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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mit soliden Zahlen punkteten die Gläser bei der Auktion des Hauses Dr. Fischer in Heilbronn. Eine vorsichtige Kundschaft sorgte für die wenigen, aber dann doch verdienten Ausreißer

In der Ursuppe



Koloman Moser,  Kugelvase, um 1902

Koloman Moser, Kugelvase, um 1902

Über einem violett-ockerfarbenen Grund, der perlmuttartig schimmert, schweben Schlieren an Grün und Türkis. Die große Kugelvase, die der bekannte Wiener Kunsthandwerker Koloman Moser um 1902 für die böhmische Glasmanufaktur Lötz Witwe entwarf, wirkt ein wenig, wie man sich die Urflut vorstellen könnte. Bei der kleinen, perfekt erhaltenen, 120 Jahre alten Schöpfung fiel der Hammer bei 12.000 Euro bereits an der unteren Schätzgrenze. Unbekannt ist der Gestalter einer weiteren, etwas älteren Vase aus dem Hause Lötz, die über einer kürbisförmigen Wandung weiße Luftblasen für neues Leben auf dem grünblau schillernden Wassergrund aufsteigen lässt. Hier vervierfachte sich der Wert auf 1.200 Euro. So stehen diese beiden gläsernen Kunstwerke stellvertretend für viele Angebote des Heilbronner Versteigerers Dr. Fischer: qualitativ hochwertige Stücke kamen zu vernünftigen Preisen an den Mann. Die losbezogene Verkaufsquote lag nicht überraschend bei rund 50 Prozent.


Das alte Schnittglas konnte nur selten überzeugen. So blieben unter anderem zwei Pokale mit geschnittenen Emblemen liegen (Taxe 1.000 bis 1.400 EUR bzw. 1.200 bis 1.400 EUR). Auch einer der Favoriten, ein von Friedrich Winter um 1700 geschaffener Hochschnittbecher, war zu optimistisch kalkuliert. Die museal erhaltenen, barocken Landschaftsszenen mit Reitern und Putten gingen bei 15.000 bis 18.000 Euro wieder an den Einlieferer zurück. Hingegen reüssierten mehrere Gläser aus dem Historismus. Karl Pfohl aus dem nordböhmischen Steinschönau war mit Darstellungen von Pferden erfolgreich. Auch ein ihm zugeschriebener Deckelpokal mit einem Rappen, der durch das Schleifen des rubinrot überfangenen Glases mit zarten Farbabstufungen beinahe malerisch aus dem Grund hervortritt, erreichte die obere Taxgrenze von 1.800 Euro. Auch der rubinrote Becher mit Pferd und Stallknecht, der ebenfalls Karl Pfohl zugewiesen wird, konnte sich über 2.200 Euro freuen (Taxe 2.200 bis 2.600 EUR).

Stücke aus der Sparte Formglas schnitten besser ab. So landete ein fantastisches, wohl böhmisches Flügelglas, im 17. Jahrhundert nach der „Façon de Venise“ mit vier auffälligen Ohrenhenkeln am hohlen Schaft gestaltet, erwartungsgemäß bei 1.600 Euro. Ein wohl katalonisches Kelchglas mit grünem Fuß und weit geöffneter trichterförmigen Kuppa stieg von 800 Euro auf 1.800 Euro. Eine noch bessere Performance legte ein Schnapshund aus dem 17. Jahrhundert hin. Das grünlich-blaue Kuriosum startete ebenfalls bei 800 Euro, überrannte die obere Schätzgrenze von 1.000 Euro und machte erst bei 2.400 Euro „Platz“. Den Höchstpreis der Auktion verzeichnete eine doppelkonische deutsche Stauchflasche. Das wundersame gelbgrüne Glas verleugnete mit seinen drei kaum sichtbaren Sprüngen sein Alter von 400 Jahren nicht. Die Flasche, deren Zweck heute nicht bekannt ist, brachte stolze 15.000 Euro (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Ein seltener, vergleichbar alter Rippenbecher ist im Gegensatz dazu für 7.500 bis 9.000 Euro noch zu haben, ebenso das gut hundert Jahre jüngere deutsche Passglas (Taxe 5.500 bis 6.500 EUR). Dafür kam eine nach Drucklegung des Katalogs in die Versteigerung aufgenommene braune Rechteckflasche des 18. Jahrhunderts aus dem alpenländischen Raum mit 3.300 Euro beim Publikum gut an (Taxe 800 bis 1.200 EUR).

Kaum Grund zur Beschwerde hatten Anhänger von Jugendstil-Gläsern aus Nancy, besonders Freunde von Henri Bergé. Seine asymmetrische Ziervase um 1910, deren matte Oberfläche durch Einschmelzungen in Violett, Hellblau, Weiß, Grün und Orange leuchtet, erzielte 5.000 Euro. Für sie sprach sicherlich die zeitlose Darstellung von Knospen und Blüten der Narzissen (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Bei „Pluviose“, auch von Bergé für Daum Frères entworfen, reizte ein malerischer Birkenhain, der sich in einem kalten regnerischen Winterwind wiegt. Das reliefierte und geätzte Stück schaffte die Punktlandung auf der oberen Schätzgrenze von 7.000 Euro. Die Fischer-Experten lagen gleichfalls bei Emile Gallés Orchideen richtig. Die abstrakt wirkenden Blüten auf dem in Marqueterie-sur-verre-Technik aufgelockerten weiß-gelben Grund der sich zur Schale weitenden Vase werden bei 7.000 Euro nie verwelken (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Ebenfalls an der oberen Schätzgrenze von 4.000 Euro glänzte Gallés keulenfömiges Exemplar „Tempus Stellae“ mit geätztem und bemaltem Mohnblütendekor, seine bernsteinfarbene Muschelschale „Coquille Marine“ aus den späten 1880er Jahren bei 6.200 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Den Haupttreffer beim Jugendstil landeten Jean-Désiré Muller und sein Bruder Eugène Muller mit ihrer Langhalsvase, die sie um 1900 in der seltenen Technik „nouveau décor fluogravés“ ausführten. Für das mit einer herbstlichen Astlandschaft und zentraler Eule verzierte Stück spendierte ein französischer Sammler 8.500 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Zulegen konnten gleichfalls Désiré Christians bernsteinfarben bis dunkelbraune Vase mit Christrosen um 1898/1904 auf 5.000 Euro (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR) oder Gabriel Argy-Rousseaus Pâte de verre-Variante mit den rot blühenden „Fleur de Pêcher“ von 1920 auf 6.500 Euro (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Die flachen Blüten- und Blattstilisierung aus dem Haus Lötz Witwe auf der gelb grundierten Kugelvase „Delphi“ hielten sich dann bei 1.400 Euro wieder an die auferlegten Grenzen, während die bunten, zu Wirbeln verzogenen Kröseleinschmelzungen auf der Vase „Phänomen“ um 1902 von 400 Euro auf 1.100 Euro kletterten. Teurer wurde es dann noch einmal mit einem Entwurf Adolf Beckerts für Lötz: Seine rosafarben unter- und grün überfangene Vase mit einem algenähnlichen geätzten Dekor konnte 6.500 Euro verbuchen (Taxe 1.800 bis 2.200 EUR). Josef Emil Schneckendorf dachte sich um 1907/11 für seine kleine konische Ziervase einen Schmuck aus Obstbaumzweigen mit Blüten in schimmernden Reduktionsfarben aus und war nun bei 1.900 Euro erfolgreich (Taxe 1.200 bis 1.600 EUR).

Die modernen Klassiker aus Murano kamen oft gut an. Die lebhaft anmutende Vase „Pezzato Arlecchino“ bezauberte mit ihrem farbenfrohen flickenteppichartigen Muster. Das von Fulvio Bianconi gefertigte Stück aus den 1950er Jahren ließ die geschätzten 5.000 bis 7.000 Euro locker hinter sich und wurde mit 11.000 Euro fünfstellig. Bianconis Hahn und Henne können fröhlich weiter picken: Mit 1.200 Euro beziehungsweise 1.300 Euro wurden sie ihren Erwartungen von jeweils 1.000 bis 1.200 Euro gerecht. Vor Stolz kann ein Wiedehopf seinen Kamm schwellen. Toni Zuccheris aufplusternder „Upupa“, der 1964 aus dem berühmten Glasbläserort entschlüpfte, schlug die angesetzten 8.000 bis 10.000 Euro um weitere 1.500 Euro. Mit 4.500 Euro ist „Pulcino“ noch nicht ganz ausgewachsen. Alessandro Pianons kühl wirkendes Küken konnte sich damit taxkonform in die Brust werfen. Carlo Scarpa, der um 1928/31 bei seiner Kugelform „Fenicio“ durch das milchige, Weiß unterfangene Glas den Schein einer tönernen Keramik vortäuscht, ließ sich bei 7.000 Euro nicht lumpen (Taxe 4.800 bis 5.200 EUR).

Manches bei den jüngsten Pretiosen aus der Studioglasbewegung fassten die Käufer nur mit Samthandschuhen an. So verzeichneten die aquamarinblauen, aufeinanderliegenden Ringstücke, von Vladimír Procházka unter dem Titel „Unfinished II“ dieses Jahr geschaffen, nur einen Vorbehaltszuschlag von 11.500 Euro (Taxe 13.500 bis 15.000 EUR); sein noch intensiver blaues „Frozen Leaf“ in Eichenlaubausformung von 2019 wurde bei 4.500 bis 5.500 Euro überhaupt nicht bedacht. Dafür brachte eine farblose Flasche, die Kristian Klepsch sen. 1974 mit archaisch wirkenden surrealistischen Szenen geschmückt hatte, erwartungsgemäß 950 Euro (Taxe 800 bis 1.000 EUR). Klaus Mojes braun-schwarz gestreiften Mosaikteller von 1980 umwarben die Bieter mit 2.500 Euro (Taxe 1.400 bis 1.800 EUR), seine schlanke Stangenvase „Niijima“ von 2000 mit 3.800 Euro (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR). Sue Parrys „Welle“, ein gläserner Bogen von 2009, schwappte für 400 Euro doppelt so hoch (Taxe 150 bis 200 EUR), und der 20 Jahre alte Büffelkopf von Ivan Mareš entlockte den Sammlern 12.000 Euro: Der zu einem Keil und Halbmond stilisierte Tierschädel glänzt so weiterhin in strahlendem Gelb (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de

Startseite: www.auctions-fischer.de



21.11.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Jörg Berghammer

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Doppelkonische Stauchflasche, Deutschland, 15. oder 16. Jahrhundert
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 Deutschland, Doppelkonische Stauchflasche, 15. oder 16. Jahrhundert

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Taxe: 14.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

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Emile Gallé,  Vase mit Orchideen, Nancy um 1897/1900

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Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

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Ivan Mareš,  Buffalo, 2022

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Taxe: 9.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

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Fulvio Bianconi,  Vase „Pezzato arlecchino“, 1950/51

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Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

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Henri Bergé oder Emile Wirtz, Vase mit Narzisse, um 1910

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Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 440

Henri Bergé,  Vase „Pluviose“, 1899/1902

Henri Bergé, Vase „Pluviose“, 1899/1902

Taxe: 5.500 - 7.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

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Toni Zuccheri,  Upupa, 1964

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Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

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Losnummer: 917

Carlo Scarpa, Vase „Fenicio“, 1928/31

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Taxe: 4.800 - 5.200 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 905

Gabriel Argy-Rousseau,  Vase „Fleur de Pêcher“, 1920

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Taxe: 3.000 - 3.500 EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

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