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Italienische Stilleben in der Hypo-Kunsthalle

Stille Welt



Bartolomeo Bimbi, Orangen, Limonen, Zitronen und Lumien, 1715

Bartolomeo Bimbi, Orangen, Limonen, Zitronen und Lumien, 1715

Thematisch im Wohlklang mit einer besinnlichen Vorweihnachtszeit zeigt die Hypo-Kunsthalle Stilleben bekannter und bisher anonym gebliebener italienischer Barockkünstler. Von der Lombardei über die Toskana bis Rom und Neapel werden die verschiedenen Entwicklungen in über 200 Gemälden chronologisch präsentiert. Dabei wird der Unterschied zur niederländischen und französischen Stillebenmalerei verdeutlicht.



Die letzte große Ausstellung italienischer Stilleben wurde 1964 in Neapel gezeigt. Initialisiert vom zunehmenden Interesse des Kunstmarkts und der Sammler wurde dieses Genre weiter erforscht. Dabei wurden zahlreiche neue Quellen und Werke entdeckt, so dass die Hälfte der Bilder erstmalig öffentlich zu sehen ist. Leihgeber sind neben italienischen und ausländischen Museen vor allem private Sammler und Kunsthändler, die fast 70 Prozent der Exponate stellen.

Auf eine Zeitreise von den antiken Ursprüngen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts begibt sich, wer in die stille Welt der italienischen Stilleben eintritt. Empfangen wird der Besucher von antiken Fresken aus Herculaneum: sie zeigen Früchte und Fische, die als Gastgeschenke gereicht wurden; ganz nach dem Geschmack des Späthellenismus, wie wiederentdeckte Schriften des Plinius und Philostrat belegen. An diesen Quellen orientieren sich später im 16. und 17. Jahrhundert neapolitanische Maler wie Giacomo Recco, Paolo Porpora und Giuseppe Recco. Sie spezialisieren sich auf die Darstellung von Fischen. Autonom wird das Stilleben erst im Verlauf des 16. Jahrhunderts durch die Entdeckung der Zentralperspektive und der Optik.

Giovanni da Udine ist einer der ersten und wichtigsten Stillebenmaler in Europa. Er spezialisiert sich in der Werkstatt Raffaels auf Tier- und Pflanzenwelt und auf Grotesken. Seine Blumen- und Früchtestilleben sind so beliebt, dass er Aufträge für die Dekoration zahlreicher römischer Paläste erhält. Neue Motive kommen aus Amerika: importierte exotische Tiere und Pflanzen zeugen von der Entdeckung der Neuen Welt. Neben diesen Motiven finden sich nur selten Musikinstrumente. Hier sind die Darstellungen des Norditalieners Evaristo Baschenis die bekanntesten. Von ihm existieren auch Küchenstilleben, die unter spanischem Einfluss entstehen. Gezeigt werden reich gedeckte Tafeln mit toten und lebenden Schlachttieren.

Bis ins 18. Jahrhundert hinein behauptet sich die Darstellung der natura morta in den wichtigsten europäischen Produktionsstätten. Neben Flandern und den Werkstätten in Frankfurt, Hanau und Toledo ist in Italien die Lombardei die Kunstregion, in der die Gattung des Stillebens entsteht. Aus dem Norden verbreitet sie sich nach Rom, Neapel und Spanien und nimmt dabei Anregungen anderer europäischer Zentren auf. Im Unterschied zu ihren niederländischen Kollegen liegt es den Italienern jedoch fern, mit versteckten Attributen zu moralisieren oder subtile Botschaften zu platzieren. Ihre privaten Auftraggeber und Sammler verlangen vielmehr nach einer schönen, reichen Darstellung des sie umgebenden Überflusses, von dem prächtige Pflanzen, Blumen, Obst und Tiere zeugen.

Im Gegensatz dazu wird bei religiösen Gemälden und Altarbildern Realitätsnähe in der Darstellung gefordert. Um diesem Anspruch zu genügen finden sich in den biblischen Szenen und Heiligenbildern oft üppige Stillebenarrangements. Hier bietet sich eine künstlerische Freiheit in Interpretation und Gestaltung, fernab der sonst hochoffiziellen Historienmalerei. Aus diesem Grund sind es meist berühmte Historienmaler wie Caravaggio, Strozzi oder Passerotti, die dieses Genre für ihre künstlerischen Interpretationen nutzen. Der „Jüngling mit Korb und Früchten“ aus der Galleria Borghese in Rom ist ein Beispiel für die meisterhafte naturalistische Wiedergabe, die Caravaggio „mit dem strahlenden Zauber des Altertums“ auf unnachahmliche Weise verbindet. Damit liefert er entscheidende Impulse für die Entwicklung des italienischen Stillebens in Rom. In diesem Kunstzentrum sind es rustikale Vespern mit Obst, Wassermelonen und Gemüse, die häufig thematisiert werden. Feldfrüchte werden auf steinernen Tischen dargeboten und zeugen von der reichen Vegetation Mittel- und Süditaliens.

In Neapel stellen die Stillebenmaler gern besonders kostbare Gegenstände oder solche des täglichen Gebrauchs dar: Kupfergeschirr, Majolika, Gläser und Kristalle werden neben den üblichen Blumen-, Obst-, Fisch- und Tierdarstellungen thematisiert. Dabei wird auf eine exakte Wiedergabe der realen Licht- und Farbverhältnisse sowie der Formen großer Wert gelegt. Es gibt allerdings auch einige Kompositionen, die willkürlich und phantastisch erscheinen. So wird der Betrachter von den über 100 bekannten und anonymen Künstlern immer wieder überrascht. Dabei schaffen die in Dunkelrot, Ocker und sanftem Grün gehaltenen Ausstellungsräume eine beruhigende Atmosphäre, die den in barocker Manier dicht gehängten Exponaten aus der Blütezeit des italienischen Stillebens gerecht wird.

Die Präsentation wird nur in München in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung ab diesem Wochenende bis zum 23. Februar 2003 zu sehen sein. Zur Ausstellung erscheint ein umfassender Katalog mit farbigen Abbildungen aller Exponate. Er enthält Beiträge zur Entstehung und Bedeutung des Stillebens, zu den unterschiedlichen geographischen Zentren in Italien sowie den verschiedenen Gattungen innerhalb der „natura morta“. Geöffnet ist täglich von 10 bis 20 Uhr; am 24. Dezember ist die Kunsthalle geschlossen. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 4 Euro. An jedem Montag, der nicht auf einen Feiertag fällt, halbieren sich alle Eintrittspreise.

Kontakt:

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung

Theatinerstraße 8

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 22 44 12

Telefax:+49 (089) 29 16 09 81

Startseite: www.hypo-kunsthalle.de



09.12.2002

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Beate Noeke
Die Autorin ist Kunsthistorikerin und freie Journalistin in München

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