Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 07.12.2022 Auktion 407: Schmuck, Kunsthandwerk, Alte Kunst

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Anzeige

Geist I / Ulla von Brandenburg

Geist I / Ulla von Brandenburg
© Kunsthandel Michael Draheim - Wiesbaden


Anzeige

Bethsabée / Pablo Picasso

Bethsabée / Pablo Picasso
© Galerie Weick


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Blumenstrauß / Maria Caspar-Filser

Blumenstrauß / Maria Caspar-Filser
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Kölner Auktionshaus Lempertz beeindruckt beim Kunsthandwerk mit einer breiten Auswahl an hochkarätigen Silberarbeiten sowie Glanzlichtern in den Sektionen Möbel und Skulpturen

Auf Kennedys Spuren



Gian Lorenzo Bernini, Pietro Bernini und  Simson mit einem Philister, um 1616/18

Gian Lorenzo Bernini, Pietro Bernini und Simson mit einem Philister, um 1616/18

Mit aufgewühltem Gesichtsausdruck blickt der Streiter in den Himmel, die Augenbrauen leicht zusammengezogen, den Mund geöffnet, als schreie er im Kampfgetümmel „Herr, gib mir Kraft!“. Der fehlende rechte Arm ist bereits zum tödlichen Schlag mit dem Eselsknochen erhoben, die linke Hand umfasst hinter dem Rücken mit festem Griff die Faust des am Boden kauernden Gegners. So bannt Simson den Philister mit Hilfe seiner muskulösen Beine, das linke Knie befindet sich dicht vor dem in den Nacken gelegten Kopf des Widersachers. Letzterer hat sich bereits in sein Schicksal ergeben: Die Augen weit aufgerissen, die Finger der rechten Hand einen länglichen Gegenstand umklammernd, möglicherweise das Heft eines Schwertes, entringt sich seiner Kehle noch ein stummer Schrei. Pietro Bernini und sein Sohn Gian Lorenzo Bernini sollen die herausragende, lebensgroße Marmorskulptur um 1616/18 geschaffen haben. Entweder war die zweiteilige „figura serpentinata“ bereits ursprünglich als Element eines Brunnens vorgesehen oder es wurden nachträglich Rohre dafür eingesetzt. Die Komposition entstand vermutlich nach dem Vorbild der Gruppe Giambolognas, die dieser wohl um 1562 für Francesco I. de’ Medici ausführte und ebenfalls als Brunnenfigur anlegte. Die Berninis nutzten geschickt die von links unten nach rechts oben verlaufende Maserung des Steins, um die Dramatik der Handlung zu unterstreichen. Nun wird die marmorne Umsetzung der bekannten Episode aus dem Buch der Richter erstmals bei einer Versteigerung angeboten. Dank ihrer qualitätvollen Ausführung konnte sie sich mit einer Schätzung von 200.000 bis 300.000 Euro an die Spitze der Auktion für altes und neues Kunsthandwerk bei Lempertz setzen.


Im Bereich der Skulptur trumpft das Kölner Auktionshaus am 17. November mit weiteren Glanzstücken auf: Raffiniert kombinierte wohl der Münchner Bildschnitzer Simon Troger in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Elfenbein und Obsthölzer, um die Körper- und Kleiderpartien seiner zwei Bettelmänner zu differenzieren. Die dynamischen und ausdrucksstarken Gestalten liegen bei 12.000 bis 15.000 Euro. Ein Blickfang sind die etwas später entstandenen, ausdifferenzierten Terrakottaskulpturen zweier Jagdgruppen, vermutlich von Benedikt Fruth, mit zwei Hundemeuten im Kampf mit einem Löwen und einer Löwin (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Nicht ohne Humor schuf Jacques Caffiéri um 1750/55 seine Kaminböcke mit den Titeln „La Poule“ und „Le Coq“: Die feuervergoldeten Chenets im Rocaille-Stil zieren Halbfiguren einer Dame mit Schleier und eines Mannes, der eine Prise aus einer Tabakdose entnimmt (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Zudem kommen einige Klassiker der Plastik zum Aufruf, darunter ein Abguss des borghesischen Fechters von 1787 (20.000 bis 25.000 EUR), eine rote Marmorstatue des aus der Münchner Glyptothek bekannten „Ganswürgers“ (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR) und eine hockende Diana aus Russland von 1833 als Mittelpunkt eines Tintenfasses aus Lapislazuli, die dem Typus der „Badenden Aphrodite“ entspricht (Taxe 20.000 bis 22.000 EUR). Im Historismus des 19. Jahrhunderts könnte außerdem ein lebensgroßes Leuchterpaar in Form zweier gerüsteter Krieger auf Postamenten von Philippe Poitevin, die anstelle einer Standarte oder Lanze jeweils den Schaft eines 14armigen Leuchters mit Drachenkopftüllen halten, für 50.000 bis 60.000 Euro den Besitzer wechseln. Eine weibliche Gottheit, wohl Iris oder Demeter, wurde ebenfalls verpflichtet, auf ihrem Haupt eine mit Medusenköpfen verzierte Urne zu tragen, aus deren Mündern in Greifen auslaufende Leuchterarme entspringen. Reliefs mit Opferszenen am Sockel der Louis Auguste Hervieu zugeschriebenen Girandole um 1807 verweisen auf das Element des Feuers, das im Gegensatz zu der zarten Blütengirlande in den Händen der antikisierten Figur aus brünierter Bronze steht (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR).

Möbel und Einrichtungsgegenstände

Für 60.000 bis 70.000 Euro geht ein frühes, bombiertes Zylinderbureau aus Mahagoni, Eiche, Kiefer und Kirsche mit einer filigranen Zierleiste aus vergoldeter Bronze sowie Eisen- und Messingbeschlägen ins Rennen, das David Roentgen Mitte der 1770er Jahre angefertigt hat. Vom selben Meister stammt ein filigraner Marketerietisch in Zitronenholz auf Eiche mit eingelegtem Blumendekor, der unter anderem als Schreibmöbel verwendet werden kann (Taxe 45.000 bis 60.000 EUR). Neben einem zierlichen klassizistischen Guéridon seines weniger bekannten Bruders Johann Georg Roentgen, der unter anderem auch in Kopenhagen tätig war (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR), wartet die angesehene Ebenisten-Familie aus Neuwied mit zwei Schatullen zwischen 6.000 und 8.000 Euro sowie einem Tablett in Rautenoptik des Familienoberhauptes Abraham Roentgen für 8.000 bis 12.000 Euro auf. Zu den Schreibmöbeln zählen ein zweiteiliger Schrank mit Fallklappe mit Würfelmarketerie aus Palisander und Rosenholz auf Eiche, der – ehemals ebenfalls unter Abraham Roentgen geführt – nun dem Niederländer Matthijs Franses zugewiesen und auf 20.000 bis 30.000 Euro geschätzt wird, sowie ein verspiegelter Dresdner Mahagoni-Schrank „a trois corps“ mit Kommode, Sekretär- und Kabinettaufsatz von Johann Christian Böhringer aus dem Jahr 1804 in schon beruhigter klassizistischer Gestalt (Taxe 40.000 bis 70.000 EUR).

Bei einer weiß gefassten Münchner Kommode mit vergoldetem Rokokozierrat und Beschlägen sowie einer hellroten Marmorplatte nach dem Entwurf François de Cuvilliés’ d.Ä. soll der Hammer bei 30.000 bis 40.000 Euro fallen. Einsätze aus farbigen Glassteinen, Malachit und Lapislazuli verleihen einer Mikromosaikplatte des 19. Jahrhunderts mit Ansichten berühmter römischer Sehenswürdigkeiten beinahe ein futuristisches Aussehen. Die runde Platte mit rahmendem Mäanderfries auf dreibeinigem Bronzegestell im Louis XVI-Stil lockt Liebhaber der Ewigen Stadt mit 20.000 bis 30.000 Euro. Auffallend modern präsentiert sich das Ensemble aus einer Bank und zwei Armlehnstühlen des niederländischen Architekten Chris Wegerif von 1901/02, das mit seinen strengen, geometrischen Einlagen aus Ebenholz und Elfenbein bereits die Formensprache des Art Déco vorwegnimmt (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Der Reigen an Einrichtungsgegenständen für das traute Heim wird von einigen Wanddekorationen komplettiert. Das friderizianische Rokoko vertritt ein Potsdamer Spiegel wohl nach Entwurf Johann Michael Hoppenhaupts II., dessen Rahmen von Rocaillen und Blumen umspielt wird (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Unter zahlreichen Leuchtern imponieren sechs Appliken mit dekorativen Emailblüten und einem fantasievollen Bandelwerkdekor an den Tüllen und Traufschalen, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Wien gefertigt wurden und Doppelgänger im Chinesischen Kabinett von Schloss Schönbrunn besitzen (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Ein seltenes Leuchterpaar aus fein ziselierter, feuervergoldeter Bronze mit Rocaille-Elementen wird der Werkstatt des Würzburger Kunstschmieds Johann Georg Oegg zugeschrieben (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), während zwei ebenfalls feuervergoldete Dresdner Pendants um die Mitte des 18. Jahrhunderts durch die naturalistische Nachbildung eines Eichenzweiges überzeugen (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Außerdem profiliert sich eine Carteluhr von Louis Dauthiau aus Paris mit rocaillenverzierter Konsole, die zwischen 1745 und 1749 datiert und von einem Amorknaben bekrönt wird (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Den Abschluss der Sektion bildet mehrere ausladende Kölner Rathausteppiche, von denen insbesondere der 14 Meter lange Täbris von 1927/42 mit dichtem Blütendekor über Kartuschen aus dem Hansasaal hervorzuheben ist, der im wahrsten Sinne des Wortes als roter Teppich für Staatsbesuche im Rathaus diente: Die Adelung durch Personen wie John F. Kennedy oder Queen Elizabeth II. bringt ihm bei Lempertz eine Schätzung von 30.000 bis 40.000 Euro ein.

Sächsisches und anderes Porzellan

Unter den Schätzen des „Weißen Golds“ trumpft Lempertz mit einer Riege an Stücken aus der Meißner Manufaktur auf. Aus einer Sammlung an Tabatieren zieht ein muschelförmiges Döschen mit vergoldeter Silbermontierung die Aufmerksamkeit auf sich, dessen Seladonfond mit goldenen Vierpassreserven um fein gemalte Wasserlandschaften geschmückt ist. Deckel und Boden zieren die flächenfüllende Ansicht einer kleinen Bucht, während das Innere die charmante Darstellung einer höfischen Tischgesellschaft beim Pochspiel und eine purpurne Auskleidung mit indianischen Blumen offenbart. Das hübsche Kleinod aus der Meißner Produktion der 1740er Jahre wird Philipp Ernst Schindler sen. und Christian Friedrich Herold zugeschrieben (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Der höfischen Gesellschaft ist ebenfalls eine Tabaksdose mit äußerst kleinteilig, teils beinahe pointillistisch gemalten Ideallandschaften zwischen Blattranken- und Rocaillenkartuschen gewidmet, die durch präzise ausgeführte Staffagefiguren und Architekturen wohl von Johann Georg Heintze überzeugt (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Zwei Porzellanfiguren des „Ungarischen Paars“ um 1750 haben sich ebenfalls herausgeputzt. Die 22 Zentimeter hohen Pendants nach Modellen von Johann Joachim Kändler und Peter Reinicke sind mit 20.000 bis 30.000 Euro bewertet.

Den Bereich des leiblichen Wohls bedient das Haus mit einer Schüssel aus dem Schwanenservice, das die Meißener Moduleure Kändler und Johann Friedrich Eberlein ab 1736 für Heinrich Graf von Brühl anfertigten. Auf dem mit einem Muschelrelief gestalteten Spiegel sind zwei schwimmende Schwäne sowie zwei Reiher dargestellt, von denen sich einer im Schilf versteckt. Kleine indianische Blumen und Astmotive sowie das Allianzwappen Brühl-Kolowrat-Krakovský zieren die Fahne des seltenen Einzelstücks mit einem Durchmesser von 29 Zentimetern (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Den Übergang zu einer Reihe an Landschaftsmotiven gestaltet ein 16teiliges Service mit Kaffee- und Teekanne, Zuckerdose, Spülkumme sowie sechszehn Koppchen und zugehörigen Untertellern. Die qualitätvollen exotischen oder europäischen Gegenden von der Hand Christian Friedrich Herolds und Johann Georg Heintzes, gerahmt von goldenen Vierpasskartuschen und Girlanden aus indianischen Blumen, soll 50.000 bis 60.000 Euro einfahren.

Als seltenes, da bei der Produktion für Schäden anfälliges Highlight präsentiert das Auktionshaus für 65.000 bis 70.000 Euro eine gelbgrundige Augustus Rex-Vase in Balusterform, deren Dekoration mit Konturchinoiserien Adam Friedrich von Löwenfinck um 1735 zugeschrieben wird. In gemessenem preislichem Abstand folgen eine hexagonale Vase mit indianischer Blumen- und Vogelmotivik auf der Wandung sowie floralen Motiven auf Nodus und Fuß (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) sowie eine Flötenvase nach dem chinesischen gu-Typus mit filigranen Hoeroldt-Chinoiserien und einem mäandernden Blumenfeston (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Um 1800 fertigte wahrscheinlich die Pariser Manufaktur von Pierre-Louis Dagoty dann zwei schlanke, 51,7 Zentimeter hohe Amphorenvasen aus Hartporzellan mit radierter Vergoldung, deren Aufglasurdekor verschiedene mit Jagdszenen nach Werken Jacques François Joseph Swebachs gestaltet wurde (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR).

Als nettes Ensemble aus der Zeit um 1760/80 bietet Lempertz ein geblümtes Toilettenservice der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur Wien im originalen Lederkoffer an, das einen Spiegel, mehrere Dosen, zwei Teller und zwei Parfümflakons mit Silberdeckeln umfasst (Taxe 13.000 bis 14.000 EUR). Auch die Münchner Manufaktur Nymphenburg meldet sich zur Wort und stellt zwei Mal Joseph Wackerles Allegorie auf Amerika als weibliche dunkelhäutige schlanke Akte mit Federkrone, Bogen und Pfeilköcher von 1920 zur Verfügung, die aber unterschiedlich staffiert sind (Taxe je 15.000 bis 20.000 EUR). Sinnbildlich bleibt es auch bei der Manufaktur Höchst mit einer von Simon Feilner um 1751/53 modellierten Flora, erkennbar an der plastischen Blumengirlande (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Glänzende Silberpracht

Beim Silber verteidigt Lempertz seine Vormachtstellung insbesondere mit einigen Trinkgefäßen: Führend erweist sich dabei eine Deckelkanne des Augsburger Goldschmieds Paul Hübner, die zwischen 1614 und 1616 entstand und wohl ursprünglich Teil eines vierteiligen Sets war. Die getriebene Wand zeigt neben Rollwerk mit Vögeln und Fruchtgebinden drei große Kartuschen mit weiblichen Personifikationen der Monate Juli, August und September; den Deckel krönt ein heiliger Georg im Kampf mit dem Drachen. Das außerordentlich qualitätvoll gearbeitete Stück darf sich stolze 45.000 bis 55.000 Euro auf das Preisschild schreiben. Rund zwanzig Jahre früher wird ein majestätischer vergoldeter Nürnberger Deckelpokal von Hans Zeiher datiert, der sich einer militärischen Motivik verschrieben hat. Von einem runden Fuß mit flach getriebenem Beschlagwerk, unterbrochen von reliefierten Maskarons, vermittelt ein vasenförmiger Nodus mit drei Volutenspangen hin zu einer hohen, konisch ausschwingenden Kuppa mit meisterhaft ausgeführten Tropaia zwischen Roll- und Beschlagwerk, Vogelpaaren und Maskarons. Den Deckel ziert die Statuette eines Soldaten mit Lanze und Wappenschild (Taxe 38.000 bis 40.000 EUR).

Neben einem gebuckelten Nürnberger Akeleipokal von Philipp Plappert mit Knorpelwerk und namensgebendem Blumenbouquet als Schmeck aus der Mitte der 1640er Jahre für 20.000 bis 25.000 Euro werden zudem ein Deckelhumpen des Hamburger Meisters Hanss Lambrecht III. mit spielenden und einen Ziegenbock neckenden Amoretten für 28.000 bis 30.000 Euro sowie ein ausladender Danziger Humpen von Benedikt Clausen angeboten. Letzteren krönt ein Schwan auf dem Deckel, während eine plastisch getriebene Darstellung der siegreichen Heimkehr des Königs Jephta, der freudig von seiner Tochter begrüßt wird, die Wandung schmückt (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Zu den plastischen Reliefarbeiten zählen zwei frühbarocke Augsburger Silbertafeln einer Verkündigungsszene sowie einer Madonna mit dem Johannesknaben von Hans Warnberger I. (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR).

Als Kostbarkeit präsentiert das Kölner Haus ein Paar geschwungene Tafelleuchter aus dem Dresdener Hofsilber mit fein gravierten Blattmuscheln und Akanthus, die Christian Heinrich Ingermann um 1745 für Friedrich August II. geschaffen hat. Das unterseitig gravierte Ligaturmonogramm „AR3“ verweist darauf, dass der Kurfürst gleichzeitig als König August III. über Polen regierte (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Wer auf der Suche nach anderer Tischbeleuchtung ist, wird eventuell bei dem strengeren Vierersatz Bielefelder Leuchter von Heinrich Grotendiek um 1700 fündig. Auf einem quadratischen, godronierten Fuß ruht ein konischer Balusterschaft mit entsprechendem Dekor und einer zylindrischen Tülle (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Für den quälenden Hunger zwischendurch kommt ein silbernes Régence-Reisemundzeug von Johann Beckert IV. aus Augsburg gerade recht, das Besteck, Gewürzdöschen, Eierbecher, eine ovale Schale sowie ein Zahnstocheretui und eine Serviettenspange umfasst und noch im originalen samtgefütterten Lederetui steckt (Taxe 15.000 bis 18.000 Euro).

Als weiteres Vorzeigestück des Silberbestandes offenbart sich mit einer Schätzung von 50.000 bis 60.000 Euro eine Lavabo-Garnitur des Augsburger Goldschmiedemeisters Michael Heckel d.Ä. von 1705/09. Den Rand des neunpassigen Beckens und die Wand der gebauchten Kanne mit Delphin-Henkel zieren Bandwerk und Muscheln. Dem Spiel der Wogen hat sich ebenfalls eine skulpturale Jugendstil-Schale von Wilkens & Söhne aus Bremen verschrieben, die als Trompe l’œil zu schaumbekrönten Wellen stilisiert ist. Aus diesen schwingt sich als Handhabe die plastische Figur einer Nereide empor und hält in der Rechten einen Fisch, in der der Linken zwei Seerosenblätter (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Den Abschluss bilden einige Objekte aus Glas, darunter ein geschliffener schlesischer Deckelpokal aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einem Gastmahl in einer Parklandschaft (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR) sowie zwei bauchige, azurblau bemalte Flaschen mit persischem, teils vergoldetem Boteh-Dekor aus dem 19. Jahrhundert (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 17. November um 14:30 Uhr mit den Skulpturen, Bronzen, Möbeln und Teppichen und wird am 18. November um 10:30 Uhr mit dem Silber, Porzellan und Glas fortgeführt. Die Besichtigung ist bis zum 16. November täglich von 10 bis 17:30 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.lempertz.com.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



14.11.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Amanda Bischoff

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 32

Seiten: 1  •  2  •  3  •  4

Adressen (1)Kunstsparten (7)Kunstwerke (11)Im Verkauf - Events (2)Im Verkauf - Kunstwerke (11)

Bei:


Kunsthaus Lempertz

Kunstsparte:


Möbel

Kunstsparte:


Teppiche

Kunstsparte:


Leuchter

Kunstsparte:


Bronze

Kunstsparte:


Silber

Kunstsparte:


Porzellan

Kunstsparte:


Skulptur

Kunstwerk:

Johann Georg Oegg Werkstatt zugeschrieben, Paar Wandappliken, 2. Viertel 18.
 Jahrhundert
Johann Georg Oegg Werkstatt zugeschrieben, Paar Wandappliken, 2. Viertel 18. Jahrhundert







Meissen, 1740er Jahre, bedeutende Tabatière mit Wasserlandschaften und Genreszene

Meissen, 1740er Jahre, bedeutende Tabatière mit Wasserlandschaften und Genreszene

Taxe: 35.000 - 40.000 

Losnummer: 1084

Louis Auguste Hervieu, Louis Auguste Hervieu zugeschrieben, Girandole, um 1807

Louis Auguste Hervieu, Louis Auguste Hervieu zugeschrieben, Girandole, um 1807

Taxe: 30.000 - 50.000 EURO

Losnummer: 424

Zwei seltene Figuren: Das ungarische Paar, Meissen, um 1750

Zwei seltene Figuren: Das ungarische Paar, Meissen, um 1750

Taxe: 20.000 - 30.000 

Losnummer: 1065

Schlesischer Deckelpokal

Schlesischer Deckelpokal

Taxe: 2.500 - 3.000 

Losnummer: 1286

Bedeutende Cartel mit Konsole, Paris, Louis Dauthiau, 1745 - 49

Bedeutende Cartel mit Konsole, Paris, Louis Dauthiau, 1745 - 49

Taxe: 30.000 - 40.000 

Losnummer: 355

Benedikt Fruth, Benedikt Fruth zugeschrieben, Zwei Jagdgruppen mit Löwe, Löwin und Hunden, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Benedikt Fruth, Benedikt Fruth zugeschrieben, Zwei Jagdgruppen mit Löwe, Löwin und Hunden, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Losnummer: 332

David Roentgen,  Zylinderbureau, um 1775

David Roentgen, Zylinderbureau, um 1775

Taxe: 60.000 - 70.000 EURO

Losnummer: 403

Johann Christian Böhringer,  Verspiegelter Schreibschrank, 1804

Johann Christian Böhringer, Verspiegelter Schreibschrank, 1804

Taxe: 40.000 - 70.000 EURO

Losnummer: 406

Musealer Nürnberger Deckelpokal, Hans Zeyher, 1592 - 1594

Musealer Nürnberger Deckelpokal, Hans Zeyher, 1592 - 1594

Taxe: 38.000 - 40.000 

Losnummer: 502

Hochbedeutender Potsdamer Spiegel

Hochbedeutender Potsdamer Spiegel

Taxe: 15.000 - 20.000 

Losnummer: 329

Simon Troger, Simon Troger zugeschrieben, Zwei Bettelmänner, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Simon Troger, Simon Troger zugeschrieben, Zwei Bettelmänner, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 325

Jacques Caffiéri,  Paar Kaminböcke „La Poule“ und „Le Coq“, um 1750/55

Jacques Caffiéri, Paar Kaminböcke „La Poule“ und „Le Coq“, um 1750/55

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 349

Schreibschrank mit Fallklappe, Den Haag, Matthijs Franses, zugeschrieben, um 1760 - 70

Schreibschrank mit Fallklappe, Den Haag, Matthijs Franses, zugeschrieben, um 1760 - 70

Taxe: 20.000 - 30.000 

Losnummer: 399




Copyright © '99-'2022
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce