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Passage II. Hommage à Watteau / Doris Ziegler

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Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther

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Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Museumsmann Gerhard Bott gestorben

Gerhard Bott hat die deutsche Museumslandschaft nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend mitgeprägt

Der Kunsthistoriker Gerhard Bott ist tot. Der Direktor mehrerer großer deutscher Museen starb am 23. Juni im Alter von 94 Jahren. Das teilte das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg mit, das seinen ehemaligen Chef als durchsetzungsstarken Museumsmanager und leidenschaftlichen Kämpfer für die Kunst des 20. Jahrhunderts bezeichnete. Claus Kaminsky, der Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Hanau, würdigte Bott als eine Persönlichkeit, die immer bereit gewesen sei, mit großem Elan, höchster Sachkenntnis, aber auch mit Charme und Herz Verantwortung zu übernehmen. Als Kommunikator zwischen Politik, Wissenschaft und Gesellschaft werde er unvergessen bleiben.

Gerhard Bott, geboren 1927, studierte von 1946 an Kunstgeschichte und Geschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und beendete sein Studium schon 1950 mit der Promotion und einer Dissertation über „Die Städtegründungen in der Wetterau und im Kinzigtal“. Anschließend war er wissenschaftlicher Volontär am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und Stipendiat an der Bibliotheca Hertziana in Rom. Danach nahm seine Karriere in der deutschen Museumslandschaft der Nachkriegszeit schnell Fahrt auf. Von 1952 bis 1956 arbeitete Gerhard Bott als Kustos am Historischen Museum in Frankfurt am Main, anschließend bis 1960 als dessen Direktor. Dann wechselte er in leitender Funktion an das Hessische Landesmuseum Darmstadt, initiierte die Jugendstil-Abteilung, integrierte die Pop Art-Sammlung von Karl Ströher in dem Museumsbestand und organisierte zahlreiche Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst. Ab 1975 wirkte Bott dann als Direktor des Wallraf-Richartz-Museums in Köln und als Generaldirektor der Museen der Stadt Köln. Hier konnte er die bedeutende Kollektion von Peter und Irene Ludwig eingliedern und damit die Gründung des Museums Ludwig vorantreiben.

1980 ging Gerhard Bott dann als Generaldirektor ans Germanische Nationalmuseum nach Nürnberg. Ziel des gut vernetzten Kenners zeitgenössischer Kunst war es, das renommierte Forschungsmuseum für die moderne und zeitgenössische Kunst zu öffnen. So rief er die bis 1991 durchgeführte Ausstellungsreihe „Präsenz der Zeitgenossen“ ins Leben und lud Gegenwartskünstler ein, sich mit der historischen Sammlung auseinanderzusetzen und eigene Werke in einen optischen und inhaltlichen Bezug zu alter Kunst zu stellen. Unter Bott gewannen die Bestände zum 20. Jahrhundert rasch an Umfang, vom Expressionismus bis zu den internationalen Strömungen der Gegenwart.

Verdienste erwarb sich Gerhard Bott außerdem mit den von ihm initiierten Baumaßnahmen. Unter seiner Leitung entstanden mit dem Erweiterungsbau des Germanischen Nationalmuseums eine neue Eingangshalle mit Museumscafé und Shop, Vortrags- und Ausstellungssäle, moderne Restaurierungswerkstätten und die „Straße der Menschenrechte“ von Dani Karavan vor dem neuen Haupteingang. Neben dem erheblichen Zuwachs an Ausstellungs-, Depot- und Verwaltungsfläche verlieh die Erweiterung dem Germanischen Nationalmuseum auch eine neue Präsenz in der Stadt- und Museumslandschaft. Mit der Eröffnung der neuen Eingangshalle im Jahr 1993 verabschiedete sich Gerhard Bott in den Ruhestand, lebte mit seiner Frau, der Kunsthistorikerin Katharina Bott, vor allem in Umbrien, blieb dem Nürnberger Haus aber bis zuletzt eng verbunden.

Bei insgesamt drei Ausgaben saß Gerhard Bott im Beirat der Kasseler Documenta, lehrte an den Universitäten in Köln, Bochum, Bamberg Klagenfurt und Erlangen, wo er seit 1983 Honorarprofessor für Kunstgeschichte war. Er verfolgte ein modernes, diskursives Museumskonzept. Schon in den 1960er Jahren hatte er zusammen mit Kollegen eine Museumsreform auf den Weg gebracht; sie sollte das Museale abstreifen und sich einem neuen Publikum zuwenden. Wie das Germanische Nationalmuseum wissen ließ, war es sein Wunsch, aus konsumierenden Museumsbesuchenden ein räsonierendes Publikum zu machen, das die Vergangenheit als lebendigen Teil der Gegenwart entdeckt.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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