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Passage II. Hommage à Watteau / Doris Ziegler

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Nach fast zweieinhalb Jahren Corona-Zwangspause hat sich auch die Art Karlsruhe für einen sicheren Sommertermin entschieden, aber im dicht gedrängten Messekalender das Nachsehen. Gerade bei der Moderne sind ihr einige wichtige Aussteller ferngeblieben

Eine Sommerbrise voller populärer Kunst



Die Art Karlsruhe ist zurück und hat bis Sonntag geöffnet

Die Art Karlsruhe ist zurück und hat bis Sonntag geöffnet

Nach dem Start im Jahr 2004 und Veranstaltungen zu Jahresbeginn versucht die Art Karlsruhe nach über zwei Jahren Unterbrechung durch die Corona-Pandemie nun einen Neustart im Sommer – eine „Sonderausgabe oder Nach-Corona-Ausgabe“, wie Messechefin Britta Wirtz auf der Pressekonferenz betonte. Die Verschiebung vom Jahresauftakt in den Sommer soll nach ihrem Wunsch die Kunst im neuen Licht erscheinen lassen, was die verlängerten Öffnungszeiten und die Einbeziehung des Gartens augenfällig dokumentieren. Heuer haben sich 215 Aussteller in einer neuen Formation versammelt. Der nunmehr in der Halle 1 vereinten Kunst nach 1945 inklusive der Gegenwartskunst wurde ein druckgrafischer Schwerpunkt in der hinteren Halle 2 zur Seite gestellt, während die gleichfalls eingangsnahe Halle 4 jetzt den Fokus auf die klassische Moderne legt. Zudem sind trotz Wegfall einer halben Halle die Gänge um einen Meter breiter geworden, was noch mehr offenen Raum und angenehmere Atmosphäre bewirkt.


97 Prozent der Aussteller seien mindestens ein Mal dabei gewesen, stellte Wirtz zu Beginn fest, was einerseits als Treue verstanden werden kann, aber auch eine starke Verortung der Art Karlsruhe im südwestdeutschen Raum impliziert. Allein acht Galerien stammen aus Karlsruhe, weitere kommen 43 aus Baden-Württemberg hinzu, ein Segment, das beinahe so groß ist wie das 47 Teilnehmer umfassende Kontingent ausländischer Galerien. Sie alle bieten ein buntes, meist einfach zu konsumierendes Spektrum der Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert.

In der ersten Halle lockt der Berliner Galerist Martin Mertens mit einer übervoll bestückten Koje in sein Programm. Wolfgang Stiller wartet bei ihm mit überdimensionierten abgebrannten Streichholzköpfen als „Burnout“-Figuren auf, die im abgefackelten schwarzen Teil Gesichter erkennen lassen – eine originelle Fassung des alten Vanitas-Themas (Preis Dreiergruppe für 42.000 Euro). Ein weiterer Künstler greift bei Mertens auf andere Weise auf traditionelle Malerei zurück: Daniel Bodner setzt auf Grachten fahrende Schlittschuhläufer ins Bild, die an die niederländische Kunst des Goldenen Zeitalters erinnern (Preis 9.500 EUR). Gegenüber bei der Galerie Hubertus Hoffschild überführt Klaus Fußmann mit kräftig farbigen Gartenblumen in eine paradiesische Natur. Sein in Mischtechnik erstellter „Garten in Gelting“ hängt für 11.000 Euro an der Kojenwand.

Zu den großen Galerieständen zählt seit Anbeginn jener der Mainzerin Dorothea van der Koelen. Sie offeriert eines der letzten großformatigen Papierbilder mit geometrisch-konstruktiv gehaltenem und zugleich schönem Windradmotiv von Lore Bert für 75.000 Euro. Bei Benden & Ackermann aus Köln steht die Pop Art im Fokus. Neben Werken von Alex Katz, Robert Indiana, Tom Wesselmann widmet sich ein separates Kabinett den abstrakten Reliefs und Plastiken von Willi Siber, die mit ihren einfarbigen hochglänzenden Lackoberflächen zu Beträgen zwischen 2.000 und 20.000 Euro gelistet sind. Bei der Leipziger Galerie Kleindienst geht es mit dem 1970 geborenen Christian Brandl, einem Vertreter der Neuen Leipziger Schule, dann recht figurativ zu, dessen flächige ausschnitthafte Acrylgemälde „Blau-Gelb“ und „Blau-Weiß-Rot“ aus der Werkgruppe der Eisenbahnbilder zu je 12.000 Euro zu haben sind.

Die Galerie Georg Nothelfer setzt dann auf Klassiker der Nachkriegsepoche, etwa mit dem seltenen, aus dem Jahr 1968 stammenden Gemälde „Damast mit Schaukelstuhl“ für 90.000 Euro, in dem Gerhard Hoehme mit informellen, aber auch gegenständlichen Zutaten sowie seinen typischen bunten Kabel-Applikationen agiert. Beim Konstanzer Galeristen Stephan Geiger trifft man ebenfalls auf große Namen. So hat er ein titelloses Gemälde von Heinz Mack aus dem Jahr 2018 für 220.000 Euro mitgebracht, in dem sich der ZERO-Künstler anhand von Quadraten in Kreuzform mit den Qualitäten der Grundfarben und ihrer Mischungen auseinandersetzt. Tendenzen der Konkreten Kunst folgt Hans Jörg Glattfelder mit seiner scheinbar in den Raum ragenden Dreiecksform „Triplon“ von 1983 für 28.000 Euro. Brigitte March wartet am Ende der ersten Halle mit der über 80jährigen Amerikanerin Morgan O’Hara auf, die ungegenständliche Zeichnungen wie ein Seismograph der menschlichen Wahrnehmung von Zeit und Raum zweihändig und subtil zu Papier bringt (Preis je 8.000 EUR).

Die 1968 gegründete Berliner Galerie Poll bleibt der mit diesem Jahr verbundenen Haltung treu und hat sich auf kritische Kunst spezialisiert. Der Maler Jan Schüler greift auf einen neusachlichen Stil zurück und behandelt geschichtliche Themen, wie beispielsweise 2019 einen Abend im menschenleeren Berliner Olympiastadion mit den markanten Kolossalskulpturen der Nazi-Zeit für 10.600 Euro. Bekannt ist die Art Karlsruhe durch ihre Skulpturenplätze; heuer sind es 24 an der Zahl. Zu den berühmtesten Bestückern zählt der Nürnberger Akademieprofessor Ottmar Hörl, der unter dem Titel „Steh auf Europa“ die Göttin in Gold gefärbt und auf eine Halbkugel positioniert hat und damit für ein starkes Europa wirbt. Karlsruhe inszeniert sich gerne als Medienstadt, und so fesselt vor dem Eingang in die dritte Halle ein Medienkunstwerk von Jonas Denzel. „Foot prints“, so der Titel, ist eine große interaktive Videoarbeit, die in schwarzen und blauen Farben die Fußabdrücke der vorbeigehenden Besucher verfremdet ins Bild setzt.

In der vierten Halle begrüßt Döbele Kunst Mannheim mit Werken aus dem Passagen-Zyklus der Leipziger Malerin Doris Ziegler, die sich darin ab den späten 1980er Jahren mit Demonstrationen und Menschenaufläufen und somit den Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs in der DDR beschäftigt. Auf dem Gemälde „Passage II. Hommage à Watteau“ von 1988 evoziert Ziegler für 120.000 Euro die eher triste Stimmung einer Schaustellertruppe. Zu den Markenzeichen der Messe gehören auch an die 180 One-Artist-Shows, die laut Messekurator Ewald Schrade „Ruhe in die Kojenlandschaft bringen sollen, ohne dabei die Vielfalt der Positionen zu reduzieren“. Neben der Düsseldorfer Edition Fils, die für Beträge zwischen 150 Euro bis 49.000 Euro Grafiken von Christo feilbietet, ist vor allem die Einzelpräsentation von Marion Eichmann bemerkenswert, die den Stand der Galerie Tammen aus Berlin beherrscht. Eichmann arbeitet vor allem mit Papiercollagen und Scherenschnitt und hat daraus 2020 ihr großformatiges, teils koloriertes Blumenstillleben für 40.000 Euro gestaltet.

Bei der Kunsthandlung Osper aus Köln liegt der Fokus auf deutschen Malerstars wie Georg Baselitz, Gerhard Richter oder Markus Lüpertz. Lüpertz’ nach Art der Glasmalerei strukturierte bunte Papierarbeit „Fenster“ soll 78.000 Euro einbringen, Richters kleinformatige unbetitelte Farbverwischung von 1992 in zurückhaltendem Kolorit stolze 380.000 Euro. Die Galerie Maulberger aus München hat sich auf Kunst des Informel und diesmal auf den Krefelder Herbert Zangs spezialisiert und eine titellose Scheibenwischer-Reihung in Blau und Weiß der 1970er Jahre aus dem Nachlass für 9.600 Euro mitgebracht. Bei der Stuttgarter Galerie Schlichtenmaier macht Thomas Deyle auf seine Kunst aufmerksam, der aus konkreten Naturmotiven abstrakte Farbklänge von ungeheurer Tiefenwirkung zaubert, die er in vielen Schichten auf Acrylglas aufbringt, wie 2021 bei der Arbeit „Scarabaeus Nr. 1“ ein zwischen Violett und Dunkelblau changierendes Quadrat (Preis 8.000 EUR). Die Galerie Schwarzer aus Düsseldorf präsentiert diesmal das Zweifiguren-Interieur „Rühmen“ von Jörg Immendorff, eine Anlehnung an Sujets von Francis Picabia und Giorgio de Chirico, für 225.000 Euro.

Die Galerie Koch aus Hannover lässt auf der verschwommenen Landschaftsandeutung „El pla de Pendes“ von Daniel Enkaoua für 77.000 Euro den Blick weit in die Ferne schweifen und vielleicht darüber nachdenken, in welchem Licht die neu sortierte Sommerausgabe der Art Karlsruhe nun erscheinen mag. Für eine deutliche Qualitätssteigerung des Teilnehmerfelds hat die Corana-Pause nicht gereicht. Gerade bei der Moderne sind einige wichtige Aussteller, wie Henze & Ketterer, nicht mehr dabei. Das mag an der dichten Taktung der Kunstmessen direkt nach Art Basel und TEFAF liegen. Doch im nächsten Jahr will man wieder in die erste Jahreshälfte zurück: für den 4. bis 7. Mai die kommende Art Karlsruhe konzipiert.

Die Art Karlsruhe läuft vom 7. bis zum 10. Juli und hat täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 23 Euro, ermäßigt 19 Euro, die Zweitageskarte 31 Euro bzw. 27 Euro und die Abendkarte ab 16 Uhr 18 Euro.

Kontakt:

Messe Karlsruhe

Messegelände

DE-76287 Rheinstetten



07.07.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Jonas Denzel vor seiner interaktiven Arbeit „Foot prints“

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im Skulpturengarten der Art Karlsruhe 2022

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