hamilton, Barbara Klemm, Otto Piene, Agnès Varda und Cindy Sherman.

Quelle: Kunstmarkt.com/Felice Ernst

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