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Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther

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Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack

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Das Festival Düsseldorf Photo+ widmet sich mit über 50 Ausstellungen dem Medium Fotografie. Damit und mit anderen Neuerungen positioniert sich Düsseldorf als selbstbewusste Bewerberin für den inoffiziellen Titel deutsche Fotohauptstadt

Düsseldorf im Fotofieber – Teil III



Thomas Ruff, tableau russes_01

Thomas Ruff, tableau russes_01

Weiter zur alten Garde der Düsseldorfer Galerienszene, der Konrad Fischer Galerie in der Platanenstraße. Deren Direktor Thomas W. Rieger komplettiert das vierköpfige Leitungsteam des Festivals Photo+, das noch durch die Projektleiterin Ljiljana Radlovic, den Galeristen Rupert Pfab und die Künstlerin Pola Sieverding ergänzt wird. In Formation fliegende Bomberstaffeln, jubelnde Volksmassen mit in die Luft gereckten Diktatorenporträts oder eine Gruppe einfacher Rotarmisten, die mit ihren Gewehren in die Luft zielen: Von beängstigender Aktualität sind bei Konrad Fischer einige Aufnahmen aus der neuen Serie „tableaux russes and tableaux chinois“ von Thomas Ruff. Auf der Grundlage von sowjetischen und chinesischen Propagandaaufnahmen, die er in historischen Bildbänden oder Magazinen findet, erzeugt Ruff im Zuge digitaler Bearbeitungs- und Verpixelungsprozesse großformatige Bilder, die das Missverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit, Repräsentation und Realität solcher der Agitation und Manipulation der einfachen Bevölkerung dienenden Zweckaufnahmen kritisch hinterfragen.


Im sechsten Stockwerk eines Bürogebäudes in der Kasernenstraße in der Düsseldorfer Innenstadt zeigt die Becher-Schülerin Natascha Borowsky, Jahrgang 1964, ältere und neuere Arbeiten in einer Einzelausstellung in der Galerie Franz Swetec. Hier hängen Fotografien von schwer definierbaren Fundstücken auf verschiedenen selbst hergestellten Fonds, farbige Fotogramme sowie eine Serie, die während eines Stipendienaufenthalts in Paris entstanden ist. Borowsky kombiniert dabei farbige Aufnahmen aus dem Botanischen Garten mit Rückenansichten von klassischen Skulpturen in Schwarz-Weiß. Die digitalen Pigmentdrucke haben eine malerische Qualität. Natascha Borowsky interessiert sich sowohl für die Spuren der Verwitterung beziehungsweise des Verwelkens, als auch für den formalen Aspekt der Kategorisierung in unterschiedlichen Ordnungssystemen.

Wer einen Ausflug in das im Norden Düsseldorfs gelegene idyllische Kaiserswerth direkt am Rheinufer unternimmt, kann in der Galerie Ute Parduhn aktuelle Arbeiten des Hamburger Konzeptkünstlers Manfred Holtfrerich, Jahrgang 1948, in Augenschein nehmen. Holtfrerich hat Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Bergmassiven des Himalaya und der Alpen aus antiquarischen Bildbänden gesichtet, daraus Ausschnitte bestimmt, diese vergrößert und durch die Anwendung von Farbfiltern monochrom eingefärbt. Dabei geht es ihm nicht um die Natur an sich, vielmehr sieht Manfred Holtfrerich diese als vorgegebene Bildfindung, die er als „richtig“ empfindet und sich künstlerisch aneignet. In einer anderen Serie visualisiert er seine Leseerfahrungen mit Theodor W. Adornos Klassiker „Ästhetische Theorie“. Einzelne Seiten sind groß aufgezogen und einzelne Textpassagen mit Textmarkerfarben unterlegt oder mit handschriftlichen Anmerkungen versehen.

Ästhetisch-kühl in Schwarz-Weiß kommt dann seine Serie „Les mains des femmes“ von 2021 daher. Auch dabei eignet sich Holtfrerich ein Zeitdokument künstlerisch an, diesmal Motive aus einem alten französischen Hauswirtschaftslehrbuch, auf das er in Paris gestoßen ist. Elegant manikürte Frauenhände stehen hier im Fokus, wie sie geradezu lehrbuchmäßig typische Verrichtungen im Haushalt ausführen. Eine Schule der schönen Gesten, wenn die Dame des Hauses beispielsweise vorsichtig die Wäsche in die Trommel legt oder ihre Gäste stilecht mit einem Glas Champagner begrüßt – aus heutiger, insbesondere feministischer Sicht sind diese Bilder natürlich längst überkommenen und fragwürdig. Die Serie korrespondiert allerdings mit der effekt- und detailverliebten visuellen Ästhetik der Nouvelle Vague, die durch gesellschaftskritische Filme etwa von Jean-Luc Godard oder François Truffaut seit Ende der 1950er Jahre große internationale Bekanntheit erlangte.

Im von Künstlern betriebenen Projektraum NKR – Neuer Kunstraum, etwas abseits vom Zentrum im Stadtteil Bilk gelegen, ist die Ausstellung „Vor den Bildern. Fotografie als Inspiration“ zu sehen. Ein vierköpfiges Kuratorenteam hat 31 Künstler*innen aus verschiedenen Generationen eingeladen, ihre Inspirationsquellen für aktuelle Arbeiten offenzulegen. Das können Fotografien, Magazine, Referenzabbildungen, Zeichnungen, Skizzen, Fundstücke oder Ähnliches sein. Alle Teilnehmenden haben einen Platz auf einem raumfüllenden 15 Meter langen Holztisch erhalten, wo sie diese Inspirationsquellen arrangieren konnten. Zudem läuft im Neuen Kunstraum eine Diaschau mit je drei Fotos von Werken der eingeladenen Künstler*innen. So können sich die Besucher*innen gut in den Entstehungsprozess und den ästhetischen Überbau einzelner Arbeiten hineinversetzen.

Neben bereits Etabliertem bietet Düsseldorf Photo+ allerdings auch dem künstlerischen Nachwuchs eine Plattform. So hat etwa der an der Kölner Kunsthochschule für Medien lehrende Düsseldorfer Licht- und Konzeptkünstler Mischa Kuball mit seinen Studierenden das Foyer und die erste Etage des 1967 errichteten und kurz vor dem sogenannten „Rückbau“ stehenden Apollo-Hochhauses an der Königsallee in Beschlag genommen. Auf mehr als 2.500 Quadratmetern präsentierten Studierende aus aller Welt speziell für den Ort entwickelte Arbeiten, die die Konsum- und Arbeitswelt thematisieren, die Natur ins Gebäude verpflanzen, virtuelle Gegenwelten entwerfen oder aber das Publikum in die Mythenwelt ferner Länder wie der Mongolei oder Nigerias eintauchen lassen.

Mit der Neueinrichtung einer Koordinierungsstelle Fotografie direkt im Kulturamt der Stadt gönnt sich Düsseldorf übrigens seit letztem Jahr als einzige deutsche Metropole ein allein der Förderung dieses Mediums verschriebenes Kontaktbüro. Prominent besetzt ist die unbefristete Stelle übrigens nicht etwa mit einem Verwaltungsbeamten sondern einem bildenden Künstler. Stephan Machác wurde 1981 in Düsseldorf geboren. Der Meisterschüler von Katharina Sieverding hat am Karlsruher Hochschule für Gestaltung und der Berliner Universität der Künste studiert. Als ehemaliger Off-Raum-Betreiber, Leiter eines Filmtheaters und Mitbegründer der Kunstkommission gilt er als bestens in der Szene vernetzt. Andernorts dürfte die Fotoszene wohl etwas neidvoll auf diese Neuerung blicken.

An „Düsseldorf Photo+. Biennale for Visual and Sonic Media“ beteiligen sich 50 Ausstellungen in Institutionen, Galerien, Off Spaces und Projekträumen. Sie haben unterschiedliche Laufzeiten, überwiegend bis zum 19. Juni.

Konrad Fischer Galerie
Platanenstraße 7
D-40233 Düsseldorf
Telefon: +49 (0)211 – 685 908

Galerie Franz Swetec
Kasernenstraße 13
D-40213 Düsseldorf
Telefon: +49 (0)211 – 32 42 47

Galerie Ute Parduhn
Kaiserswerther Markt 6a
D-40489 Düsseldorf
Telefon: +49 (0)211 – 400 655

NKR – Neuer Kunstraum
Himmelgeister Straße 107e
D-40225 Düsseldorf

www.duesseldorfphotoplus.de



03.06.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Plakat zur Ausstellung „Vor den Bildern. Fotografie als Inspiration“
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Manfred Holtfrerich, Berg
 grün, 2019
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Manfred Holtfrerich, Edition Adorno, 2021

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Natascha Borowsky, dyade 01, 2019

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Plakat zur Ausstellung „Vor den Bildern. Fotografie als Inspiration“

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Manfred Holtfrerich, Berg grün, 2019

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Natascha Borowsky, echo 31, 2020

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