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Interieur – Dame im Salon auf Chaiselongue sitzend / Bruno Piglhein

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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zugeschrieben, Pfauenbank / Peacock bench, Ende 19. Jahrhundert / Marcello Andrea Baccetti

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Ohne Titel, 2016 / Heinz Mack

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Herbert Achternbusch gestorben

Herbert Achternbusch 2015 beim Filmfest München

Herbert Achternbusch ist vor allem als Filmemacher und Schriftsteller bekannt geworden, der in seinen skurrilen Werken sich mit hintergründigem Humor, teils auch mit Sarkasmus und einer guten Portion Hassliebe an seiner bayrischen Heimat und ihren kulturellen sowie gesellschaftlichen Ausprägungen abgearbeitet hat. Dass er an den Kunstakademien in Nürnberg und München studierte und die Malerei immer wieder aufnahm, geriet ob der Skandale und Auszeichnungen seines filmischen und literarischen Schaffens oft in Vergessenheit. So arbeitete Achternbusch in den 1960er Jahren zunächst auf bildkünstlerischem Terrain und präsentierte seine monochromen Bilder und Radierungen damals etwa im Münchner Haus der Kunst. Ab Mitte des Jahrzehnts verlegte er sein Tun vornehmlich auf das Schreiben und den Film. Erst seit 1984 trat die Malerei wieder verstärkt in seinen Fokus und verband sich mit seinem literarischen Werk. So illustrierte Achternbusch seine Bücher vermehrt selbst.

Zunächst gab es in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre kleinere Präsentation seines malerischen Schaffens. Doch schon 1988 veranstaltete das Münchner Stadtmuseum eine große Überblicksschau seiner nun figurativen, neoexpressiven und farbkräftigen Kunst, 1996 folgte eine zweite. 2001 stellte das Wiener Künstlerhaus 80 Bilder und 16 Skulpturen vor, mit denen Herbert Achternbusch einen ironischen Einblick in die tragische und archaische Götterwelt des Olymps gab, sie kurzerhand in die heimische volkstümliche Welt Bayerns verlegte und etwa die „Geburt der Aphrodite aus dem Starnberger See und Bierfilzen“ inszenierte.

Zu seinem 70. Geburtstag veranstaltete dann das Museum moderner Kunst Stiftung Wörlen in Passau 2008 die Ausstellung „Denn der Himmel kennt keine Gnade“ und zeigte hierbei vor allem großformatige Aquarelle. Malen war für Achternbusch ein prozesshafter Vorgang, in dem er Unterbewusstes in zum Teil umfangreichen Serien auf unterschiedliche Bildträger aufbrachte, darunter auf konventionelles Japanpapier, aber auch auf Dokumente oder Zeitungen. Das Passauer Museum sprach damals von poetischen und sensiblen, kraftvollen und fantastischen Arbeiten. Das Enfant terrible und Universalgenie Achternbusch lasse sich als bildmächtiger Erzähler hintergründiger Geschichten erleben. Seinen 80. Geburtstag feierte Herbert Achternbusch, um den es seit den 1990er Jahren recht still geworden war, dann in einer umfangreichen Ausstellung im Nürnberger Kunstbunker. Das Eruptive und beinahe Manische in seinem Malprozess fand seine Entsprechung in Achternbuschs Wohnungen und Ateliers, die von ihm mit Kunst übersät waren. Nun ist der Universalkünstler, Eigenbrötler und Rebell mit 83 Jahren in seiner Geburtsstadt München gestorben.


14.01.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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