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Zum Tod von Meda Mládková

Die Kunstsammlerin und Mäzenin Meda Mládková ist gestorben

Die Kunstmäzenin Meda Mládková ist heute im Alter von 102 Jahren in Prag gestorben. Dies gaben das von ihr gegründete Museum Kampa und ihre Stiftung bekannt. Die gebürtige Tschechin wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA aus und setzte sich von dort für die Kunst ihrer Landsleute ein. Ab den 1950er Jahren erwarb Mládková gemeinsam mit ihrem Ehemann Jan Mládek eine bedeutende Sammlung moderner Kunst. Sie begeisterten sich insbesondere für den Maler František Kupka, vom dem das Ehepaar über 200 Werke besaß. Nach der Samtenen Revolution und dem Tod ihres Mannes kehrte die Kunsthistorikerin 1989 in die tschechische Hauptstadt zurück, der sie ihre Kunstsammlung vermachte. Dort ließ sie die frühere Sova-Mühle am Moldau-Ufer zum Museum Kampa für moderne Kunst umbauen und gründete die Jan und Meda Mládek Foundation.

Der Stiftungsvorsitzende Jirí Pospíšil würdigte die Sammlerin mit den Worten: „Meda Mládková war eine bewundernswerte Persönlichkeit. Sie hatte ein großes Herz, war eine glühende Patriotin und liebte Tschechien sehr. Ihr eigener Ruhm war ihr nie wichtig. Alles, was sie tat, tat sie, um anderen zu helfen – vor allem der tschechischen Kultur. Ihr ganzes Leben lang hat sie an den Gedanken geglaubt ‚Wenn die Kultur überlebt, wird die Nation überleben‘, und dieser Gedanke wird ihr erhalten bleiben.“

Meda Mládková wurde am 8. September 1919 in Zákupy in Nordböhmen geboren. Bei Kriegsende erlebte sie in Prag die brutale Vertreibung der Sudentendeutschen und entschied sich daher das Land zu verlassen. Nach einem Wirtschaftsstudium in der Schweiz, studierte sie anschließend von 1955 bis 1960 Kunstgeschichte an der Sorbonne in Paris. In der französischen Hauptstadt begegnete sie dem tschechischen Maler František Kupka, dessen Gemälde sie sofort faszinierten, und lernte durch ihre Arbeit beim Verlag Editions Sokolova ihren späteren Mann, den Ökonomen Jan Mládek, kennen, der beim Internationalen Währungsfonds arbeitete. Mit ihm zog sie nach Washington, wo ihr Haus zu einem Salon des kulturellen und künstlerischen Austausches für namhafte tschechische Persönlichkeiten wie den Journalisten Ferdinand Peroutka oder den Schauspieler Jirí Voskovec wurde.

In den 1960er Jahren bereiste Mládková mehrfach die Tschechoslowakei und machte sich mit der dortigen Kunstszene bekannt. In der Folgezeit kaufte sie Arbeiten von tschechischen Künstlern, die in ihrer Heimat nicht ausstellen durften, und empfahl sie an Galerien im Westen weiter. Außerdem setzte sie sich in der USA für die Unterstützung tschechischer Kunstschaffender durch Stipendien ein. Ihre Sammlung wurde zur Grundlage für das Museum Kampa, das neben den Arbeiten Kupkas auch 16 Skulpturen von Otto Gutfreund und über 1000 Kunstwerke tschechischer und slowakischer Künstler aus den Jahren 1965 bis 1985 beherbergt. Der Dichter, Künstler und Kunstsammler Jirí Kolár schenkte der Mládek-Stiftung vor seinem Tod im Jahr 2002 seine Werke.

Für ihre Arbeit wurde Meda Mládková mehrfach ausgezeichnet. Präsident Václav Havel verlieh ihr 1999 die Verdienstmedaille, und 2012 wurde sie in die französische Ehrenlegion aufgenommen. Die Kunstmäzenin trat zuletzt anlässlich ihres 99. Geburtstags im Jahr 2018 öffentlich auf, danach zog sie sich aufgrund gesundheitlicher Probleme ins Privatleben zurück.


03.05.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Amanda Bischoff

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