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Dürer-Malerei in Oldenburg entdeckt

Buchmalerei von Albrecht Dürer mit dem Wappen Willibald Pirckheimers

Ein Forscherteam an der Landesbibliothek Oldenburg will ein bisher unbekanntes Werk von Albrecht Dürer entdeckt haben. Bei der kleinen Malerei am Seitenende eines Buches handelt es sich um zwei Putten auf delfinartigen Meerestieren, die ein Wappen rahmen. Der griechische Text wurde 1502 von Aldus Manutius in Venedig gedruckt. Die Forscher haben den 263 Bücher umfassenden Bestand des Verlegers in der Landesbibliothek nun genauer untersucht und festgestellt, dass das Buch zur Sammlung des berühmten Nürnberger Humanisten Willibald Pirckheimer gehörte. Da Pickheimer und Dürer Freunde waren, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Nürnberger Künstler die Miniatur in das Buch des Humanisten malte. Da das Wappen von Pickheimers Ehefrau fehlt, dürfte die Malerei erst nach ihrem Todesjahr 1504 angefertigt worden sein.

„Aldus Manutius war hochgebildet und führte in seinem Verlag humanistische Gelehrsamkeit und Innovation mit handwerklichen und ästhetischen Spitzenleistungen zusammen. Daher wurden seine Drucke schon von Zeitgenossen aus wissenschaftlichen und bibliophilen Interessen sehr geschätzt“, sagt der Leiter des Forschungsprojekts Detlef Haberland. „Da sich Pirckheimer zwischen 1502 und 1505 der Übersetzung einer Reihe von griechischen Texten ins Lateinische widmete, hat er vermutlich in dieser Zeit auch den griechischen Druck aus der Offizin von Aldus Manutius erworben“, erklärt Haberland den Weg des Buches weiter.

Das Forscherteam bestätigte nun auch, dass sich das Buch unter den 14 kostbarsten Werken befand, die die Erben Pirckheimers 1634 an einen holländischen Sammler verkauften. Alle diese Bücher enthielten auf der Titelseite eine eigenhändige Buchmalerei von Albrecht Dürer; nur sechs davon waren bisher bekannt. In den historischen Quellen von 1634 ist die nun entdeckte Oldenburger Miniatur genau beschrieben. Über den hannoverschen Hofrat und Manutius-Sammler Georg Friedrich Brandes erwarb Herzog Peter Friedrich Ludwig 1790 die Schrift für seine Oldenburger Bibliothek. Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler hob den „sensationellen Fund der Dürer-Miniatur“ hervor und sieht die von der Politik geförderte Forschungsarbeit bestätigt, die über das landeseigene Programm „Pro*Niedersachsen – Kulturelles Erbe – Sammlungen und Objekte“ finanziert wurde.


23.06.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Felice Ernst

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