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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Kunstkäufer ließen sich von den sommerlichen Temperaturen in Ahrenshoop anstecken und trieben die Preise für die maritimen Werke in die Höhe

Steife Brise an der Ostsee



Rudolf Bartels,  Stillleben mit exotischen Früchten, 1923

Rudolf Bartels, Stillleben mit exotischen Früchten, 1923

Ausgelassen war die Stimmung am ersten Augustwochenende im Ostseebad Ahrenshoop. Denn mit der Mischung aus lokalen Malerinnen und Malern sowie maritimen Motiven hatte Robert Dämmig exakt den Geschmack seiner Kundschaft getroffen. So konnte der Chef der Ahrenshooper Kunstauktionen schon während seiner Versteigerung am Samstagabend die knapp 180 Positionen an Kunst des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts beinahe komplett absetzen, was ihm mit dem Nachverkauf dann auch gelang, und seinen Umsatz mit rund 750.000 Euro beziffern. Der Ausverkauf war nicht zuletzt den moderaten Taxen geschuldet, mit denen die einzelnen Kunstwerke in den Auktionsring stiegen. Oft wurden sie übertroffen und vervielfacht, so schon zu Beginn der Auktion, als Rudolf Bartels’ mit musealen Weihen versehenes, gemäßigt modernes „Stillleben mit exotischen Früchten“ aus dem Jahr 1923 von 8.500 Euro auf 24.000 Euro schoss.


Den höchsten Zuschlag des Abends gab es für Erich Heckels charakteristisches Aquarell „Zwei weibliche Akte am Strand“, gemalt 1932 im nahen Prerow, mit 30.000 Euro. Lyonel Feininger hielt sich ebenfalls gerne an der Ostseeküste auf. Hier sah er etwa um 1901/04 „Zwei Boote“, die er in einer teils farbigen Zeichnung auf Papier niederlegte. Jetzt standen nur 22.000 Euro an der unter Schätzgrenze auf der Rechnung. Dafür machte sich seine zweite Zeichnung „Kahle Bäume, Graal“ von 1905 mit schriftlichen Anmerkungen erst bei 26.000 Euro davon (10.000 bis 12.000 EUR), und sein zackiger Holzschnitt „Schiffe im Sturm“ von 1919 verdreifachte seinen Wert auf 12.000 Euro. Eine noch bessere Steigerung legte sein Sohn Theodore Lux Feininger hin. Sein 1933 aquarelliertes „Weißes Segelschiff“ auf bewegter See wurde mit einer steifen Brise von 1.600 Euro auf 19.000 Euro hochgetrieben. Auch mit Emil Nolde konnte Robert Dämmig in Ahrenshoop aufwarten und den Wert von dessen expressiver Radierung „Tanz II“ aus dem Jahr 1908 auf 17.000 Euro verdoppeln.

Das Programm der Auktion war in großen Teilen von Mitgliedern der dortigen Künstlerkolonie geprägt. Dazu gehörten auch einige Frauen, etwa Elisabeth von Eicken, die ihre „Buschwindröschen im Darßwald“ aus den 1890er Jahren für 11.000 Euro und ihr „Ahrenshooper Wäldchen“ für 9.000 Euro jeweils taxkonform abgab. Die gebürtige Stralsunderin Elisabeth Büchsel malte um 1916 eine sommerliche Küste samt spielenden Kindern und tiefblauem Meer mit lockerem impressionistischem Pinsel in Öl auf Papier und war nun mit 11.000 Euro erfolgreich (Taxe 3.400 bis 3.800 EUR). Nicht ganz so hoch hinaus ging es für Dora Koch-Stetter und ihre „Düne“ in expressionistischer Farbkraft bei 3.600 Euro (Taxe 1.400 bis 1.900 EUR). Deutlich zulegen konnte dann wieder Inge Götze. Ihr farbleuchtendes Aquarell der sommerlichen „Katen in Ahrenshoop“ am Strand von 1978 kletterte von günstigen 600 Euro auf 5.000 Euro. Hedwig Holtz-Sommer gesellte sich mit ihrem spätexpressionistischen Aquarell „Segler an Fischländer Küste“ von 1962 bei guten 2.200 hinzu (Taxe 480 bis 750 EUR).

Gegründet wurde die Ahrenshooper Künstlerkolonie von Paul Müller-Kaempff und seinen Kollegen im Jahr 1892, was nicht zuletzt das beschauliche Fischerdorf zu einem lebendigen Künstler- und Badeort werden ließ. Preislicher Höhepunkt seiner Landschaften von der Halbinsel waren die 14.000 Euro für seine stimmungsvollen „Katen mit Holunderbusch“ um 1910 (Taxe 4.800 bis 6.500 EUR). In spätromantischer Manier hatte zudem Carl Malchin 1906 seine nun 16.000 Euro teuren „Kühe an der Tränke“ auf die Leinwand gebannt (Taxe 7.500 bis 11.000 EUR). Louis Douzette stand dem mit seinem atmosphärischen „Waldstück bei Prerow“ unter Mondschein von 1910 bei 16.000 Euro in nichts nach (Taxe 11.000 bis 13.000 EUR). Auch Franz Bunkes querformatige Sicht auf die „Ostseeküste bei Althagen auf Fischland“ von etwa 1900 gefiel der Kundschaft bei 4.200 Euro (Taxe 2.800 bis 3.600 EUR).

Die Bieter honorierten aber auch modernere Malweisen, etwa expressionistische Strömungen mit Fritz Zalisz’ Ölgemälde „Paar am Strand“ von 1920 bei 4.400 Euro (Taxe 1.400 bis 2.400 EUR) oder Karl Eulensteins in den 1950er Jahren farbintensiv gemalten „Leuchtturm in Memel“ bei 9.000 Euro (Taxe 5.500 bis 7.500 EUR). Rudolf Ausleger heimste mit seiner stilisierten gestaffelten „Ostsee-Regatta“ von 1953 gute 8.000 Euro ein, Otto Manigk mit seinem am Boden sitzenden Akt 7.000 Euro (Taxe je 4.200 bis 5.500 EUR) und Reinhard Minkewitz mit seinem blau dominierten, recht abstrakten „Hohen Ufer“ aus dem Jahr 2000 mit einigen Möwen ebenfalls unerwartete 8.500 Euro (Taxe 2.200 bis 3.400 EUR). Bei Gerhard Molls „Mulackstraße“ steuerte Ernst Ludwig Kirchner das Thema der Prostituierten auf der Straße und Max Beckmann die kräftige, grobe Malweise bei. Dennoch wurden für die um 1943 entstandene Leinwand 12.000 Euro bewilligt (Taxe 3.600 bis 4.200 EUR). Die Gebote überschlugen sich auch bei Rolf Händlers Stillleben „Im Atelier“ mit einigen an der Zimmerwand aufgereihten eigenen Werken und endeten erst bei 7.000 Euro (Taxe 600 bis 1.200 EUR).

Manfred Kastners nächtlicher „Stiller Wald“ von 1969 erinnerte an surrealistische Schöpfungen Max Ernsts und lockte die Kundschaft bei 7.000 Euro an (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Vollkommen gegenstandslos war Hermann Glöckners Mischtechnik „Kurven in Blau“ von 1957, die nur noch wegen der Farbe und der darin geritzten hellen Wellenlinien ans Maritime denken ließen. Die Mischtechnik von 1957 platzierte sich an der oberen Schätzgrenze von 18.000 Euro. Bei Edmund Kestings „Darßlandschaft“ erinnerten gleichfalls nur noch die bunten Farbwucherungen an etwas Natürliches. Doch auch diese Abstraktion von 1960 verfehlte ihre Wirkung bei 4.200 Euro nicht (Taxe 1.600 bis 2.200 EUR). Deutlicher höher rangierte Kestings Collage „Lohnarbeit und Kapital“ von 1930, die die extreme Inflation der Weimarer Republik zum Thema hatte und zu den angedachten 14.000 Euro den Saal verließ.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Ahrenshooper Kunstauktionen GmbH

Dorfstraße 16

DE-18347 Ahrenshoop

Telefon:+49 (038220) 66 330

Telefax:+49 (038220) 660 321



15.08.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


06.08.2022, 48. Ahrenshooper Kunstauktion

Bei:


Ahrenshooper Kunstauktionen GmbH

Kunstsparte:


Zeichnung

Kunstsparte:


Arbeiten auf Papier

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Neuere Meister

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

Bericht:


Ahrenshooper Kunstauktion: Ein freundlicher Sommerwind von der Ostsee







Dora Koch-Stetter,  Düne, um 1915

Dora Koch-Stetter, Düne, um 1915

Taxe: 1.400 - 1.900 EURO

Zuschlag: 3.600,- EURO

Losnummer: 55

Inge Götze,  Katen in Ahrenshoop, 1978

Inge Götze, Katen in Ahrenshoop, 1978

Taxe: 600 - 800 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 31

Manfred Kastner,  Der stille Wald, 1969

Manfred Kastner, Der stille Wald, 1969

Taxe: 2.000 - 3.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 41

Paul Müller-Kaempff,  Katen mit Holunderbusch, um 1910

Paul Müller-Kaempff, Katen mit Holunderbusch, um 1910

Taxe: 4.800 - 6.500 EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 73

Lyonel Feininger,  Zwei Boote, um 1901/04

Lyonel Feininger, Zwei Boote, um 1901/04

Taxe: 22.000 - 24.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 20

Elisabeth von Eicken,  Buschwindröschen im Darßwald, 1894/95

Elisabeth von Eicken, Buschwindröschen im Darßwald, 1894/95

Taxe: 8.000 - 11.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 16

Reinhard Minkewitz,  Hohes Ufer, 2000

Reinhard Minkewitz, Hohes Ufer, 2000

Taxe: 2.200 - 3.400 EURO

Zuschlag: 8.500,- EURO

Losnummer: 67

Otto Manigk,  Akt, am Boden sitzend, 1938

Otto Manigk, Akt, am Boden sitzend, 1938

Taxe: 4.200 - 5.500 EURO

Zuschlag: 7.500,- EURO

Losnummer: 65

Rolf Händler,  Im Atelier, 1996

Rolf Händler, Im Atelier, 1996

Taxe: 600 - 1.200 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 35

Carl Malchin,  Kühe an der Tränke, 1906

Carl Malchin, Kühe an der Tränke, 1906

Taxe: 7.500 - 11.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 63

Edmund Kesting,  Lohnarbeit und Kapital, 1930er Jahre

Edmund Kesting, Lohnarbeit und Kapital, 1930er Jahre

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 45

Erich Heckel,  Zwei weibliche Akte am Strand, 1932

Erich Heckel, Zwei weibliche Akte am Strand, 1932

Taxe: 17.500 - 20.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 38

Lyonel Feininger,  Kahle Bäume. Graal, 1905

Lyonel Feininger, Kahle Bäume. Graal, 1905

Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 22




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