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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückschau: Moderne bei Hauswedell & Nolte in Hamburg

Fränzi liegend in Blau



Erich Heckel,  Fränzi liegend, 1910

Erich Heckel, Fränzi liegend, 1910

Zu den Hauptblättern der expressionistischen Grafik zählt Erich Heckels „Fränzi liegend“. Der Holzschnitt mit dem Akt der jungen Fränzi Fehrmann, die den Künstlern der Brücke als Modell diente, entstand im Sommer 1910, als Heckel, Kirchner und Pechstein an den Moritzburger Seen weilten, um ungestört im Freien zu zeichnen und zu malen. Das Blatt existiert in zwei Farbstellungen: Schwarz-Rot und Schwarz-Blau. Nach Heckels eigener Auskunft existieren von der blauen Fassung weniger als von der roten, höchstens fünf Stück. Bisher waren nur drei Blätter bekannt: Das der Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe, des Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart und ein Blatt, das im Frühjahr 2000 bei Grisebach für 310.000 Mark versteigert wurde.



Die Seltenheit des Kunstwerks ließ die Sammler in der Auktion „Moderne Kunst“ am 7. Dezember bei Hauswedell & Nolte auch nicht locker. Am Telefon und im Saal kämpften sie heftig um den farbintensiven, prachtvollen, schwarz-blauen Druck. Als Sieger ging ein Privatmann hervor, der den Zuschlag beim 250.000 Euro, genau dem Doppelten der Taxe, erhielt. Der Hamburger Versteigerer hatte zu seinem 75jährigen Firmenjubiläum ein exquisites Grafikaufgebot aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammengetragen, das oft die Sammlerherzen höher schlagen ließ. So konnte sich die Lithografie „Liegende“, ein zweiter weiblicher Akt von Heckel, von 15.000 auf 28.000 Euro verbessern, oder Paul Klees lustige, kolorierte Lithografie „Insekten (Die Schöpfung)“ aus dem Jahr 1919 von 8.000 auf 38.000 Euro.

Überhaupt wurde Paul Klee zum Star des Tages. Sein „Weisses Ostern I“, eine Aquarell- und Ölarbeit auf kreidegrundiertem Papier, dessen andere Hälfte sich im St. Louis Art Museum befindet, übertraf die Erwartungen von 175.000 Euro bei weitem. Mit einem Zuschlag von 265.000 Euro nahm es den ersten Platz in der Auktion ein. Und seine Temperaarbeit „Zu Beginn eines Festes“ kletterte von 45.000 Euro auf 56.000 Euro. Um Julius Schnorr von Carolsfelds Entwurfszeichnung der „Eroberung Pavias“, die ihm als Vorlage zu einem zerstörten Wandbild im Kaisersaal der Münchner Residenz diente, stritten das Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle und ein privater Sammler, der schließlich bei 68.000 Euro erfolgreich war (Taxe 40.000 EUR).

Paula Modersohn-Becker malte von dem „Schützenfest mit Karussell“ zwei Fassungen. Die erste aus dem Jahr 1901 offerierte Hauswedell & Nolte für 60.000 Euro. Auch hier war reges Interesse auszumachen, so dass das Ölgemälde schließlich bei 86.000 Euro verkauft wurde. Unterhalb der Erwartungen von 100.000 Euro platzierte sich Amedeo Modiglianis melancholische Schönheiten „Cariatide“, eine Bleistiftzeichnung um 1911/12, bei 90.000 Euro. Und auch die Meistermappe aus dem staatlichen Bauhaus von 1923 blieb 10.000 Euro hinter den Erwartungen von 80.000 Euro zurück. Unterschiedlich war die Resonanz auf die Werke Edvard Munchs. Während der seltene symbolistische Holzschnitt „Das Herz“ bei 54.000 Euro Gefallen fand (Taxe 26.000 EUR), blieb eine weitere Inkunabel der expressionistischen Grafik, seine Lithografie „Madonna“, unverkauft (Taxe 150.000 EUR).

Auch bei Max Beckmann ergab sich ein differenziertes Bild. Während seine Bleistiftzeichnung des rauchenden Galeristen Paul Cassirer genau die Schätzung von 30.000 Euro erreichte, wollte niemand seine „Jahrmarkt“-Mappe von 1921 mit dem beeindruckenden Selbstbildnis „Der Ausrufer“ (Taxe 60.000 EUR) - ein weiteres zentrales Werk des Expressionismus - und seinen Holzschnitt „Totenhaus“ haben (Taxe 35.000 EUR). Auf der Rückgangsliste finden sich auch Marc Chagalls friedliche Gouache „Nu dans les Champs“ (Taxe 100.000 EUR), Karl Hubbuchs freizügiger Akt „Marianne vor dem Spiegel“ (Taxe 120.000 EUR), die tanzende, nackte „Salomé“ mit dem Haupt des Johannes, eine Kaltnadelradierung von Pablo Picasso aus dem Jahr 1905 (Taxe 130.000 EUR), Otto Muellers farbige Kreidezeichnung über Lithografie „Paar am Tisch – Selbstbildnis mit Maschka“ (Taxe 40.000 EUR) oder Max Slevogts erdige Landschaft „Auf dem Trifels“ von 1922 (Taxe 100.000 EUR).

Dass Alexej von Jawlenskys seine „Meditation: L’Heure bleu est en moi“ selbst als „IA-Privat“-Qualität bezeichnete, ließ den Preis von geschätzten 25.000 Euro auf 41.000 Euro hochschnellen, während seine düstere, fast schwarze „Große Meditation“ von 1936 mit 28.500 Euro weit hinter den Erwartungen von 38.000 Euro zurückblieb. Die heitere, duftige Stimmung, die Wassily Kandinsky in seinem farbigen Holzschnitt „Levée de la lune“ von 1904 erzeugt, beflügelte die Bieter nicht so sehr. Sie machten bei 70.000 Euro statt der taxierten 80.000 Euro halt. Erich Buchholz’ konstruktivistisches Werk „Weihe“ um 1921 bewegte sich mit 37.000 Euro im Rahmen der Taxe von 40.000 Euro.

Auch Robert Michels Uhren in seiner Assemblage „Groß-Uhr“ von 1919 liefen etwas langsamer und blieben bei gleicher Schätzung bei 36.000 Euro stehen. Dagegen legte August Mackes rasante „Dame im Wagen“, eine Bleistiftzeichnung von 1913, einen Gang zu und überfuhr ihr Ziel von 24.000 Euro um glatte 16.000 Euro. Bei den wenigen Skulpturen im Angebot überzeugte die Käufer Ernst Barlachs Stukkoplastik „Der Buchleser“ bei 22.000 Euro (Taxe 20.000 EUR), und auch seine Holzschnittmappe „Die Wandlungen Gottes“ reüssierte bei 16.000 Euro (Taxe 8.500 EUR).

Auch wenn einige hochpreisige Werke nicht verkauft werden konnten, zeigte sich Hauswedell & Nolte mit dem Ergebnis der Auktion zufrieden. Immerhin konnten von den 579 offerierten Losen 323 abgesetzt werden, was einer guten Zuschlagsquote von knapp 56 Prozent entspricht, bei der allgemeinen Kaufzurückhaltung ein respektables Ergebnis.

Kontakt:

Hauswedell & Nolte

Pöseldorfer Weg 1

DE-20148 Hamburg

Telefon:+49 (040) 41 32 10 0

Telefax:+49 (040) 41 32 10 10

E-Mail: info@hauswedell-nolte.de

Startseite: www.hauswedell-nolte.de



21.12.2002

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Zuschlag: 86.000,- EURO

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