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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Kassel widmet sich dem grafischen Werk Ernst Ludwig Kirchners

In Momenten größten Rausches



Ernst Ludwig Kirchner gehört zu den bedeutendsten und produktivsten Vertretern des deutschen Expressionismus. Neben einem umfangreichen malerischen Werk hinterließ er über 15.000 Zeichnungen und 2.000 druckgrafische Arbeiten. Mit geradezu manischer Besessenheit hält Kirchner seine alltägliche Umgebung in zahllosen schnell hingeworfenen Skizzen fest. 1905 gehört er in Dresden zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergemeinschaft "Die Brücke". Gemeinsam mit Heckel, Pechstein und Schmidt-Rottluff beschäftigt er sich in dieser frühen Zeit vor allem mit den Themen Akt und Landschaft. In bewusster Auflehnung gegen die starren akademischen Regeln entwickeln die Brücke-Mitglieder beim gemeinsamen Zeichnen im Atelier oder in der Natur den charakteristischen, radikal die Formen vereinfachenden, eckigen "Brücke-Stil" mit seiner leuchtenden Farbigkeit. Dabei verarbeiten sie Anregungen van Goghs, Gauguins und des französischen Fauvismus.



1911 gehen die Brücke-Künstler nach Berlin. Das hektische Leben in der Metropole, die Kokotten und Freier auf der Straße und in den Cafehäusern faszinieren Kirchner. Gleichzeitig führt ihn seine Isolation nach dem Auseinderbrechen der "Brücke" 1913 und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges in eine schwere psychische und physische Krise. Sein eindringlicher Holzschnitt "Selbstportrait mit tanzendem Tod" ist exemplarisch für diese von Drogenmissbrauch, Schlaf- und Essensentzug sowie von der panischen Angst geprägte Zeit, im Krieg zu fallen und sein Werk nicht vollenden zu können. Nach mehreren Aufenthalten in verschiedenen Nervensanatorien kommt Kirchner 1917 nach Davos, wo er allmählich seine Morphiumsucht überwindet und sich künstlerisch mit der Schweizer Berglandschaft auseinandersetzt. Sein Spätwerk steht unter dem Einfluss des Kubismus und der Abstraktion. 1938 wählt Kirchner, verzweifelt über die politische Entwicklung in Deutschland und über seine Vereinsamung, in der Schweiz den Freitod.

Die Graphische Sammlung der Staatlichen Museen Kassel besitzt mit über 70 Arbeiten einen zwar kleinen, in der Qualität aber ausgezeichneten Bestand an Zeichnungen und Druckgrafik von Ernst Ludwig Kirchner. Die Blätter wurden in den 1960er Jahren von dem bedeutenden Sammler Karlheinz Gabler mit großer Kennerschaft zusammengetragen. Besonders prominent ist Kirchners frühe Zeit durch Aktzeichnungen und Dresdener Stadtansichten vertreten. Aber auch Kirchners Reisen nach Fehmarn, sein Aufenthalt in Berlin und die sogenannte Krisenzeit bis zur endgültigen Übersiedlung nach Davos können durch qualitätvolle Beispiele illustriert werden. Allein anhand des eigenen Bestandes gibt die Ausstellung so einen Überblick über Kirchners grafisches Œuvre und seine verschiedenen Entwicklungsphasen.

Die Kasseler Kirchner-Zeichnungen sind seit 1980 nicht mehr geschlossen ausgestellt worden, viele der druckgrafischen Arbeiten wurden noch nie gezeigt. Die Ausstellung stellt jedoch nicht nur erstmals den gesamten eigenen Kirchner-Bestand vor, sondern beleuchtet darüber hinaus anhand von Leihgaben den Kontext, in den die Arbeiten einzuordnen sind. Trotz der umfangreichen wissenschaftlichen Literatur entstanden durch die genaue Betrachtung des einzelnen Werkes immer wieder überraschende Forschungsergebnisse, die in der Ausstellung anschaulich dargestellt werden. So wird dort eine Serie von großformatigen Aktzeichnungen in Kohle fast vollständig versammelt, die in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang entstanden und Kirchners Dresdener Freundin Dodo in verschiedenen Posen zeigen.

Einige der Skizzen, die Kirchner 1908 auf seiner ersten Fehmarnreise anfertigte, können durch akribische Recherchen direkt einander zugeordnet und in das Fehmarnskizzenbuch rückgeordnet werden. Weiter geht die Ausstellung durch die Gegenüberstellung verschiedener Abzüge ein und desselben Holzstockes etwa von den „Nervösen beim Diner“ oder dem Titelblatt des Absalom-Zyklus Kirchners Experimentierfreudigkeit im Bereich der druckgrafischen Techniken nach. Auf diese Weise entsteht ein umfassender Einblick in die künstlerische Vorgehensweise einer der faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Die Ausstellung „Ernst Ludwig Kirchner: In Momenten größten Rausches“ ist noch bis zum 16. Februar auf Schloss Wilhelmshöhe zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

Kontakt:

Museumslandschaft Hessen Kassel - Schloss Wilhelmshöhe

Schloss Wilhelmshöhe

DE-34131 Kassel

Telefax:+49 (0561) 316 80 111

Telefon:+49 (0561) 316 800

E-Mail: info@museum-kassel.de



22.01.2003

Quelle/Autor:Staatliche Museen Kassel

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