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Zum Tod von Ricardo Bofill

Ricardo Bofill ist tot. Der spanische Architekt starb am 14. Januar an den Folgen einer Corona-Erkrankung in seiner Heimatstadt Barcelona. Er wurde 82 Jahren alt. Bofill war ein Vertreter der Postmoderne und für seinen monumentalen verschachtelten Baustil aus kostengünstigem Beton bekannt. Bereits zu Beginn seiner Karriere in den 1970er Jahren setzte er sich für groß dimensionierte, aber auch ästhetisch ansprechende Sozialbauten ein und folgte damit der Maxime des französischen Gesellschaftstheoretikers Charles Fourier (1772-1837), dass auch die Ärmsten wie der Sonnenkönig wohnen sollten. Inspiriert von den klassischen Formen der Antike, realisierte er in den 1980er Jahren in Frankreich regelrechte futuristische Paläste mit modernen Materialien wie Stahl und Glas. Für seine Heimatstadt Barcelona entwarf der Katalane zu Beginn der 1990er Jahre das Teatro Nacional de Cataluña nach Vorbild eines griechischen Tempels und 2009 das W-Hotel am Hafen, das an ein gebauschtes Segel erinnert. Während seines langjährigen Schaffens konzipierte Ricardo Bofill mehr als tausend Projekte in über 40 Ländern, darunter auch den 1992 fertiggestellten Wolkenkratzer „77 West Wacker Drive“ in Chicago mit Anleihen aus der Antike oder den rot leuchtenden Turm der Shiseido-Firmenzentrale in Tokio von 2001.

Geboren am 5. Dezember 1939 in Barcelona als Sohn eines spanischen Bauunternehmers und einer italienischen Mutter, ging Ricardo Bofill auf ein französisches Gymnasium und studierte zwischen 1955 und 1960 Architektur an der Escola Tècnica Superior d’Arquitectura in Barcelona und der École architecture in Genf. Im Alter von 23 Jahren gründete der junge Baumeister 1963 in Barcelona sein eigenes Büro „Taller de Arquitectura“, 1971 eröffnete er eine Dependance in Paris. Zu seinen ersten Wohnkomplexen in Spanien zählen das pagodenähnliche, aus Gebäudefragmenten zusammengewürfelte Haus „Xanadu“ von 1971 und die an eine rote Festung erinnernde Anlage „La Muralla Roja“ von 1973 in Alicante sowie der nach einem Roman Henry David Thoreaus benannte Wohnblock „Walden 7“ aus den Jahren 1970 bis 1975. Das backsteinrote Ensemble mit mehr als 450 Wohnungen, die um sieben Innenhöfe gruppiert sind, soll durch weitläufige blaugekachelte Treppen und Terrassen im Innern den sozialen Austausch der Bewohner fördern. 1973 kaufte Bofill das verlassene Gebäude einer Zementfabrik in Sant Just Desvern, einem Vorort von Barcelona, das er durch Lichtschächte, Arkaden, Glasüberdachungen und Pflanzenbewuchs für sich in einen modernen Loft umbaute. Später verlegte er auch sein Büro dorthin.

Mit seinen französischen Bauten kehrte Bofill wieder zur Formensprache der Antike und des Barock zurück. Die Wohnsiedlung „Les Arcades du Lac“ in Saint-Quentin-en-Yvelines konzipierte der Katalane zwischen 1978 und 1982 um einen zentralen, von Arkaden begrenzten Platz, in dessen Mitte er einen Tempel mit Dreiecksgiebel und vollplastischen Säulen setzte. Der Teil der Siedlung mit dem Namen „Le Viaduc“ ist vollkommen von Wasser umgeben. Die Gebäude wirken wie eine Umsetzung der utopischen Revolutionsarchitektur des Klassizismus oder der futuristischen Architekturszenarien eines Giorgio de Chirico. Ähnlich kleinteilig und verspielt gegliedert wie das Wasserschloss, aber auch genauso gigantomanisch präsentieren sich die „Espaces d’Abraxas“ im Pariser Vorort Noisy-le-Grand aus den Jahren 1978 bis 1983, deren vertikale Unterteilung in Fensterachsen und verglaste ‚Erker‘ die Bauwerke sehr elegant und schlank wirken lassen. In Paris errichtete der Architekt das Rondell „Echelles du Baroque“, das sich zum Tour de Montparnasse mit einer dreigeteilten Fassade aus Sockelzone, Halbsäulen und Attikazone geschwungen barock gibt und im Inneren mit einer modernen verspiegelten Fassade kühl glänzt.

Für das 2000 fertiggestellte „Quartier Antigone“ in Montpellier verwandelte Bofill schließlich ein ganzes Stadtviertel in eine antik anmutende Palastanlage mit weitläufigen Plätzen, Brunnenanlagen und schlanken Arkaden. Ricardo Bofill wurde mit zahlreichen internationalen Architekturpreisen ausgezeichnet, darunter 1968 mit dem Hamburger Fritz-Schumacher-Preis oder 1989 mit dem Preis der Internationalen Akademie für Kunstphilosophie Bern. Zudem war er Offizier des französischen Ordre des Arts et des Lettres und erhielt 1997 die Ehrenmitgliedschaft im Bund Deutscher Architekten.

Quelle: Kunstmarkt.com/Amanda Bischoff

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