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Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther

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Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Nach Corona an neuem Ort zurück: Die BRAFA zeigt in Brüssel Schätze von der Antike bis in die Gegenwart. Allerdings knirscht es noch etwas in den Hallen der Brussels Expo

Händewaschen nicht vergessen



Nach Unterbrechung durch die Corona-Krise ist die BRAFA wieder an den Start gegangen

Nach Unterbrechung durch die Corona-Krise ist die BRAFA wieder an den Start gegangen

Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause ist die Brussels Antiques and Fine Art Fair, kurz BRAFA, zurück. Und das in neuem Gewand, an einem neuen Ort und zur ungewohnten Jahreszeit. Fand die BRAFA früher im Februar statt, ist sie jetzt in den Juni gewandert, eine Woche vor der in Maastricht beginnenden Königsklasse der Antikmessen: der TEFAF. Nicht nur die Jahreszeit ist ungewohnt, auch der Standort. Die belgische Kunst- und Antiquitätenmesse ist vom historischen Gebäude Tour & Taxis am Brüsseler Kanal auf das Expo-Gelände gezogen, unweit des Atomiums, auf dem Heysel-Plateau. Und wer nun glaubt, in diesem Jahr wird alles größer und glamouröser, der irrt. Schon wenn man die Halle 4 betritt, wähnt man sich am falschen Ort. Nichts als eine pinkfarben gestrichene, weitläufige und vor allem leere Halle erwartet den gespannten Besucher.


Irgendwo in der Ferne sieht es dann doch nach einem Eingang aus – und so ist es auch. Man betritt, geschützt durch eine Sicherheitsschleuse, die eigentliche Messehalle und freut sich zumindest über den bunten Künstlerteppich und die Sitznischen, die Pflanzenbeete einrahmen. War man aus früheren Jahren üppigen und ausgefallenen Blumenschmuck gewohnt, ist es diesmal eine herbstliche Bepflanzung mit Kiefern, Laubbäumen und anderen Gehölzen, die so gar nicht zu den hochsommerlichen Temperaturen vor der Tür passen will. Doch hier geht es um das sehnsüchtig erwartete Angebot der Kunsthändler. 115 Aussteller sind es in diesem Jahr, 40 Prozent Belgier und 60 Prozent aus dem Ausland, so Christian Vrouyr, Generalsekretär der BRAFA. Insgesamt, so berichtet er weiter, sind 15 Länder vertreten. Als Ehrengast, quasi Ehrenkünstler der BRAFA, wurde Arne Quinze eingeladen. Der belgische Künstler hat in den Gängen seine luftigen, aus unterschiedlichen farbigen Materialien gefertigten Skulpturen unter die Hallendecke gehängt oder in den weiten Gängen platziert. Sie sollen den Bezug zur Natur symbolisieren.

Mit der Natur geht es auch bei De Wit Fine Tapestries aus Mechelen weiter. Hier findet man neben Verdüren mit dichtem Pflanzenbewuchs auch zwei mittelgroße abstrakte Wandteppiche nach Entwürfen Alexander Calders. Beim Antiquariat Jean-Claude Vrain aus Paris hängt dann eine Gouache von Calder aus dem Jahr 1974 mit grimmigen Gesichtern in Sonne- und Mondgestalt, begleitet von einer frühen Ausgabe des Gedichts „Liberté. J’écris ton nom“, das Paul Éluard 1942 angesichts der deutschen Besetzung von Frankreich schrieb. Die gedruckte Seite Text ist durch in Öl gemalte Bildkommentare ergänzt. In den Vitrinen auf dem Stand fallen zudem einige Arbeiten von Félicien Rops auf. Es sind Kohlezeichnungen, Radierungen und eine etwas größere Arbeit mit dem Titel „Quatre Violoncelles“ in Tinte auf Papier, die zeigt, wofür Rops steht: erotische Themen. Vier Männer mühen sich an übergroßen Celli-Torsi ab. Für 20.000 Euro ist das Blatt zu haben.

In die Moderne kommt man bei der MDZ Art Gallery aus Knokke. Neben Farbfeldern von Imi Knoebel und ungewöhnlichen Arbeiten von Günther Förg gibt es ein „Cosmopoiltain Chicken“, ein Ölgemälde mit Hahnenfedern von Koen Vanmechelen für 60.000 Euro, der sich mit Darstellungen des Federviehs einen Namen gemacht hat. Axel Vervoordt aus Antwerpen präsentiert sein gewohntes breites Programm von der Antike bis zur Gegenwart und an der Außenwand seines Standes eine große Farbstruktur von Raimund Girke für 130.000 Euro. Hier arbeitet man gerade an einer Publikation über den 2002 verstorbenen Kölner Maler. Harold t’Kint de Roodenbeke kommt gerade von der Art Basel zurück, wo er mit großem Erfolg eine Edition von Georg Baselitz, erschienen im Taschen Verlag, verkauft hat. Natürlich hat er für die BRAFA einige Exemplare zurück behalten. Für 7.500 Euro ist das Konvolut erhältlich, dazu eine großartige Publikation, Einzelpreis 1.500 Euro. Die Auflage von 120 Stück hat Baselitz persönlich signiert.

Schon nach dem ersten Wochenende fallen die roten Punkte ins Auge. So hat die Galerie Maruani Mercier aus Brüssel 14 Arbeiten des BRAFA-Ehrengastes Arne Quinze zu Preisen zwischen 50.000 Euro und 125.000 Euro abgesetzt – ein großartiger Erfolg. Aber auch „Die Galerie“ aus Frankfurt am Main konnte den Verkauf eines Blattes von Paul Delvaux für 80.000 Euro bestätigen. Seit 16 Jahren nimm die Galerie Günter Puhze aus Freiburg an der BRAFA teil. Einer ihrer kostbarsten Schätze ist ein ungewöhnlich großer Krater mit Unterweltmalerei, die den schlafenden Dionysos zeigt, der von Piraten entführt wird. Diese griechische Rarität aus dem vierten Jahrhundert vor Christus mit 160.000 Euro ausgezeichnet. Ebenso rar ist der Kopf eines Idols der Kykladenkultur vom Typus Spedos. Diese kleine Skulptur würde sich auch in der Abteilung zeitgenössische Plastik hervorragend ausmachen, da das Gesicht auf das Wesentliche reduziert ist. Ihr Preis beläuft sich auf 90.000 Euro.

Auf der BRAFA fehlt die Galerie Jamar aus Antwerpen für gewöhnlich nicht. Neben Werken des Symbolisten Léon Spilliaert, Flugobjekten und anderen Assemblagen von Panamarenko hat sich Jos Jamar auf Jef Geys konzentriert, der mit seinen groß und realistisch abgemalten Samentüten bekannt wurde. In der Koje hängen davon mehrere Exemplare. Am ersten Wochenende, vor allem am Freitag bei der Vorbesichtigung der Messe für geladene Gäste, waren die Einkäufer der großen Museen unterwegs, und so konnte der junge Kunsthändler Floris Van Wanroij aus den Niederlanden den Corpus des Gekreuzigten aus Buchsbaum, ein Werk des flämischen Barockbildhauers Jean van Doorne III, an das Rijksmuseum in Amsterdam abgeben. Wie aktuell Bill Violas sieben Minuten langer Videoloop „Ablutions“ über das Händewaschen aus dem Jahr 2005 in Zeiten der Pandemie geworden ist, konnte damals keiner ahnen. Für 170.000 Euro offeriert Rueb Modern and Contemporary Art aus Amsterdam die Nummer 2 aus einer Edition von sieben Stück. Die BRAFA strebt seit Jahren nach höheren Weihen und bezeichnet sich gerne als die „Kleine Schwester“ der TEFAF. Dafür muss sie allerdings noch eine Menge tun und vor allem den neuen Standort besser in den Griff bekommen.

Die BRAFA läuft noch bis zum 26. Juni und hat täglich von 11 bis 19 Uhr, am Donnerstag bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 25 Euro, ermäßigt 10 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist er kostenlos.

www.brafa.art



22.06.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann

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Nach Unterbrechung durch die Corona-Krise ist die BRAFA wieder an den Start
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am Stand der Stern Pissarro Gallery
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Arne Quinze ist Ehrengast der BRAFA
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am Stand von
 Maison Rapin
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am
 Stand von Axel Vervoordt
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Jean van Doorne III, Corpus Christi
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Gemälde von Arne Quinze am Stand von Maruani Mercier
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Kopf eines Kykladenidols vom Typus Spedos, um 2.700 bis 2.300 v.Chr.
Kopf eines Kykladenidols vom Typus Spedos, um 2.700 bis 2.300 v.Chr.

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Bill Viola,
 Ablutions, 2005
Bill Viola, Ablutions, 2005







Skulpturen von Arne Quinze auf der BRAFA 2022

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Arne Quinze ist Ehrengast der BRAFA

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Skulpturen von Arne Quinze auf der BRAFA 2022

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Gemälde von Arne Quinze am Stand von Maruani Mercier

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am Stand von Maison Rapin

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Verdüre mit Balustrade, Greif, Rehen und anderen Tieren, Flandern, Mitte 16. Jahrhundert

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am Stand der Stern Pissarro Gallery

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Kopf eines Kykladenidols vom Typus Spedos, um 2.700 bis 2.300 v.Chr.

Kopf eines Kykladenidols vom Typus Spedos, um 2.700 bis 2.300 v.Chr.

Bill Viola, Ablutions, 2005

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Die BRAFA ist in Halle 4 auf der Gelände des Brussels Expo umgezogen

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Jean van Doorne III, Corpus Christi

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Alexander Calder, Untitled, 1974

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