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Ein Konzept, das überzeugt: Die von den Berlinern Sam Bardaouil und Till Fellrath kuratierte 16. Lyon Biennale definiert Fragilität als Triebkraft von Widerstandsfähigkeit

Vom Morbiden zur Selbstbehauptung



Ugo Schiavi, Grafted Memory System, 2022

Ugo Schiavi, Grafted Memory System, 2022

Ein ebenso riesiges wie geheimnisvolles Naturkundemuseum aus dem späten 19. Jahrhundert, das seit 15 Jahren leer stand, eine 29.000 Quadratmeter große, ehemalige Fabrik, in der einst Haushaltsgeräte produziert wurden, und das von Renzo Piano gebaute macLyon, Lyons Museum für zeitgenössische Kunst. Das sind nur drei von insgesamt zwölf über die Stadt verteilten Ausstellungsorten der diesjährigen Lyon Biennale. Wer sie besuchen will, sollte allein dafür schon einen ganzen Tag einplanen. Hinzu kommen noch diverse städtische Museen, Parks, ein Friedhof, ein Bahnhof und andere Orte. Die Biennale geizt weder mit Ausstellungsflächen noch mit der Anzahl der Künstler und Projekte. 202 Künstler aus über 40 Ländern sind hier eingetroffen. Allein 66 Arbeiten, darunter etliche raumfüllende Großinstallationen, wurden eigens für die Ausstellung realisiert.


Kuratiert wird die Biennale in diesem Jahr von Sam Bardaouil und Till Fellrath, die seit Januar auch als neues Direktorenduo am Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart in Berlin tätig sind. Der im Libanon geborene Sam Bardaouil und der Deutsche Till Fellrath arbeiten bereits seit 2009 als freies Kuratorenduo zusammen. Gemeinsam haben sie in München und New York die multidisziplinäre kuratorische Plattform „Art Reoriented“ gegründet und weltweit bereits mehr als 70 Ausstellungsprojekte realisiert. Neben der Lyon Biennale haben sie heuer auch den französischen Pavillon auf der Biennale Venedig verantwortet. Der Lyon Biennale ging eine dreijährige Vorarbeit voraus, während der sie sich intensiv in der Stadt vernetzt, die Geschichte des Ortes erforscht und nach ungewöhnlichen Venues Ausschau gehalten haben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Bardaouil und Fellrath präsentieren ihre Biennale unter der Überschrift „manifesto of fragility“, als „Manifest der Zerbrechlichkeit“. Dass unsere gegenwärtige Welt angesichts der noch nicht wirklich beendeten Corona-Pandemie, der Klimakrise, des Ukraine-Kriegs, diverser anderer Konfliktsituationen und Unruheherde und der gerade erst an Dynamik gewinnenden Energie-, Rohstoff- und Nahrungsmittelknappheit von enormer Zerbrechlichkeit geprägt ist, dürfte auf der Hand liegen. Bardaouil und Fellrath betrachten Fragilität jedoch keineswegs als etwas per se Negatives sondern vielmehr als eine Triebkraft für Widerstandsfähigkeit, die in einer derart verfahrenen Situation umso mehr benötigt wird. Ihre Biennale, so schreiben sie im Vorwort des Kurzführers, „imaginiert eine Welt, in der Verletzlichkeit als Basis für Empowerment aktiv ausgelebt wird, statt als Zeichen von Schwäche versteckt zu werden.“

Und sie bedienen sich eines weiteren Kunstgriffs, um das Mammutunternehmen thematisch zu gliedern. Drei zunächst unterschiedliche, sich aber am Ende auch wieder ergänzende und komplettierende Blickachsen beziehungsweise Kapitel legen sie wie konzentrische Kreise um die Werke der Ausstellung. Ein Besuch der Schau sollte daher idealerweise im macLyon beginnen. Denn hier versammeln Bardaouil und Fellrath unter der Überschrift „The Many Lives and Deaths of Louise Brunet“ in dichter Hängung Kunstwerke vom 16. Jahrhundert bis in unsere Gegenwart, denen die Fragilität des Individuums gemeinsam ist.

Die Geschichte der Louise Brunet

Doch wer ist Louise Brunet, von der nicht viel mehr bekannt ist, als ihre Tätigkeit als Seidenweberin und ihre Beteiligung am historisch verbürgten Seidenweberaufstand von 1834? Das Kuratorenduo stieß im Rahmen seiner Rechercheaufenthalte in Lyon auf einige wenige Dokumente und private Briefe, die vom Schicksal dieser jungen Frau zumindest bruchstückhaft Auskunft geben. Nachvollziehen lässt sich, dass sie zunächst in Frankreich inhaftiert wurde und nach ihrer Freilassung um 1839/40 herum das Angebot annahm, ihr Glück als Seidenspinnerin im Libanon zu versuchen. Gemeinsam mit ein paar anderen Frauen probte sie jedoch auch dort den Aufstand gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und wurde abermals verhaftet. Danach verliert sich ihre Spur im Dunkel der Geschichte.

Methodisch bedienen sich die beiden Kuratoren hier eines Ansatzes der Geschichte, die ihre Inhalte nicht anhand der Biografien „großer“, meist weißer und männlicher Persönlichkeiten erzählt, sondern im Sinne einer „Geschichte von unten“, die die Entrechteten, Unangepassten, Armen und Unterdrückten in den Fokus stellt. Genau so eine ist auch Louise Brunet. Den Kuratoren dient sie sozusagen als Prototyp der Entrechteten. Die Ausstellung im macLyon versammelt daher Werke, die sich mit den unzähligen Wiedergängerinnen und Wiedergängern der Louise Brunet vor, während und nach ihrer Zeit beschäftigen. Fakten und Fiktion beginnen, sich in diesem Teil der Schau mehr und mehr miteinander zu vermischen.

Da ist etwa die junge Frau aus der französischen Kolonie im Senegal, die ihr Schicksal, in einer Völkerschau in Lyon des Jahres 1894 als lebendes Schauobjekt präsentiert zu werden, nicht länger erträgt und flieht. Sie begegnet den Besucher*innen auf einem historischen Werbeplakat als barbusig dargestellte Exotin. Oder aber der brasilianische Videokünstler Rafael França in seinem letzten Werk „Prelude to an Announced Death“, das er kurz vor seinem AIDS-Tod im New Yorker St. Vincent Hospital vollendet hat. Es zeigt intime Berührungen zwischen ihm und seinem Lebenspartner, klanglich untermalt von einer eindringlichen Interpretation aus Verdis „La Traviata“. Gleichzeitig laufen die Vornamen all der Freunde des Paares, die bereits an AIDS gestorben sind, über den Bildschirm. Das Spektrum in diesem Kapitel der Biennale reicht von Lucas Cranachs Bildnis von „Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige von Sachsen“, der als protestantischer Märtyrer verehrt wurde, über diverse Marien- und Christusdarstellungen bis hin zu einer 2019 entstandenen, phallisch aufgeladenen, überdimensionalen Spargelstange aus Silikon der New Yorker Bildhauerin Hannah Levy, die von krallenartigen Edelstahlfingern festgehalten wird.

Beirut in seiner Blütezeit

Ebenfalls im macLyon ist der zweite große Ausstellungskomplex dieser Biennale mit dem Titel „Beirut and the Golden Sixties“ aufgebaut, der regelmäßigen Besuchern der Berliner Museen allerdings bekannt vorkommen dürfte. Die Schau lief von Ende März bis Mitte Juni bereits im Gropiusbau. Im Mittelpunkt steht die kurze Periode kultureller Blüte, die die libanesische Hauptstadt ab 1956 erlebte. Das Beirut dieser Zeit galt als das „Paris des Nahen Ostens“. Ein mit der Schweiz vergleichbares, strenges Bankgeheimnis lockte die vermögende Oberschicht der arabischen Länder in die Stadt. Man gab sich westlich, tolerant und liberal. Immer mehr Ausstellungsräume eröffneten, künstlerische Karrieren nahmen ihren Anfang, und ein buntes Publikum vergnügte sich in Galerien, Museen oder am Strand.

Mit dem Beginn des Bürgerkriegs 1975 ging diese Periode des kulturellen Aufschwungs dann aber jäh zu Ende. Bekanntermaßen ist der von einer korrupten politischen Klasse dominierte Libanon bis heute nicht zur Ruhe gekommen. Bardaouil und Fellrath vermitteln den kulturellen Aufbruch, aber auch das allmähliche Entstehen unversöhnlicher Gegensätze anhand von 230 Arbeiten von 34 Künstler*innen. Wandgroß aufgezogene Dokumentaraufnahmen führen den Lebensstil der sich langsam immer unversöhnlicher gegenüberstehenden Lager vor Augen: Hier libertäre Galeriegänger oder Bikiniträgerinnen, auf der anderen Seite politisch-religiöse Sektierer, die stolz ihre Kalaschnikows in die Kamera halten.

Niedergang und Wandel

Von hier aus sollte man vielleicht direkt in die Usines Fagor aufbrechen, gewissermaßen das Epizentrum dieser Biennale. Dieser Veranstaltungsort steht wie der gesamte Rest der Ausstellung unter der Überschrift „A world of endless promise“. In den 1980er Jahren schraubten hier noch bis zu 1800 Arbeiter*innen Waschmaschinen und Kühlschränke zusammen. Doch dann begann der schleichende Niedergang. Der Versuch, die Produktion auf Elektrofahrzeuge umzustellen, misslang. 2015 wurde die Fabrik endgültig geschlossen. Was für die Wirtschaft Lyons fatal ist, stellt sich für die Kultur als Glücksfall heraus. In den hohen und von Tageslicht beleuchteten Hallen bieten sich ideale Ausstellungsbedingungen. Die edlen Jacquard-Tapisserien der irischen Künstlerin Ailbhe Ní Bhriain, die dort hängen, geben urbane Orte nach ihrer Zerstörung durch Explosionen wieder und knüpfen so noch einmal an Beirut und sein immer wieder von Verwüstungen geprägtes Schicksal an.

Einige Künstler*innen haben auf diesem Gelände sogar das Glück, eine ganze Halle allein bespielen zu dürfen, so etwa die in Hamburg und Berlin lebende Annika Kahrs. Für ihre 24minütige Videoarbeit „Le Chant de Maisons“ brachte sie in der seit 1999 profanierten Lyoner Kirche Saint-Bernard zwei recht unterschiedliche Personengruppen zusammen. Während ein Team von Tischler*innen die Aufgabe erhielt, ein kleines Fachwerkhausgestell in den Kirchenraum zu bauen, wurde ein Ensemble von Musiker*innen und Sänger*innen dazu eingeladen, musikalisch mit den Handwerker*innen zu interagieren. Herausgekommen ist eine Bild- und Klangcollage voll mit Improvisationsmomenten und spontanen Überlagerungen von Stimmen, Blasinstrumenten, Werkzeugklängen und dem Sound der Orgel. Das Publikum ist dazu eingeladen, die Arbeit auf einem kinoleinwandgroßen Screen in den Kirchenbänken sitzend zu betrachten. Die Tatsache, dass die 1866 eingeweihte Kirche einst errichtet worden war, um die Konflikte nach den Aufständen der Seidenweber*innen zu befrieden, schlägt auch hier wieder den Bogen zu Louise Brunet.

Nebenan bespielt auch der belgische Künstler Hans Op de Beeck eine Halle für sich alleine. Seine immersive Installation „We Were the Last to Stay“ gleicht einem beunruhigenden Filmset. Das Publikum betritt einen Campingplatz mit Wohnwagen, Autos, Bäumen, einer Wasserfläche und einem Kinderspielplatz. Jedes Detail ist sorgfältig ausgewählt, perfekt platziert und auf die Gesamtinstallation hin abgestimmt. Das dystopische und stark verunsichernde Moment ist aber hier der Tatsache geschuldet, dass die gesamte Szenerie von einer Schicht grauer Asche bedeckt wird: Kein Farbtupfer, nirgends. Was ist geschehen? Eine mit Grablichtern, kleinen Holzkreuzen, Bilderrahmen und Votivgaben umringte Marienstatue deutet darauf hin, dass sich offenbar eine Katastrophe abgespielt hat und es keine Überlebenden gibt.

Die von Berlin und Paris aus agierende ungarische Künstlerin Eszter Salamon bereichert den Parcours um eine performative Komponente. Ihre zusammen mit jungen Tänzer*innen des Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Lyon entwickelte Arbeit „Study for the Valeska Gert Pavilion“ ist als Hommage an die für ihre exzentrischen Auftritte bekannte, aber lange Zeit in Vergessenheit geratene, deutsche Avantgardekünstlerin Valeska Gert (1892-1978) gedacht. Die von den Nazis als „entartet“ gebrandmarkte Ausdruckstänzerin und Pantomimin floh 1939 ins New Yorker Exil, kehrte aber bereits 1947 nach Europa zurück. Nach dem Krieg wurde sie von Regisseuren wie Federico Fellini, Rainer Werner Fassbinder oder Volker Schlöndorff als extravagante Darstellerin entdeckt. Eszter Salamons in bunte Overalls gekleidete Tänzer*innen transportieren die widerständigen Momente ihres Tanzstils in eine mit Punkelementen, lauten Schlagzeugeinlagen, wilden Grimassen und grotesken Verrenkungen angereicherte Dauerperformance mit streckenweise direkter Publikumsansprache im Sinne der relationalen Ästhetik Nicolas Bourriauds.

Würdevolle Verletzlichkeit

Fragilität als Leitmotiv durchzieht auch diesen Ausstellungsort, etwa in der Videoarbeit „Walking in Wrinkles“ des in Lyon beheimateten britisch-libanesischen Duos Omar Rajeh und Mia Habis. Das Choreografenpaar zeigt den unbekleideten und von Falten, Runzeln und Pusteln übersäten Körper des 100jährigen Tänzers George Macbriar in Nahaufnahmen. Ein choreografisches Element erhält die ebenso berührende wie würdevolle installative Arbeit nicht nur durch die bedächtigen Bewegungen des Protagonisten sondern auch durch die Tatsache, dass der Videomonitor sich in einer schwarzen Kiste befindet, die sich auf Rollen über ein Podest bewegt und von den Betrachter*innen verfolgt werden muss.

Der Österreicher Markus Schinwald hat unter dem Titel „Panorama“ eine anspielungsreiche Zusammenstellung eigener Arbeiten mit Exponaten aus Lyoner Museumssammlungen kompiliert. Eine Wandtapete voller destruktiver Elemente bildet die Hintergrundfolie für sein begehbares Panoptikum. Eine beschädigte römische Männerbüste aus dem 2. Jahrhundert vor Christus trifft auf vom Künstler modifizierte Barockgemälde. Metallene Handprothesen aus einer Krankenhaussammlung liegen in einer hölzernen Vitrine neben Gipsmoulagen der verletzten Gesichter von Veteranen des Ersten Weltkriegs. Kunst und Medizinhistorie treten hier in einen verstörenden Dialog.

Beeindruckend sind zudem die streckenweise an Outsider Art erinnernden Arbeiten der 1941 geborenen französischen Künstlerin Sylvie Selig. Ihr fast 50 Meter langes Ölgemälde „Stateless“ kommt als eine narrativ-fantastische Bildergeschichte daher, in der ein Hase ein junges Flüchtlingsmädchen vor weiterer Verfolgung bewahren will, letztlich aber scheitert und um sein eigenes Leben fürchten muss. Ihre Installation „Weird Family“ wiederum versammelt eine Vielzahl menschlicher, tierischer und hybrider Wesen auf einem laufstegähnlichen Podest. Auch hier evoziert Sylvie Selig eine Atmosphäre der sublimierten Gewalt und diffusen Beunruhigung.

Ein zerfallenes Museum zum Wachküssen

Doch weiter ins Musée Guimet, dessen Gebäude auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken kann. Es wurde 1879 als Privatmuseum und Bibliothek des Industriellen und Philanthropen Émile Guimet errichtet. Ab 1913 jedoch diente es als Naturgeschichtliches Museum der Stadt Lyon, bis es 2007 geschlossen wurde. Das riesige Gebäude mit seinen drei bespielbaren Etagen versprüht die Atmosphäre eines „Lost Place“, der nur darauf wartet, aus seinem Dornröschenschlaf geweckt zu werden. Sam Bardaouil und Till Fellrath ist genau dies gelungen. Sie haben etliche Künstler*innen dazu animiert, auf die speziellen Gegebenheiten dieses Gebäudes zu reagieren. So potenziert etwa der in Paris und Berlin lebende Franzose Clément Cogitore das Moment des Unheimlichen, indem er in seiner Videoarbeit „Morgestraich“ die in archaische Kostüme gehüllten Protagonisten der Basler Fasnacht mit Trommeln und Pfeifen in Dauerschleife promenieren lässt.

Die lettische Künstlerin Evita Vasiljeva verwandelt die aufgelassenen Depoträume des Museums in ein mit grellem grünem Neonlicht ausgeleuchtetes Gitterstangenlabyrinth, gespickt mit Bewegungsmeldern, die eine Kakophonie von beunruhigenden Soundeffekten in Gang setzen. Weiter oben im größten Ausstellungssaal des Museums hat der in Marseille lebende Franzose Ugo Schiavi in imposanten Schauvitrinen seine Arbeit „Grafted Memory System“ als eine hybride Landschaft inszeniert, in der Betonabgüsse menschlicher Körperteile mit Fossilien, Elektrokabeln, Edelstahlhalterungen sowie Videoscreens mit Bildern von Schrottautos und Müllkippen zu einem techno-organischen Ökosystem voller bezaubernder Schönheit und zerbrechlicher Morbidität amalgamiert werden. Die teilweise lädierte Glasdecke, der bröckelnde Stuck und das knarzende Parkett des Museums tun ein Übriges, um diesen Raum zum wohl stärksten Gesamtkunstwerk der Biennale werden zu lassen. Von Kunstlicht am Leben gehaltene Pflanzen weisen jedoch eine Spur von Resilienz und Selbstbehauptung auf und erfüllen damit genau jenen Hoffnungsschimmer auf eine trotz aller Krisen und Herausforderungen mögliche bessere Welt, den die beiden Kuratoren in ihrem „manifesto of fragility“ umschrieben haben.

Die „16. Lyon Biennale. Manifesto of Fragility“ läuft bis zum 31. Dezember an zwölf Ausstellungsorten in Lyon. Die drei Hauptausstellungsorte haben dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, am Wochenende bis 19 Uhr geöffnet. Der Kauf eines Internettickets liegt bei 18 Euro, ermäßigt 10 Euro; am Ticketschalter vor Ort ist er um jeweils 2 Euro teurer. Der 368seitige Katalog von Silvana Editoriale in französischer und englischer Sprache kostet 15 Euro. Dazu liegen Einzelkataloge zu den drei Hauptthemen der Biennale für 34 Euro, 38 Euro und 65 Euro vor.

www.labiennaledelyon.com



13.10.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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