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Das Wuppertaler Von der Heydt-Museum lotet in einer Ausstellung Perspektiven des Portraits in der Fremd- und Selbstdarstellung aus

Menschen in verschiedenen Facetten



Paula Modersohn-Becker, Mädchenbildnis mit gespreizter Hand vor der Brust, 1905

Paula Modersohn-Becker, Mädchenbildnis mit gespreizter Hand vor der Brust, 1905

Als in der Renaissance neben dem Adel und der Kirche das Bürgertum zur weiteren gesellschaftlichen Säule aufstieg, gewann das Genre des Porträts deutlich an Gewicht. Doch wie sind die dargestellten Personen nebst ihrer Rolle in der Gesellschaft zu deuten? Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen sind ein aktuelles Thema, das nun eine Ausstellung des Von der Heydt-Museums aufgreift. Aus 50 Gemälden klassischer Positionen der Malereigeschichte seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert, aus acht Zeichnungen und zahlreichen Fotografien sehen sich die Besucher Blicken ausgesetzt, die zur Reflexion auffordern. Das weite Spektrum entfaltet sich zwischen zwei Extremen, zwischen Paula Modersohn-Becker und der südafrikanischen Fotografin Zanele Muholi. So mäandern die Besucher zwischen dem Eigenem und dem Fremden, was den Blick weitet und Vertrautes auf den Prüfstand stellt.


Intention der Kuratorin Anna Storm war es, anhand wechselnder Medien diverse Formen der bildlichen Repräsentation des Menschen vor Augen zu führen. Dabei war sie beeindruckt von jüngst entstandenen Fotografien Zanele Muholis, die kürzlich als Dauerleihgabe der 1972 geborenen und als Professorin an der Bremer Hochschule für Künste tätigen Künstlerin ins Von der Heydt-Museum gelangten. Ihnen stellt Storm vor allem Gemälde und Zeichnungen der Moderne, etwa von Emmy Klinker, Henri de Toulouse-Lautrec, Christian Schad und Félix Vallotton, und Werke seit 1950 von Wols, Miriam Cahn oder Tobias Zielony aus dem hauseigenen Bestand zur Seite. Dabei ist es ihr wichtig, dass das ungewohnt Fremde als verborgene Seite bereits Teil der eigenen Identität ist. So unternimmt Storm mit der Ausstellung den Versuch, festgefahrene Vorstellungen von Fremdheit zu überwinden.

Schon im ersten von fünf Segmenten der Schau erschließt sich der Effekt von Muholis Bildern. Unter der Überschrift „Formen der Inszenierung“ werden unterschiedliche Zustände der Inszenierung in den Blick genommen. Paula Modersohn-Beckers Porträts etwa orientieren sich weniger an der Realitätsnähe als an eigens definierten Vorgaben mit stark vereinfachten Zügen, nah gewählten Ausschnitten und einer Platzierung der dargestellten Person in der Natur. Bei Muholis Fotografien besticht die direkte Ansprache. Sie rückt die Augen der Figuren in die Bildmitte und lässt die Person oft fast gänzlich mit dem Hintergrund verschmelzen.

Die Haltung und die Gesten des Menschen stehen im Abschnitt „Körpersprachen“ im Fokus. Dabei ist der Mensch als Ganzes selten, stets angeschnitten, oft nur mit dem Gesicht präsent, obwohl sich im Körper und seinem Habitus gesellschaftliche, soziale oder politische Aspekte spiegeln, etwa wenn er eine schützende Haltung einnimmt. Wie der nackte Körper als Projektionsfläche fungiert, zeigt sich dann bei den Aktdarstellungen. Sie sind Spiegelbilder gesellschaftlicher stereotyper Vorstellungen von „Mann“ und „Frau“, aber auch Träger der subjektiven eigenen Identität. So kann der Akt, vor allem der weibliche, der in der Malereigeschichte deutlich häufiger anzutreffen ist, Darstellung von Objekthaftigkeit, aber auch von bewusster Selbstbehauptung sein.

Innere Reflexion, Einkehr und Rückzug bringen die Befragungen des eigenen Ichs von Max Beckmann und Ferdinand Hodler oder ein fast dämonisch-traumhaftes Selbstbildnis von Francis Bacon zum Ausdruck. Die Personen scheinen den Betrachter in ihrer inneren Versunkenheit nicht zu bemerken. In diesen Bildnissen bleibt eine Leerstell offen, die etwas Geheimnisvolles birgt. Wie „Intimität und Nähe“ im Medium des Bildes erzeugt werden können, will das letzte Kapitel verdeutlichen. In seinem Porträt einer holländischen Bäuerin versuchte Vincent van Gogh 1885 durch einen nahsichtigen, eng gewählten Ausschnitt und direkten Blickkontakt Nachdruck und direkte Tuchfühlung zu evozieren.

Die Ausstellung „Fremde sind wir uns selbst. Bildnisse von Paula Modersohn-Becker bis Zanele Muholi“ ist bis zum 29. Januar 2023 zu sehen. Das Von der Heydt-Museum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog zu 10 Euro erschienen.

Kontakt:

Von der Heydt-Museum

Turmhof 8

DE-42103 Wuppertal

Telefon:+49 (0202) 56 36 23 1

Telefax:+49 (0202) 56 38 09 1

E-Mail: von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de

Startseite: www.von-der-heydt-museum.de



08.11.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


21.08.2022, Fremde sind wir uns selbst. Bildnisse von Paula Modersohn-Becker bis Zanele Muholi

Bei:


Von der Heydt-Museum

Kunstsparte:


Zeichnung

Kunstsparte:


Fotografie

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Variabilder:

Christian Schad, Halbakt, 1929
Christian Schad, Halbakt, 1929







Christian Schad, Halbakt, 1929

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Emmy Klinker, Bildnis einer jungen Frau, um 1920

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Miriam Cahn, American Woman III, 1981

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Francis Bacon, Studie für ein Selbstbildnis, 1981

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Wols, Claude Prévert, 1937

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Henri de Toulouse-Lautrec, Die dicke Marie, 1884

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Zanele Muholi, ZaKi, Kyoto/Japan, 2017, 2017

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