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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Venedig geht immer: Während Veduten der Stadt die Auktion „Gemälde des 19. Jahrhunderts“ im Wiener Dorotheum antrieben, hielten sich die Käufer bei anderen Spitzenstücken auffallend zurück

Im Serenissima-Fieber



Luigi Querena,  Der gesegnete Doge Francesco Morosini verlässt im Jahr 1693 Venedig, 1865

Luigi Querena, Der gesegnete Doge Francesco Morosini verlässt im Jahr 1693 Venedig, 1865

Die Sehnsucht nach Venedig ist groß, jedenfalls wenn man auf die letzte Auktion mit Malerei Neuer Meister im Dorotheum zurückblickt. Denn begierig übernahmen die Sammler bis auf eines alle Gemälde mit Motiven aus der Lagunenstadt zu den Schätzungen und darüber. Den Beginn machte Giuseppe Borsatos mit Gondeln gut gefüllter Canal Grande an Santa Maria della Salute und der Dogana aus dem Jahr 1828, der von 12.000 Euro auf 22.000 Euro kletterte. Dann folgten unter anderem Antonietta Brandeis’ in umgekehrter Blickrichtung gemaltes Zollgebäude bei 15.000 Euro, Frans Vervloets unaufgeregte Darstellung der Renaissance-Fassade von San Sebastiano auf dem Dorsoduro zum gleichen Preis oder Ludwig Mecklenburgs mit Markständen belebte Piazzetta samt San Giorgio Maggiore im diesigen Hintergrund bei 40.000 Euro. Am selben Ort ließ Giovanni Grubacs sein nun 34.000 Euro teures nächtliches Fest im Schein der Laternen, Fackeln und des Mondes spielen, während Félix Ziem einen strahlenden Sommertag mit sattblauem Himmel bemühte, um seinen Zweimaster mit weißen Segeln im Bacino di San Marco effektvoll in Szene zu setzten. Hier kamen ebenfalls taxgerechte 45.000 Euro zusammen.


Den Höhepunkt des Venedig-Rausches bildete Luigi Querenas staatstragendes Gemälde: 1865 griff er auf ein fast 200 Jahre altes historisches Ereignis zurück und verewigte den feierlichen Auszug des Dogen Francesco Morosini in die Schlacht gegen die Osmanen. Dafür bot der gebürtige Venezianer Querena sein ganzes malerisches Können auf. Detailverliebt stellte er den Dogenpalast und die umliegenden Gebäude dar, ließ unzählige, teils prächtig gestaltete Gondeln im Bacino di San Marco auffahren und integrierte eine unüberschaubare Menschenmenge in sein Großformat, die 1693 Morosini beim Besteigen des Bucintoro zugejubelt hatte. Da das attraktive Historienbild über 100 Jahre in einer italienischen Privatsammlung beheimatet war und nun marktfrisch beim Dorotheum auftauchte, hatte der Wiener Versteigerer mit 200.000 bis 300.000 Euro schon den neuen Auktionsrekord im Visier, an dem mit einem Zuschlag von 420.000 Euro auch nichts zu rütteln war.

Soviel Enthusiasmus löste das übrige Angebot der Auktion „Gemälde des 19. Jahrhunderts“ dann kaum mehr aus. Zwar lag die losbezogene Verkaufsrate am 9. November bei guten 62 Prozent und erhöhte sich im Nachverkauf noch auf knapp 70 Prozent, doch an bedeutenden Überraschungen mangelte es. Zudem mussten alle weiteren Werke, die über 100.000 Euro veranschlagt waren, wieder die Heimreise antreten: Alfred von Wierusz-Kowalskis charakteristische „Heitere Kutschfahrt“ zur Sommerszeit auf staubiger Landstraße (Taxe 220.000 bis 280.000 EUR), Petrus van Schendels nächtlicher Geflügelmarkt von etwa 1852 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) und Eugène Boudins impressionistische Ansicht des „Quai à Villefranche“ von 1892 (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Wenigstens verabschiedete sich Boudins ruhiger, bewölkter Tag im Hafen von Dunkerque aus dem Jahr 1891, musste aber einen Abschlag von 60.000 Euro auf 45.000 Euro hinnehmen.

Den zweiten Platz der Zuschlagsliste nahm daher Friedrich von Amerlings wiederentdeckte, junge Biedermeierschönheit im Profil von 1837, die ihre entblößte Schulter zeigt und gedankenverloren in einem Brief liest, an der unteren Schätzgrenze von 60.000 Euro ein. Darauf folgten bei 55.000 Euro der Serbe Paul Joanovits mit dem gemütlich an einer langen Pfeife rauchenden, alten albanischen Krieger (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), der auch mit der weit ausformulierten Ölstudie der Königin Jelena mit byzantinischem Schmuck bei 40.000 Euro reüssierte (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), und Andrei Petrowitsch Rjabuschkins biblische Historie der Befreiung Petri aus dem Kerker durch einen Engel, die immerhin von 20.000 Euro auf 52.000 Euro kletterte. Das nächste Preisniveau hieß 50.000 Euro, das Federico Zandomeneghis sommerlich gekleidete Heranwachsende der höheren Gesellschaft bei der Lektüre eines Buches nur mit Mühe erreichte (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Mehr Zuspruch erhielt Hugo Darnaut schon bei seinem Sommertag in einem verwilderten Schlosspark von 1893 mit einem Mädchen, das mit einer jungen Ziege spielt, für 32.000 Euro und erst recht bei seiner Abendstimmung mit einem einsamen Fischer in einem spätherbstlich entlaubten Wald von 1891 bei 50.000 Euro (Taxe je 20.000 bis 25.000 EUR).

In dieser Preiskategorie hätten sich etwa noch Giovanni Battista Torriglias Genreszene „Blinde-Kuh-Spiel“ mehrerer Kinder in der bäuerlichen Küche (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), Jan Weissenbruchs realistische Vedute von Dordrecht mit einer Gracht an einem klaren Tag oder Cornelis van Spaendoncks atmosphärisches Blumenstillleben mit Rosen, Flieder, Tulpen und anderen Blumen in einem Korb von 1817 platzieren sollen (Taxe je 40.000 bis 60.000 EUR). Doch die Zurückhaltung bei höheren Wertvorstellungen bekamen auch diese Werke zu spüren. Auf der Habenseite standen dann etwa Josef Lauers Blumenstück mit weißen und rosafarbenen Rosen, Primeln und Kapuzinerkresse von 1848 bei 24.000 Euro (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR) oder Franz von Defreggers Petitesse mit dem Atelier des Künstlers samt Staffelei und einem Ölgemälde bei der Arbeit für 18.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Hoch hinaus ging es für Franz von Lenbachs klassisches Bildnis von Elisabeth Gräfin zu Sayn-Wittgenstein aus dem Jahr 1872, das 2004 aus dem Kölner Wallraf-Richartz-Museum an die Erben des jüdischen Textilunternehmers und Sammlers Bernhard Altmann restituiert wurde. Hier standen schließlich 34.000 Euro auf der Rechnung (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR).

Auch etliche Künstler aus dem Vielvölkerreich der Habsburger fanden Anklang beim Publikum, etwa der Slowene Ivan Grohar, der die heimatlichen Traditionen etwa 1897 mit einer jungen Frau beim Zurechtmachen „Vor der Hochzeit“ spiegelte. 38.000 Euro waren nun sein Lohn (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Leicht tat sich der Serbe Milivoj Uzelac mit dem schon modernen Familienportrait von Silvia Villars und ihren beiden Kindern Jean-Pierre und Lieselotte bei 32.000 Euro (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR), ebenso der Böhme Václav Brožík mit seinem Genreinterieur „Der letzte Groschen“ bei 30.000 Euro (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR) oder der französischstämmige, in Ungarn geborene Slowene Jozef Teodor Mousson mit seiner spätimpressionistischen heiteren Marktszene einiger junger Frauen und Mädchen in ländlicher Folklore bei 28.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Aus dem russischen Großreich traten Konstantin Egorovich Makovskij mit seinem Aquarell einer nachdenklichen jungen Frau in Tracht für 12.000 Euro (Taxe 1.800 bis 2.400 EUR) und Efim Alexandrovich Tikhmenev mit seiner winterlichen Elchjagd im verschneiten Wald für 15.000 Euro gewinnbringend an (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR).

Doch auch das Österreichische kam bei der Auktion nicht zu kurz. So konnte sich Johann Heinrich Hintze mit einem ausladenden Panoramablick über Wien vom Garten des Belvedere über 20.000 Euro freuen (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Ludwig Halauska zog es für 10.000 Euro in die Berge zum Drachenstein am Mondsee (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), Anton Schiffer für 7.500 Euro ins Dorf Arzl bei Innsbruck mit der Waldraster Spitze und dem kleine Stubaier Ferner im Hintergrund (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und Franz Steinfeld für 11.000 Euro zu einem kleinen Jäger neben einer markanten Felsformation (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Während Johann Baptist Reiter bei seiner halb entblößten Biedermeier-Schönheit, die gerade ihre Haare während der Morgentoilette richtet, bis zum Nachverkauf warten musste, um 22.000 Euro zu generieren (Taxe 32.000 bis 45.000 EUR), schloss Alfred Zoff die Auktion mit seinem venezianischen Motiv einiger Schiff und Boote im abendlichen Hafen von Chioggia erfolgreich an der oberen Schätzgrenze von 18.000 Euro ab.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at

Startseite: www.dorotheum.com



05.01.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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