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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gute Ergebnisse, aber wenig Überraschendes bei den Arbeiten auf Papier im Wiener Dorotheum

Mehr Farbe!



Francisco de Goya,  Los Desastres de la Guerra, 1810/14

Francisco de Goya, Los Desastres de la Guerra, 1810/14

Seiner Favoritenrolle wurde Francisco de Goyas Zyklus „Desastres de la Guerra“ bei der Versteigerung mit Zeichnungen, Druckgrafik und Aquarellen Alter und Neuerer Meister im Dorotheum gerecht. Die Folge mit 80 Radierungen zu den Schrecken eines Krieges, die Goya in den Jahren 1810 bis 1814 mit Blick auf die verheerenden Gräueltaten der Napoleonischen Armee gegen die spanische Bevölkerung schuf, lässt nichts an Brutalität und Erbarmungslosigkeit aus: Erschießungen, Vergewaltigungen, Massakrierungen, Hinrichtungen, Leichenberge, Halbtote. Trotz oder vielleicht gerade wegen der aktuellen Ereignisse in der Ukraine, die bei der Betrachtung der Blätter nicht fern scheinen, interessierte sich das Publikum im Wiener Auktionshaus dafür und nahm die komplette Ausgabe der vierten Edition in kräftigen kontrastreichen Abzügen aus dem Jahr 1906 für taxkonforme 20.000 Euro mit.


Viel Euphorie legten die Sammler am 28. September in der Onlineauktion aber nicht an den Tag. Die meisten Verkäufe spielten sich im Rahmen der Schätzungen oder leicht darunter ab; Kauflaune, wie etwa bei Leo von Klenzes akkurater architektonischer Vedute „San Gimignano dalle belle Torre“ vom 5. Juni 1852, die von 4.000 Euro auf 11.000 Euro schoss, kam nur selten auf. Zudem blieben vor allem im druckgrafischen Sektor einige höher bewertete Posten liegen, etwa Dürers bekanntes Bildnis des Renaissance-Gelehrten Erasmus von Rotterdam aus dem Jahr 1526 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder Rembrandts biblische Erzählung „Joseph erzählt seine Träume“ von 1638 (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). So wurden im ersten Auktionsteil mit den Zeichnungen und druckgrafischen Arbeiten bis 1900 auch nur 55,6 Prozent der 187 Losnummern veräußert.

Druckgrafik

Höhepunkt in der mit 22 Grafiken gut bestücken Dürer-Suite war der weihnachtliche Holzschnitt „Die Anbetung der Könige“ um 1503 aus dem „Marienleben“ im ersten Druckzustand zur oberen Schätzung von 10.000 Euro. Die Freunde Albrecht Dürers begeisterte dann das Profilbildnis des Reformators Philipp Melanchton mit energischem Blick aus dem Jahr 1526 bei 2.400 Euro zum Dreifachen der Erwartung und vor allem für das würdevolle Dreiviertelportrait Kaiser Maximilians I. aus dessen Todesjahr 1519 mit prachtvoll ausgearbeiteter Rahmung bei 7.500 Euro. Aus dem „Marienleben“ schlossen dann noch die „Heimsuchung“ für 5.000 Euro und „Mariä Himmelfahrt und Krönung“ für 4.500 Euro gewinnbringend ab. In diese Preiskategorie reihten sich mit jeweils 5.000 Euro zudem Dürers „Handwaschung des Pilatus“ aus der „Kupferstichpassion“ von 1512 und die frühe Heiligendarstellung „Der heilige Hieronymus in der Wüste“ um 1497 ein (Taxe je 3.000 bis 4.000 EUR).

Über 6.000 Euro ging es bei Rembrandt nicht hinaus. An diesen Betrag am unteren Schätzrand hielt sich seine innige Radierung „Abraham liebkost Isaak“ um 1637 im zweiten Zustand. Darauf folgten bei 5.000 Euro seine neutestamentliche Szene „Christus und die Frau von Samaria“ am Brunnen von 1657 (Taxe 4.200 bis 4.800 EUR) und bei 4.000 Euro unter anderem die figurenreiche Küchenszene „Die Pfannkuchenbäckerin“ (Taxe 3.200 bis 3.600 EUR), das etwas verwaschene „Selbstbildnis mit dem federgeschmückten Barrett“ von 1638 (Taxe 2.400 bis 3.000 EUR) und das Portrait des gealterten Amsterdamer Goldschmieds Jan Lutma von 1656 mit der schon sichtbaren Fensterpartie (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Noch einmal in die Fünfstelligkeit stieg Giuseppe Vasis grandioses und detailverliebtes Panorama der Stadt Rom von über zweieinhalb Metern Breite aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit 11.000 Euro auf (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Sein Schüler Giovanni Battista Piranesi hielt sich bei seinen Ansichten römischer Bauwerke genau an die Vorgaben, etwa an 1.200 Euro für die „Veduta del Tempio detto della Concordia“ von 1774, an 3.000 Euro für seinen Blick auf die Fassade des Pantheon von 1761 oder an 4.000 Euro für die Architekturphantasie „Das Treppenhaus mit Trophäen“ aus den frühen „Carceri d’invenzione“. Nicht anders war es bei Giovanni Antonio Canals venezianisch inspirierten Veduten. Neben zwei Ausfällen gingen seine „Terrasse“ mit Menschen bei alltäglichen Verrichtungen bei 3.000 Euro, der leicht zerfallene „Portikus mit der Laterne“ bei 8.000 Euro jeweils am untern Taxrand weg.

Zeichnungen

Die Zeichnungen der Alten Meister mussten so manche Durststrecke verkraften. Silberstreifen am Horizont waren das Tusche- und Kreideblatt einer Wildschweinjagd nach Peter Paul Rubens’ Gemälde in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bei 4.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) oder Januarius Zicks Studie mit dem Martyrium des Evangelisten Johannes im einem Kessel mit siedendem Öl bei 3.400 Euro, auf deren Rückseite er noch zwei Figuren schnell skizziert hatte (Taxe 600 bis 800 EUR). Bei den Künstlern des 19. Jahrhunderts war die Nachfrage nicht ganz so verhalten. Davon profitierten Moritz von Schwinds Konvolut aus 20 Studienblättern mit Portraits, Figuren und Karikaturen bei 3.400 Euro (Taxe 2.400 bis 3.000 EUR), Josef Danhauser mit seinem Entwurf des Johannes-Martyriums für den Hochaltar der Domkirche im ungarischen Eger (Taxe 1.200 bis 1.600 EUR) oder Franz von Defreggers männlicher schreitender Akt mit erhobenem Arm von 1865 aus seinen Pariser Studienjahren bei jeweils 1.700 Euro (Taxe 800 bis 1.000 EUR).

Der 1816 geborene Malteser Amadeo Preziosi konnte nur mit einer seiner drei Zeichnungen die Bieter für sich einnehmen. 1872 verewigte er in Istanbul die Interieurs im Ciragan-Palast, mit denen das Dorotheum bereits 2016 bei einem Zuschlag von 34.000 Euro triumphierte. Diesmal orientierte sich Preziosis ornamental geschmücktes Palastzimmer samt Springbrunnen und Diener aber exakt an die unteren anvisierten 5.000 Euro. Julius Eduard Maráks dichte Kohlezeichnung eines Walds mit Rehen verbuchte 7.500 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Piotr Stachiewicz’ atmosphärisches Portrait einer mit Pelzmantel und -hut dick eingepackten Dame in stark verriebenen Kreidetönen 1.700 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR).

Zweimal trat die Mutter der Malerin Emilie Mediz-Pelikans in Erscheinung: Das feinfühlige, aber brave Bleistiftbildnis ihrer Tochter aus dem Jahr 1894 lag mit 800 Euro unter den veranschlagten 1.000 Euro; dem hielt ihr Schwiegersohn Karl Mediz das fotorealistische, beinahe erschreckende Bildnis der gealterten Dame aus dem Jahr 1912 entgegen, um das sich die Sammler bis zu 3.200 Euro stritten (Taxe 800 bis 1.000 EUR). Adalbert Franz Seligmann fertigte um 1914 für den Musiksalon der jüdischen Kauffrau Ella Zirner-Zwieback einen allegorischen Fries zur 2. Symphonie von Franz Schmidt, ihrem Klavierlehrer und Liebhaber. Zwei zusammengehörende Entwürfe mit Tieren, Putten und antik inspirierten Akten in einem tanzartigen Gestus spielten gute 5.000 Euro ein (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Aquarelle

Auch bei den Aquarellen des 19. Jahrhunderts hielten sich die Käufer fast immer an die Bewertungen der Experten im Dorotheum. Dafür erhöhte sich die losbezogene Zuschlagsquote bei den bunten Blättern auf knapp 70 Prozent. Teuerstes Los war Leopold Zinnöggers Buch „Die Rosen nach der Natur gezeichnet und gemahlet“ mit 61 Rosenblüten und den feinsäuberlich geschrieben botanischen Bestimmungen von 1828 mit 15.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Zur gleichen Schätzung war Ivan Konstantinovich Ajvazovskijs kleine, aber stürmische See angetreten, die einen Abschlag auf 7.000 Euro hinnehmen musste. Genauso erging es Edward Theodore Comptons in Grisaille ausgeführter Sicht auf Genf mit den Alpen im Hintergrund bei 4.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) oder Hanns Pellars dekorativ gestalteter, in aufwendiger Robe gekleideter symbolistischer Dame in einem blühenden Garten bei 3.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Auf der Habenseite standen dann die 3.400 Euro für Hugo Darnauts realistische Darstellung eines Bauernhofs in Niederösterreich mit Misthaufen, Hühnern, Katze und Landleuten bei der Arbeit (Taxe 2.400 bis 3.000 EUR) oder die 4.000 Euro für Alexander Pocks feschen Dragoner zu Pferd in blauer Uniform von 1901 (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR). Carl Goebels stimmungsvolle Genreszene aus der ungarischen Puszta mit Soldaten und Mädchen beim Tanz machte sich erst bei 1.300 Euro davon (Taxe 500 bis 1.000 EUR), Carl Friedrich Heinrich Werners recht gemütlicher Blick durch den Canal Grande auf die Rialto-Brücke mit wenigen gemächlich ziehenden Gondeln von 1853 erst bei 2.600 Euro (Taxe 1.800 bis 2.400 EUR). Hugo Mühligs langsam auf winterlich verschneitem Waldweg zurücktrottende Gesellschaft nach der Jagd kletterte auf 2.000 Euro (Taxe 1.200 bis 1.600 EUR).

Die Wiener Vedutenmaler reüssierten mit Franz Polednes Nahsicht vom Kohlmarkt aus dem Jahr 1900 mit der Kunsthandlung Artaria und zahlreichem Volk auf der Straße bei 2.400 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR) und Erwin Pendls Überblick über einen Markttag auf dem Platz Am Hof von 1902 bei 3.400 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). In die Natur zog es dagegen Josef Rebell, der 1811 wahrscheinlich als Vorlage für eine grafische Reproduktion den Lago Maggiore mit der Ortschaft Lavano fein aquarellierte und damit nun 3.800 Euro einnahm (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Von den 28 Blättern Fritz Lachs aus einer österreichischen Privatsammlung wurden 21 übernommen, darunter das Panorama von Budapest über die Donau und ein Dampfschiff auf das neogotische Parlamentsgebäude von 1908 bei 3.200 Euro (Taxe 2.400 bis 3.400 EUR) und die drei Jahre jüngere Sicht auf Bad Gastein mit dem rauschenden Wasserfall bei 4.000 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at

Startseite: www.dorotheum.com



12.10.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Amadeo Preziosi,  Interieur im Ciragan-Palast in Istanbul, 1872

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