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Das Wuppertaler Von der Heydt-Museum deutet die inspirierende Konkurrenz zwischen impressionistischer Malerei und dem damals jungen Medium der Fotografie

Wettbewerb und Ausgleich zweier Disziplinen



Louise Deglane, Strand mit Booten (Étretat), 1907/36

Louise Deglane, Strand mit Booten (Étretat), 1907/36

Da kann noch einmal Urlaubsstimmung aufkommen: Aufschäumendes Meer, grenzenlose Weite, majestätische Steilküsten, Wolkenspiele in flirrendem Licht vor strahlend blauem Himmel. Besonders Claude Monet war bemüht, flüchtige luminöse Stimmungen und Wellenbewegungen in rasch getupften Gemälden zu fixieren. Vor fast 200 Jahren jedoch etablierte sich neben der Malerei die Fotografie, mithilfe derer es gelang, Reiseziele wie die französische Steilküste von Étretat detailgenau zu dokumentieren. Und mehr noch: Momenthafte Bewegungen konnten in eine dauerhafte Formen gegossen werden. Den Beziehungen zwischen impressionistischer und postimpressionistischer Malerei und der Lichtbildkunst aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts widmet sich derzeit das Von der Heydt-Museum in Wuppertal und macht deutlich, wie nah sich diese beiden Gattungen standen.


Am Anfang der Wuppertaler Schau demonstrieren aufschlussreiche Gegenüberstellungen von Fotografien und Gemälden, dass abseits authentischer Reisebilder das neue Medium deutlich breitere Bedürfnisse erfüllte. So dienten die Aufnahmen den Malern als Vorlage für ihre Gemälde, erwiesen sich insbesondere aufgrund ihrer Detailgenauigkeit als probates Hilfs- und Dokumentationsmittel für die Wissenschaft oder gewährten erstmals genaue Blicke auf bisher nicht abzubildende Phänomene, wie etwa Blitze, was eine Fotografie von Emil Jacobsen aus dem Jahr 1885 eindrucksvoll vor Augen führt. Unübersehbar bei den gelungen arrangierten Dialogen sind auch die Gemeinsamkeiten zwischen Malern und Fotografen. Beide wählten ähnliche Themen und Motive in einem zumeist sachlich distanzierten Duktus, alle studierten Leuchtkraft und Atmosphäre an Künsten, in der Natur und in den Städten. Geradezu als symptomatisch kann es angesehen werden, dass die erste Gruppenausstellung der Impressionisten im Studio des Pariser Fotografen Nadar stattfand.

Die von Anna Baumberger und Ulrich Pohlmann kuratierte Schau vereint über 80 hochkarätige Fotografien, ausschließlich Unikate, die in ein dialogisches Ausstellungskonzept mit impressionistischen Gemälden aus dem Fundus des Hauses eingebettet sind. Speziell dieses Ineinanderfließen offenbart die grundlegenden Unterschiede in Format, Textur und Materialität, aber auch den virulenten Vorwurf gegenüber der Fotografie, sie sei ohne geistigen Hintergrund und neige nicht zum Idealisieren. Die Neuerungen wurden von einer subtil spürbaren Aufbruchsstimmung in Kunst, Technik und Wissenschaft begleitet, zu der die 1851 erstmals in London veranstaltete Weltausstellung besonders beitrug. Hier bot sich der Fotografie eine großartige Plattform, um ihren Nimbus zu steigern.

Das zweite der insgesamt sechs Kapitel widmet sich der Stadt Paris als Zentrum der Moderne im 19. Jahrhundert. Fotoserien von weit ausladenden Plätzen und Boulevards zeigen das virulente Leben in der von Baron Georges-Eugène Haussmann zur modernsten Großstadt der Welt umgebauten Metropole. Beim Sehen schwimmt der Besucher in Bildräumen, die ihn in die Rastlosigkeit der neuen Zeit eintauchen lassen. Die pausenlose hektische Unruhe in der Stadt versuchten aber auch impressionistische Maler einzufangen.

Anders gestaltet sich dies in den Landschaften und das Landleben aufgreifenden Sujets. Die Historienmalerei wich zunehmend den in freier Natur und vornehmlich im Wald von Barbizon geschaffenen Bildern. Aber auch in der Fotografie eroberten sich Spiele von Licht und Schatten sowie die Erprobung unterschiedlicher Kompositionsformen ihren Platz, wobei menschliche Eingriffe in die Natur teils bewusst inszeniert wurden. Vor dem Hintergrund der rasanten Industrialisierung, der raschen mobilen Erschließung der Umwelt und der aufkommenden Eile gewann die Auseinandersetzung mit dem Leben auf dem Land vermehrt an Relevanz. Orte der Ruhe und Beschaulichkeit mit naturnahem Arbeitsleben wurden intermedial zu bildwürdigen Sujets. In der Landschaft war den Fotografen zudem die Möglichkeit gegeben, abseits der kommerziell ausgerichteten Porträtfotografie spezifische Stärken des Mediums auszuprobieren.

Dann wird das Anliegen der sogenannten „Piktorialisten“ vorgestellt, sich durch Edeldruckverfahren und Bildbearbeitung von der massenhaften Durchschnittsfotografie abzusetzen. Mit neuen Techniken und größeren Formaten versuchten sie, den Erscheinungsformen der Malerei nahezukommen. Dabei komponierten etwa Alvin Langdon Coburn, Rudolf Eickemeyer Jr., Hugo Henneberg, Henry Peach Robinson oder Edward Steichen ihre Aufnahmen sehr bewusst, verringerten die Konturenschärfe, nutzten fließende Übergänge und bedienten sich häufig künstlerischer Gattungen wie Landschaft, Portrait oder Akt. Mit verschwommenen Gummidrucken, Heliogravüren oder Pigmentdrucken als Unikaten gelang es ihnen, dem Malerischen ähnliche Stimmungen zu erzeugen. Mehrere Abzüge eines Motivs konnten je nach Korrektur abwechselnde Wirkungen erzielen, die an Serien impressionistischer Künstler erinnern.

Das letzte Kapitel widmet sich dem im Jahr 1907 von Auguste und Louis Lumière erfundenen Autochromverfahren. Die farbigen Aufnahmen konnten nachträglich koloriert werden und erfreuten sich großer Beliebtheit. Fotografien prominenter Vertreter ihres Fachs, allen voran von Heinrich Kühn, zeigen die Breite der neuen Möglichkeiten auf. Über eigene Sichtgeräte oder Großprojektionen konnten nun Glasplattenaufnahmen betrachtet werden, die die malerische Wirkung der Impressionisten imitierten. Zum Abschluss der vielen überraschenden Einblicke erinnert im großen Bürgersaal des Museums eine Auswahl von Gemälden bedeutender Impressionisten an die Gründung des Museums vor 120 Jahren am 25. Oktober 1902. Das Museum gehörte zu den Häusern, die schon recht früh impressionistische Landschaftsbilder erwarben, so von Claude Monet, Alfred Sisley, Paul Signac, Paul Cézanne oder Edgar Degas. Dieses Konvolut wurde durch Stiftungen Eduard von der Heydts in den 1950er Jahren weiter ergänzt.

Die Ausstellung „Eine neue Kunst. Fotografie und Impressionismus“ ist bis zum 8. Januar 2023 zu besichtigen. Das Von der Heydt-Museum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, am zweiten Weihnachtstag von 11 bis 18 Uhr und an Neujahr von 14 bis 18 Uhr geöffnet. An Heiligabend, am ersten Weihnachtstag und an Silvester bleibt das Haus geschlossen. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog zum Museumspreis von 34 Euro erschienen.

Kontakt:

Von der Heydt-Museum

Turmhof 8

DE-42103 Wuppertal

Telefon:+49 (0202) 56 36 23 1

Telefax:+49 (0202) 56 38 09 1

E-Mail: von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de

Startseite: www.von-der-heydt-museum.de



19.12.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


02.10.2022, Eine neue Kunst. Fotografie und Impressionismus

Bei:


Von der Heydt-Museum

Kunstsparte:


Malerei

Kunstsparte:


Fotografie

Stilrichtung:


Impressionismus

Stilrichtung:


Fotokunst

Variabilder:

Camille Pissarro, Osny. Bäuerin mit Kuh, 1883
Camille Pissarro, Osny. Bäuerin mit Kuh, 1883

Variabilder:

Georges Seurat, Waldrand, um 1883
Georges Seurat, Waldrand, um 1883

Variabilder:

Paul Signac, Notre
 Dame, die Insel Saint-Louis, vom Quai de la Tournelle aus gesehen bei Sonnenlicht, 1885
Paul Signac, Notre Dame, die Insel Saint-Louis, vom Quai de la Tournelle aus gesehen bei Sonnenlicht, 1885







Camille Pissarro, Osny. Bäuerin mit Kuh, 1883

Camille Pissarro, Osny. Bäuerin mit Kuh, 1883

Georges Seurat, Waldrand, um 1883

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Paul Signac, Notre Dame, die Insel Saint-Louis, vom Quai de la Tournelle aus gesehen bei Sonnenlicht, 1885

Paul Signac, Notre Dame, die Insel Saint-Louis, vom Quai de la Tournelle aus gesehen bei Sonnenlicht, 1885

Alfred Sisley, Winterlandschaft, um 1888

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Gustav Eduard Bernhard Trinks, Farbige Schatten, 1902

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Olympe Aguado, Große Eiche im Bois de Boulogne, um 1885

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Claude Monet, Blick auf das Meer, 1888

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Édouard Baldus, Paris. Blick auf die Pont d’Arcole und das Hôtel de Ville, um 1860

Édouard Baldus, Paris. Blick auf die Pont d’Arcole und das Hôtel de Ville, um 1860

Gustave Le Gray, Große Welle, Sète, 1857

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Antonin Personnaz, Armand Guillaumin beim Malen von „Badende bei Crozant“, um 1907

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Antonin Personnaz, Sonnenaufgang bei Schnee, um 1907/14

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Heinrich Kühn, Miss Mary im blauen Kostüm, 1910

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