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Interieur – Dame im Salon auf Chaiselongue sitzend / Bruno Piglhein

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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Ohne Titel, 2016 / Heinz Mack

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Berlin entdeckt Ruth Hildegard Geyer-Raack

Ruth Hildegard Geyer-Raack, Musterentwurf für Stoff oder Tapete, um 1930

Die Berlinische Galerie integriert zu Beginn des Neuen Jahres Werke der Berliner Designerin Ruth Hildegard Geyer-Raack in die Dauerausstellung. Sie war vor allem zur Zeit der Weimarer Republik eine bekannte Innenarchitektin und Wandmalerin, deren Raumkonzepte und sachlich-eleganten Entwürfe gegensätzliche Einrichtungsstile wie Bauhaus und Art Déco in Einklang brachten. Neben Archivmaterialien präsentiert das Berliner Landesmuseum eine Reihe von Fotografien realisierter Projekte der Designerin sowie Musterentwürfe für Stoffe und Tapeten. Geyer-Raack, die heute nur mehr unter Experten ein Begriff ist, darf so knapp 50 Jahre nach ihrem Tod in ihrer alten Wirkungsstadt erneut einen großen und verdienten Auftritt feiern.

Ruth Gertrud Hildegard Raack wurde im Sommer 1894 in Nordhausen am Harz geboren. Mit ihrer Familie zog sie 1913 nach Berlin. Hier studierte sie Malerei an der damaligen „Unterrichtsanstalt“ des Staatlichen Kunstgewerbemuseums. Die Leitung dieser Schule hatte seit 1907 der berühmte Architekt und Möbeldesigner Bruno Paul inne, mit dem die Künstlerin später auch beruflich zusammenarbeitete. 1920/21 nahm sie an Sommerkursen des Bauhauses in Weimar teil. In ihren frühen Werken verband Geyer-Raack traditionelle florale Motivik mit geometrischer Abstraktion. Ihre großflächigen Wandmalereien in privaten und öffentlichen Innenräumen, die fotografisch überliefert sind, waren bereits zum Zeitpunkt ihrer Entstehung außergewöhnlich. Die heiteren, von der Natur inspirierten Fantasiewelten trugen zu einer besonderen, warmen und modernen Wohnatmosphäre bei.

Zwei Jahre nach ihrer Heirat mit dem Regierungsrat Hugo Wilhelm Hermann Geyer im Jahr 1922 eröffnete sie unter ihrem neuen Namen Geyer-Raack in Berlin ihr eigenes Atelier. 1925 wurde sie Mitglied im Deutschen Werkbund und 1928/29 Mitarbeiterin der Deutschen Werkstätten Hellerau. Bis in die 1930er Jahre reiste sie zu Studienzwecken mehrfach nach Paris, der damaligen Hochburg des Art Déco. Dort lernte sie den Architekten und gebürtigen Ungarn André Sive kennen, dessen Möbelentwürfe sie in Ausstellungen mit ihren Wandmalereien ergänzte. Dokumentarische Fotografien und die Ausstellungsbroschüre der Kölner „Internationalen Raumausstellung“ 1931 stellen den Höhepunkt ihrer beruflichen Laufbahn dar: Neben innovativen Architekten diverser Stilrichtungen wie Bruno Paul, Adolf Loos, Le Corbusier und Marcel Breuer präsentierte sie dort als einzige Frau am Beispiel des Wohn- und Schlafraums der Dame auch eigene Gestaltungsvorschläge.

Mit einsetzender Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit fehlten Käufer für eine anspruchsvolle Raumkunst. Zudem verschärfte Hitlers Machtantritt nach 1933 die kunstpolitischen Rahmenbedingungen und versperrte den Weg für eine international aufgeschlossene, moderne Innenarchitektur in Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Geyer-Raack vor allem für die boomende Textil-, Tapeten- und Möbelindustrie. Bis zu ihrem Tod in Berlin am 19. März 1975 konnte sie jedoch an ihre Erfolge aus der Zeit um 1930 nicht mehr anschließen. Die in Berlin gezeigten, farbigen Musterentwürfe für Tapeten und Stoffe aus der Nachkriegszeit lassen erkennen, dass Geyer-Raack mit den Designvorstellungen der Zeit ging, ohne ihre persönliche, weiche und moderne Formensprache aufzugeben. Arbeiten der Künstlerin sind heute in renommierten Sammlungen vertreten, unter anderem im Bauhaus-Archiv Berlin, im Kunstgewerbemuseum Dresden, in der Neuen Sammlung in München, im Tapetenmuseum Kassel oder im Art Institute of Chicago.

Die Ausstellung „Ruth Hildegard Geyer-Raack. Raumgestaltung der 1920er bis 1950er Jahre“ läuft bis zum 18. April. Die Berlinische Galerie hat mittwochs bis montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 12 Euro, ermäßigt 9 Euro; bis 18 Jahre ist er frei. Um die Buchung eines Zeitfenstertickets wird gebeten. Vor Ort sind nur mehr wenige Restkarten pro Tag erhältlich.

Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124-128
D-10969 Berlin
Telefon: +49 (0)30 – 78 902 600


13.01.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Maximilian Nalbach

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12.01.2022, Ruth Hildegard Geyer-Raack - Raumgestaltung der 1920er bis 1950er Jahre

Bei:


Berlinische Galerie

Kunstsparte:


Möbel

Kunstsparte:


Design

Kunstsparte:


Textilien

Kunstsparte:


Tapeten

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

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Moderne Kunst

Stilrichtung:


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