Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Passage II. Hommage à Watteau / Doris Ziegler

Passage II. Hommage à Watteau / Doris Ziegler
© Döbele Kunst Mannheim


Anzeige

Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther

Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /
© Kunstmarkt Media


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Zeitgenössische Kunst im Wiener Dorotheum ist mit Italienern wieder gut besetzt. Doch auch einige außereuropäische Künstler tun sich in dem Angebot aus den letzten 70 Jahren hervor

Abstraktion mit Einschlag



Wäre da nicht Andy Warhol, würde die gegenstandslose Malerei in der Auktion „Zeitgenössische Kunst“ beim Wiener Dorotheum fröhliche Urständ feiern. Doch der Großmeister der Pop Art drängt sich prominent hervor und besetzt mit seinem Portrait von Man Ray den Spitzenplatz. Dafür besuchte Warhol sein Dada-Vorbild am 30. November 1973 in dessen Pariser Wohnung und stylte ihn für das Fotoshooting, indem er den inzwischen 83jährigen Man Ray bat, seine Brille abzunehmen, seine Seemannsmütze aufzusetzen und mit einer Zigarre im Mund zu posieren. Das Treffen zwischen den beiden Kunststars hatte der Turiner Galerist Luciano Anselmino arrangiert. Dabei sprangen unter anderem sechs quadratische Leinwände und mehrere kleinformatige Grafikserien heraus. Über Anselmino ging das im Dorotheum vorliegende Werk mit rot-violetten Übermalungen 1975 in europäischen Privatbesitz, wo es sich seither befand und nun erstmals für 300.000 bis 500.000 Euro den Kunstmarkt betritt.


Der Preisschritt zu den nächstteuren Arbeiten steigt auf 180.000 Euro herab. Auch hier tut sich Andy Warhol ein zweites Mal hervor und stellt „Ms. B und Yucca“ zu Verfügung. Doch wer hinter dem Doppelbildnis mit dem dominanten violetten Pudel, der seine Zunge heraushängen lässt, und der Frau mit kurz geschnittenen braunen Locken und dunkelroten Lippen genau steckt, bleibt im Dunklen. Erst im vergangenen Dezember bei Lempertz in Köln erfolglos für 300.000 bis 400.000 Euro angetreten, versucht das Quadrat von 1981 nun bei 180.000 bis 240.000 Euro den Absprung. Dann wird es auf diesem Preisniveau doch endlich abstrakt, etwa mit Emilio Vedovas ungestümem schwarzweißem Hochformat „Immagine del tempo ‘57–3, T“ von 1957, das an ein Schlachtengetümmel erinnert, oder Sam Francis’ bunter, wild gespritzter Andreas-Kreuz-Struktur „Untitled – SFP89-40“ von 1989. Hätte Jean Dubuffet nicht mit schwarzer Tusche die Konturlinien einer Kuh auf seiner Gouache „Vache“ von 1954 nachgezeichnet, könnte man das Nutztier auf den Farbseen nicht erkennen (Taxe 180.000 bis 280.000 EUR).

Neben Vedova sind abstrakte Positionen aus Italien im Dorotheum wieder gut vertreten. Während Alberto Burri bei „Cellotex“ von 1977 auf die Farbe Schwarz setzt und sie nur durch ihre Körnigkeit in zwei Bereiche teilt (Taxe 120.000 bis 160.000 EUR), hat Enrico Castellani bei seiner „Superficie Bianca“ von 1985 die Leinwand rein weiß gefasst, sie durch Nägel auf der Rückseite diagonal strukturiert und somit den planen Bildraum zu einem Relief erweitert (Taxe 170.000 bis 230.000 EUR). Entsprechend dem Titel „Terra chiusa“ verwendete Giuseppe Santomaso 1961 erdfarbene Töne, gepaart mit Schwarz, die er überlagernd mit dem Spachtel in gestisch-abstrakter Manier auf die Leinwand aufbrachte. Mehr Farbe kommt bei Piero Dorazio ins Spiel, sei es bei den fast durchweg parallel gestaffelten Bahnen in Weiß, Gelb, Rot, Grün, Violett, Blau und Ocker auf dem Gemälde „From now on“ von 1965 (Taxe je 80.000 bis 120.000 EUR) oder bei den mosaikartig zusammengesetzten Balken „Per la luce giusta I“ von 1973 mit dunkelblauen Unterbrechungen (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Archaisch wie die Zeichensprache von Höhlenmenschen wirkt das Halbrund mit vier Enden, das häufig variierte Hauptmotiv auf Giuseppe Capogrossis Gemälde „Domenica d’estate Superficie 10“ von 1953 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Mit Sand hat Antoni Tàpies seine Mischtechnik einer Spiralform auf quadratischer Holzplatte angereichert und sie 1991 entsprechend „Snake in a square“ betitelt (Taxe 160.000 bis 220.000 EUR). „Revolte, Geschwindigkeit, Risiko – diese drei Worte stehen auch im Mittelpunkt der heutigen lyrischen Abstraktion“, erläuterte Georges Mathieu sein Tun. Das kann man an seinen beiden energiegeladenen Abstraktionen „Ammomum“ von 1978 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) und „Mouvements ivres“ von 1987 ablesen (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Der 1928 geborene, schon lange in Paris lebende Argentinier Julio Le Parc gehört mit seinen kinetischen und die visuelle Wahrnehmung herausfordernden Experimenten zu den Vertretern der Op-Art. In seinem „Continuel Mobile Rouge Vert“ von 1969 sind kleine rote Kunststoffplättchen, die er an Nylonfäden beweglich vor dunkelgrünem Grund aufgespannt hat, um mit dem Auge des Betrachters zu interagieren (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Zu diesem Zweck nutzte Adolf Luther für gewöhnlich Spiegel und setzte sieben von ihnen 1974 zu einer dreieinhalb Meter hohen Lichstele zusammen (Taxe 75.000 bis 85.000 EUR).

Auch bei der Kunst aus Österreich dominiert die Ungegenständlichkeit, angefangen bei zwei frühen schwarzen Übermalungen Arnulf Rainers aus den 1950er Jahren, eine unter der Aufschrift „Hochzeitsmarsch“, über Wolfgang Holleghas bunte Farbverläufe auf einem titellosen Querformat von fast vier Metern Breite (Taxen je 50.000 bis 80.000 EUR) bis zu einem ebenfalls großformatigen Schüttbild in Blutrot, Braun, Grün und Schwarz von Hermann Nitsch mit Malhemd aus dem Jahr 2010 (Taxe 45.000 bis 65.000 EUR). Vier Meter Breite erreicht dann auch Herbert Brandls titellose, rot glühende Feuersbrunst 2005 (Taxe 60.000 bis 110.000 EUR). Anklänge an ein Gesicht lassen sich auf Karel Appels farbfrohem Gemälde „See me again“ von 1964 in primitiver, kindlich-naiver Malweise erkennen (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Seine Kollegen von der Kunstgruppe CoBrA Corneille und Asger Jorn sind ebenfalls mit farbintensiven Abstraktionen zugegen, Corneille mit dem Quadrat „Jardin propice a l’oiseau“ von 1960 (Taxe 55.000 bis 75.000 EUR) und Jorn mit den Farbballungen „Vizio Geologico“ von 1969 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

David Reeds in drei Feldern aufgeteilte Farbschlingenabstraktion „#500“ von 2000/03, die erst vor einem Jahr bei Van Ham in Köln mit der Provenienz der renommierten Sammlung von Helga und Walther Lauffs auf den Markt kam und den aktuellen Rekordwert von 55.000 Euro erzielte, ist ein weiterer Wiedergänger der Versteigerung. Im Dorotheum stehen nun schon 90.000 bis 100.000 Euro auf dem Preisschild. Kenny Scharf bevorzugt dagegen lustige Farbwelten, auf denen sich Fantasiewesen oder Comicfiguren tummeln, so auch bei „Ghost of Judy“ von 1983 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Als einer der wenigen Bildhauer macht der US-Amerikaner David Smith mit seiner aus einem bereits vorhandenen Stahlscharnier und einer Öse mit Griff kombinierten Arbeit, die er um 1955 zu einem Objekt figurativer Assoziation und zufälliger Schönheit zusammenschweißte (Taxe 160.000 bis 180.000 EUR).

Auch über den euro-nordamerikanischen Kunstraum greift das Angebot im Dorotheum hinaus und listet unter anderem das gestickte, gesellschaftspolitisch aufgeladene Schriftbild „The definition of the word fear in English“ der 1963 in Ägypten geborenen Ghada Amer, an dem zahlreiche dunkle Fäden herabhängen (Taxe 45.000 bis 55.000 EUR). Auf dem afrikanischen Kontinent bleibt es mit dem 20 Jahre später in der Elfenbeinküste geborenen Aboudia und seinem Gemälde „Deux amis noutchi“ von 2018/19, das an den Graffiti-Stil Jean-Michel Basquiats erinnert (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR). Und bei der fotorealistisch verschwommenen Sicht auf den mit Menschen überfüllten „Square“ des Chinesen Yin Zhaoyang aus dem Jahr 2004 kommen einem ebenfalls schnell gedankliche Verbindungslinien zur Malerei Gerhard Richters (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Die Versteigerung beginnt am 1. Juni um 17 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 17 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Katalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at

Startseite: www.dorotheum.com



29.05.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


01.06.2022, Zeitgenössische Kunst I + II

Bei:


Dorotheum

Kunstsparte:


Skulptur

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

Stilrichtung:


Pop Art

Stilrichtung:


Abstrakte Kunst










Copyright © '99-'2022
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce