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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die Highlights haben als singuläres Flaggschiff des deutschen Kunsthandels von internationalem Format überlebt. Nun will die Münchner Messe wieder ihre Strahlkraft unter Beweis stellen

Üppig Auserlesenes



Martin Schnell Werkstatt, Runde Teekanne in „Schwartz Porcelain“, Meißen um 1711/13

Martin Schnell Werkstatt, Runde Teekanne in „Schwartz Porcelain“, Meißen um 1711/13

Der traditionelle Markt für Alte Kunst und Antiquitäten erodiert schon seit längerem. Nachdem nun auch die Kölner Messegesellschaft die Cologne Fine Art & Design heuer zu einem Wurmfortsatz der Art Cologne degradiert und dies mit der veränderten Dynamik im Kunstmarkt begründet hat, sind die Highlights in München als einzige relevante Kunstmesse dieses Sektors in Deutschland übriggeblieben. Nur noch hier finden renommierte Kunsthändler wie Georg Laue, Helga Matzke, Christian Eduard Franke, Nils Viebahn, Rainer Jungbauer, Friedel Kirsch oder Thole Rotermund den entsprechenden Rahmen, um ihre hochwertigen Waren von der Antike bis zur Moderne zu präsentieren. Das mittlere und untere Preissegment ist weitgehend zu den Auktionshäusern und ins Internet abgewandert oder hat gerade noch auf der parallel laufenden Veranstaltung „Kunst & Antiquitäten München“ seinen Platz. Doch der Handel braucht diese Messen, generieren doch die einzelnen Kunsthändler bis zu 50 Prozent ihres Jahresumsatzes auf den Verkaufsschauen.


Für ihr hochkarätiges Programm haben sich die Highlights schon seit einigen Jahren das edle Ambiente der Münchner Residenz ausgesucht und sind dort gestern mit zwei Previewtagen gestartet. Das Angebot ist wieder anspruchsvoll und mit gut 50 Ausstellern auch überschaubar. Und es macht Lust, durch die elegant gestalteten Stände zu schlendern und sich von der Kunst anregen zu lassen. Eine der besonders inspirierenden Präsentationen ist Beck & Eggeling und Vanderven Oriental Art gelungen. Das Düsseldorfer Händlerduo lässt ungegenständliche Nachkriegskunst aus Deutschland auf chinesische Objekte der letzten 2000 Jahre ihrer niederländischen Kollegen treffen. Das macht erstaunliche Parallelen sichtbar und entwickelt eine Sogkraft, der man sich nur schwer entziehen kann, wenn etwa die rhythmisierten Abstraktionen von Heinz Mack und Günther Uecker mit Kwang Young Chuns „Aggregation 001-se081“, einer Mischtechnik aus koreanischem Maulbeerpapier von 2001 für 95.000 Euro, oder mit einem gelben Deckelgefäß der Kangxi-Periode um 1720 für 12.500 Euro korrespondieren.

Klassisch europäisch geht es bei Peter Mühlbauer zu; mit ihm kann man nach Antwerpen zur Zeit der Renaissance reisen. Komprimiert schildert Jan van Dornicke um 1520 auf einem Triptychon Szenen aus der Kindheit Jesu und hat die zentrale Anbetung der Heiligen Drei Könige, flankiert von der Geburt Christi und der Darbringung im Tempel, charakteristisch mit zahlreichen Figuren, viel Architekturstaffage und nobler Kleidung erstellt. Der Bamberger Möbelhändler Christian Eduard Franke lässt dann die französische Hofkunst mit einem Bureau Mazarin, das Nicolas Sageot um 1720 mit Darstellungen von Menschen, Tieren und Fabelwesen in Boulle-Technik verziert hat, bei 68.500 Euro aufleben. Zudem meldet sich das friderizianische Rokoko bei ihm mit einer exquisiten Potsdamer Kommode der für Friedrich II. tätigen Halbbrüder Johann Friedrich Spindler und Heinrich Wilhelm Spindler zu Wort. Für das mit feinen Blumengehängen aus exotischen Hölzern teils noch in originaler Kolorierung um 1765 marketierte Stück erwartet Franke einen Betrag von 138.000 Euro.

Dazu passt eine Prunkkassette, die Pierre Fromery um 1710/13 für den preußischen König Friedrich Wilhelm I. schuf. Seine Manufaktur für Galanterie- und Emailwaren in Berlin war damals die erste Adresse für Luxusprodukte aus Metall. Den Deckel der Schatulle ziert ein preußischer Adler in feuervergoldetem Messing, die Frontseite ein Herkulesmotiv. Wahrscheinlich handelt es sich um das Meisterstück für eine Reihe ähnlicher Kassetten, die als Ehren- und Diplomatengeschenke des Königs weitergereicht wurden. Die Entdeckung des bisher der Forschung unbekannten Exemplars gelang dem Worpsweder Kunsthändler Nils Viebahn, der für diese Qualität nun auch 580.000 Euro sehen will. Der Münchner Georg Laue, der sich auf Kunstkammerobjekte verlegt hat, offeriert ein weiteres Stück für den preußischen Hof. In Danzig oder Berlin entstand um 1670 im Umfeld des Kunstdrechslers Daniel Vading ein anspruchsvoller Deckelhumpen aus Elfenbein. Das mit Figuren der antiken Mythologie dicht geschmückte Schaugefäß gehörte einst dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und kam nach seinem Tod 1689 in die legendäre Kunstkammer des Berliner Schlosses.

Vielleicht wird Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatgemäldesammlungen, auf den Highlights bei Martin Moeller fündig. Der auf Zeichnungen spezialisierte Hamburger hat Max Beckmanns beinahe karikaturhaft angelegte Gestalten „Die großen Kellner“ von 1944 im Angebot, die Maaz noch in seine kommende große Beckmann-Schau integrieren könnte. Bei Moeller gibt es zudem noch die schnörkellose, einzig auf das Objekt bezogene und damit faszinierende Bleistiftzeichnung eines Herrenfahrrads von Karl Hubbuch. Das neusachliche Blatt aus den 1920er Jahren ist mit 18.000 Euro veranschlagt. In dieser Epoche tut sich auch der Hamburger Kollege Thole Rotermund um. Neben Arbeiten auf Papier hängen bei ihm neuerdings auch Ölgemälde, darunter Herbert Böttgers 1945 im Stil der Neuen Sachlichkeit gemaltes Stillleben „Insekten und Larven“ für knapp 29.000 Euro. Alexej von Jawlenskys furiose „Vase mit Rosenstrauß“ von 1937 für einen sechsstelligen Betrag trifft bei ihm auf Lyonel Feiningers prismatisch zergliederte Stadtansicht von Teltow. Die Radierung aus dem Jahr 1914 soll 18.000 Euro kosten.

Die moderne und auch die zeitgenössische Kunst haben auf den traditionellen Kunst- und Antiquitätenmessen inzwischen breiten Raum erhalten. So kann die Dortmunder Galerie Utermann mit einem marktfrischen Werk von Emil Nolde für 1,35 Millionen Euro aufwarten. Direkt aus der Nolde Stiftung in Seebüll konnte sie die Leinwand „Dampfdreschen I“ von 1911 akquirieren, in der der Expressionist eine seiner wenigen Auseinandersetzung mit der Landarbeit in leuchtendem Kolorit geschaffen hat. In die österreichische Moderne geht es mit dem Kunsthandel Freller aus Linz, der unter anderem Albin Egger-Lienz’ Aquarell mit zwei kraftvollen markanten „Bergmähern“ von 1918 für 550.000 Euro Franz Sedlaceks renaissanceartiger, gleichwohl unheimlicher „Landschaft mit Jäger“ von 1926 für 300.000 Euro gegenüberstellt. Die Wiener Galeristin Sylvia Kovacek hat eine kleine Suite mit Arbeiten von Erika Giovanna Klien zusammengestellt, die für ihre dem Kinetismus verpflichteten Werke bekannt und geschätzt ist. Als Highlight weist Kovacek mit rund 250.000 Euro die ungewöhnlich farbintensive Papierarbeit „Silvesternacht“ von 1921 aus, die noch nicht der Dynamik des Kinetismus, sondern einer konstruktivistisch-kubistischen Formsprache folgt und einen Balanceakt zwischen Figuration und Abstraktion vollführt.

Sina Stockebrand aus dem kleinen Ort Veltheim bei Braunschweig rückt abstrakte Tendenzen ab etwa 1950 mit Werken vom Konstruktivismus bis hin zur Konkreten Kunst in den Mittelpunkt ihres Programms. Mit dabei ist unter anderem Walter Dexels wohl austarierte, 75.000 Euro teure „Komposition mit gelbem Quadrat“ von 1968, die in ihren streng angeordneten Rechtecken den Ideen Piet Mondrians folgt. Freier ging Fritz Winter mit der Abstraktion nach informeller Art um. Auf seinem Gemälde „Rot vor Blau“ von 1967 schweben unregelmäßige Farbflächen atmosphärisch übereinander und sind für 150.000 Euro bei der Düsseldorfer Galerie Ludorff zu haben. Noch verspielter ist das Abstrakte aus zerplatzen Seifenblasen von Jirí Georg Dokoupil, wie sie sich bei „Dancing“ von 2018/21 in Türkis, Gelb und Lila am Stand der Galerie Wolfgang Jahn für 84.000 Euro tummeln.

Für die Fotokunst ist eine Handvoll Messeteilnehmer zuständig. Während die Galerie Jordanow die sachlichen Silbergelatineabzüge faschistischer Bauten, die Hans-Christian Schink 2014 während seines Stipendiums an der Villa Massimo in Rom ablichtete, als bestimmenden Block aus 21 Einzelbildern angeordnet hat, lässt Sarah Moon in ihren unscharfen Bildern die Schönheit eines Rosenstrauches bewusst brüchig und morbid erscheinen. Ihr 1998 in einer Auflage von 15 Exemplaren herausgegebener farbiger Kohledruck verlangt bei der Galerie Commeter 41.000 Euro. Neben Fotografie und aktueller Kunst ist der Münchner Händler Stefan Vogdt auch für Designobjekte ein kompetenter Ansprechpartner und zeigt auf der Messe Skandinavisches, unter anderem Alvar Aaltos Ensemble mit zwei Armlehnstühlen und einem Sofa von 1932 aus schichtverleimten hellem Holz und Lederpolsterung oder Henning Koppels extravagante Silberschale in Dreiecksform von 1958. Monika Fahrenson ist mit ihrer Jugendstil-Galerie Brigantine 1900 heuer von den Kunst & Antiquitäten München auf die Highlights gezogen. Dass sie dazu das Zeug hat, beweist sie unter anderem mit einem Vitrinenschrank von Henry van de Velde. Auftraggeber für das reduzierte geschmeidige Möbel aus Padouk mit Messingbeschlägen war um 1904 Baron Münchhausen, der seine Weimarer Villa komplett von dem großen Jugendstil-Entwerfer einrichten ließ. Dazu konveniert dem Käufer vielleicht eine mit „AS“ signierte bunte Tulpen-Tapisserie aus Aubusson um 1920, die sich bei dem Münchner Teppichhändler Max Lerch für 12.500 Euro findet.

Die Highlights laufen bis zum 23. Oktober in der Münchner Residenz. Geöffnet ist täglich von 11 bis 20 Uhr, am 20. Oktober zusätzlich bis 21 Uhr und am 23. Oktober nur bis 19 Uhr. Der Eintritt beträgt 25 Euro, für Senioren 20 Euro und für Studenten 10 Euro; für Kinder ist er kostenlos.

Highlights – Internationale Kunstmesse München
Residenz München, Eingang Hofgarten
Residenzstraße 1
D-80333 München

www.munichhighlights.com



19.10.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Zeitgenössische Kunst

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Neuere Meister

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Moderne Kunst

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Nachkriegskunst

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Martin Schnell Werkstatt, Runde Teekanne in „Schwartz
 Porcelain“, Meißen um 1711/13
Martin Schnell Werkstatt, Runde Teekanne in „Schwartz Porcelain“, Meißen um 1711/13

Variabilder:

Stehende Figur, China, Kangxi-Periode um 1720
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Alexej von Jawlensky, Großes Stillleben, 1937
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Stehende Figur, China, Kangxi-Periode um 1720

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Emil Nolde, Dampfdreschen I, 1911

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Daniel Vading Umkreis, Deckelhumpen, Danzig oder Berlin um 1670

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Albin Egger-Lienz, Bergmäher, 1918

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Max Beckmann, Die großen Kellner. Amsterdam, 1944

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Hans-Christian Schink, EUR, 2014

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Alexej von Jawlensky, Großes Stillleben, 1937

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Kwang Young Chun, Aggregation 001-se081, 2001

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Tapisserie mit Tulpen, Aubusson, um 1920

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Johann Friedrich und Heinrich Wilhelm Spindler, Kommode, Potsdam um 1765

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Heinz Mack, o. T., 1959

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Henry van de Velde, Bücher- und  Vitrinenschrank, um 1904

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