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Interieur – Dame im Salon auf Chaiselongue sitzend / Bruno Piglhein

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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zugeschrieben, Pfauenbank / Peacock bench, Ende 19. Jahrhundert / Marcello Andrea Baccetti

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Ohne Titel, 2016 / Heinz Mack

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Hartmut Böhm gestorben

Hartmut Böhm im Jahr 2010 bei seiner Ausstellung im Museum gegenstandsfreier Kunst in Otterndorf

Hartmut Böhm ist tot. Der deutsche Objektkünstler starb am 26. Dezember im Alter von 83 Jahren. Er zählte zu den Vertretern der konkret-konstruktiven Kunst. Charakteristisch für seine Werke, darunter Zeichnungen, Objekt, Reliefs und dreidimensionale Arbeiten, ist eine an den Minimalismus erinnernde zurückgenommene Formensprache, die sich an Geometrie und Mathematik orientiert. Hierbei weisen die Arbeiten zuweilen eine dynamische und manchmal verwirrende Wirkung auf, etwa das weiße „Streifenrelief 16“ von 1977 oder das flimmernde „Quadratrelief 27“ von 1966/67. Dabei interessierten Böhm grundlegende Themen wie die Sichtbarmachung universeller Gesetze, Ordnungen und Systeme.

Hartmut Böhm, am 19. April 1938 in Kassel geboren, studierte von 1958 bis 1962 an der dortigen Hochschule für Bildende Künste, unter anderem bei den Documenta-Gründer Arnold Bode. Schon in dieser Zeit entstand sein erstes weißes systematisches Relief. Daraus entwickelte sich eine eigenständige Position, die ihn international bekannt machte. In seinem Œuvre folgte Böhm einer thematischen Stringenz. Die klare Systematik seiner Werke kann stets vom Betrachter nachvollzogen werden, so auch bei jüngeren Arbeiten, wie in der Wandarbeit „1,4,9,16,25 - das R. Format“ von 2004: dunkle hochspiegelnde Plexiglasscheiben hängen in einer unregelmäßigen, jedoch leicht nachvollziehbaren Formation an einer weißen Wand. Seine Materialien umfassten ebenso Metall, Beton, Malerei, Magnete, Spanplatten oder auch Astralon. Mit Motoren erstellte er teilweise kinetische Arbeiten.

Seine erste Einzelausstellung hatte Böhm 1964 im Kunstkabinett Emden, hierauf folgen weitere Schauen in Galerien und Museen wie dem Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen, im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt, im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen, im Van Reekum Museum in Apeldoorn, im Haus für konstruktive und konkrete Kunst in Zürich oder bei der Galerie Bartha Contemporary in London. 1965 trat Böhm der internationalen Künstlerbewegung „Neue Tendenzen“ bei. 1975 erhielt er gemeinsam mit Jiri Hilmar den Kunstpreis der Stadt Gelsenkirchen, 1990 den Camille Graeser-Preis in Zürich. 2009 wurde Hartmut Böhm in die Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt aufgenommen. Seit 2019 wird mit Unterstützung der Stiftung Kunstfonds das Werkverzeichnis des Künstlers erstellt.


12.01.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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