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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Zürich Auktionshaus Koller startet mit Kunst Alter und Neuerer Meister in die Herbstsaison und sorgt für einen großen Auftritt einiger Spitzenwerke

Biblische Massenszene



Pieter Breughel d.J.,  Anbetung der Heiligen Drei Könige, vor 1616

Pieter Breughel d.J., Anbetung der Heiligen Drei Könige, vor 1616

Die Schilderung ist imposant. Während viele Künstler sich bei ihrer „Anbetung der Heiligen Drei Könige“ meist auf die Hauptpersonen konzentrieren, fährt Pieter Breughel d.J. einen großen Hofstaat und zahlreiche Schaulustige auf, die sich um den ärmlichen Stall, aus dessen Dach schon ein Baum herauswächst, mit dem zentralen Bildmotiv versammelt haben. Wie so oft griff der flämische Maler bei dem vor 1616 entstandenen Gemälde auf eine Komposition seines Vaters Pieter Bruegel d.Ä. zurück, konkret auf dessen ersten Entwurf, der heute in den Musées royaux des Beaux-Arts in Brüssel hängt. Mit der Wiederaufnahme reagierte Breughel auf die immense Nachfrage und Popularität dieser biblischen Szene und folgte mit den scheinbar willkürlich über die Bildfläche strömenden Menschenmassen, mit den karikaturistisch anmutenden Gesichtszügen und mit den drollig ausformulierten tierischen Begleitern malerischen Traditionen des späten 16. Jahrhunderts. Die Holztafel, die bei Sotheby’s in New York 2009 für 700.000 US-Dollar netto von einem europäischen Sammler übernommen wurde, ist nun das unangefochtene Spitzenlos bei Koller in Zürich und soll 2 bis 3 Millionen Franken erwirtschaften.


Dem klassischen Aufbau einer „Anbetung der Könige“ entspricht ein rund hundert Jahre älterer Flügelaltar eines Antwerpener Manieristen, der mit dem Maler Jan de Beer in Verbindung stand und dessen verschollenen Prototyp als Anregung nahm. Hier sitzt Maria mit dem Neugeborenen in der Mitte; um sie gruppieren sich die Drei Weisen aus dem Morgenland und Josef in einer Palastarchitektur, die den Blick auf eine Landschaft öffnet. Die Flügel zeigen die „Geburt Christi“ und die „Flucht nach Ägypten“ sowie im geschlossenen Zustand eine „Verkündigung Mariens“ in Grisaille (Taxe 90.000 bis 120.000 SFR). Ansonsten dominieren bei den 74 Gemälden Alter Meister die Stillleben mit bedeutenden Protagonisten des Genres. Jan Davidsz de Heems in warmes Licht getauchtes Arrangement von 1647 aus Obstschale, angebissenem Brot, Austern und geschälter Zitrone macht Lust, direkt zuzugreifen (Taxe 300.000 bis 400.000 SFR). Eine kühlere und distanziertere Atmosphäre evoziert Pieter Claesz in seinem „Monochrome Banketje“ von 1642 und lässt nur wenige Farbtöne bei dem gefüllten Römerglas, dem umgestürzten Berkemeyer, dem Brot, dem Teller mit Oliven, dem Messer und den Austern mit Pfeffer und Salz auf einem Zinnteller zu (Taxe 200.000 bis 250.000 SFR). Pieter de Ring verwendet hingegen leuchtende Farben, um die Kombination von Kirschen, Pfirsichen, Trauben, Zitrone, Garnelen und einem Römer auf einem reich gedeckten Tisch schmackhaft zu inszenieren (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR).

Alte Meister

Vier Gemälde machen Jan van Goyen bei Koller zum Protagonisten der Landschaftsmalerei und geben einen Überblick über verschiedene Phasen seines Schaffens. Seine „Flusslandschaft mit Segelboot und Kahn“ von 1634 (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR) und die vier Jahre jüngere „Flusslandschaft mit Fischerhütte“ stehen für das Frühwerk (Taxe 45.000 bis 55.000 SFR). Schon hier regt sich sein Hang zu einer reduzierten Farbpalette, der sich bei seiner von Erdtönen bestimmten „Dünenlandschaft mit Kirche“ aus den 1640er Jahren noch verstärkt (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Goyens „Flusslandschaft mit Fischerbooten“ gehört ebenfalls zu seinen tonalen Landschaften und entstand 1655 ein Jahr vor seinem Tod, als die Marinemalerei den Schwerpunkt seiner Arbeit bildete (Taxe 70.000 bis 100.000 SFR). Als typische Vertreter dieser Gattung machen Bonaventura Peeters d.Ä. mit seinen Segelschiffen auf bewegtem Wellenspiel von 1631 und Jan van Leyden mit seiner ruhigeren Marine, bei der allerdings ein Kriegsschiff eben ein Salve abfeuert, auf sich aufmerksam (Taxe je 25.000 bis 35.000 SFR).

Abel Grimmers kleiner Tondo von 1611 mit einer vergnügten, bald schon unzüchtigen Gesellschaft vor einem See samt Wasserschloss gehörte als Allegorie des Sommers zu einer Serie von Jahreszeitendarstellungen; allerdings ist der Verbleib der anderen drei Tafeln unbekannt. Für den Winter ist dann sein einige Jahre jüngerer Antwerpener Kollege Adriaen van Stalbemt zuständig, der die Menschen auf dem zugefrorenen Fluss eines schneebedeckten flämischen Dorfs ungezwungen Schlittschuh fahren lässt (Taxe je 60.000 bis 80.000 SFR). In den Süden zog es dagegen Nicolaes Berchem, der seine von Italien inspirierten Landschaften mit rustikal-ländlichen Figuren ausstaffierte, etwa eine Ruinengegend mit Hirten beim Sonnenuntergang (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Auch Joseph Werner d.J. platzierte „Apollo und die Kumäische Sibylle“ in einem südlichen Flusstal. Die kleine Kupfertafel gehört zu einem Zyklus mit Motiven aus Ovids „Metamorphosen“, der durch die zehnteilige Stichreihe von Franz Ertinger aus dem Jahr 1662 Bekanntheit erlangte (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR).

Neuere Meister

Mit Italienischem geht es auch bei den Gemälden des 19. Jahrhunderts weiter. Eröffnet wird die Abteilung von Ludwig Mecklenburgs nächtlicher Ansicht der Piazzetta San Marco in Venedig mit den markanten Säulen der Stadtheiligen Markus und Theodorus, die trotz des fahlen Vollmondlichts von Menschen und fliegenden Händler noch gut besucht ist (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Daran schließen sich Félix Ziems ruhig schippernde Gondeln und Segelboote vor San Giorgio Maggiore am frühen Vormittag (Taxe 4.000 bis 5.000 SFR) oder Franz Richard Unterbergers ebenfalls impressionistische Uferpromenade nahe bei den Giardini mit frohgemuten Flaneuren zur Mittagszeit an (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Auch der Star bei den Neueren Meistern stammt aus Venedig. 1851 ließ Ivan Konstantinovich Ajvazovskij seinen Blick über die stille Wasserfläche der Lagune auf die Klosterinsel San Giorgio Maggiore gleiten, positionierte davor ein inniges Liebespaar in einer Gondel und entrückte die Szenerie seltsam unter einem unwirklichen roten Himmel. Bei einer Schätzung von 1 bis 1,5 Millionen Franken hat der Einlieferer an Ajvazovskijs Gemälde nichts verdient; hat er doch schon 2012 im Londoner Auktionshaus MacDougall’s dafür über 1 Million Pfund brutto gezahlt.

Von Ivan Konstantinovich Ajvazovskij stammt zudem die „Weite Landschaft mit Ochsenkarren“ von 1858, die erst vor kurzem in einer Privatsammlung entdeckt wurde und eine Seltenheit im Schaffen des Marinemalers darstellt. Die bukolische Szene, eine Hommage an die Steppen seiner Heimat Krim, durchquert eine Wagenkolonne aus Ochsenkarren, die scheinbar unendlich aus dem roten Abendlicht des tiefliegenden Horizonts heranzieht (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR). Das Abendrot und die ländliche Harmonie sind gleichfalls Sujets in Christian Morgensterns romantischer nordischer Landschaft von 1846 mit einsamem Menschenpaar vor einem Bauernhaus (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Als Hauptvertreter der Schule von Barbizon gilt Jean-Baptiste Camille Corot, der sein stimmungsvolles „Souvenir d’Italie. Plaines vallonnées avec un village lointain“ von 1840 für 80.000 bis 100.000 Franken zur Verfügung stellt. Werke anderer Barbizon-Maler gibt es für deutlich weniger, etwa Paul Désiré Trouilleberts charakteristisch duftige Landschaft mit Bäuerin und weidenden Kühen für 4.000 bis 6.000 Franken, Théodore Rousseaus ebenfalls unprätentiöse Waldlandschaft von Fontainebleau für 8.000 bis 12.000 Franken oder Virgilio Narcisso Diaz de la Peñas Lichtung „La Bas d’Apremont, Deux Bûcheronnes Près de Deux Mares“ für 10.000 bis 15.000 Franken.

Aufgrund seiner kulturpolitischen Entscheidungen, die er in seiner Rolle als Präsident der Republikanischen Kunstkommission sowie als Pariser Stadtrat mittrug, geriet Gustave Courbet immer stärker in Konflikt mit der französischen Regierung, was ihn schließlich 1873 ins Schweizer Exil zwang. Dort hielt er sich häufig am Genfersee auf und malte mehrfach das berühmte Château de Chillon, so auch in Nahsicht ohne Menschen, die die Burg majestätisch über der Wasserfläche des Sees thronen lässt (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). In der Grafikabteilung geht es dann noch einmal nach Venedig, wenn Francesco Guardi auf einer Federzeichnung ein fantastisches Capriccio mit Ruinen und Figurenstaffage entwirft und so tut, als sei es Lagunenstadt entnommen (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Recht exakt und altmeisterlich führte Anton Henstenburgh im 18. Jahrhundert sein Studienblatt mit Käfern und anderen Insekten in Aquarell und Gouache auf Pergament aus und will nun dafür 5.000 bis 7.000 Franken sehen.

Die Auktion beginnt am 22. September um 10:30 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.kollerauktionen.ch abrufbar.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch

Startseite: www.kollerauktionen.com



20.09.2023

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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22.09.2023, Gemälde Alter Meister und des 19. Jahrhunderts – Zeichnungen und Alte Grafik

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