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Oskar Zwintscher im Dresdner Albertinum

Oskar Zwintscher, Bildnis der Frau des Künstlers, 1901

Das Albertinum der Staatlichen Kunstsammlung Dresden widmet sich ab dem Wochenende mit einer umfangreichen Retrospektive dem Fin de Sciècle-Künstler Oskar Zwintscher. Der deutsche Maler war seinerzeit für seine suggestiven Landschaften, feinfühligen Portraits und symbolträchtigen Kompositionen bekannt, die er unter anderem 1910 in einer Einzelausstellung auf der Biennale in Venedig präsentieren konnte. Die Kuratoren geben mit der Ausstellung zugleich einen Epochenrückblick auf die Jahrhundertwende. Dabei stellen sie die Gemälde Zwintschers in einen Kontext mit nationalen und internationalen Entwicklungen und ihnen Werke von Arnold Böcklin, Ferdinand Hodler, Franz von Stuck, Paula Modersohn-Becker oder Gustav Klimt gegenüber. Auch die Sezessionen und Jugendstilzentren Brüssel und Wien werden als Akteure eingebunden. Etwa 50 Arbeiten Zwintschers und weitere 50 Gemälde und zehn Statuen anderer Künstler sind für die Besucher neben Fotografien, Illustrationen, Zeitschriften und Büchern aus der Zeit zu sehen.

Oskar Zwintscher, geboren 1870 in Leipzig, ging nach drei Jahren an der Kunstakademie und Kunstgewerbeschule seiner Heimatstadt 1890 nach Dresden, wo er als Schüler von Friedrich Leon Pohle und Ferdinand Pauwels an der Kunstakademie studierte. Das Schaffen Zwintschers zirkuliert zwischen Jugendstil und Symbolismus, so auch das Gemälde „Gram“ von 1898. Eine tote Frau liegt am unteren Bildrand, während ihr Mann mit seinem Kopf auf ihrem Körper liegt und trauert, was durch die Last eines großen Steines, den der Tod auf seinem Rücken ablegt, symbolisch verstärkt ist. Da die Städte, in denen Zwintscher lebte, im ehemaligen Ostdeutschland liegen, kam ihm laut Hilke Wagner, der Direktorin des Albertinum, in der westdeutschen Kunstgeschichte nicht die Aufmerksamkeit zu, die ihm eigentlich zugestanden hätte. Mit der größten Retroperspektive seit seinem frühen Tod im Jahr 1916 möchte Wagner der Aufgabe der Museen nachkommen, „Kunstgeschichtsschreibung rückwirkend zu korrigieren und den Kanon ein Stück weit zurechtzurücken“.

Die Ausstellung „Weltflucht und Moderne. Oskar Zwintscher in der Kunst um 1900“ ist vom 14. Mai bis zum 15. Januar 2023 zu sehen und wandert dann ins Museum Wiesbaden. Das Albertinum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 12 Euro, ermäßigt 9 Euro. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog für 42 Euro im Sandstein Verlag Dresden.

Albertinum
Tzschirnerplatz 2
D-01067 Dresden
Telefon: +49 (0)351 – 49 14 2000


13.05.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Felice Ernst

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