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Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther

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Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack

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Ein Rubens in Warschau: Desa Unicum versteigert exemplarisches Portrait

Peter Paul Rubens, Porträt einer vornehmen Dame, um 1620/25

Beim polnisches Auktionshaus Desa Unicum hat sich ein Meisterwerk Peter Paul Rubens’ eingefunden. Am Donnerstag kommt das vorzügliche Hüftportrait einer reizenden jungen Dame für umgerechnet 3,8 bis 5,1 Millionen Euro unter den Hammer. Das letzte Mal war das 98 mal 73,8 Zentimeter große Werk, das in der ersten Hälfte der 1620er Jahre entstand, 1965 bei einer Ausstellung in Brüssel öffentlich zu sehen. Die neckisch blickende Dame mit dem offenherzigen Dekolleté kommt frisch vom Restaurator und kann auf eine illustre Provenienz zurückblicken, die vermutlich von George Villiers, dem ersten Herzog von Buckingham und Günstling König James I., bis zu Prinz Mohammed Ali Ibrahim von Ägypten reicht. Zudem scheint sie den Trubel um sich bereits gewohnt, denn sie taucht nun bereits zum fünften Mal bei einer Auktion auf – das letzte Mal 1876.

Frisch geröntgt, ließen sich vor zwei Jahren Pentimenti des flämischen Barockmeisters auf der Leinwand nachweisen. Peter Paul Rubens stellte die junge Frau mit ihren intensiven mandelförmigen Augen vor einen flatternden grünen Vorhang und gab ihr neben edler Kleidung auch reichlich Schmuck mit. Wenn man ihre realistisch gemalte, anziehende Haut betrachtet, könnte man der Meinung sein, Rubens habe Medizin und die einzelnen Schichten der Epidermis genau studiert. Noch rätselt die Fachwelt um die Identität der Dargestellten, denn die ursprüngliche Meinung, es handle sich hier um Rubens’ erste Frau Isabella Brant, wurde bereits widerlegt: Ist sie nun die Tochter vom Juwelier nebenan oder doch eine Dame vom spanischen Königshof?

Neben der Schönen aus dem 17. Jahrhundert wartet das Warschauer Auktionshaus mit einer vergleichbar eleganten, aber weniger hübschen Dame auf. Von der Schönheit einmal abgesehen, kann die recht männlich wirkende Contessa Giulia Piccoli, gut 150 Jahre nach Rubens von Johann Baptist Lampi d.Ä. gemalt, auch preislich mit einer Schätzung von 21.500 bis 32.000 Euro nicht mithalten. An die aktuelle erschreckende Situation in der Ukraine gemahnt der Transport verwundeter Krieger. Józef Brandts Gemälde von 1869 zeugt mit seiner bunten Palette und der idyllischen Landschaft, in der die historistische Szene eingebunden ist, von seiner Münchner Ausbildung bei Carl Theodor von Piloty, die er sechs Jahre vor der Entstehung dieses Bildes begonnen hatte. Erst im vergangenen Juni im Wiener Dorotheum für netto 220.000 Euro verkauft, sollen es diesmal schon rund 100.000 Euro mehr werden. Hier schließen sich preislich und stilistisch Alfred von Wierusz-Kowalskis „Einsamer Wolf“ in nächtlicher Winterlandschaft (Taxe 1 bis 1,5 Millionen PLN) und Józef Chelmonskis wilde Schlittenfahrt einer Troika während eines Angriffs von Wölfen aus dem Jahr 1882 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen PLN).

Mela Muter hat sich in den 1940er Jahren eines religiösen Themas angenommen und ihre Heilige Familie bei der „Flucht nach Ägypten“ in expressiver Farbigkeit angelegt. Für die Leinwand erwartet Desa Unicum einen Preis von 200.000 Euro aufwärts. Daneben ist die polnisch-französische Malerin noch mit einer Allegorie auf die „Maternité“ von 1924 als erschöpfte Mutter von zwei Kinder für rund 170.000 bis 250.000 Euro vertreten. Eine hierzulande noch unbekanntere polnische Künstlerin ist Olga Boznanska, der man beim Blick auf ihr spätimpressionistisches Portrait „Étude de jeune fille en noir“ von 1901 ebenso wie Muter das Talent nicht absprechen kann (Taxe 500.000 bis 800.000 PLN).

Wie seine beiden Vorgängerinnen zog es auch Moise Kisling von Polen nach Frankreich, wo er 1935 einen friedvollen Blick auf „Tamaris“ bei Toulon schuf. Die kleine Stadt vor der Bergsilhouette scheint nicht nur räumlich Cézannes Beschäftigung mit dem Montagne Sainte-Victoire nahezustehen, wenn sich auch Pinselstrich und Palette deutlich unterscheiden (Taxe 350.000 bis 500.000 PLN). Der Strömung des Symbolismus entsprechend, liefert Jacek Malczewski mit seinem Herbstbild um 1906 ein Rätsel: Wer sind die zwei Herren in grauen Sakkos vor einer Wiese, auf der Musen mit Pegasus im Regen der goldenen Blätter tanzen? Die für gut 100.000 Euro zu erwerbenden Männer scheinen zu sinnieren, in welch seltsamen Zeiten sie leben.

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Jörg Berghammer

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Veranstaltung vom:


, Alte Kunst, 19. Jahrhundert, Moderne und Zwischenkriegszeit

Bei:


Desa Unicum

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Barock

Bericht:


Verschmelzung von Kunst und Politik

Bericht:


Eigenhändige Überleitungen zum Barock

Bericht:


Eine erotische Jagd in Frankfurt

Variabilder:

Peter Paul Rubens, Porträt einer vornehmen Dame, um 1620/25
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Kunstwerk:

Jacek Malczewski, Herbst. Doppelporträt, um 1906
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