Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 01.06.2022 Auktion 1199: Photographie

© Kunsthaus Lempertz

Anzeige

Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /
© Kunstmarkt Media


Anzeige

Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack

Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Hochfliegender Start ins Jubiläumsjahr: Nagel setzt die Art Kite Collection federleicht, komplett und gewinnbringend ab

Im Aufwind



Shiraga Kazuo, Kazuo Shiraga, Purpur, 1987/88

Shiraga Kazuo, Kazuo Shiraga, Purpur, 1987/88

Wie soll man künstlerisch gestaltete Flugdrachen bewerten? Das haben sich wohl die Spezialisten im Stuttgarter Auktionshaus Nagel gefragt, als sie im vergangenen Jahr in einem Kölner Kunstlager die Art Kite Collection in Augenschein nahmen. Die „Bilder für den Himmel“, die Paul Eubel, der 2010 verstorbene Leiter des Goethe-Instituts in Osaka, initiiert hatte, wurden zwar von renommierten westlichen und auch zahlreichen asiatischen Künstlerinnen und Künstlern geschaffen, aber Kunst in Drachenform kommt auf dem Auktionsmarkt sonst nicht vor. Daher entschloss man sich in Stuttgart, die Arbeiten auf Papier recht moderat zu bewerten – nicht zum Nachteil. Schon im Vorfeld sei das Interesse weltweit unbeschreiblich hoch gewesen, berichtet Gerda Lenßen-Wahl, Abteilungsleiterin für Moderne und Zeitgenössische Kunst bei Nagel. Dementsprechend lebhaft habe sich dann auch die Auktion entwickelt. Im Rahmen des „White Glove Sale“ katapultierte sich dann Kazuo Shiragas rot-schwarze wilde Action Painting-Malerei „Purpur“ auf der hochrechteckigen Tsugaru-Drachenform an die Spitze. Mit 300.000 bis 500.000 Euro angesetzt, entschwebte sie erst bei 1,14 Millionen Euro in eine Schweizer Sammlung.


Zum titelgebenden „Höhenflug“ setzte dann noch Kazuo Shiragas zweite Variante, eine ebenfalls ungestüme Farbschlacht in Schwarz, Himmelblau und Scharlachrot auf einer Raute, mit 240.000 Euro an (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). So verabschiedeten sich Ende Februar mühelos alle 146 Flugobjekte, die erstmals am 1. April 1989 bei einer „Vernissage am Himmel“ im japanischen Himeji in die Lüfte gestiegen waren, und spülten brutto gut 7,4 Millionen Euro zugunsten der weltweiten Katastrophenhilfe in die Kassen von Nagel und Eubels Nachkommen. Eine Verzehnfachung der Schätzwerte war keine Seltenheit, etwa bei Erik Bulatovs streng geometrischer und auf das Zentrum ausgerichteter Flucht in Weiß und Blau unter dem Titel „Nebo/Himmel“ auf 80.000 Euro oder Victor Vasarelys kubischer Op-Art-Täuschung auf 70.000 Euro. Die meisten Begehrlichkeiten weckte die japanische Tupfenprinzessin Yayoi Kusama mit ihren roten Punktemuster auf dem Edo-Drachen „Feuer“ von 1988: Von 20.000 Euro aus steigerten sich 52 Bieter aus aller Welt auf 680.000 Euro hoch.

In die Sechsstelligkeit schwangen sich Lee Ufans „Himmel“ mit locker gesetzten, abstrakten schwarzen Schriftzeichen bei 230.000 Euro (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR), Frank Stellas quadratische Farbschichtungen auf seinem „Frank Stella Art Kite“ bei 300.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und Atsuko Tanakas buntes Gewirr aus Kreisen und Linien bei 440.000 Euro auf (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Strenge und Verspieltheit trafen etwa noch bei Daniel Burens charakteristischen, exakt 8,7 Zentimeter breiten Vertikalstreifen in Weiß und Rot mit 92.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) und Niki de Saint Phalles überlebensgroßem farbfreudigem „Oiseau amoureux“ bei 210.000 Euro aufeinander (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Otto Piene betitelte seine auslaufenden goldenen Farbkreise in kleinen Kästchen poetisch als „Sterntaler“, die nun 50.000 Euro herabregneten (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR), Tadaaki Kuwayama seinen nun 28.000 Euro teuren Drachen nach seiner Erscheinung nüchtern als „Vier schwarze Quadrate“ (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Gelegentlich war auch eine Verzwanzigfachung der Erwartung im Bereich des Möglichen, etwa bei Minoru Onoda und seinem rautenförmigen Tosa-Drachen, auf dem der Japaner runde Flecken farbenreich auf gelbem Grund vegetativ anschwellen ließ, mit 62.000 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR) oder bei Esther Mahlangu. Die Südafrikanerin hatte ihren Drachen mit einem traditionellen Muster der Ndebele-Ethnie als „Freedom flight for the African people“ erfolgreich bei 18.000 Euro gestaltet (Taxe 800 bis 1.400 EUR). Eine prozentual noch bessere Steigerung legte die Aboriginal-Künstlerin Pansy Napangardi mit ihrem von braunen Punktekreisen und einer zentralen Kreuzform überzogenen Drachen „Ilpili“ von 600 Euro auf 40.000 Euro hin. Jannis Kounellis freute sich über 33.000 Euro für sein weißes sternförmiges Achteck mit großem schwarzem Tuscheklecks (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR), Raimund Girke über 20.000 Euro für seine dynamischen blauen, schwarzen und gelben Pinselstriche auf der „Kühle des Morgens“ (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und Richard Paul Lohse über 44.000 Euro für seine Konkrete Kunst-Spielerei „Dreißig vertikale systematische Farbreihen“ aus kleinen Quadraten in rhythmischer Verschiebung (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Recht nahe kam dem Gerhard Richters Farbtafel mit acht auf acht Reihen, die mit 280.000 Euro ebenfalls über der schon hohen Erwartung von 150.000 bis 200.000 Euro lag. Als günstigster Drache platzierte sich gleich dahinter die unregelmäßige freie Form mit dem Ziffern-Buchstaben-Zug „1.000k“ des vor allem als Architekten tätigen Italo-Argentiniers Clorindo Testa bei taxgerechten 650 Euro. Jean Tinguely entbot seinen chiffrierten „Gruß an Gutai“ an seine Kollegen aus der japanischen Künstlergruppe für 28.000 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Auch Anton Stankowskis mit drei gestreiften Farbfeldern optisch zu einem Kubus zusammengesetztes Sechseck erwies sich bei 15.000 Euro besonders flugtauglich(Taxe 1.000 bis 1.500 EUR), ebenso Rosalie Gascoignes aus Schriftfetzen auf gelbem Grund konstruierter „Highway to Heaven“ bei 46.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) oder Kenny Scharfs Zielscheibe mit grinsendem einäugigem Gesicht bei 52.000 Euro (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR). Paul Wunderlichs fast lebensgroße „Herzdame“ siegte bei 12.000 Euro (Taxe 1.600 bis 2.500 EUR), Robert Rauschenbergs „Sky house II“ mit seiner stiltypischen Collage aus Alltagsgegenständen wie Möbeln, Stoffmustern, Lampen oder abplatzender Farbe bei 440.000 Euro (Taxe 120.000 bis 160.000 EUR).

Für solche Euphorie war das reguläre Angebot an moderner und zeitgenössischer Kunst am 23. Februar nur selten zu haben. Hier kletterte wenigstens Peter Roehrs serielle Fotocollage „FO-73“ von 1966 von 4.000 Euro auf 40.000 Euro. Bei einer guten losebezogenen Zuschlagsquote von 77,3 Prozent spielten die 555 veräußerten Positionen nochmals rund 1,34 Millionen Euro ein und verhalfen Nagel mit einem Gesamtumsatz von 8,74 Millionen Euro zum besten Ergebnis dieser Sparte in der 100jährigen Firmengeschichte. Hinter Roehr folgten Roy Lichtenstein mit seinem Farbsiebdruck der verschlungenen Notenzeilen „Composition II“ von 1996 bei 38.000 Euro (Taxe 17.000 bis 20.000 EUR) und Arnulf Rainer mit der übermalten Fotografie „Totenmaske Beethoven – Herbst“ von 1978 bei 20.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Seine Wiener Kollegin Erika Giovanna Klien animierte die Käufer mit ihrer 1950 gezeichneten Bewegungsstudie eines einfahrenden „Subway Express“ zu 18.000 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

Diese vier Arbeiten stammten aus der Sammlung Karin von Maurs, der ehemaligen stellvertretenden Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart, die auch sonst für Wertzuwächse sorgte, etwa bei Adolf Fleischmanns ovaler Stäbchen-„Komposition in Grau“, einer Gouache von 1950, für 14.000 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR), Fritz von Graevenitz’ um 1920 gegossener Bronzeskulptur eines stilisierten Falken für 4.200 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR) oder der fotorealistischen Bleistiftzeichnung eines Wasserglases auf einem Kühlschrank der Spanierin Isabel Quintanilla von 1972 für 6.000 Euro (Taxe 1.200 bis 2.000 EUR). Aus anderen Sammlungszusammenhängen legte Alfred Lörchers kleine Bronzefigur eines „Zeitungslesers“ von 1958 von 800 auf 8.500 Euro zu, Georg Karl Pfahlers frühe Collagemalerei aus Farbfeldern von 1959/60 von 1.200 Euro ebenfalls auf 8.500 Euro. Mit jeweils 15.000 Euro hielten sich Paul Kleinschmidts Blick auf drei Halbakte in der „Zirkusgarderobe“ von 1930 und die kraftvolle informelle Ölmalerei „10/II, 56“ von Peter Brüning aus dem Jahr 1956 exakt an ihre untere Schätzgrenze, während sich Sol LeWitts vielfarbige „Wavy brushstrokes“ auf einer Gouache des Jahres 1995 leicht auf 13.000 Euro verbesserten (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



19.04.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 29

Seiten: 1  •  2  •  3  •  4

Events (1)Adressen (1)Kunstsparten (1)Stilrichtungen (3)Berichte (1)Kunstwerke (22)

Veranstaltung vom:


23.02.2022, Moderne & Zeitgenössische Kunst, Design - The Art Kite Collection

Bei:


Nagel Auktionen

Kunstsparte:


Arbeiten auf Papier

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Bericht:


Bilder für den Himmel

Kunstwerk:

Robert Rauschenberg, Sky house II, 1988
Robert Rauschenberg, Sky house II, 1988

Kunstwerk:

Gerhard Richter, Ohne Titel, 1987/88
Gerhard Richter, Ohne Titel, 1987/88







Niki de Saint Phalle,  L’oiseau amoureux, 1987/88

Niki de Saint Phalle, L’oiseau amoureux, 1987/88

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 210.000,- EURO

Losnummer: 1034

Jannis Kounellis,  Ohne Titel, um 2005

Jannis Kounellis, Ohne Titel, um 2005

Taxe: 3.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 33.000,- EURO

Losnummer: 1007

Moritz Ney,  Ohne Titel, 1998

Moritz Ney, Ohne Titel, 1998

Taxe: 600 - 1.000 EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 1143

Anton Stankowski,  Raumdrachen, 1987

Anton Stankowski, Raumdrachen, 1987

Taxe: 1.000 - 1.500 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 1126

Igor Kopystiansky,  Ohne Titel, 1989

Igor Kopystiansky, Ohne Titel, 1989

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 1137

Jean Tinguely,  Gruss an Gutai, 1987/88

Jean Tinguely, Gruss an Gutai, 1987/88

Taxe: 3.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 1122

Otto Piene,  Sterntaler, 1987

Otto Piene, Sterntaler, 1987

Taxe: 7.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 1061

Kenny Scharf,  Starring… The Star, 1988/89

Kenny Scharf, Starring… The Star, 1988/89

Taxe: 6.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 52.000,- EURO

Losnummer: 1026

Daniel Buren,  Ohne Titel, 1987/88

Daniel Buren, Ohne Titel, 1987/88

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 92.000,- EURO

Losnummer: 1045

Frank Stella,  Frank Stella Art Knite, 1987/88

Frank Stella, Frank Stella Art Knite, 1987/88

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 300.000,- EURO

Losnummer: 1071

Yayoi Kusama,  Feuer, 1988

Yayoi Kusama, Feuer, 1988

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 680.000,- EURO

Losnummer: 1107

Gerhard Richter,  Ohne Titel, 1987/88

Gerhard Richter, Ohne Titel, 1987/88

Taxe: 150.000 - 200.000 EURO

Zuschlag: 280.000,- EURO

Losnummer: 1022

Erik Bulatov,  Nebo (Himmel), 1987/88

Erik Bulatov, Nebo (Himmel), 1987/88

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 1097




Copyright © '99-'2022
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce