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Interieur – Dame im Salon auf Chaiselongue sitzend / Bruno Piglhein

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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zugeschrieben, Pfauenbank / Peacock bench, Ende 19. Jahrhundert / Marcello Andrea Baccetti

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Freude im Hause Grisebach: Der Erfolg der Jubiläumsauktionen übersteigt die Erwartungen um mehrere Millionen Euro. Anteil daran haben Höhepunkte von Emil Nolde oder Max Beckmann, aber auch für Raritäten von weniger renommierten Künstlern waren Sammler bereit, viel Geld auszugeben

Otto Dix’ Selbstbekenntnis



Otto Dix,  Selbstbildnis, 1913

Otto Dix, Selbstbildnis, 1913

„Entweder ich werde berüchtigt – oder berühmt“, soll Otto Dix einmal geäußert haben. Um sich dafür seiner Zeit und der Nachwelt ins Gedächtnis zu rufen, hat er rund 500 Selbstportraits geschaffen. Eines dieser existenziellen Bekenntnisse legte Dix 1913 an, als er sich im Halbprofil auf dunkelgrün schimmerndem Hintergrund mit spannungsgeladenem Blick in Richtung Betrachter festhielt, der ambivalent nach Innen und Außen gekehrt zu sein scheint. Der 22jährige junge Mann wirkt lebendig, offen, sensibel und verletzlich, dabei gleichzeitig kritisch, ein wenig unsicher und vielleicht auch gefährlich. Dix verzichtet hier auf Anspielungen aus der Kunstgeschichte, malt sich ohne Stil und Pose auf die eigene Person gestellt und offenbart dem Gegenüber sein suchendes Wesen, als er der Dekorationsmalerlehre in seiner Heimatstadt Gera entronnen war und sein Studium an der Königlich Sächsischen Kunstgewerbeschule in Dresden aufgenommen hat. Seit den 1960er Jahren war das Selbstportrait in einer rheinischen Privatsammlung beheimatet, zuletzt 1971 und 1972 bei Ausstellungen in Stuttgart und Paris zu sehen und trat nun seine Feuerprobe auf dem Auktionsmarkt an. Grisebach hatte das im Öl auf Papier gemalte Werk mit 200.000 bis 300.000 Euro nicht allzu hoch angesetzt. Die Käufer korrigierten die Preisvorstellungen dann aber deutlich in die Höhe, als nach spannendem internationalem Bietgefecht der Hammer erst bei 1,3 Millionen Euro zugunsten eines Türken fiel.


Neben dem Millionenwert für Dix gab es in der Versteigerung der „Ausgewählten Werke“ bei Grisebach in Berlin noch drei weitere; angedacht waren insgesamt nur zwei. Den Spitzenplatz erklomm Emil Noldes rot glühender Himmel über bewegt blauer See mit weißen Gischtkronen auf der Leinwand „Meer (I)“, ein Weihnachtsgeschenk an seine junge Frau Jolanthe, in deren Besitz es bis zu ihrem Tod im Jahr 2010 blieb. Nun wechselte das Gemälde aus dem Jahr 1947 von einer norddeutschen Privatsammlung bei 2,3 Millionen Euro nicht weit in eine norddeutsche Privatsammlung (Taxe 1 bis 1,5 Millionen EUR). Die gleiche Bewertung hatte Grisebach für Max Beckmanns „Badende mit grüner Kabine und Schiffern mit roten Hosen“ von 1934 vorgesehen. Doch auch hier musste ein internationales Museum 1,9 Millionen Euro aufwenden, um die nach knapp 80 Jahren wiederentdecke Erinnerung an einen Urlaub im niederländischen Badeort Zandvoort sein eigen zu nennen. Den vierten Millionenwert brachte dann noch László Moholy-Nagys „Space Modulator Experiment, Aluminium 5“ auf die Waage. Die multimediale Abstraktion von 1931/35, die an Planetenkonstellationen erinnert und einst im New Yorker Guggenheim Museum hing, legte sich ein norddeutscher Sammler bei 1 Million Euro zu (Taxe 600.000 bis 800.000 EUR).

Visionen eines Künstlers

Mit seinen Jubiläumsauktionen zum 35jährigen Firmenbestehen zeigte sich Grisebach vollauf zufrieden. Bei einer mittleren Schätzung von 16 Millionen Euro fuhren die sechs Versteigerungen Anfang Dezember einen Bruttoumsatz von rund 25 Millionen Euro ein; das sei eines der besten Ergebnisse, so Grisebach. Allein auf die „Ausgewählten Werke“ am 2. Dezember entfielen bei einer hohen losbezogenen Zuschlagsquote von 85 Prozent inklusive Nachverkauf gut 14,5 Millionen Euro. Dazu trug auch Max Liebermann sein Scherflein bei: Seine furios und fast schon abstrakt gemalte „Blumenterrasse im Wannseegarten nach Norden“ von 1924 verdoppelte ihren Wert auf 360.000 Euro, sein etwas früher entstandenes heiteres Sommerbild „Die Große Seestraße in Wannsee mit Spaziergängern“ legte von 500.000 Euro auf 850.000 Euro zu. Begehrt war zudem die parodistische und burleske Collage „Modeschau“ der Dadaistin Hannah Höch von 1925/35 bei 240.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Einen Auktionsrekord bei den Modernen stellte Heinrich Maria Davringhausen mit seiner psychologisch eindringlichen farbintensiven Künstlervision „Der Dichter Däubler“ von 1917 bei 380.000 Euro auf (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR).

Diese Ehre gebührte bei der Kunst nach 1945 Karl Horst Hödicke und seinem Triptychon „Potsdamer Platz III“ von 1977. In seiner neoexpressiven Bildsprache thematisiert der junge Wilde mit zentraler Siegessäule und Berliner Mauer das Trennende der beiden deutschen Staaten, aber auch die Grenzüberschreitung und nahm dafür 260.000 Euro ein (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Den hauseigenen Rekord für Norbert Schwontkowski in Höhe von 106.000 Euro vom Mai dieses Jahr übertraf Grisebach nun schon wieder. Zur Disposition stand die karge und gleichwohl poetische Winterlandschaft „The Battle“ von 2011, in der sich winzige Figuren unter einem riesenhaften kahlen Baum eine Schneeballschlacht liefern: Bei 140.000 Euro liegt nun die Messlatte (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Gute Preise erzielten ebenfalls Ernst Wilhelm Nays kraftvolles Scheibenbild „Metagrün“ von 1963 mit 420.000 Euro (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR) und Alex Katz’ leicht fassliches, schablonenartiges Portrait einer laufenden weiblichen Gestalt vor monochrom blauem Hintergrund unter dem Titel „Black Bathing Suit“ von 1997 bei 400.000 (Taxe 280.000 bis 350.000 EUR). Erst im Nachverkauf wurde Christopher Wools titellose Papierarbeit von 1998 mit einem schwarzen Blumenmuster und einer gestischen Übermalung in hellem Weißgrau bei 210.000 Euro übernommen (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR).

Lukrativ: Die Sammlung der Berliner Sparkasse

Das Werk des Amerikaners gehörte zur Sammlung der Berliner Sparkasse, die sich von einem Teil ihrer Arbeiten trennte, um kulturelle Einrichtungen in der Hauptstadt direkt zu fördern. Dazu hatte Grisebach einen eigenen Katalog mit 43 Positionen aufgelegt, der mit einer losbezogenen Verkaufsrate von 93 Prozent noch besser lief als die „Ausgewählten Werke“ und mit einem Ertrag von 3,5 Millionen Euro die untere Schätzpreissumme knapp verdoppelte. Hoch hinaus ging es für Maria Lassnigs farbenfrohes Ölgemälde „Hände“ von 1989. Die bunten horizontalen Linien und die drei Hände, die sich an ihnen festhalten beziehungsweise sie schieben und aufhalten oder sich ihnen anpassen, verbesserten sich auf 440.000 Euro (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR). Platz 2 der Zuschlagsliste belegten Christo und Jeanne-Claude mit ihrer collagierten Zeichnung „Wrapped Reichstag (Project for Berlin)“ bei 270.000 Euro, allerdings 30.000 Euro unter der Schätzgrenze. Den dritten Platz teilten sich bei 260.000 Euro Markus Lüpertz und Per Kirkeby. Während Lüpertz mit seiner geradezu körperlichen Figuration einer monumental ins Bild gesetzten „Weintraube“ von 1971 reüssierte (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR), steuerte Kirkeby seine unaufdringliche Farbabstraktion „Die Zeit nagt I“ von 1992 bei (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR), die genauso an Naturwelten erinnert, wie seine nun 220.000 Euro teure Leinwand „Søm – Sommer“ von 1988 (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR).

Nach Hödicke traf auch Rainer Fetting mit Berlin-Motiven am 2. Dezember den Geschmack des Publikums. Wie ein unüberwindliches Hindernis trennt die „Mauer am Südstern“ die dunkelrote Nacht über der Stadt in Ost und West. Die großformatige Leinwand von 1988 ergatterte nun mit 135.000 Euro den ersten Platz im Auktionsranking Fettings (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), gefolgt von seiner kleineren motivverwandten Version „Nacht am Südstern“ aus dem selben Jahr bei 120.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Fotografisch setzte Axel Hütte Berlin ein Denkmal und nahm zwischen 1979 und 1994 acht menschenleere U-Bahn-Stationen, darunter den Gesundbrunnen, das Paracelsus Bad oder die Leinestraße, auf und stellte die Bilder zu Triptychen mit dem Namen des Bahnhofs in der Mitte zusammen. 42.000 Euro waren nun sein Lohn (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Für Neo Rauch interessierten sich die Kunstverantwortlichen in der Berliner Sparkasse besonders und legten sich fünf frühe Werke aus der Mitte der 1990er Jahre in der noch fahlen Farbigkeit mit der beginnenden Figuration zu. Während die ersten beiden Papierarbeiten mit den Titeln „Beute“ von 1994 und „Drei“ von 1996 bei jeweils 150.000 Euro gut abschnitten (Taxen zwischen 80.000 und 150.000 EUR), taten sich die beiden Studien zur Göttlichen Komödie von 1992 mit 72.000 Euro und 80.000 Euro eher schwer (Taxe je 80.000 bis 120.000 EUR), und sein noch weniger figurativer „Handel“ von 1993 fand bis dato überhaupt keinen Abnehmer (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Dafür freuten sich die Kunden über einige Objekte im mittleren Preissegment, etwa über Bernard Frizes lustiges buntes Kreisebild „Suite Segond 15 No. 1“ von 1980 mit der Verdoppelung der Schätzung auf 40.000 Euro, über sein schemenhaftes Karomuster „Suite Automatique N1“ von 1996 mit 37.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder über zwei vereinfachte ovale Formen als Kopfabstraktionen von Ákos Birkás aus den späten 1990er Jahren mit 26.000 Euro und 34.000 Euro (Taxen zwischen 10.000 und 15.000 EUR). Im kommenden Februar versteigert Grisebach weitere Werke der Berliner Sparkasse bei einer Online-Only-Auktion mit hoffentlich ebenso einträglichen Werten.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com

Startseite: www.grisebach.com



24.12.2021

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Roter Himmel über dem schillernden Meer der Liebe







Max Liebermann,  Die Große Seestraße in Wannsee mit Spaziergängern, um 1920/23

Max Liebermann, Die Große Seestraße in Wannsee mit Spaziergängern, um 1920/23

Taxe: 500.000 - 700.000 EURO

Zuschlag: 850.000,- EURO

Losnummer: 12

Hannah Höch,  Modeschau, 1925/35

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Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 240.000,- EURO

Losnummer: 38

Emil Nolde,  Meer (I), 1947

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Taxe: 1.000.000 - 1.500.000 EURO

Zuschlag: 2.300.000,- EURO

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Christopher Wool,  Ohne Titel, 1998

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Norbert Schwontkowski,  The Battle, 2011

Norbert Schwontkowski, The Battle, 2011

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Zuschlag: 140.000,- EURO

Losnummer: 28

Ákos Birkás,  Kopf (13 Bn6. 145), 1997

Ákos Birkás, Kopf (13 Bn6. 145), 1997

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 34.000,- EURO

Losnummer: 641

Neo Rauch,  Drei, 1996

Neo Rauch, Drei, 1996

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Zuschlag: 150.000,- EURO

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László Moholy-Nagy,  Space Modulator Experiment, Aluminium 5, 1931/35

László Moholy-Nagy, Space Modulator Experiment, Aluminium 5, 1931/35

Taxe: 600.000 - 800.000 EURO

Zuschlag: 1.000.000,- EURO

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Per Kirkeby,  Søm – Sommer, 1988

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Zuschlag: 220.000,- EURO

Losnummer: 625

Neo Rauch,  Ohne Titel, 1992

Neo Rauch, Ohne Titel, 1992

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 72.000,- EURO

Losnummer: 628

Axel Hütte,  Paracelsus Bad. Gesundbrunnen. Rosenthaler Platz. Alexanderplatz. Moritzplatz. Kottbusser Damm. Hermannplatz. Leinestraße, 1979–1994

Axel Hütte, Paracelsus Bad. Gesundbrunnen. Rosenthaler Platz. Alexanderplatz. Moritzplatz. Kottbusser Damm. Hermannplatz. Leinestraße, 1979–1994

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 42.000,- EURO

Losnummer: 618

Karl Horst Hödicke,  Potsdamer Platz III, 1977

Karl Horst Hödicke, Potsdamer Platz III, 1977

Taxe: 150.000 - 200.000 EURO

Zuschlag: 260.000,- EURO

Losnummer: 13




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