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Bottrop huldigt Josef Albers. Der große Sohn der Bergbaustadt erfährt durch einen Erweiterungsbau des ihm gewidmeten Museums und eine Sonderschau erneut hohe Wertschätzung

Quadrat mit emotionalen Reaktionen



Der neue Erweiterungsbau des Josef Albers Museums in Bottrop

Der neue Erweiterungsbau des Josef Albers Museums in Bottrop

Ruhrgebietler sind besonders heimatverbunden. Bei Josef Albers war es nicht anders. Auch nach seiner Emigration in die USA 1933 fühlte er sich Bottrop freundschaftlich zugetan, wo er 1888 geboren wurde und aufwuchs. Generöse Schenkungen des 1970 zum Ehrenbürger ernannten Künstlers und gezielte Erwerbungen beförderten den Ausbau des ihm gewidmeten Museums, das heute mit über 100 Gemälden und der kompletten Druckgrafik den weltweit größten Korpus seiner Werke hütet. Schon lange war das idyllisch im historischen Stadtgarten gelegene alte Domizil den zeitgemäßen Ansprüchen an Raum, Technik und Infrastruktur nicht mehr gewachsen. Ab Mittwoch ergänzt ein 13 Millionen teurer Erweiterungsbau das Museumsensemble mit einer dem Quadrat gewidmeten Präsentation. Es ist die Abschiedsschau des langjährigen Direktors Heinz Liesbrock, der nun in den Ruhestand geht.


Das Züricher Architekturbüro von Annette Gigon und Mike Guyer konnte sich mit dem Entwurf eines zweigeschossigen Anbaus gegen 24 Teilnehmer eines nicht offenen, europaweiten Wettbewerbs durchsetzen. Harmonisch fügt sich die Erweiterung in den Bestand ein. Im Gegensatz zur vorhandenen Architektur aus Stahl, Glas und Beton kam nun ein kompakter, mit vorgehängten, pulverbeschichteten Metallpaneelen verkleideter, rechteckiger schwarzer Kubus hinzu. Als launiges Narrativ neigt sich die Ostfront oben nach Außen als Verweis auf das schnittige Sheddach des Ausstellungsgeschosses. Vier bodentiefe Panoramafenster gewähren Einblicke in Funktionsräume des Museums, als auch Ausblicke in die umgebene Natur. Während im ebenerdigen Untergeschoss das Kunstdepot, Räume für Werkstatt, Anlieferung, Museumspädagogik, Büros und die Bibliothek liegen, ist das über eine Brücke direkt erreichbare Obergeschoss allein der „Josef-Albers-Galerie“ vorbehalten. Hier finden sich acht ungleich große, mit einer angenehmen Kombination aus Tages- und Kunstlicht ausgestattete, bestens proportionierte Säle für Wechselausstellungen mit Parkettböden und gemauerten weißen Wänden. „Es wäre nicht angemessen, Meisterwerke an Rigips- oder Pappwänden zu präsentieren“, so die Devise von Heinz Liesbrock, der darüber hinaus Wert auf eine zurückhaltende Gestaltung legte, um der Kunst den Vorrang zu geben. Das Haus verzeichnet nun einen Flächenzuwachs von 1.400 Quadratmetern, wovon die Hälfte auf die Ausstellungssäle entfällt.

Nukleus des Ensembles ist eine aus dem Jahr 1913 stammende Villa, in der 1961 das Heimatmuseum eingerichtet wurde. Nach Plänen des Bottroper Baudirektors Bernhard Küppers entstand bis 1976 ein dreiteiliger Anbau mit Eiszeithalle, Forum und moderner Galerie. Zudem entwarf er den im Pavillonstil aus quadratischen Modulen gestalteten Anbau, der anlässlich der Schenkung von Anni Albers 1983 eröffnet wurde. Künftig wird hier die Dauerausstellung zu Josef Albers präsent sein. Sie schlägt einen großen Bogen von frühen Arbeiten des ausgebildeten Volksschullehrers, der sich in Abendkursen an der Kunstgewerbeschule Essen bei Jan Thorn Prikker und später an der Münchener Akademie für bildende Kunst bei Franz von Stuck weiterbildete. 1920 verließ Albers Bottrop und ging ans Bauhaus nach Weimar, zunächst als Student, später als lehrender Bauhausmeister. Zu dieser Zeit wechselte er von gegenständlichen Sujets wie Porträts, Landschaften oder Tierdarstellungen ins Abstrakte. 1933 verließ er mit seiner Frau Anni Nazi-Deutschland und folgte dem Ruf Philip Johnsons an das neue Black Mountain College nach North Carolina. Ab 1950 unterrichtete Albers dann an der Yale University in New Haven Entwerfen, Farbenlehre und Zeichnen.

Im Sommer 1950 schuf der 62jährige dann das erste Bild der wirkmächtigen Serie „Homage to the Square“, an der er bis zu seinem Tod 1976 arbeitete. Unter Verzicht auf kompositorische Neuerungen erforschte Josef Albers in rund 2.200 Gemälden Möglichkeiten der Farben und deren Beziehungen zueinander. Als eingefleischter Pädagoge, der Sehen vermitteln wollte und Kunst als Erfahrung begriff, ging es ihm nicht um das Quadrat an sich. Er nutzte es als Plattform zur Analyse von Reflexen. Kern des Systems ist eine Staffelung quadratischer Formen aus einem leicht nach unten versetzten Quadrat im Zentrum als Referenz an die Schwerkraft, umrahmt von zwei bis drei Quadratformen in bis zu vier Farben.

Sechs Gemälde dieses Zyklus, eine Spende von Albers, bilden den Höhepunkt im großen Ausstellungssaal der Dauerschau, während die aktuelle Sonderausstellung „Huldigung an das Quadrat“ im Neubau am Beispiel von 120 Exponaten in acht Kapiteln erstmals die innere Entwicklung der Bildfolge nachzeichnet. Fragen nach der Veränderung des Farbsinns oder nach Wandlungen im Umgang mit dem Farbmaterial hat Kurator Heinz Liesbrock in den Fokus gerückt. Den Ausgangspunkt bilden Fassungen in Schwarz, Weiß und Grau, dann kommt eine Buntfarbe hinzu. Im Anschluss folgen Zusammenstellungen in teils ungewöhnlichen Kolorierungen. Gemalt hat Josef Albers von der Mitte nach außen. Die Farbe wurde mit dem Spachtel aufgetragen, zunächst pastos, später recht dünn; eine Palette hat er nie benutzt.

Ein Saal ist monochromen Bildern aus sattem rotem Pigment vorbehalten, wobei die Interaktion verschiedener Helligkeitsstufen Rot auch kalt wirken lässt. Hier kommen auch Werke von Kollegen ins Spiel, so etwa Ad Reinhardt, Sol LeWitt oder Giorgio Morandi, von denen sich Albers bei seinen Experimenten anregen ließ. Dies gilt vor allem für Paul Cézanne, dessen Abgrenzen und Verwischen von Farbrändern die „Tiefenebene“ der Welt in unendlicher Fülle zum Ausdruck bringen kann. Lichterfüllte Werke mit blassen gelben, grauen und weißen Farben bilden den Abschluss. Albers war sich der evozierenden emotionalen Reaktionen, die seine Arbeiten auslösen konnten, sehr bewusst. Metaphorische Titel deuten darauf hin. Seine Malerei, im Kern Ergebnis seiner pädagogischen Farbenlehre, verbindet somit auch das Rationale mit dem Romantischen, das Technische mit dem Poetischen.

Das Josef Albers Museum in Bottrop öffnet seine neuen Räume am 19. Oktober erstmals für das Publikum. Dann ist der Eintritt bis zum 21. Oktober frei. Die Ausstellung „Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“ läuft bis zum 26. Februar 2023 und hat täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags ab 10 Uhr geöffnet. Am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar bleibt das Museum geschlossen. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 6 Euro. Zur Ausstellung wird Anfang November ein Katalog im Hatje Cantz Verlag zum Museumspreis von 48 Euro erscheinen.

Kontakt:

Josef Albers Museum – Quadrat Bottrop

Anni-Albers-Platz 1

DE-46236 Bottrop

Telefax:+49 (02041) 22 578

Telefon:+49 (02041) 29 716

Startseite: www.quadrat-bottrop.de



17.10.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


19.10.2022, Josef Albers. Huldigung an das Quadrat. Ein Beitrag zur Kunst des 20. Jahrhunderts

Bei:


Quadrat Bottrop

Kunstsparte:


Architektur

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Stilrichtung:


Abstrakte Kunst

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

Bericht:


I want to open eyes!

Bericht:


Die Meisterin der Fadensprache







im Erweiterungsbau des Josef Albers Museums in Bottrop

im Erweiterungsbau des Josef Albers Museums in Bottrop

in der Ausstellung „Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“

in der Ausstellung „Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“

Der neue Erweiterungsbau des Josef Albers Museums in Bottrop

Der neue Erweiterungsbau des Josef Albers Museums in Bottrop

in der Ausstellung „Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“

in der Ausstellung „Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“

Das Ensemble des Josef Albers Museums mit dem Neubau von Annette Gigon und Mike Guyer

Das Ensemble des Josef Albers Museums mit dem Neubau von Annette Gigon und Mike Guyer

im Erweiterungsbau des Josef Albers Museums in Bottrop

im Erweiterungsbau des Josef Albers Museums in Bottrop

Das Josef Albers Museum mit seiner Erweiterung im Bottroper Stadtgarten

Das Josef Albers Museum mit seiner Erweiterung im Bottroper Stadtgarten

in der Ausstellung „Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“

in der Ausstellung „Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“

John T. Hill, Josef Albers, o.J.

John T. Hill, Josef Albers, o.J.

in der Ausstellung „Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“

in der Ausstellung „Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“

im Erweiterungsbau des Josef Albers Museums in Bottrop

im Erweiterungsbau des Josef Albers Museums in Bottrop

in der Ausstellung „Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“

in der Ausstellung „Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“




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