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Das Kunsthaus Zürich stellt in einer umfassenden Retrospektive das Werk Aristide Maillols vor und verweist darauf, dass der Bildhauer auch ein begabter Maler und Kunsthandwerker war

Vollender klassischer Gestalt



in der Ausstellung „Aristide Maillol. Die Suche nach Harmonie“

in der Ausstellung „Aristide Maillol. Die Suche nach Harmonie“

Wer abseits gegenwärtiger Turbulenzen im Weltgeschehen nach Harmonie und Entspannung lechzt, kann dies derzeit bestens im Kunsthaus Zürich tun. Klarheit, formales Gleichgewicht und Sinnenfreude beherrschen hier die aktuelle Schau zum Werkschaffen Aristide Maillols. Der Franzose verfolgte zeitlebens die Suche nach der zarten Kontur. Große Bildhauer, und dazu gehört Maillol zweifellos, sind in der Regel auch begabte Zeichner, oft auch Maler oder den angewandten Künsten zugetan. Über 140 Arbeiten des Künstlers geben nicht nur einen erstklassigen Überblick über sein Œuvre, sondern zeichnen auch ein anderes Bild des primär als Plastiker wahrgenommen Künstlers. Die Kuratoren Philippe Büttner und Ioana Jimborean schlagen in einem chronologischen Parcours zunächst die weniger bekannten Seiten Maillols auf, bevor die Skulptur etappenweise am Beispiel von Hauptwerken nach 1900 an Oberhand gewinnt und das Schaffen zur Hochform aufläuft.


Geboren 1861 im südfranzösischen Banyuls-sur-Mer nahe der spanischen Grenze, kam Maillol 1882 nach Paris schrieb sich an der Académie Julian ein und besuchte zudem das Atelier Alexandre Cabanels, eines durch akademisch glatte Aktmalerei bekannten Malers. Erst 1885 wurde er an der École des Beaux-Arts aufgenommen, wo ihn neben Cabanel die Historienmalerei Jean-Paul Laurens prägte. Entsprechend dunkel abgetönt illustrierte er sich in dem um 1884 datierten Selbstbildnis mit pechschwarzem Rauschbart, blassgelbem Gesicht samt markanter Hakennase und wachen Augen unter der breiten Krempe des grauen Hutes. Inspiriert vom Schaffen des Symbolisten Pierre Puvis de Chavannes und des Postimpressionisten Paul Gauguin fand Maillol ab 1887 neue malerische Ansätze. Ebene Farbflächen, Verzicht auf lineare Perspektive und Experimente mit dekorativen Elementen kennzeichneten nun seine Gemälde, für die der aus Tokio angereiste „Blumenkranz“ von 1889 oder die daraus folgende zarte Szene „L’Enfant couronné“ um 1890/92 stehen. Im Zuge von Auftragsarbeiten schuf Maillol etliche Porträts, oft mit jungen Frauen im Profil. Die in feinen Linien und mit ornamentalem Beiwerk in der Natur festgehaltenen Damen zeigen sein koloristisches Talent unter Verzicht auf unnötige Effekte.

Aus reiner Neugierde wandte sich Aristide Maillol weiteren Disziplinen zu, zunächst der Stickerei. Geprägt von der Tradition mittelalterlicher Tapisserien und den modernen geschwungenen Linien des Jugendstils gestaltete er große Kaminschirme und Wandteppiche. Bei den Nabis sorgte seine Nadelstickerei „Konzert der Frauen“ von 1895 für besonderes Aufsehen. Zarte Töne, Flächigkeit und vier Frauen vor vegetativem Hintergrund bestimmen hier das Geschehen. Hinzu kommen Arbeiten in Holz, vor allem mehrere Reliefs mit weiblichen Figuren aus der Mitte der 1890er Jahre. Auch Keramiken bereichern die Auswahl, darunter ein für Maillol typischer Brunnen aus weiß glasiertem Ton mit flaumigem Rankenwerk und weiblichen Akten in Blau, die er als leichtes Relief aufbrachte oder mit dem Pinsel zeichnete. Seinem Interesse an christlicher Kunst des Spätmittelalters und seiner Vorliebe für das Dekorative sind religiöse Arbeiten geschuldet, wie das Relief „Madonna mit Kind und zwei Engeln“ von 1898 aus grobem Ton und mit dunkelgrüner Glasur, wobei er sich auf traditionelle katalanische Baukeramik bezog.

Gemälde der Malerkollegen Edouard Vuillard, Pierre Bonnard oder Maurice Denis machen die gegenseitige Befruchtung im Kreis der Nabis und Maillols aufkommendes Interesse an Badenden deutlich. Modelle, Statuetten und Zeichnungen bestechen durch strenge Rahmungen, seinen Hang zur Flächigkeit und zum Dekorativen. Aristide Maillol zeichnete in schnellen Skizzen, hielt lediglich wesentliche Körperlinien und die Haltung fest. Eine Augenkrankheit zwang ihn um 1900, sich auf das plastische Werkschaffen zu konzentrieren. Es ging ihm dabei um die räumliche Analyse des Körpers, den er mit einem Blick für Geometrie und Architektur zusammenfügte. Maillol wollte abstrahieren, vereinfachen, anatomische und strukturelle Linien aufzeigen, um die Beständigkeit des Körperlichen herauszuarbeiten. Mit moderner Klarheit und dem Bemühen nach Ausgewogenheit avancierte er zum Vollender klassischer Traditionen, ganz im Gegensatz zu Auguste Rodins unbändigen, emotional aufgeladenen Skulpturen.

Sein Lebensthema war die nackte weibliche Figur, insbesondere als immer raumgreifender werdende Monumentalskulpturen, das Modell dafür seine Frau Clotilde. Dabei war sein Schaffen nicht ohne chauvinistische Züge. „Wenn ich ein Mädchen vorbeigehen sehe, ziehe ich sie mit meinen Augen aus und sehe Marmor unter ihrem Rock“, soll er einst bemerkt haben. Oft suchte er auch Synthesen mehrerer Modelle, wobei das Fehlen einer inhaltlichen Zuordnung die Ästhetik der reinen Form beförderte. In dem Bildnis einer kauernden, etwas Geheimnisvolles unter ihren verschränkten Armen verbergenden Frau mit dem Titel „Die Nacht“ legte er dreieckige Leerräume frei. Das Werk aus dem Jahr 1909 hielt Maillol aufgrund seiner architektonischen Kraft für sein wichtigstes. Aus einem Torso entwickelte er ab 1925 die „Île-de-France“, eine schreitende Badende als Symbiose von Geschmeidigkeit und Stolz. Im Jahr 1933 erwarb der Staat sein wohl vortrefflichstes Werk.

Den Abschluss der Züricher Schau bilden Plastiken in nahezu doppelter Lebensgröße aus den späten 1930er Jahren wie „Der Fluss“, „Der Berg“ oder „Die Luft“, die im strukturellen und tektonischen Ausdruck Neues wagen und für unfassbare Kräfte der Natur stehen. Da Schweizer Sammler wie Emil Georg Bührle, Oskar Reinhart, Arthur und Hedy Hahnloser oder Richard Bühler früh Werke Maillols erwarben, wird hier bis heute ein großer Fundus seiner Arbeiten verwahrt. Der Sympathien für Deutschland hegende Künstler unterhielt auch hierhin Kontakte, allen voran zu Harry Graf Kessler. Als Maillol im Jahr 1942 an der Eröffnung einer großen Schau des Bildhauers Arno Breker in Paris teilnahm, schadete dies allerdings seinem Ruf nachhaltig. Er starb an den Folgen eines Autounfalls im September 1944 bei Banyuls-sur-Mer.

Die Ausstellung „Aristide Maillol. Die Suche nach Harmonie“ läuft bis zum 22. Januar 2023. Das Kunsthaus Zürich hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 23 Franken, reduziert 18 Franken; bis 16 Jahre ist er gratis. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog in französischer Sprache erschienen, der im Museumsshop 68 Franken kostet, sowie eine Sammlungspublikation zu 21 Franken, die Maillol kritisch unter feministischer Perspektive in den Blick nimmt.

Kontakt:

Kunsthaus Zürich

Heimplatz 1

CH-8024 Zürich

Telefax:+41 (044) 253 84 33

Telefon:+41 (044) 253 84 84

E-Mail: info@kunsthaus.ch

Startseite: www.kunsthaus.ch



11.10.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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07.10.2022, Aristide Maillol - Die Suche nach Harmonie

Bei:


Kunsthaus Zürich

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Skulptur

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Bericht:


Zwei barocke Tafelbilder in Zürich verschwunden

Bericht:


Künstlerbande

Variabilder:

Aristide Maillol, L’Enfant couronné, um 1890/92
Aristide Maillol, L’Enfant couronné, um 1890/92

Variabilder:

Aristide Maillol, Le Couple (L’Homme et la Femme), um 1896 oder um 1907
Aristide Maillol, Le Couple (L’Homme et la Femme), um 1896 oder um 1907

Variabilder:

Aristide Maillol, Femme accroupie, 1911
Aristide Maillol, Femme accroupie, 1911







Aristide Maillol, L’Enfant couronné, um 1890/92

Aristide Maillol, L’Enfant couronné, um 1890/92

Aristide Maillol, Le Couple (L’Homme et la Femme), um 1896 oder um 1907

Aristide Maillol, Le Couple (L’Homme et la Femme), um 1896 oder um 1907

Aristide Maillol, Femme accroupie, 1911

Aristide Maillol, Femme accroupie, 1911

Aristide Maillol, Méditerranée – La Nuit, 1905 – 1909

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Aristide Maillol und André Metthey, Vase „Léda“, um 1907

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Aristide Maillol, Île-de-France, 1925/33

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in der Ausstellung „Aristide Maillol. Die Suche nach Harmonie“

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Aristide Maillol, La Vague (Femme à la vague, La Baigneuse), 1896

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Aristide Maillol, Le Cycliste, 1907/08

Aristide Maillol, Le Cycliste, 1907/08

Aristide Maillol, Femme à l’ombrelle, um 1895

Aristide Maillol, Femme à l’ombrelle, um 1895

Aristide Maillol, Étude de drapé pour La Nuit, um 1905/08

Aristide Maillol, Étude de drapé pour La Nuit, um 1905/08

Aristide Maillol, Autoportrait, um 1884

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