Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 20.03.2024 Auktion 412: März-Auktion

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Anzeige

Weide 47 / Ewald Mataré

Weide 47 / Ewald Mataré
© Galerie Weick


Anzeige

Selbstbildnis Lenbachs mit Tochter Marion, 1894 / Franz von Lenbach

Selbstbildnis Lenbachs mit Tochter Marion, 1894 / Franz von Lenbach
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Kaskade, 1999 / Otto Piene

Kaskade, 1999 / Otto Piene
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Alte Meister im Dorotheum: Mit einer Raffael-Zeichnung wollte der Wiener Versteigerer hoch hinaus. Aber die gedämpfte Stimmung im Kunstmarkt macht auch vor Österreich nicht halt

Günstige Einstiegschancen



 Raffael, Raffael, Studie für die „Schlacht an der Milvischen Brücke“: ein Reiter und Kopf und Auge eines Pferdes

Raffael, Raffael, Studie für die „Schlacht an der Milvischen Brücke“: ein Reiter und Kopf und Auge eines Pferdes

Sie hätte der krönende Abschluss der Auktion „Alte Meister“ im Dorotheum werden sollen. Doch für eine Rötelstudie zu Raffaels Fresko mit der „Schlacht an der Milvischen Brücke“ in der Sala di Costantino des Vatikans in Rom interessierte sich letztlich nur ein Bieter. Vielleicht war vielen die neu vorgenommene Zuschreibung an den großen Renaissance-Meister doch etwas zu vage. Denn der stürzende Reiter sowie Details für den Kopf und ein Auge des Pferds galten schon einmal als Arbeit Peter Paul Rubens’ und tragen auf der Rückseite noch eine weitere Zeichnung des Raffael-Schülers Polidoro da Caravaggio. Zudem hatte der Einlieferer das Blatt 2015 bei Christie’s in Paris noch mit der Zuordnung „Italienische Schule des 16. Jahrhunderts“ für 1.500 Euro netto erworben, was jetzt wohl die Risikobereitschaft der Sammler schmälerte. Angesichts des Rekordpreises von 26,5 Millionen Pfund für einen eigenhändigen Entwurf Raffaello Santis waren die im Dorotheum angepeilten 400.000 bis 600.000 Euro nicht gerade hoch gegriffen, und man hoffte, die Millionengrenze zu knacken, wie der Pressevorbericht optimistisch wissen ließ. Doch daraus wurde mit einem Zuschlag bei 260.000 Euro nichts. Mit Aufgeld bewilligte der Käufer für die 22 mal 24 Zentimeter kleine Skizze 338.000 Euro.


Das komplette Nachsehen hatte das zweite Highlight der Versteigerung in Wien: Für Jusepe de Riberas Schmerzensmann „Ecce Homo“, der mit fahlem Inkarnat, blutverschmierter Dornenkrone und einer einzelnen Träne direkt den Betrachter fixiert, waren 800.000 bis 1,2 Millionen Euro vorgesehen. Dafür wollte aber niemand das Ölgemälde aus dem Jahr 1644 mitnehmen. Beide Werke stehen symptomatisch für die Auktion vom 25. Oktober und zahlreiche weitere des vergangenen Jahres. In Anbetracht von unsicherer Weltlage, ökonomischem Gesamtklima, hohen Zinsen und Krisenstimmung sitzt bei vielen Sammlern und Händlern das Geld nicht mehr so locker, was sich in einer verhaltenen Kauflaune und zahlreichen Rückgängen niederschlägt. So konnte das Dorotheum von den 140 Angeboten am Auktionstag nur 62 loswerden, was einer mageren Abnahmequote von 44,3 Prozent entspricht, und musste auf einige teure Stücke verzichten. So blieben etwa das Bildnis eines vornehmen Herrn mit Totenkopf und Fliege von Bartholomäus Bruyn d.Ä., das traditionell mit dem Kölner Ratsherrn Johan van Ryndorp identifiziert wird, bei 200.000 bis 300.000 Euro, Dirck van Baburens caravaggeske Bibelszene „Christus vertreibt die Geldwechsler aus dem Tempel“ bei 150.000 bis 200.000 Euro oder das Stillleben mit einer Blumenvase im Oktogon des um 1600 in Rom tätigen Meisters von Hartford bei 400.000 bis 600.000 Euro liegen.

Dass derzeit für Liebhaber Alter Kunst die Chance besteht, ohne viel Gegenwehr günstig zuzulangen, machten zahlreiche Verkäufe am unteren Taxrand oder am Limit deutlich, etwa eine strenge Sacra conversazione mit thronender Madonna, dem Erzengel Michael und dem heiligen Sebastian von Filippo d’Antonio Filippelli oder eine Darstellung von „Venus und Adonis“ nach Ovids „Metamorphosen“ aus der Werkstatt oder dem Umfeld Tizians bei jeweils 300.000 Euro (Taxe je 300.000 bis 400.000 EUR) oder ein heiliger Christophorus, der das Jesuskind auf seinen Schultern durch eine sündige, mit etlichen schreckenserregenden Mischwesen bestückte Welt trägt und von einem Nachfolger Hieronymus Boschs stammt, für 190.000 Euro (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Auch der Nürnberger Maler Bartholomäus Wittig, der 1651 eine große Menge von Schriftgelehrten dicht gedrängt um den kleinen Christus scharte, musste sich mit 18.000 Euro zufriedengeben (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Nicht wenige Käufer schlugen erst nach der Auktion zu und verhalfen der losbezogenen Zuschlagsrate auf dann immerhin 60 Prozent. Im Nachgang der Versteigerung gingen etwa Giovanni di Pietros liebevolle „Madonna mit Kind“ in einer Renaissance-Landschaft für 140.000 Euro (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR), Artus Wolfforts ungemein direkte Heilige Dreifaltigkeit, in der Jesus einen Finger in seine Seitenwunde steckt, und eine der zahlreichen Venedig-Veduten aus der Hand eines unbekannten Malers des 18. Jahrhunderts mit der Piazza San Marco für jeweils 80.000 Euro am unteren Schätzrand weg. Erst im Nachverkauf verabschiedete sich gleichfalls Joseph Heintz d.J. mit seiner Sicht auf die Rialto-Brücke, an der eine figurenreiche Prozession des Dogen auf dem Canal Grande schippert, bei 56.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), ebenso Gabriele Bella mit seiner historischen, ein wenig naiv gemalten Regatta auf dem Canal Grande zu Ehren des sächsischen Kurprinzen Friedrich Christian aus dem Jahr 1740, die er rund vierzig Jahre später fantasievoll dokumentierte, bei 45.000 Euro (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Schon während der Versteigerung tat sich Francesco Guardi bei seinem charakteristischen Venedig-Capriccio mit einem Ruinenbogen und einer Villa im Hintergrund für angemessene 46.000 Euro recht leicht (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Doch das Dorotheum hatte noch weitere Werke im Programm, die die Herzen mehrerer Interessenten höher schlagen ließen. Das traf vor allem für Bilder der Renaissance zu. So kletterte eine Kopie von Leonardo da Vincis berühmter „Felsgrottenmadonna“ von 100.000 Euro auf 260.000 Euro. Ihr schloss sich eine thronende Madonna mit Johannes dem Täufer und dem heiligen Hieronymus von Vittore Carpaccio und seinem Sohn Benedetto Carpaccio bei 160.000 Euro an (Taxe je 100.000 bis 150.000 EUR). Zu diesem Wert reüssierte zudem Anthonis Mor mit seinem kürzlich wiederentdeckten Portrait der stolzen Anna von Egmond, Gemahlin Wilhelms von Oranien, an dem er zusammen mit seinen Werkstattmitarbeiter gemalt hat (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Anthonis van Dyck freute sich über 190.000 Euro für sein 1629 erstelltes Bildnis von Adriaen Stalpaert, dem Abt des Prämonstratenserklosters im flandrischen Tongerlo (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Der Barockmaler Giovanni Battista Langetti kam mit seinem auf die drei Personen konzentrierten, gestenreichen Gleichnis vom „Barmherzigen Samariter“ auf 90.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und sein Florentiner Kollege Baldassare Franceschini mit einem jugendlichen Erzengel Michael in schwerer Ritterrüstung auf 45.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Mit einem Zuschlag bei 200.000 Euro platzierte sich eine weite bewaldete Spätsommerlandschaft mit Reisenden auf einem Pfad und der Kornernte von Jan Brueghel d.Ä. und Josse de Momper d.J. genau in der Mitte der Schätzung. Auf einen sechsstelligen Betrag kam noch ihr flämischer Kollege Michael Sweerts mit seiner aus dem Alltag gegriffenen Darstellung eines alten Bettlers, der einem kleinen, ebenso armen Jungen einem Topf mit Speisen reicht, bei 240.000 Euro (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Um 1700 war in Rom ein bisher nicht näher identifizierter Künstler tätig, den der Kunsthistoriker Andrea G. De Marchi nach zwei Gemälden im Palazzo Doria Pamphilj mit dem Notnamen „Maestro Ovidiano Doria Pamphilj“ benannt hat. Er soll auch für die im barocken Klassizismus gemalte Mythologie „Leda und der Schwan“ verantwortlich sein, die die Sammler im Dorotheum zu 190.000 Euro animierte (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Stark zeigte sich gegen Ende der Auktion die Portraitkunst aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, zuerst das bisher unbekannte Pastellpaar mit Kaiserin Maria Theresia und ihrem Gemahl Kaiser Franz I. Stephan von Jean-Etienne Liotard für 28.000 Euro, das wohl als Geschenk der Herrscher an ihren Feldmarschall Leopold Philipp von Arenberg nach Brüssel ging, laut Rechnung 1752 von dessen Hofmaler Frédéric Dumesnil restauriert wurde und bis heute im Besitz der Familie Arenberg verblieb (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Maria Theresias kunstsinnige Tochter, Erzherzogin Maria Christine von Österreich, porträtierte Johann Georg Weikert 1778 in rotem Seidenkleid und mit Fächer in der Hand vor einer dunklen Parkkulisse und nahm dafür gute 30.000 Euro ein (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Häufiger hatte Josef Kreutzinger den Fürsten Alexis Andréewitsch Galitzin vor seiner Staffelei sitzen, so auch 1795 recht lässig in einem roten Mantel mit einem Windhund in einer Parklandschaft, der sich bei 85.000 Euro abermals recht ehrgeizig präsentierte (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at

Startseite: www.dorotheum.com



09.01.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 22

Seiten: 1  •  2  •  3

Events (1)Adressen (1)Kunstsparten (2)Stilrichtungen (4)Berichte (1)Kunstwerke (13)

Veranstaltung vom:


25.10.2023, Alte Meister

Bei:


Dorotheum

Kunstsparte:


Malerei

Kunstsparte:


Zeichnung

Stilrichtung:


Klassizismus

Stilrichtung:


Barock

Stilrichtung:


Renaissance

Stilrichtung:


Alte Meister

Bericht:


Beim Schummeln erwischt







Anthonis van Dyck,  Porträt des Adriaen Stalpaert, Abt von Tongerlo (1563–1629), in weißer Ordenstracht, 1629

Anthonis van Dyck, Porträt des Adriaen Stalpaert, Abt von Tongerlo (1563–1629), in weißer Ordenstracht, 1629

Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 190.000,- EURO

Losnummer: 69

Hieronymus Bosch, Hieronymus Bosch Nachfolger, Der heilige Christophorus trägt das Jesuskind durch eine sündige Welt

Hieronymus Bosch, Hieronymus Bosch Nachfolger, Der heilige Christophorus trägt das Jesuskind durch eine sündige Welt

Taxe: 200.000 - 300.000 EURO

Zuschlag: 190.000,- EURO

Losnummer: 15

Artus Wolffort,  Die Heilige Dreifaltigkeit

Artus Wolffort, Die Heilige Dreifaltigkeit

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 70

Vittore Carpaccio, Vittore Carpaccio und Benedetto Carpaccio, Madonna mit Kind, Johannes dem Täufer und dem heiligen Hieronymus

Vittore Carpaccio, Vittore Carpaccio und Benedetto Carpaccio, Madonna mit Kind, Johannes dem Täufer und dem heiligen Hieronymus

Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 160.000,- EURO

Losnummer: 19

Anthonis Mor, Anthonis Mor und Werkstatt, Bildnis der Anna von Egmond (1533–1558), Gräfin von Büren und Gemahlin von Wilhelm dem Schweiger

Anthonis Mor, Anthonis Mor und Werkstatt, Bildnis der Anna von Egmond (1533–1558), Gräfin von Büren und Gemahlin von Wilhelm dem Schweiger

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 160.000,- EURO

Losnummer: 25

Filippo d’Antonio Filippelli,  Thronende Madonna mit Kind und den Heiligen Michael und Sebastian

Filippo d’Antonio Filippelli, Thronende Madonna mit Kind und den Heiligen Michael und Sebastian

Taxe: 300.000 - 400.000 EURO

Zuschlag: 300.000,- EURO

Losnummer: 12

Jan Brueghel d.Ä., Jan Brueghel d.Ä. und Josse de Momper d.J., Weite bewaldete Landschaft mit Reisenden auf einem Pfad und der Kornernte im Vordergrund

Jan Brueghel d.Ä., Jan Brueghel d.Ä. und Josse de Momper d.J., Weite bewaldete Landschaft mit Reisenden auf einem Pfad und der Kornernte im Vordergrund

Taxe: 150.000 - 250.000 EURO

Zuschlag: 200.000,- EURO

Losnummer: 62

Josef Kreutzinger,  Porträt des Alexis Andréewitsch Galitzin (1767–1800) in einem roten Mantel mit einem Windhund, 1795

Josef Kreutzinger, Porträt des Alexis Andréewitsch Galitzin (1767–1800) in einem roten Mantel mit einem Windhund, 1795

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 85.000,- EURO

Losnummer: 136

 Tizian, Tizian Umkreis oder Werkstatt, Venus und Adonis

Tizian, Tizian Umkreis oder Werkstatt, Venus und Adonis

Taxe: 300.000 - 400.000 EURO

Zuschlag: 300.000,- EURO

Losnummer: 39

Michael Sweerts,  Ein Mann gibt einem Kind zu essen

Michael Sweerts, Ein Mann gibt einem Kind zu essen

Taxe: 250.000 - 350.000 EURO

Zuschlag: 240.000,- EURO

Losnummer: 93

Leonardo da Vinci, Leonardo da Vinci Nachfolger, Felsgrottenmadonna, wohl frühes 16. Jahrhundert

Leonardo da Vinci, Leonardo da Vinci Nachfolger, Felsgrottenmadonna, wohl frühes 16. Jahrhundert

Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 260.000,- EURO

Losnummer: 18

Bartholomäus Wittig,  Christus unter den Schriftgelehrten, 1651

Bartholomäus Wittig, Christus unter den Schriftgelehrten, 1651

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 60




Copyright © '99-'2024
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce