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Berlin begeht den 200. Geburtstag von Heinrich Schliemann und wirft einen differenzierten Blick auf die schillernde Persönlichkeit eines risikofreudigen Aufsteigers

Abenteuer und wahre Passion



J. Sydney Willis Hodges, Heinrich Schliemann, 1877

J. Sydney Willis Hodges, Heinrich Schliemann, 1877

Wer seine Karriere mit einem Schiffbruch beginnt, dem scheint ein abenteuerlicher Lebensweg bevorzustehen. So war es dann auch bei Heinrich Schliemann. Berühmt wurde der am 6. Januar 1822 im mecklenburgischen Neubukow nahe der Ostsee geborene Pfarrerssohn, als er sich im zweiten Lebensabschnitt als Archäologe betätigte und durch spektakuläre Ausgrabungen und Entdeckungen in Troja und Mykene für Aufsehen sorgte. Die James-Simon-Galerie und das Neue Museum der Staatlichen Museen zu Berlin nehmen derzeit in einer breit angelegten Ausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte seine gesamte Vita unter dem Titel: „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine Entdeckungen. Sein Mythos“ in den Blick.


In der Sockelhalle der James-Simon-Galerie widmet sich der textlastige, mit Roll-Up-Bannern inszenierte Parcours dem Kaufmann Schliemann. Nach dem erzwungenen Schulabbruch, der Lehre in einem Krämerladen, die durch den Schiffbruch vor der holländischen Nordseeinsel Texel verhinderte Auswanderung nach Venezuela und anschließende Tätigkeiten als Kaufmann in Amsterdam bilden den Übergang zur Gründung eines Handelsgeschäftes in St. Petersburg und die Annahme der russischen Staatsbürgerschaft im Jahr 1847. Alte Reisekoffer, russische Schlitten oder ein pelzbesetzter Wintermantel sollen die Besucher*innen in damalige Zeiten versetzen.

Neben dem Mut, neue risikoreiche Geschäftsfelder zu erschließen, zeichneten den kaum Grenzen kennenden Kosmopoliten Fleiß und Sprachtalent aus. Über ein Dutzend Sprachen soll Heinrich Schliemann fließend beherrscht haben. Insbesondere sie öffneten ihm den Weg zum wirtschaftlichen Erfolg. Nach einer längeren Reise nach Kalifornien durch Gold- und Bankgeschäfte noch vermögender geworden, ehelichte er 1852 die russische Kaufmannstocher Jekaterina Petrowna Lyschina nach orthodoxem Ritus und festigte damit seine gesellschaftliche Stellung. Geschickt konnte er den 1853 ausbrechenden Krimkrieg durch Umgehung der britischen Blockade russischer Gewässer für Importe von Munitionsrohstoffen nutzen, so dass sein Jahresgewinn heute auf umgerechnet fünfeinhalb Millionen Euro beziffert wird.

1863 löste Heinrich Schliemann alle seine Bank- und Handelsgeschäfte auf und begab sich auf eine Weltriese, die ihn rund um den Erdball über Ägypten, Indien, Ostasien, Amerika wieder nach Hause führte. Dann ging Schliemann nach Paris und nahm er im Alter von 44 Jahren an der Sorbonne ein Studium der Sprachen, Literatur und Altertumskunde auf. Mit zwei Schriften wurde er 1869 von philosophischen Fakultät der Universität Rostock zum Dr. phil. promoviert. Nach Trennung und Scheidung von seiner russischen Frau, die 1871 mit ihrer Familie nach Kiew zog, bereiste er mit neuen Vorstellungen und Ideen Griechenland und das osmanische Reich auf der Suche nach historischen Schauplätzen.

Im Neuen Museum stehen dann der Zeitabschnitt nach Schliemanns Neuorientierung um 1869 und seine archäologischen Entdeckungen im Fokus. Beginnend mit den Ausgrabungsfunden in Troja werden vor allem seine Vermarktungsstrategien und die geschickte Selbstinszenierung, aber auch die fehlende wissenschaftliche Erfahrung und Ungeduld sachlich analysiert. Dennoch konnte er in die bis dato im ägäischen Raum unbekannte Epoche der frühen Bronzezeit vorstoßen. Nach einer Kopie des großen Golddiadems aus dem sogenannten „Schatz des Priamos“, dessen Original und viele weitere Stücke sich seit dem Zweiten Weltkrieg völkerrechtswidrig in Russland befinden, und anderen, bislang noch nicht gezeigten Objekten der Troja-Kollektion führt der Weg vorbei an einer Kopie des Löwentors in die Ausgrabungsstätten von Mykene.

Zahlreiche Leihgaben des Archäologischen Nationalmuseums in Athen ergänzen die hier von Schliemann getätigten Funde und gipfeln in der goldenen Maske des Agamemnon. Den Abschluss bildet der Besuch in seiner 1880 vollendeten, vom Architekten Ernst Moritz Theodor Ziller geplanten Athener Prunkvilla. Seit 1869 in zweiter Ehe mit der mit der 30 Jahre jüngeren Griechin Sophia Engastroménos verheiratet, avancierte die Residenz „Iliou Melathron“ im Stil der Neurenaissance zur ersten Adresse gesellschaftlichen Lebens mit Festen und Empfängen, die die Schliemanns in ihren Fest- und Ballsälen veranstalteten. Selbst ein Einblick in sein mit den originalen Möbeln ausgestattetes Arbeitszimmer ist möglich. Reisefreudig und umtriebig rissen ihn die Folgen eines Ohrenleidens am 26. Dezember 1890 in Neapel aus dem Leben.

Die Ausstellung „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine Entdeckungen. Sein Mythos“ läuft bis zum 6. November. Die James-Simon-Galerie und das Neue Museum haben täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt 7 Euro. Zur Ausstellung ist im E. A. Seemann Verlag Leipzig eine Begleitpublikation erschienen, die im Museum 34 Euro, im Buchhandel 36 Euro kostet.

Kontakt:

Museum für Vor- und Frühgeschichte

Bodestrasse 1-3

DE-10178 Berlin

Telefax:+49 (030) 326 748 12

Telefon:+49 (030) 326 748 40

Startseite: www.smb.museum



13.08.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


13.05.2022, Schliemanns Welten

Bei:


Staatliche Museen zu Berlin

Kunstsparte:


Archäologie

Stilrichtung:


Antike Kunst

Variabilder:

Sophia Schliemann mit Goldschmuck aus dem „Schatz des Priamos“, 1873
Sophia Schliemann mit Goldschmuck aus dem „Schatz des Priamos“, 1873

Variabilder:

in der Ausstellung „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine Entdeckungen.
 Sein Mythos“
in der Ausstellung „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine Entdeckungen. Sein Mythos“

Variabilder:

in der Ausstellung „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine Entdeckungen.
 Sein Mythos“
in der Ausstellung „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine Entdeckungen. Sein Mythos“

Variabilder:

Replik der „Agamemnon-Maske“
Replik der „Agamemnon-Maske“

Variabilder:

in der Ausstellung „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine
 Entdeckungen. Sein Mythos“
in der Ausstellung „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine Entdeckungen. Sein Mythos“







Sophia Schliemann mit Goldschmuck aus dem „Schatz des Priamos“, 1873

Sophia Schliemann mit Goldschmuck aus dem „Schatz des Priamos“, 1873

in der Ausstellung „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine Entdeckungen. Sein Mythos“

in der Ausstellung „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine Entdeckungen. Sein Mythos“

in der Ausstellung „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine Entdeckungen. Sein Mythos“

in der Ausstellung „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine Entdeckungen. Sein Mythos“

Replik der „Agamemnon-Maske“

Replik der „Agamemnon-Maske“

in der Ausstellung „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine Entdeckungen. Sein Mythos“

in der Ausstellung „Schliemanns Welten. Sein Leben. Seine Entdeckungen. Sein Mythos“

Ernst Moritz Theodor Ziller, Schliemann-Haus in Athen (Iliou Melathron), 1878

Ernst Moritz Theodor Ziller, Schliemann-Haus in Athen (Iliou Melathron), 1878

Heinrich Schliemann, 1870er Jahre

Heinrich Schliemann, 1870er Jahre

Heinrich Schliemann als Großkaufmann in St. Petersburg, 1860

Heinrich Schliemann als Großkaufmann in St. Petersburg, 1860

Florales Ornamentblech aus Gold, Mykene – Gräberrund A, Grab III (Griechenland), frühmykenisch, 16. Jahrhundert v. Chr.

Florales Ornamentblech aus Gold, Mykene – Gräberrund A, Grab III (Griechenland), frühmykenisch, 16. Jahrhundert v. Chr.

Goldener Ohrring, Troja II (Türkei), frühe Bronzezeit, 2550–2300 v. Chr.

Goldener Ohrring, Troja II (Türkei), frühe Bronzezeit, 2550–2300 v. Chr.

Bemalte Keramikkanne, Mykene – Gräberrund A, Grab I (Griechenland), frühmykenisch, 16. Jahrhundert v. Chr.

Bemalte Keramikkanne, Mykene – Gräberrund A, Grab I (Griechenland), frühmykenisch, 16. Jahrhundert v. Chr.

Goldener Kantharos, Mykene – Gräberrund A, Grab IV (Griechenland), frühmykenisch, 16. Jahrhundert v. Chr.

Goldener Kantharos, Mykene – Gräberrund A, Grab IV (Griechenland), frühmykenisch, 16. Jahrhundert v. Chr.




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