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Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Lempertz hat seine Preußen-Auktion um den „Berlin Salon“ mit Designobjekten der Moderne erweitert

Weinender Putto



Walter Gropius, Walter Gropius und Adolf Meyer, Herrenzimmer, 1923/24

Walter Gropius, Walter Gropius und Adolf Meyer, Herrenzimmer, 1923/24

Für seine kommende Auktionsrunde in Berlin hat Lempertz ein neues Format aufgelegt: Den „Berlin Salon“. Darin dreht sich alles um den modernen Möbelbau vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Bauhaus-Zeit. Hier verbirgt sich auch ein Highlight der Versteigerung: Ein komplett und original erhaltenes Herrenzimmer von Walter Gropius und Adolf Meyer, das sich bis heute zum Besitz der Enkelgeneration des Auftraggebers, des Försters Georg Hanstein, gehört. Wer meint, dass mit der Entstehungszeit in den Jahren 1923 und 1924 und damit in der frühen Bauhaus-Phase gebogenes Stahlrohr und damit eine frische Leichtigkeit im Vordergrund steht, ist überrascht. Gropius und sein engster Mitarbeiter Meyer griffen bei dem blockhaften Ensemble mit Schreibtisch, Sessel, Bücherregal, rundem Tisch und sechs Stühlen auf Eichenholz und naturfarbene Lederpolster zurück. Dabei verzichteten die Entwerfer auf Zierrat und stellten die schlichte kantige Formgebung heraus. Laut Lempertz ist es das einzige Möbelensemble der Epoche, das sich nicht in Museumbesitz befindet, und will zusammen mit Aufrissplänen und der dazugehörigen Geschäftskorrespondenz mindestens 100.000 Euro sehen.


Das älteste Möbelstück in dem schmalen Katalog „Berlin Salon“ mit insgesamt 18 Positionen fällt ein wenig aus der Reihe. Stammt der tannengrün lackierte und vergoldete Stuhl mit kannelierten Säulchen doch noch aus dem Klassizismus und wird dem Pariser Ebenisten Henri Jacob um 1790/1800 zugeschrieben. Er soll in der Sommerresidenz der russischen Zaren in Pawlowsk bei St. Petersburg gestanden haben (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). So richtig los geht es in der Offerte mit dem Jugendstil, der in seiner floralen Gestalt mit einem Kirschholzstuhl der Berliner Möbelfabrik Hess & Rom knapp vor der Jahrhundertwende aufwartet (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR). Kurz vor seinem frühen Tod gestaltete Patriz Huber 1901 einen ausladenden eckigen Armlehnsessel mit nur einem Zierelement für das Atelierhaus des Malers Paul Brück auf der Darmstädter Mathildenhöhe (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR). Bei Henry van de Velde und seinem Armlehnstuhl aus Mahagoni (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) sowie den vier ihm zugeschrieben Esszimmerstühlen aus schwarz lackierter Eiche werden die Formen wieder bewegter und organischer (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Verführerisch ist der dem Original nachgebildete blaue Seidenbezug mit stilisierten Blüten aus Silberfäden, der die dicken Polster auf einem voluminösen, schwarz gebeizten Mahagonisessel von Peter Behrens um 1910 umgibt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Gemütlichkeit steht ebenfalls bei Bruno Pauls Armlehnsessel von 1926/27 im Vordergrund, bei dem vor allem der nach originalen Stofffragmenten rekonstruierte Baumwollveloursbezug in verschiedenen kräftigen gestreiften Blautönen auffällt (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR). Mit dieser Bewertung ist zudem der gleichaltrige kubische schwarze Klubsessel mit dem ursprünglichen rostroten und weiß gepunkteten Textilbezug versehen, den die Staatliche Bauhochschule Weimar nach einem Entwurf Erich Dieckmanns ausgeführt hat. Von der Eleganz des Art Déco und fernöstlichen Einflüssen zeugt ein Fauteuil, den sich Fritz August Breuhaus de Groot mit durchbrochener Lehne, rotem Schleiflack, vergoldetem Zierrat und dicker Polsterauflage um 1920 ausgedacht hat (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Die „Preußen Auktion“ ist mit Keramik- und Porzellanwaren wieder reich bestückt. Zu den ältesten Stücken zählt eine Deckelvase um 1730 aus der Fayencemanufaktur Cornelius Funcke, die auf türkisblauem Fond mit manganvioletten Blüten und Chinoiserien in Reserven dekoriert ist (Taxe 12.500 bis 15.000 EUR). Das meiste stellt die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin, etwa eine Bacchusgruppe mit zwei raufenden Panthern nach einem Modell von Johannes Eckstein aus der Mitte der 1770er Jahre (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR) oder ein Paar Cachepots mit Rosengirlanden vor 1823 (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Ergänzend treten Objekte aus den Bestellungen Friedrichs II. für seine Hofhaltung hinzu, darunter zwei Meißner Speiseteller aus Service mit dem eisenroten Mosaikrand von 1761/62 (Taxe je 1.000 bis 1.500 EUR) oder zwei Leuchter aus dem „Neuen Silbernen Service“. Nach Beendigung des Zweiten Schlesischen Krieges gab der Alte Fritz die umfangreiche Bestellung mit ursprünglich 50 bis 60 Gedecken bei Johann Christian Lieberkühn d.J. in Auftrag. Jedem Platz an der Tafel war einer der kleinen einflammigen Leuchter zugeordnet, die jetzt zusammen 38.000 bis 40.000 Euro erwirtschaften sollen.

Kurze Zeit später fertigte Hermann Neupert II eine Girandole in friderizianischem Rokoko samt Aufsatz mit drei gedrehten floralen Leuchterarmen und Tüllen. Sie passt auf eine zeitgleich in Berlin oder Potsdam entstandene, konvex-konkav geschwungene Kommode mit einer schlichten Rautenmarketerie aus Mahagoni, an der vor allem die vergoldeten Bronzebeschläge hervorstechen (Taxe je 10.000 bis 12.000 EUR). Das berühmteste Berliner Produkt, das im frühen 18. Jahrhundert europaweit vertrieben wurde, war die farbige Emailschatulle der Manufaktur von Pierre Fromery, für die auch der in Berlin geborene Meißener Maler Christian Friedrich Herold arbeitete. Beide sollen hinter einer Deckeldose der 1720er Jahre stehen, die mit einem Garten am See samt Menschen, Schafen und Architekturteilen in unterschiedlichen Proportionen aufwartet (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR).

Auch der erste Teil der Sammlung Annedore Müller-Hofstede kommt in Berlin zum Aufruf. Die 2017 verstorbene Kunsthistorikerin hat sich für deutsches Porzellan mit dem Schwerpunkt auf klassizistischen Ikonografien wie Werther-Motiven oder Darstellungen nach Angelika Kauffmann interessiert. Dazu gehören ein Dessertteller mit einer mythologischen Szene aus einem Tafelservice für Friedrich II. um 1783 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), ein Meißner Tischdenkmal für Christian Fürchtegott Gellert nach einem Entwurf Michel Victor Aciers um 1777 (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), ein fünfteiliges Kaffee- und Teeservice dieser Zeit aus der sächsischen Manufaktur mit Dresdner Gemäldekopien auf kobaltblauem Fond (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder eine Tasse samt Untertasse, bemalt 1804 von Johann Ferstler in der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur Wien mit der Kauffmann-Adaption „Die Jugend des Bacchus“ (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Johann Heinrich Schröder hob König Friedrich Wilhelm II. mehrmals ins Bild. Der Förderer der Künste, der Berlin zu einem Zentrum der Klassik machte, tritt bei dem Meininger Maler ohne jegliche Herrscherattitüde an (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Schröder wird auch das zarte Pastellportrait der Friederike Eleonore Sophie von Kalb zugeschrieben (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Das Zehnfache verlangt eine hohe Lüsterkrone aus der Zeit um 1800, die aus der Bronze-Fabrik Werner & Mieth stammen soll. In die Regierungszeit Friedrich Wilhelms III. datiert zudem ein Reifkronleuchter mit Prismenbehang aus der Holzbronzefabrik Carl August Mencke um 1825/35 nach einem Entwurf Karl Friedrich Schinkels (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). In diese Preiskategorie ordnen sich bei den KPM-Porzellanen zudem ein klassizistisches Tafelservice aus 34 Teilen mit Palmettenbordüren, grünen Fondstreifen und zentralem goldenen Medaillon und eine Vase mit mythologischen Szenen von 1817 ein. Die Manufaktur Sèvres ergänzt mit einem Teller von 1808 aus dem Dessertservice für den Grafen Nikolai Petrovich Romanzoff mit dem Profilkopf des Gottes Bacchus in Cameo-Malerei (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR).

Skulptural wird es mit den beiden Terrakottafiguren der Museen Polyhymnia und Euterpe, die in den frühen 1850er Jahren in der Charlottenburger Tonwarenfabrik Ernst March & Söhne nach Modellen von Christian Daniel Rauch gebrannt wurden (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Teurer wird es mit 70.000 bis 80.000 Euro für die Skulptur des Forschers Alexander von Humboldt, den der Rauch-Schüler Carl Wolgast 1851 unprätentiös als Gelehrten und Forschungsreisenden schuf. Der bei Lempertz vorliegende Bronzeguss stammt vermutlich direkt aus dem Nachlass Humboldts. Adolph von Menzel steuert drei Arbeiten zur Auktion bei, darunter die schwarze Kreidezeichnung mit dem weinenden Putto vom Grab des Prinzen Friedrich Wilhelm in Potsdam (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR) und die Gouache zweier Bettler „Vor der Kirche“ von 1890 (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Den Abschluss bilden einige Werke am Übergang zum 20. Jahrhundert, etwa eine Vase auf die Hochzeit von Zar Nikolaus II. und Alix von Hessen-Darmstadt aus der Manufaktur Royal Copenhagen, die August Hallin 1894 mit atmosphärischen Ansichten des schneebedeckten Schlosses Amalienborg und des frühlingshaften Schlosses Fredensborg bemalt hat (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), oder ein stilles, beinahe sphärisches Frauenportrait von Ernestina Orlandini, wohl ein Selbstbildnis in weißem Kleid, von 1898 für 20.000 bis 25.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 7. Mai um 11 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 5. Mai täglich von 11 bis 17 Uhr möglich. Der Internet-Katalog listet die Objekte unter www.lempertz.com.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Poststraße 21-22

DE-10178 Berlin

Telefon:+49 (030) 278 760 80

Telefax:+49 (030) 278 760 86

E-Mail: info@lempertz.com

Startseite: www.lempertz.com



04.05.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Johannes Eckstein, Bacchus-Gruppe, 1775/76
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Paar Cachepots,
 KPM, vor 1823
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Ernestina Orlandini, Portrait einer Frau in weißem Kleid (wohl
 Selbstportrait), 1898
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Adolph von Menzel, Vor der Kirche, 1890
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Vase mit zwei mythologischen Szenen, KPM, 1817
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Michel Victor Acier, Tischdenkmal für Christian Fürchtegott Gellert, um 1777
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Walter Gropius und Adolf Meyer, Herrenzimmer, 1923/24
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Blauer Armlehnsessel von Bruno Paul

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Bedeutende Deckelvase

Bedeutende Deckelvase

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Adolph von Menzel,  Vor der Kirche, 1890

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Musealer Sessel von Patriz Huber

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Michel Victor Acier, Tischdenkmal für Christian Fürchtegott Gellert, um 1777

Michel Victor Acier, Tischdenkmal für Christian Fürchtegott Gellert, um 1777

Taxe: 2.000 - 3.000 EURO

Losnummer: 53




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